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„Psychologischer Welleneffekt“: Acht Schüler kollabiert

KREFELD. Gibt es einen „psychologischen Welleneffekt“, der Schüler  beim Sport reihenweise kollabieren lässt? Ein solcher soll die Ursache für Schwächeanfälle von insgesamt acht Schülern im Alter von vierzehn bis sechzehn Jahren bei einem Dauerlauf an einer Gesamtschule in Krefeld sein. Das Geschehen löste einem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge einen Großeinsatz von Rettungskräften aus. Die Jugendlichen kamen zunächst ins Krankenhaus. 

Acht Rettungswagen waren in Krefeld im Einsatz (Symbolfoto). Foto: ernstl / flickr (CC BY-SA 2.0)

Acht Rettungswagen waren in Krefeld im Einsatz (Symbolfoto). Foto: ernstl / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die erste Vermutung, der Verzehr von Softeis hätte den Kollaps ausgelöst, wurde binnen kurzer Zeit verworfen  – offenbar hatten nicht alle Jugendlichen von dem Eis gegessen, das ein Fast-Food-Restaurant in der Nähe des Sportplatzes anbietet. „Ein bakterieller Infekt kann schon drei bis vier Stunden nach dem auslösenden Moment eintreten. Normalerweise sind aber eintretende Übelkeit und nachhaltiger Durchfall übliche Symptome“, erklärte der leitende Notarzt gegenüber dem Blatt. Nicht aber Ohnmacht, wie sie bei den sieben Schülerinnen und einem Schüler bei dem Schulfest auf dem Sportplatz auftrat. Einige der Betroffenen waren noch bewusstlos, andere ansprechbar, als die Rettungskräfte, wenige Minuten nachdem sie alarmiert worden waren, am Ort des Geschehens eintrafen.

Während der ersten Untersuchungen habe sich dann die Vermutung ergeben, dass die Schüler zu wenig Flüssigkeit aufgenommen hatten – was sich zumindest bei zwei Mädchen bestätigte. „Zwei Schülerinnen, die kollabiert sind, hatten definitiv zu wenig Flüssigkeit im Körper. Bei den anderen Kindern gehen wir davon aus, dass sie aufgrund der Situation Angst bekommen haben und deswegen kollabiert sind“, sagte der Notarzt gegenüber der „Rheinischen Post“. Er betonte: „Solche Vorfälle hatten wir schon bei mehreren Einsätzen.“

Mittlerweile sind die Kinder aus der Klinik entlassen worden, die Möglichkeit eines bakteriellen Infekts wurde dem Bericht zufolge ausgeschlossen. Einen klaren Befund gebe es jedoch nicht, hieß es. News4teachers

Hier gibt es Unterrichtsmaterialien zum Thema „Erste Hilfe“.

 

6 Kommentare

  1. Was wäre wohl im Jahr 1970 in einem solchen Fall gemacht worden?

  2. mehrnachdenken

    Zu wenig Flüssigkeit aufgenommen? Da muss ich mich schon ein wenig wundern, laufen die jungen Leute doch ständig mit einer „Pulle“ am Mund herum.
    Leider fehlen in dem Bericht viele wichtige Einzelheiten, um das Geschehen einigermaßen objektiv einordnen zu können:
    Fand der Lauf evtl. in der Mittagszeit bei sehr warmen Temperaturen statt?
    Welche Strecke mussten die SchülerInnen zurücklegen?
    Sind sie auf die Belastung vorbereitet worden? Das würde ich in diesem Fall tatsächlich genauer wissen. Mich macht nämlich die Aussage des Notarztes stutzig, dass die Betroffenen vermutlich aufgrund der Situation Angst bekommen hätten und deshalb kollabiert seien. Das kann nicht passieren, wenn die Zielgruppe nach bestimmten methodisch-didaktischen Grundsätzen systematisch auf einen Lauf vorbereitet wird. Oder gibt es heutzutage immer noch Lehrkräfte, die ihre Schützlinge „einfach ‚mal so“ über den Platz „jagen“? Das war in meiner Schulzeit „normal“, und am Ende des Laufes lagen viele flach auf dem Rasen und japsten nach Luft oder sie mussten sich übergeben.
    Die Verantwortlichen der Schule sollten m.E. den Vorgang ganz schnell aufklären. Es kann aber auch sein, dass überhaupt kein entsprechender Handlungsbdarf besteht, weil alles nachvollziehbar logisch erscheint, dieses jedoch im Artikel nicht deutlich wird.

