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Studie: Singen im Chor wirkt ähnlich wie Yoga

LAUSANNE/GOTHENBURG Auch wenn der Musikunterricht künftig nicht den Sport ersetzen kann: Manche Lieder haben bei Chorsängern einen Effekt wie Atemübungen, sagen schwedische Forscher.  Bei den  Chorsängern schlagen dabei sogar die Herzen im Takt

Ein Herz und eine Seele: Chormitglieder passen während des gemeinsamen Singens auch ihre Herzfrequenzen aneinander an. Das belegt eine Studie der schwedischen Universität Gothenburg im Fachjournal «Frontiers in Neuroscience». Das kontrollierte Ein- und Ausatmen sei außerdem gesund und könne ähnlich wirken wie Yoga, berichten die Forscher. Andere Studien hätten bereits gezeigt, dass Chorsingen die Bewegungen der Muskeln und Nervenaktivitäten in großen Teilen des Körpers synchronisiere, berichtet Björn Vickhoff von der Sahlgrenska Academy der Universität Gothenburg. Nun sei der Beleg erbracht worden, dass dies auch für das Herz gelte.

Kinderchor im Freien

Chorgesang fördert nicht nur die Stimmung, sondern auch die Gesundheit. Foto: Soeller / Wikimedia Commons

Für ihre Experimente ließen die Wissenschaftler 15 Jugendliche im Chor üben – vom monotonen Summen über ein schwedisches Lied bis hin zu einem langsamen Mantra. Dabei dokumentierten sie jeweils die Herzschläge. Die Forscher stellten fest, dass sich Liedaufbau und Melodie in der Herz-Aktivität widerspiegeln. Beim Ausatmen fiel der Puls, beim Einatmen dazwischen stieg er an. Beim gemeinsamen Singen entstand so der Effekt, dass der Puls der Sänger synchron schlug.

Singen sei eine Form des kontrollierten Atmens, sagt Vickhoff. «Ausatmen aktiviert den Vagusnerv im Gehirn. Das führt dazu, dass die Herzfrequenz sinkt und das Herz ruhiger schlägt.» Beim Einatmen steige der Puls wieder an. Singen sei gesund, da man dabei ruhig und gleichmäßig atme, betont er. Lieder mit langen Sätzen hätten eine ähnliche Wirkung wie Atemübungen im Yoga. Sogar die mentale Verfassung ließe sich durch das Singen beeinflussen.

Hintergrund der Studie war die Frage, wie Musik und Gesundheit zusammenhängen. Die Wissenschaftler wollten neue Möglichkeiten aufdecken, wo Musik zum Beispiel in der Rehabilitation eingesetzt werden kann – oder auch für die Prävention von Krankheiten. Der positive gesundheitliche Effekt des Chorsingens sei schon früher vermutet worden, berichten die Forscher. Bisher habe es jedoch wenige wissenschaftliche Untersuchungen dazu gegeben.

Die Forscher wollen nun untersuchen, ob die Synchronisierung der Herzschläge auch dazu beiträgt, dass die Chormitglieder ihre Fähigkeit zur Zusammenarbeit stärken. Gemeinsames Singen sei oft Ausdruck eines kollektiven Willens, zum Beispiel im Fußballstadien, bei Arbeitsliedern, religiösen Chören oder Militärparaden, sagt Vickhoff. Die Wissenschaftler wollen nun erforschen, ob Chorsingen auch in Schulen die Zusammenarbeit verbessern kann. (dpa)

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