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Zum Weltwassertag: 900 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser

BERLIN. Vor 20 Jahren haben die Vereinten Nationen den Weltwassertag ausgerufen. Doch noch immer ist Wasser in vielen Entwicklungsländern rar. In Mitteleuropa machen hingegen Chemikalien im Abwasser Sorgen.

Ungemein kostbar: Sauberes Wasser. Foto: redcctshirt/Flickr (CC BY 2.0)

Ungemein kostbar: Sauberes Wasser. Foto: redcctshirt/Flickr (CC BY 2.0)

Sauberes Trinkwasser ist seit drei Jahren ein UN-Menschenrecht, doch noch immer haben 900 Millionen Menschen auf der Welt keinen Zugang dazu. Für rund 2,5 Milliarden Menschen gibt es nach UN-Angaben auch keine sanitären Anlagen. Um auf die Bedeutung der Ressource Wasser aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen 1993 den Weltwassertag ausgerufen, er fällt immer auf den 22. März. Trotzdem ist die Situation vielerorts dramatisch.

«Millionen Kinder haben keine andere Wahl als verschmutztes Wasser zu trinken – obwohl sie wissen, dass sie davon krank werden können», sagte Model und Unicef-Botschafterin Eva Padberg. «Sauberes Wasser und Hygiene sind gerade für Kinder eine Frage von Leben und Tod.» Nach Unicef-Angaben sterben jeden Tag rund 2000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, die fast immer durch schmutziges Trinkwasser, schwache Hygiene und fehlende Sanitäreinrichtungen verursacht werden. 99 Prozent dieser Todesfälle entfallen laut dem UN-Kinderhilfswerk auf Entwicklungsländer, vor allem Afrika und Südasien.

Zusammenarbeit ist gefragt

Der niederländische Kronprinz Willem-Alexander forderte einen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen für alle Menschen. «Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn zusammengearbeitet wird», betonte er auf einer internationalen Konferenz zum Weltwassertag in Den Haag.

In Mitteleuropa gibt es ganz andere Wasser-Sorgen. Der Umweltwissenschaftler Klaus Kümmerer mahnt vor zu viel Chemikalien. «Vermutlich sind bereits mehrere tausend chemische Stoffe in dem vom Menschen genutzten Wasserkreislauf. Über ihre Wirkung wissen wir wenig», sagte Kümmerer, Umweltwissenschaftler an der Lüneburger Leuphana Universität. Zu den Ursachen gehörten zum Beispiel Medikamente, die über Ausscheidungen ins Wasser gelangten oder einfach in der Toilette entsorgt würden. Schmerzmittel und Hormone aus Antibabypillen schädigten laut Studien bereits die Fische. «Wir müssen am Beginn des Rohres ansetzen und die Stoffe reduzieren, damit man nicht am Ende aufwendig filtern muss», sagte Kümmerer.

Weltweit fließen rund 80 Prozent des städtischen Abwassers unbehandelt in Flüsse, Seen oder ins Meer. In Entwicklungsländern sind es bis zu 90 Prozent. Der Weltwassertag steht in diesem Jahr unter dem Motto «Zusammenarbeit im Wasserbereich». dpa

Unterrichtsmaterial zum Thema Wasser vom BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es unter www.wasser-macht-schule.com

(21.3.2013)

8 Kommentare

  1. muss ich mich jetzt schämen, dass ich sauberes Wasser habe? Oder währe ein Suizid noch besser.

    • Nein, aber statt hier dumm rumzuschwätzen könntest du dazu beitragen, dass weniger Wasser verschmutzt und vergiftet wird – in deiner Familie, in deinem Umfeld. Aufklärung ist neben Geld das wichtigste Mittel, um irgendwann auch nur in die Nähe der Umsetzung dieses Menschenrechtes zu kommen.

