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Tierschutz: Neues Reservat für bedrohte Tiger

BERLIN. Noch rund 3.200 Tiger leben in Asien. Ein neues Schutzgebiet soll jetzt dafür sorgen, dass der Amur-Tiger, der an der russisch-chinesischen Grenze lebt, sich noch weiter erholen kann, meldet die Tierschutzorganisation WWF.  Zwar haben sich seine Bestände seit den 1940er Jahren von wenigen Dutzend auf 450 bis 500 Tiere erholt. Doch noch immer bedroht die Holzmafia seinen Lebensraum.

Von dem Amurtiger (Panthera tigris altaica) leben nur noch rund 500 Exemplare. (Foto: WWF)

Von dem Amurtiger (Panthera tigris altaica) leben nur noch rund 500 Exemplare. (Foto: WWF)

Die russische Regierung hat auf Betreiben der Naturschutzorganisation WWF einen neuen Schutzkorridor für wandernde Tiger im Grenzgebiet zu China eingerichtet. Damit kommt Moskau seinen auf dem Tigergipfel 2010 eingegangenen Verpflichtungen nach. Der Sredneussuriisky-Schutzkorridor in der Provinz Primorje wird das russische Sikhote-Alin-Gebiet mit dem chinesischen Wandashan-Gebirge verbinden. In beiden Regionen gibt es Vorkommen des Amur-Tigers. „Tiger interessieren sich nicht für Nationalstaatsgrenzen. Der Mensch muss dafür sorgen, dass Wanderrouten erhalten bleiben und der genetische Austausch zwischen Vorkommen in unterschiedlichen Ländern möglich bleibt“, erklärt Markus Radday, WWF-Referent für den Russischen Fernen Osten. Die Wälder innerhalb des Schutzkorridors waren bis vor kurzem  durch Einschlagskonzessionen einer Holzfirma bedroht. Wäre der Wald abgeholzt worden, so die Befürchtung des WWF, hätte das die Isolation der Tigerbestände in Russland und China – und damit einhergehend eine zunehmende genetische Verarmung – weiter vorangetrieben.

„Der von staatlicher Seite offiziell bestätigte Schutzstatus für Sredneussuriisky ist ein großer Erfolg für die Tigerschutzbemühungen des WWF“, freut sich WWF-Mann Radday. „Die Maßnahme ist ein weiterer, wichtiger Schritt, um eine zukunftsfähige und genetisch vielfältige Population an Amur-Tigern zu erhalten.“ Derzeit gibt es in der Region nach WWF-Schätzungen rund 450 Exemplare.

Das „Sredneussuriisky Wildlife Refuge“ umfasst 72.700 Hektar. Es liegt vor allem innerhalb der Grenzen des Bikinsky-Bezirks in der Provinz Primorje. Die Ausweisung als Schutzkorridor kommt dabei nicht nur dem Tiger zugute. So dient etwa der südliche Teil des Gebiets den gefährdeten Orientalischen Weißstörchen als Brut- und Nistplatz. nin

(12.11.2012)

 

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