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Bayerische Gymnasialdirektoren gegen G9-Quote pro Schule

MÜNCHEN. Auf 25 Prozent eines Jahrgangs kalkuliert Kultusminister Spaenle die Quote der Schüler, die Kandidaten für die verlängerte „Mittelstufe plus“ und damit für den neunjährigen Zug zum Abitur. Die Direktorenvereinigung der Gymnasien pocht auf mehr Flexibilität.

Der Vorsitzende der Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien lehnt eine starre 25-Prozent-Hürde für den Zugang zur geplanten verlängerten Mittelstufe ab. «Eine Deckelung pro Schule halte ich für problematisch», sagte Karl-Heinz Bruckner anlässlich der Hauptversammlung der Vereinigung am in Unterhaching. Die CSU solle erst nach Ende der geplanten zweijährigen Testphase endgültige Festlegungen treffen.

Bayerns Gymnasialdirektoren halten eine Deckelung pro Schule für problematisch. Foto: Patrick Rasenberg / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Bayerns Gymnasialdirektoren halten eine Deckelung pro Schule für problematisch. Foto: Patrick Rasenberg / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Die Pläne von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatten am Dienstag das Kabinett passiert. Demnach gibt es keine echte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 und keinen Rechtsanspruch auf einen neunjährigen Zug. Vielmehr ist die «Mittelstufe plus» mit einem zusätzlichen Schuljahr vor allem für Schüler mit pädagogischem Bedarf gedacht. Dabei ist zunächst von rund 25 Prozent der Schüler die Rede. Spaenle betonte aber, es gebe noch keine feste Quote.

Bruckner sagte, bayernweit würden sich vielleicht nicht mehr als 25 Prozent der Gymnasiasten für die längere Variante entscheiden. «Aber ich glaube, dass der Bedarf an den Schulen unterschiedlich ist.» Deshalb solle allenfalls eine bayernweite Quote eingeführt werden, von der die Schulen nach oben oder unten abweichen können. Die Testphase helfe, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. «Und wenn man dann sieht, der Bedarf ist größer, dann muss man nochmal reden.» Wenn etwa 35 Prozent den langen Zug wollten, wäre es schwierig, auszusortieren.

Bruckner forderte die Staatsregierung zudem auf, schon jetzt Geld für die Gymnasialreform in die Hand zu nehmen. Möglicherweise müssten an manchen Testschulen eben doch zusätzliche Gruppen gebildet werden. «Zu sagen, dafür gibt’s kein Geld, das halte ich nicht für sinnvoll.» (dpa)

zum Bericht: Spaenle unter Druck: Opposition erklärt bayerische Gymnasialreform für gescheitert

Ein Kommentar

  1. Die Schulleiter haben recht mit ihrer Ablehnung der starren verbindlichen 25%-Regel. Sie ist nur für vierzügige Gymnasien mit sehr guter Leistungsmischung praktikabel. Bei drei- oder fünfzügigen Schulen wird die Nachzügler-Klasse zu klein bzw. zu groß. Je nach Schule reichen die 25% bei Weitem nicht aus.

    PS: Was passiert eigentlich mit den G8-Schülern, die sich von der 8 in die 9 derart verschlechtern, dass sie in den G9-Zug müssten oder umgekehrt? Nach welchem Lehrplan sollen die Plus-Klassen unterrichtet werden? Ein pauschales “gleicher Lehrplan, nur in 36 statt 27 Monaten”, wie es sich die Politik denkt, ist ja nicht machbar. Ich persönlich halte aufgrund dieser ungeklärten Fragen von der Mittelstufe plus überhaupt nichts.

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