      • @klexel
        Apropos Menschenrecht, habe dazu kürzlich etwas gelesen, das mir gut gefallen hat:

        „Recht auf etwas: eine lächerliche Forderung!
        Wer ein Recht auf etwas postuliert, muss sagen können, WER diese Forderung erfüllen soll. Ein Recht auf gutes Wetter, langes Leben oder fruchtbare Erde gibt es nicht. Gott wird solche Forderungen nicht erfüllen. Also können nur Menschen als Adressaten gemeint sein. Wer aber solle das Recht auf „menschenwürdiges Leben“ erfüllen? Wer das Recht auf Arbeit? Wer das Recht auf Bildung? Forderungen wie diese sind nicht nur albern, sondern geradezu gefährlich. Und sie entmündigen den Menschen, der an sie glaubt. Wer dennoch für sich und andere ein „Recht auf …“ was auch immer fordert, ist ein Scharlatan und Demagoge, der die Dummen aufwiegelt. Und weil man glaubt, alles sei mit Geld zu erreichen, fordert man mehr Geld.“

  2. @Aufmüpfer, das mit dem „Recht auf“ sehe ich anders. Vor allen Dingen finde ich das nicht lächerlich – abgesehen von einem Recht auf schönes Wetter oder so. Ansonsten sehe ich das als eine Art Selbstverpflichtung einer Gesellschaft, bestimmte Dinge zu erreichen, anzustreben, alles dafür zu tun oder aber auch im Umkehrschluss anderes zu vermeiden. (Ich will jetzt mal so allgemein bleiben.) Und umsetzen/verwirklichen muss es die Gesellschaft und das sind die Menschen, die in ihr leben. Wir kämen schneller voran, wenn alle dabei mitwirkten, vor allem aber auch, wenn alle in die gleiche Richtung wirkten. Ist nur leider nicht so.

    • @sofawolf
      Das mit der SELBSTverpflichtung einer Gesellschaft sehe ich genauso wie Sie.
      Die zitierten Worte haben mich insofern beeindruckt, als sie auf die Unerfüllbarkeit gewisser Rechte hinweisen, bei deren Forderung auch ich mich frage, was die Forderer bezwecken.
      Welche Instanz ist so restlos vertrauenswürdig, dass sie uns ohne Zwang und Hintergedanken in die gleiche schönklingende Richtung bringt? Etwa die UNO? Oder die Vertreter eines „neuen“ Sozialismus, bei dem es wie bei seinen Vorgängern vor Menschenrechten wimmelt, die in der Realität jedoch mehr Unterdrückung statt Beglückung bedeuten?
      Für mich stehen diese Menschenrechte, die immer häufiger von politischen Instanzen ausgerufen werden, unter dem Verdacht des Specks, mit dem man Mäuse fängt.
      Außerdem besteht diese Gefahr: Sowie man etwas zum Menschenrecht erklärt, hat man auch die Macht über entsprechende Zwangsmaßnahmen, ist zu diesen sogar verpflichtet und steht obendrein als Wohltäter da.
      Das sind so meine Gedanken und Befürchtungen.

      • Es geht bei Menschenrechten nicht auschließlich um die Erfüllung dieser. Wir sind uns sicher einig, dass dies besonders bei sauberem Trinkwasser problematisch werden dürfte. Es geht dabei aber sehr wohl auch um die Vermeidung sämtlicher Gefahren, die diesem Recht im Wege stehen könnte. Und es gibt sehr wohl Adressaten und eine klare Forderung, die erfüllbar ist, wenn z. B. ein Konzern zur Produktion industrieller Güter natürliche Wasservorkommen verschmutzt.
        Das Menschenrecht auf Wasser als eine reine Forderung auf die simple Bereitsstellung der Ressource zu sehen, ist meiner Meinung nach kein guter Ansatz. Betrachten Sie dieses Menschenrecht als eine auch als eine Forderung nach dem Schutz der Ressource, einer angemessenen Verteilung dort wo sie vorhanden ist und der Suche nach Möglichkeiten sie verfügbar zu machen, wo sie es nicht ist.

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