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Spaniens Jugendliche sollen nach deutschem Vorbild ausgebildet werden

BERLIN. Offensive für arbeitslose Spanier: Junge Iberer sollen künftig nach deutschem Vorbild in die Lehre gehen – und eine duale Ausbildung machen. Gleichzeitig will Bildungsministerin Schavan junge Südeuropäer für den Arbeitsmarkt hierzulande gewinnen.

In Spanien ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos: Studentenprotest in Madrid 2011. Foto: Ben Sutherland / Flickr (CC BY 2.0)

In Spanien ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos: Studentenprotest in Madrid 2011. Foto: Ben Sutherland / Flickr (CC BY 2.0)

Spaniens Jugendliche sollen schon bald nach deutschem Vorbild ausgebildet werden. Das berichtete Bundesbildungsministerin Annette Schavan nach einem Treffen mit ihrem spanischen Kollegen in Stuttgart. «Wir sind in Deutschland davon überzeugt, dass duale berufliche Bildung die beste Vorbeugung gegen Jugendarbeitslosigkeit ist», sagte die CDU-Politikerin.

Zuvor hatten Schavan und ihr spanischer Amtskollege José Ignacio Wert Ortega eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der das deutsche System dualer Berufsausbildung in Spanien eingeführt werden soll. Durch die Offensive soll das wirtschaftliche Wachstum in Spanien angekurbelt werden. Konkrete Schritte wollen die Minister Anfang September in Madrid vereinbaren.

«Es geht darum, das, was in Deutschland erfolgreich ist, auch auf andere europäische Länder auszuweiten», sagte Bildungsminister Ortega. In Spanien gibt es die Kombination aus schulischer und praktischer Ausbildung ihm zufolge derzeit nur in Pilotprojekten.

Als Finanzierungsmöglichkeit nannte Schavan Mittel aus dem europäischen Wachstumspaket. Darin sind insgesamt 7,3 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorgesehen.

Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums ist in Spanien jeder zweite Jugendliche arbeitslos. In Deutschland ist die Jugendarbeitslosigkeit so gering wie nirgendwo sonst in Europa, hierzulande herrscht allerdings massiver Fachkräftemangel.

Deutschland bemüht sich daher zugleich, junge Iberer für den eigenen Arbeitsmarkt zu gewinnen: «Wegen des Fachkräftemangels bei uns gibt es für spanische Jugendliche auch in Deutschland interessante Ausbildungsmöglichkeiten», sagte Schavan.

Baden-Württembergs IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann bewertete dies kritisch: «Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust.» Zwar sei es für die Betroffenen wichtig, berufliche Perspektiven zu haben. Langfristig sei das Abwerben junger Menschen aber für den spanischen Arbeitsmarkt schwierig.

Erste Werbungsversuche gab es bereits vom Land Hessen: Zuständige Minister hatten nach eigenem Bekunden kürzlich zwei Tage lang die Region Madrid besucht und entsprechende Möglichkeiten ausgelotet. dpa (12.7.2012)

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