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Ich habe meinen Traumjob gefunden

KUMON-Instructor Anika Teich

Die Situation für Lehrer in Nordrhein-Westfalen ist derzeit katastrophal. Es gibt wenige Stellen und viele stehen nach dem Referendariat ohne Job da. Auch in anderen Bundesländern ist die Situation für angehende Lehrer angespannt. Anika Teich hat daher eine Alternative zum Lehrerberuf gewählt: Die 27-Jährige leitet das KUMON-Lerncenter für Mathe und Englisch in Düsseldorf Derendorf. Die studierte Lehrerin für die Fächer Deutsch, Englisch und Philosophie hat ihr Studium in Wuppertal mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. In Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn hatte ihre Arbeit immer etwas mit Kindern zu tun: als Leiterin von Jugendgruppen, als Vertretungslehrerin und bei ihrer Arbeit im Sportbereich. Im Interview erzählt Anika Teich, wie sie zu KUMON gekommen ist und warum das Leiten eines Lerncenters für Mathe und Englisch ihr Traumberuf ist.

Woher kennen Sie KUMON?

Während meiner Zeit als Vertretungslehrerin habe ich gemerkt, dass viele Kinder Schwierigkeiten in den Fächern Mathematik und Englisch haben. Zusammen mit Kollegen haben wir verschiedene Förderkurse für diese wichtigen Fächer ins Leben gerufen. Eine Mutter sprach mich daraufhin an, ob ich schon einmal von KUMON gehört hätte. Ich kannte es bis dahin nicht. Natürlich guckte ich mir die Website sofort an und dachte, dass es ein tolles Konzept ist. Dabei hat mich die Art, wie die Kinder im Lerncenter lernen, vollkommen beeindruckt. Es gibt auf dem Markt keine auch nur annähernd vergleichbare Methode, die so sehr auf die Bedürfnisse eines jeden Schülers eingeht wie KUMON. Zufällig suchte KUMON zu der Zeit einen Trainee, der zum Lerncenter-Manager ausgebildet werden sollte. Ich bewarb mich direkt und es hat zum Glück sofort geklappt.

Was sind Ihre Aufgaben als KUMON-Instructor?

Meine Aufgaben als KUMON-Instuctor reichen vom Erstkontakt und der Beratung der Eltern über den Einstufungstest der Kinder bis zum Planen und Vorbereiten der Lernfortschritte jedes einzelnen Kindes. Außerdem halte ich engen Kontakt zu Lehrern. Meine Arbeit passiert nicht losgelöst von der Schule. Es geht vielmehr darum, dass wir ein gemeinsames Anliegen haben: Die Probleme des Kindes erkennen und gemeinsam angehen. Zudem bin ich verantwortlich dafür, dass mein Lerncenter lokal bekannt wird. Das heißt, ich nehme an Stadtfesten teil, verteile Flyer und mache durch andere Marketingmaßnahmen auf KUMON aufmerksam.

Anika Teich im Einsatz auf dem Straßenfest, um KUMON und ihr Lerncenter lokal bekannt zu machen

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf besonders viel Spaß?

Bei KUMON kann ich, anders als in der Schule, ganz individuell auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines jeden Schülers eingehen. Aber auch die individuellen Probleme, Sorgen und Nöte berücksichtigen, mit denen viele Kinder zu mir kommen. Es macht große Freude zu sehen, wie ein Kind, das immer Probleme mit Mathematik oder Englisch gehabt hat, auf einmal mit dem ersten guten Noten aus der Schule heimkehrt. Dabei bekomme ich auch sehr viel positive Rückmeldung von den Eltern, zu denen ich stets engen Kontakt halte. Besonders spannend ist, dass ich dabei nicht nur mit Kindern verschiedener Altersstufen (zwischen 2,5 und 17 Jahren), sondern auch mit Kindern aller Begabungsprofile arbeite, vom Hochbegabten bis zum geistig Behinderten sind alle Kinder im Lerncenter vertreten. Es geht bei meiner Arbeit aber nicht nur um Mathematik oder Englisch, sondern ich gebe den Kindern eine Anleitung, wie man lernt. Dabei wachsen die Kinder häufig über sich selbst hinaus und profitieren auch in den anderen Fächern von dem Erlernten.

Warum haben Sie sich für KUMON entschieden?

Ich habe mich ganz bewusst für KUMON entschieden. Der Druck, den Kinder in der Schule erleben, ist enorm gestiegen. Das liegt zum einen daran, dass die Schulabschlüsse immer weiter abgewertet werden. Zum anderen fallen notwendige Übungen schon in der Grundschule weg. Das Thema Bildung ist in Deutschland nach wie vor ein reines Schulthema. Ich begreife Bildung aber wie ein Hobby. Es ist ein Privileg, lernen zu dürfen. Lernen funktioniert jedoch nur gut, wenn man die richtige Balance zwischen Über- und Unterforderung findet. Das ist in der Schule kaum möglich, da man immer mit großen Gruppen arbeitet. Bei KUMON bin ich meine eigene Chefin. Ich erstelle Trainingspläne für jedes einzelne Kind und kann dabei allen wirklich gerecht werden. Aber nicht nur das, sondern auch die gemeinschaftliche Arbeit in einem großen Netzwerk gefällt mir besonders gut.

Muss man Lehrer sein, um ein eigenes KUMON-Lerncenter zu eröffnen?

Nein, muss man nicht. Man sollte aber ein grundsätzliches Interesse am Thema Bildung haben und Freude an der Arbeit mit Kindern und gute Nerven mitbringen. KUMON-Instructor befassen sich sehr intensiv mit den Aufgabenblättern, mit denen die Kinder arbeiten. Diese müssen von jedem Lerncenter-Leiter durchgearbeitet werden, so dass man sowohl in Englisch als auch in Mathe sehr in der Materie drin ist. Selbst mitten in der Materie zu sein führt dazu, dass man die Leistungen der Kinder noch mehr zu schätzen weiß und nur so kann man „Stolpersteine“ erkennen und den Kindern den Weg beim Lernen ebnen. Außerdem gibt es regelmäßig umfangreiche Schulungen. Ich persönlich denke, dass es hilfreich ist, auch Kontakt zu anderen Instructorn zu suchen. Denn viele haben den eigenen Weg schon erfolgreich beschritten und man kann von den Erfahrungen anderer lernen. An dieser Stelle möchte ich all meinen tollen Kolleg/innen herzlich danken!

Was muss man Ihrer Meinung nach mitbringen, um ein guter KUMON-Instructor zu sein?

Es gehört viel Eigeninitiative und Engagement dazu. KUMON-Instructor sollten bereit sein, sich von den Kindern überraschen zu lassen und sie nicht in Schubladen zu stecken. Das Wichtigste ist das Interesse an Kindern und die Motivation, ihnen eine positive Einstellung zum Lernen zu vermitteln.

Vielen Dank an Anika Teich für das Interview!

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