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Heiligenstadt will Niedersachsen mit Fortbildungen zum Vorreiter in Sachen Inklusion machen

HANNOVER. Niedersachsen will die Fortbildungen zur Inklusion an Schulen deutlich ausweiten und damit Vorreiter in Deutschland werden. Drei Viertel aller Grundschulen sollten sich bis Ende 2017 für die Inklusion qualifizieren können, kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) in Hannover an. Das Angebot für eine zweitägige schulinterne Fortbildung pro Jahr richte sich an 1250 Grundschulen oder rund 15.000 Lehrkräfte. Innerhalb der nächsten fünf Jahre gelte das Angebot für alle rund 1700 Grundschulen oder 20.000 Lehrkräfte.

Möchte Inklusion voranbringen: Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Foto: Martin Rulsch / Wikimedia Commons  CC-by-sa 3.0/de

Möchte Inklusion voranbringen: Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Foto: Martin Rulsch / Wikimedia Commons CC-by-sa 3.0/de

Die schulinternen Fortbildungen sollen speziell qualifizierte Lehrkräfte übernehmen. Diese 100 Lehrer werden von dienstlichen Verpflichtungen freigestellt und erhalten 600 Anrechnungsstunden im Gegenwert von rund 4,8 Millionen Euro. Die Umsetzung der Inklusion soll die Leibniz-Universität Hannover wissenschaftlich begleiten. Schwerpunkt der Untersuchung ist die Wirksamkeit der sogenannten sonderpädagogischen Grundversorgung in Grundschulen. Die Kosten für drei Jahre werden mit 210.000 Euro veranschlagt.

Mit einer Neustrukturierung will Niedersachsen zudem den Praxisbezug von Studierenden der Lehrämter für Grund-, Haupt- und Realschulen fördern. Theorie und Praxis, Unterricht und Forschung sollten stärker miteinander verknüpft werden, sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne).

Das Kabinett hatte zuvor der neuen Verordnung über Masterabschlüsse und Staatsprüfungen für Lehrämter zugestimmt. Rund 1600 Studierende werden im Wintersemester in den neu konzipierten Masterstudiengängen erwartet. Bei der Reform geht es um zwei bedeutende Änderungen: Zum einen wird das Lehramtsstudium für Grund-, Haupt- und Realschulen um ein 18-wöchiges Schulpraktikum bereichert. Daneben wird die Regelstudienzeit des Masterstudiums von zwei auf zukünftig vier Semester ausgedehnt. dpa

Zum Bericht: Inklusion: Immer mehr Schulen kapitulieren – zwei neue Brandbriefe

4 Kommentare

  1. Aha. Qualifizierte Laien machen also ganze Kollegien innerhalb von zwei Tagen pro Schuljahr zu top ausgebildeten Inklusionslehrern für alle Förderbereiche. Ein Förderschulstudium dauert fünf Jahre zzgl. Referendariat für einen Förderbereich.

    Quizfrage: Wo ist der Fehler ?!?

  2. Der Fehler?

    „Drei Viertel aller Grundschulen sollten sich bis Ende 2017 für die Inklusion qualifizieren können, (…)“

    Schulen, die die FoBi nicht machen/ bekommen, werden deshalb nicht von der Inklusion ausgeschlossen oder disqualifiziert.

    • Darüber hinaus bin ich nach einer zweitägigen Schulinternen Fortbildungsveranstaltung alles mögliche, aber nicht in dem Fortbildungsthema fortgebildet. Offiziell natürlich schon und das für sehr wenig Geld. Darauf kommt es dem Ministerium in erster Linie an.

  3. Glauben die Bildungspolitiker überhaupt noch selbst, was sie der Öffentlichkeit weismachen?
    Es muss für sie frustrierend sein, etwas mit Macht und ansteckendem Enthusiasmus eingeführt zu haben, dessen unerwünschte Auswirkungen ihnen immer mehr um die Ohren fliegen.
    Da helfen vielleicht so lächerliche Maßnahmen wie die von Frau Heiligenstadt zum kurzfristigen Luftholen und Beruhigen einiger Gemüter. Zu mehr wird es nicht reichen, weil die Wirklichkeit zu mächtig ist für lang andauernde Illusionen.

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