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news4teachers.de, 25.05.2013
   

Gesundheitsminister Bahr will Ärzte in die Schulen schicken

BERLIN (Mit Leserkommentar). Ärzte schauen bei Schulkindern regelmäßig nach den Zähnen. Allgemeine Vorsorgeuntersuchungen in Schulen dagegen sind vor allem in Westdeutschland äußerst selten. Der Bundesgesundheitsminister möchte das ändern.

Erntet viel Zustimmung für seine Idee, Ärzte in die Schulen zu schicken: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP): Foto: Dirk Vorderstraße / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Erntet viel Zustimmung für seine Idee, Ärzte in die Schulen zu schicken: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP): Foto: Dirk Vorderstraße / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will Ärzte regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen in die Schulen schicken. Ähnlich wie Schul-Zahnärzte sollten auch Allgemeinmediziner die Kinder vor Ort in den Schulen untersuchen können, schlug Bahr vor. Er sagte der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung»: «Die sehr guten Erfahrungen bei den Vorbeugeuntersuchungen zur Zahngesundheit von Schulkindern sind Anlass, auch weitere Vorbeugeuntersuchungen in Schulen zu prüfen.»

Bislang sind nach den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt nur vor Beginn der Schulzeit Untersuchungen üblich – wie etwa ein Hör- und Sehtest sowie eine Prüfung der Sprachentwicklung. In einigen ostdeutschen Ländern finden auch Reihenuntersuchungen im Laufe der Schulzeit statt.

Krankenkassen und Hartmannbund begrüßten den Vorstoß. Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Ties Rabe (SPD/Hamburg), zeigte sich offen für Gespräche. Dagegen lehnte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) eine Verlegung der Vorsorgeuntersuchungen an die Schulen strikt ab.

“Sinnvolle Alternative zur U-Untersuchung”

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen äußerte sich positiv zu Bahrs Vorstoß. «Damit kommt die öffentliche Hand ihrer Verpflichtung, im Rahmen der Prävention einen eigenen Anteil zu leisten», sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, dem Blatt.

Die Ärzteorganisation Hartmannbund forderte die Länder auf, die Schulen für allgemeine Vorsorgeuntersuchungen zu öffnen. «Diese Variante von Prävention ist als sinnvolle Alternative zur immer wieder diskutierten U–Untersuchung nebst Meldepflicht und anderem bürokratischem Unsinn viel zu lange vernachlässigt worden», sagte der Vorsitzende des Ärzteverbandes, Klaus Reinhardt.

Der Sprecher von KMK-Präsident Rabe verwies darauf, dass es in einigen Bundesländern Vorerfahrungen mit solchen Untersuchungen gebe. Man könne darüber diskutieren, ob hier Ausweitungen sinnvoll seien.

Der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) merkte kritisch an, dass solche Untersuchungen in den Schulen die Vorsorge beim Kinder- und Jugendarzt nur ergänzen könnten. Der Kinderarzt «muss mit den Eltern über ihr Kind sprechen, er muss ihnen erklären, was ihrem Kind gut tut beziehungsweise womit sie seine gesunde Entwicklung gefährden», sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann. Dabei gehe es zum Beispiel um gesunde Ernährung zur Verhütung von Übergewicht, um Sprachanregung und um kindgerechten Medienkonsum. dpa
(3.7.2012)

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