  3. „‚ Bei den anderen Kindern gehen wir davon aus, dass sie aufgrund der Situation Angst bekommen haben und deswegen kollabiert sind” – Ich kann mir das sehr gut vorstellen: Zwei Mädchen (und die anderen danach auch) wurden ohnmächtig. In solchen Situation neigen gerade pubertierende Mädchen dazu, total hysterisch zu reagieren, sich in Ängste hineinzusteigern, zu hyperventilieren – und schon ist es passiert. Die 6 anderen SchülerInnen bekamen Panik, als sie die zwei ohnmächtigen Mädchen sahen. Das wundert mich gar nicht.
    “ laufen die jungen Leute doch ständig mit einer “Pulle” am Mund herum.“ – Wenn du genau hinsiehst, wirst du sehen, dass sie genau das nicht tun. Sie hängen im Unterricht ständig an der Flasche, nehmen sie aber nicht mit in die Hofpause, und dann kommen sie total durstig wieder in den Unterricht. Wenn man sie ermahnt, die Flasche mit runter in die Pause zu nehmen, gucken sie einen nur verständnislos an, denn sie wollen doch die Hände frei haben, zum Fußball spielen oder was auch immer.
    Dies hier war ein Schulfest. Da ist es besonders uncool, mit ner Plastikflasche rumzulaufen, die stört nur.
    Also alles ganz klar nachvollziehbar.

    • mehrnachdenken

      @ klexel
      Mit Verlaub, vom Sport oder genauer vom Dauerlaufen scheinen Sie keine Ahnung zu haben. Weiter scheint Ihnen beim Lesen meines Kommentares entgangen zu sein, dass ich sehr wohl betonte, wie wichtig es ist, die SchülerInnen gut auf so ein Ereignis vorzubereiten. Wer in dieser Phase umsichtig an die sportliche Herausforderung herangeführt worden ist, weiß genau, was auf sie/ihn zukommt und geht dann ganz selbstbewusst und keinesfalls mit „weichen“ Knien und Herzrasen an den Start. Vollkommen normal ist es, vor dem Start ein wenig aufgeregt zu sein. Das trägt sogar mit dazu bei, noch bessere Leistungen zu erzielen. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, habe ich doch in meinem Leben an vielen Wettkämpfen teilgenommen.
      Eine gute und umsichtige Lehrkraft bezieht in die Vorbereitung auf so ein Ereignis auch das Thema „Essen und Trinken“ mit ein. Natürlich dürfen die SchülerInnen im Sportunterricht bzw. in den kurzen Päuschen auch trinken. Das gilt dann selbstvertständlich auch für einen Wettkampftag.
      Noch etwas: Sie haben offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass ich hier nicht geduzt werden möchte. Dieses bewusste Ignorieren ist schon ein ziemlich dreistes Verhalten. Ich möchte ‚mal wissen, wie Sie mit Ihren SchülerInnen umgehen, wenn die sich ähnlich daneben benehmen.

      • @mehrnachdenken: Wenn man Äußerungen falsch verstehen will, dann versteht man sie halt auch gerne falsch.
        Ich habe nie behauptet, dass ich Fachfrau fürs Dauerlaufen bin, das ist hier auch irrelevant. Ich habe mich viel mehr auf die Vermutung in der Überschrift „„Psychologischer Welleneffekt“ bezogen, weil ich mir relativ sicher bin, dass die ‚Nachfolgeohnmachten‘ eher hysterischer Natur sein könnten.
        „Natürlich dürfen die SchülerInnen im Sportunterricht bzw. in den kurzen Päuschen auch trinken.“ – Das habe ich auch nie bestritten. Ich betonte nur, dass viele Schüler ungern draußen mit Flaschen rumlaufen, weil ihnen die Flasche lästig ist. Sie trinken dann lieber hinterher im Unterricht. Hier handelt es sich um ein Schulfest, wo die Schüler sicher auch immer unterwegs zu verschiedenen Stationen waren. Da stört eine Trinkflasche.
        Und leider sind viele Schüler auch vernünftigen Tipps für sinnvolle Ernährung gegenüber taub, weil es eben als ‚uncool‘ gilt. Du warst genausowenig dabei wie ich, doch du kennst sicher genau wie ich die ‚Macken‘ von Pubertierenden, die eben manchmal sehr anders ticken.

    • @klexel
      Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass Sie andere weiter duzen, wenn diese das nicht wollen. Um ein Nicht-Verstehen oder Vergesslichkeit kann es sich wohl kaum handeln.

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