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Uni Rostock diskutiert Ehrendoktor für Edward Snowden

ROSTOCK. Er sei „wie ein ein Kolumbus des Digitalzeitalters“. Die Philosophische Fakultät der Uni Rostock hat das Verfahren zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Whistleblower Edward Snowden eingeleitet. Rektor Wolfgang Schareck vermisst jedoch die nötige herausragende wissenschaftliche Leistung.

Der Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, hat sich gegenüber der geplanten Ehrendoktorwürde für den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden skeptisch gezeigt. In der Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät stehe, dass eine Ehrenpromotion für hervorragende wissenschaftliche Leistungen vergeben werde, sagte Schareck. «Aus meiner momentanen Sicht erkenne ich diese Leistungen nicht.» Er betonte jedoch, dass er die Gutachten renommierter Wissenschaftler, die die Philosophische Fakultät in Auftrag gegeben habe, noch nicht kenne. Gleichzeitig begrüßte er die Diskussion mit der brisanten Thematik. Sie sei in ihrer Form einer universitären Diskurskultur würdig.

Edward Snowden habe uns „wie ein Kolumbus des Digitalzeitalters, ein Wissen eröffnet, von dem wir vielleicht etwas geahnt haben, aber in dieser Dimension nichts gewusst haben“, so die Philosophische Fakultät der Universität Rostock Foto: TheWikiLeaksChannel /Wikimedia Commons (CC-BY-3.0)

Edward Snowden habe uns „wie ein Kolumbus des Digitalzeitalters, ein Wissen eröffnet, von dem wir vielleicht etwas geahnt haben, aber in dieser Dimension nichts gewusst haben“, so die Philosophische Fakultät der Universität Rostock Foto: TheWikiLeaksChannel /Wikimedia Commons (CC-BY-3.0)

Der Fakultätsrat hatte am Mittwoch beschlossen, das Verfahren zur Verleihung der Ehrendoktorwürde für den als «Whistleblower» bekannten früheren US-Geheimdienst-Mitarbeiter in Gang zu setzen. Den Planungen zufolge könnte das Verfahren in diesem Semester abgeschlossen werden.

Mit der Bekanntgabe der Abhörpraktiken habe er die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt. Snowden habe ein Wissen von hoher Relevanz präsentiert, lautete das Fazit der Fakultät. Es ist nach Erkenntnissen der Fakultät das erste Mal in Deutschland, dass Snowden eine solche Ehrung erhalten könnte.

«Wissenschaftliche Relevanz ist nicht mit hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen gleichzusetzen», sagte Schareck. Sollte er als Inhaber der Rechtsaufsicht zu dem Ergebnis kommen, dass sich die Fakultät über die Promotionsordnung hinweggesetzt habe, werde er seine Zustimmung verweigern.

Nach Worten der Prodekanin Gesa Mackenthun handelt es sich bei der Ehrung um einen symbolischen und politischen Akt sowie um einen Beitrag der Zivilgesellschaft. «Er hat uns wie ein Entdecker, wie ein Kolumbus des Digitalzeitalters, ein Wissen eröffnet, von dem wir vielleicht etwas geahnt haben, aber in dieser Dimension nichts gewusst haben.» (dpa)

Ein Kommentar

  1. Gottfried Eckmann

    Ihre Absicht einer Ehrendoktors für Snowden halte ich für einen Fachingscherz und unverantwortlich anderen verdienten Bürger gegenüber. Wo stehen Sie eigentlich ? Von wem werden Sie eigentlich bezahlt oder sind Sie einfach übermütig?
    Ich habe gerade vor kurzem von unserem Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz für über 50 jähriges, ehrenamtliches Engagement erhalten. Wenn dies auch Snowden bekommen würde, würde ich meines zurückgeben. Das wüde ich auch anderen Ehrendoktoren Ihrer Uni empfehlen.
    Ich wünsche Ihnen eine gutes Überdenken.
    Freundliche Grüße,
    Gottfreid Eckmann, aus Konstanz

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