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Peinlich: Dreyer schickt Merkel Brief voller Rechtschreibfehler

MAINZ. Peinliches Malheur mit Absender der Staatskanzlei in Mainz: Das Büro von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Brief geschickt, der vor Rechtschreib- und Kommafehlern nur so strotzt.

Hat den Brief zwar wohl nicht selbst geschrieben, aber persönlich unterschrieben: die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: Reiner Voss / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Hat den Brief zwar wohl nicht selbst geschrieben, aber persönlich unterschrieben: die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: Reiner Voss / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Sechs Patzer in sechs Sätzen: Die Staatskanzlei bedauerte den Fall ganz offiziell. „Es tut uns leid, dass diese fehlerhafte Fassung des Briefes an die Bundeskanzlerin gesendet wurde“, teilte Regierungssprecherin Monika Fuhr in Mainz mit und bestätigte einen Bericht der „Welt“. „Es ist ein Büro-Versehen.“ Der Büroleiter der Staatskanzlei habe sich dafür im Büro von Kanzlerin Merkel entschuldigt.

In dem Schreiben, das die Redaktion der „Welt“ mit Rotstift-Korrekturen versehen veröffentlichte, schlägt die rheinland-pfälzische Regierungschefin ein Bund-Länder-Spitzengespräch zur Spähaffäre um den US-Geheimdienst NSA vor. Darin finden sich der „Welt“ zufolge falsche Endungen und eine falsche Verbform, außerdem fehlen Buchstaben und an einer Stelle ein Komma.

In einem Satz tauchen sogar gleich mehrere Schnitzer auf: „Die auch heute wieder bekannt gewordenen Informationen, wonach die amerikanische und britische Geheimdienste nahezu sämtliche Verschlüssungssysteme unterlaufen können, verunsichert die Menschen in unserem Land.“

Die Fehler:

  • Das Subjekt „Informationen“ steht im Plural, das dazugehörige Verb „verunsichert“ aber im Singular
  • Im Wort „Verschlüssungssysteme“ fehlt ein „el“
  • Die nationale Zuordnung der Geheimdienste ignoriert ebenfalls die Grammatik, bei beiden Adjektiven fehlt am Ende des Wortes ein „n“

Korrekt müsste es heißen: „Die auch heute wieder bekannt gewordenen Informationen, wonach die amerikanischen und britischen Geheimdienste nahezu sämtliche Verschlüsselungssysteme unterlaufen können, verunsichern die Menschen in unserem Land.“

Natürlich sei ein Brief mit Fehlern nicht akzeptabel, erklärte die Regierungssprecherin. „Aber: Wo Menschen arbeiten, passieren leider auch Fehler.“ dpa

Zum Bericht: „Zu viele Rechtschreibfehler: Philologen fordern anderen Deutschunterricht“

 

23 Kommentare

  1. Ein aktuelles Beispiel für den rapiden Verfall unserer Sprache?
    Ich hatte ‚mal außerhalb des Systems Schule einen Vorgesetzten, der war so unsicher in der Rechtschreibung, dass jedes Schreiben von seiner Sekretärin Korrektur gelesen werden musste.
    Der Person, die im Büro der Ministerpräsidentin das „verbockt“ hat, sollte aber ganz schnell ‚mal rechtschreibtechnisch „auf den Zahn gefühlt werden“. Wie kann jemand mit diesen Lücken nur so weit kommen? Offensichtlich hat Frau Dreyer das Schreiben quasi blind unterschrieben. Dabei fallen die Fehler doch schon beim flüchtigen Querlesen auf.

    • Ich kann Ihre Frage mit einem klaren JA beantworten. Wenn Lesen- und SchreibenKÖNNEN deutlich auf dem Rückmarsch sind und die Orthographie wesentlicher Bestandteil des schriftlichen Sprachgebrauchs ist, liegt ein Verfall vor.

  2. @ mehrnachdenken, Ihre Frage kann ich mit einem klaren Nein beantworten. Mangelnde Rechtschreibkenntnisse sind KEIN Beispiel für einen vermeintlichen Sprachverfall. Das ist ja einfach nur eine gewisse Schlampigkeit / Nachlässigkeit. Fehler dieser Art gab es immer schon (neben der wirklich mangelnden Beherrschung der Rechtschreibung, die es auch schon immer gab). Da ist ein Text nur eben einfach nicht korrekturgelesen worden. Da ist nichts rapide und nichts verfallend.

  3. Ups, sehen Sie, ich habe selbst meinen Text geändert und dabei erst jetzt gesehen, dass der Anfang nicht mehr zum Ende passt. Das waren ja zum Teil keine Rechtschreib-, sondern Grammatikfehler.

