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Intelligenzquotient ist instabiler als angenommen

LONDON (mit Kommentar). Der Intelligenzquotient (IQ) ändert sich noch bei Jugendlichen, haben Forscher der Birkbeck Universität in London jetzt herausgefunden. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Grad an Intelligenz sich im späten Kindesalter stabilisiert.

Veränderungen des Intelligenzqoutient stehen in Beziehung zu Veränderungen von Hirnstrukturen. Foto: Liz Henry / Flickr (CC-BY-ND-2.0)

Veränderungen des Intelligenzqoutient stehen in Beziehung zu Veränderungen von Hirnstrukturen. Foto: Liz Henry / Flickr (CC-BY-ND-2.0)

Für die Studie wurden die verbalen und die nonverbalen Fähigkeiten von Jugendlichen im Alter von 13 Jahren und erneut im Alter von 17 Jahren getestet. Bemerkenswerterweise änderte sich der IQ während dieser Altersspanne um bis zu 20 Punkte, nach oben ebenso wie nach unten. Der IQ misst standardisiert die intellektuellen Kapazitäten eines Menschen, die in eine Vielzahl von kognitiven Fähigkeiten aufgeteilt sind. Der durchschnittliche IQ liegt bei 100, eine normale Verteilung bewegt sich zwischen 85 und 115.

Dabei stellten die Forscher fest, dass strukturelle Veränderungen in bestimmten Hirnregionen mit den Veränderungen des IQ korrelierten. Veränderte sich der verbale IQ hing das zusammen mit Veränderungen einer Hirnregion, die während des Sprechens aktiviert wird. Veränderungen des nonverbalen IQ hingegen hängen zusammen mit einer Gehirnregion, die mit den Bewegungen der Hand in Zusammenhang gebracht werden.

Gründe dafür, dass sich der IQ während der Teenagerjahre verändert, haben die Forscher nicht untersucht. Sie könnte man ebenso in Umwelteinflüssen wie in genetischen Anlagen oder in einer Kombination aus beiden Bereichen finden. Die Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlichten, betonen, dass ihre Ergebnisse aufmunternd für die Personen seien, die ihr intellektuelles Potenzial steigern können. Gleichzeitig ist die Studie aber auch als Warnung für all jene zu verstehen, die sehr früh sehr weit entwickelt waren. Es sei durchaus möglich, dass sie das erreichte Niveau nicht halten könnten. (nin)

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