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Schulessen: Sternekoch Lafer will zeigen, wie’s geht

BAD KREUZNACH. Der Sterne- und Fernsehkoch Johann Lafer wird Betreiber der Mensa eines Gymnasiums im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach. Er will ein Beispiel setzen für gute Ernährung in der Schule. Dies berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

"Geredet wird genug. Wir brauchen Beispiele": Starkoch Johann Lafer. Foto: genusshotel / Flickr / (CC BY-NC 2.0)

"Geredet wird genug. Wir brauchen Beispiele": Starkoch Johann Lafer. Foto: genusshotel / Flickr / (CC BY-NC 2.0)

Hühnchen sei gut, ein leckeres Geschnetzeltes mit Champignons vielleicht. Oder ein pochiertes Landei mit Salat. Immer mehr Gerichte fallen der Zeitung zufolge Spitzenkoch Johann Lafer ein, die er anbieten könnte  – nicht in seinem Gourmet-Restaurant auf seiner „Stromburg” am Hunsrück, sondern gut 15 Kilometer entfernt im Gymnasium am Römerkastell in Bad Kreuznach.

Im November soll dessen neue Mensa eingeweiht werden. Die Kosten für den Bau, rund vier Millionen Euro, teilen sich das Land Rheinland-Pfalz und der Landkreis Bad Kreuznach. Lafer wird den Betrieb der Mensa  übernehmen. Das Modellprojekt wird von der Hochschule Fulda wissenschaftlich begleitet. Gekocht werden soll Vollwertkost aus frischen Produkten der Saison und der Region. „Geredet wird genug”, sagt Lafer. „Wir brauchen Beispiele.” Und so will er mit der Mensa in Bad Kreuznach ein Beispiel setzen für gute Ernährung in der Schule. Denn die ist in Deutschland fast überall mangelhaft – 90 Prozent der deutschen Schulkantinen weisen Qualitätsmängel aus, so haben unlängst Ernährungswissenschaftler der Hochschule Niederrhein ermittelt.

„Das ist schlimm”, sagt Johann Lafer, der schon Projektwochen und „Geschmackstage” an Schulen organisiert hat. Er beklagt das fehlende Wissen von Schülern über Ernährung. „Da kommen Schüler in Ed-Hardy-T-Shirts und mit iPhone in die Schule, aber die Grundprodukte zum Kochen kennen sie nicht. In einem Weihnachtsbackkurs waren Kinder, die wussten nicht, was Haselnüsse sind”, berichtet der Starkoch laut FAZ.

Verlust von 150.000  Euro einkalkuliert

Lafer müsse sich als künftiger Betreiber der Mensa gegen die Konkurrenz der Imbiss- und Fast-Food-Ketten durchsetzen. Rund 180 Ganztagsschüler würden täglich zusammen bei ihm essen. Doch nur, wenn Lafer noch ein paar Hundert der insgesamt 1200 Schüler für die Mensa als Kunden gewinne, könne er kostendeckend wirtschaften. Fürs erste Jahr, so lange habe sich Lafer vorerst verpflichtet, rechne er mit einem Verlust von bis zu 150.000 Euro, heißt es.

Einen auf gesunde Ernährung spezialisierten Kochprofi will Lafer für die Mensa anstellen, außerdem hofft er auf die Unterstützung engagierter Mütter, die bisher schon ein kleines Schulcafé betreiben. Kosten werden die Mittagsmenüs à la Lafer je 3,99 Euro, womit sie an der vom Land gesetzten Obergrenze liegen. Was er in der Mensa anbieten wird? Noch stehen die Speisen nicht fest, aber Ideen hat Lafer genug, und auch an Motivation scheint es ihm nicht zu fehlen. „Das ist doch der große Reiz für mich”, so zitiert ihn die Zeitung. „Zu sehen, ob ich das hinkriege, dass die Schüler sagen, der Typ ist gut, da geh’ ich zum Essen.”

Zum Bericht: “Das Schulessen soll besser werden – aber wer zahlt?”

2 Kommentare

  1. Lächerlich! Was soll denn das für eine Augenwischerei sein,eine 4€ Kalkulation- oh e die üblichen kosten eines catererbetriebs? Personal,räumlichkeiten,transport undundund – all das muss andernorts in einem durchschnittlichen preis von 1,88€ (Brandenburg) inbegriffen sein, und Herr Lager tönt stolz, dass erst ohne all dies gerade so bei 4€ bleiben möchte? Durchschnittliche, von preisdrückerischen vergabeverfahren gegängelte caterer wären froh, einen Bruchteil dessen zur verfügung zu haben, da liegt das eigentliche Problem!
    Und nun wird öffentlichkeitswirksam vorgegaukelt, besseres mensaessen wäre ein klacks und den caterern vor Ort das leben schwer gemacht, die liebend gerne bessese Qualität bieten würden, aber bei einer preiskalkulation jenseits von2€ (inkl. aller kosten des Betriebs) regelmäßig bei den öffentlichen Ausschreibungen leer ausgehen – vielen dank, Herr lafer!

  2. Guten Tag Herr Lafer,
    Ich bin Mitglied der Elternvereinigung der Bischöflichen Schule St-Vith (Belgien). Unsere Schule macht sich Gedanken, ihren Schülern optimales Essen – zu einem günstigen Preis – anbieten zu wollen. Nachdem ich Ihre Seite gelesen habe, möchte ich Sie bitten, ob Sie mir diesbezüglich weiter helfen können und wollen ?
    Für Ihre Hilfe wäre ich Ihnen sehr dankbar,
    für den Elternrat der Bischöflichen Schule St-Vith,
    Anja Heuschen

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