  4. @mehrnachdenken: Und was soll dann ständig ein Deppenapostroph im Beitrag? Fällt doch schon beim flüchtigen Querlesen auf. 😉 Wer im Glashaus sitzt…

    • Meinen Sie evtl. das Kürzel ‚mal für einmal? Da wüsste ich gernel, was das mit einem „Deppen … “ zu tun haben sollte.
      Ich lasse bei „einmal“ die erste Silbe weg und kennzeichne das mit dem Apostroph.

      • Warum diese Häme? ich habe niemals behauptet, perfekt zu sein.

        • @ mnd, aber Sie sind schon jemand, der sich immer gerne als „Oberlehrer“ aufspielt und andere Kommentatoren auf ihre (vermeintlichen) Rechtschreib-, Grammatik- oder Lexikfehler hinweist, aber wenn es dann konkret wird, ziehen Sie den Schwanz ein und werfen anderen „Oberlehrerhaftigkeit“ vor. Da muss ich schon zustimmen: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.

      • ‚Ich hatte ‚mal außerhalb… ‚ – hier ist der Apostroph absolut überflüssig, weil das Wort ‚mal‘ ein eigenständiges Wort ist. Da fehlt nichts und wurde auch nichts ausgelassen.
        Das Wort ‚Deppenapostroph‘ stammt nicht von mir, wie mein Link unschwer erkennen lässt, aber wer sich den Schuh anzieht…

        • Jetzt zielen einige Kommentare voll unter die Gürtellinie, und an DIESEM mehr als unsachlichen Austausch werde ich mich nicht mehr beteiligen.

          • Was ist hier unsachlich? Und wieso Gürtellinie? Aber mal ein paar Tage ohne die Kommentare von mehrnachdenken sind vielleicht auch ganz erholsam. 😉

  5. Frage an „teatotaller“: Was ist falsch, was richtig? Oder ist alles falsch oder richtig?

    1) Hat’s dir gefallen? 2) Hats dir gefallen? 3) Jens‘ Fahrrad ist blau. 4) Nora’s Rad ist rot.
    5) Das gibt’s doch nicht! 6) Das gibts doch nicht!

    Ich gehöre auch zu denen, die gute Rechtschreibung schätzen und dennoch immer wieder Fehler machen. Leider ist das Deppenapostroph tatsächlich auf dem Vormarsch. Bei „mal“ würde ich es nicht setzen, doch es ist absolut korrekt.

    • @Lena
      In diesem Fall gibt der Duden darauf Antworten. Es gibt jedoch auch – wie fast immer – schwierige Fälle.

      Grundsätzlich:
      „Der Apostroph zeigt an, dass in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen worden sind.“

      „Bei Verbindungen eines Verbs oder einer Konjunktion mit dem Pronomen „es“ ist der ‚ entbehrlich; er wird jedoch häufig verwendet.“

      hat’s oder hats – gibts – oder gibt’s (Ich neige immer zur zweiten Schreibweise, mit ‚).

      „Der Apostroph steht zur Kennzeichnung des Genitivs von Namen, die auf s, ss, ?, tz, x enden.“

      Jens‘ Fahrrad – aber Noras Rad

    • @Lena: Nur Nr. 4 ist falsch, aber ein typisches Beispiel für den ‚Deppenapostroph‘, denn diese Art von Apostroph verbreitet sich immer mehr. Man sieht ihn auf vielen Autoaufschriften, Geschäftsnamen usw. Einfach nur grausam. Mein o.a. Link ist dafür eine nette Lektüre mit vielen gruseligen Beispielen.

  6. @mehrnachdenken
    Danke, habe durch Sie gelernt, dass der Artikel von Apostroph DER ist. Konnte es kaum glauben und habe extra nachgeschaut.

  7. @teatoller
    „Einfach nur grausam.“ Das sehe ich genauso. Schätze, der Einfluss des Englischen macht sich hier bemerkbar.

  8. Ich schließe mich der Kritik am „Deppenapostroph“ an. Noch viel schlimmer finde ich aber eine durchgängige Kleinschrift, die manche Schreiber offenbar als schicken Avantgardismus empfinden, mit dem sie ihrer Zeit voraus sind. Sich als fortschrittlich zu erweisen, trägt oft „Deppenblüten“.

  9. @ teatoller, ja, wer austeilt, soll ja bekanntlich auch einstecken können.

  10. @ teatotaller
    Nein! Aber warum so gereizt? 🙂

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