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Zehn Schüler an Masern erkrankt – Schule schließt

ERFTSTADT. Nach der Erkrankung mehrerer Schüler mit Masern ist in Erftstadt bei Köln eine Schule geschlossen worden. Zehn Schüler seien erkrankt, sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Franz-Josef Schuba. Er geht davon aus, dass die Zahl noch weiter steigt. Um einen Überblick über die Lage zu bekommen, fiel am Donnerstag der Unterricht aus. Auch an diesem Freitag soll die Schule geschlossen bleiben. Schuba geht davon aus, dass sich einer der Schüler in München angesteckt hat.

Die typischen Symptome der Masern sind neben Hautausschlag auch Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen der Schleimhäute. Foto: Steffen Bernard / Wikimedia Commons

Die typischen Symptome der Masern sind neben Hautausschlag auch Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen der Schleimhäute. Foto: Steffen Bernard / Wikimedia Commons

Der Geschäftsführer der Freien Walddorfschule, Matthias Nantke, hofft, dass der Unterricht zu Beginn der nächsten Woche wieder aufgenommen werden kann. Allerdings dürfen dann nur die Lehrer und Schüler die Schule besuchen, die einen ausreichenden Immunstatus vorweisen können – etwa durch einen Impfpass oder eine aktuelle Laboruntersuchung. Alle anderen müssen der Schule 14 Tage fernbleiben. Am Mittwoch konnten von den rund 400 Schülern etwa 100 einen ausreichenden Impfschutz vorlegen.

Bundesweit schwanken die Masern-Zahlen von Jahr zu Jahr sehr stark. Registrierte das Robert Koch-Institut 2011 noch 1608 Fälle, waren es im vergangenen Jahr nur 166. Diese Zahl wurde 2013 bereits um ein Mehrfaches übertroffen: Bis zum 17. Juni wurden insgesamt 905 Masernfälle an das RKI übermittelt, die meisten davon aus Bayern (388) und Berlin (356).

Die typischen Symptome der Masern sind neben Hautausschlag auch Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen der Schleimhäute. Viel gefährlicher an der Krankheit ist nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts aber die Schwächung des Immunsystems, die etwa sechs Wochen nach einer Infektion mit dem Masern-Virus andauern kann. Die Folgen können dann bakterielle Infektionen wie Bronchitis oder Mittelohrentzündungen sein.

Besonders gefürchtet sind darüber hinaus Gehirnentzündungen durch Masern (akute postinfektiöse Enzephalitis). Diese Komplikation tritt aber nur in rund 0,1 Prozent der Fälle auf. Vier bis sieben Tage nach den Masernsymptomen kommt es zu Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma. In 10 bis 20 Prozent der Fälle endet die postinfektiöse Enzephalitis tödlich. Bei weiteren rund 20 bis 30 Prozent der Fälle sind Hirnschäden möglich.

Noch seltener, aber tückischer ist eine Form der Spätkomplikation. Sie macht sich erst nach sechs bis acht Jahren schleichend bemerkbar und führt nach Störungen und Ausfällen im Nervensystem schließlich zum Tod. Ein höheres Risiko dieser Komplikation besteht bei einer Ansteckung im ersten Lebensjahr.

Masern sind weltweit verbreitet. In Afrika gehören sie zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten und der Anteil tödlicher Verläufe ist besonders hoch. In Deutschland ist die Häufigkeit der Masern durch die Impfung, die es seit rund 30 Jahren gibt, deutlich zurückgegangen. In Einzelfällen kann eine Ansteckung weiterhin zu Behinderung oder Tod führen.

National wie international wird die Ausrottung der Masern angestrebt. Ärzte warnen davor, Masern nicht als harmlose Kinderkrankheit abzutun. dpa

Zum Bericht: Expertin: Impfskeptiker verantwortlich für Masern-Vormarsch

 

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