Früheinschulung – Jeder sechste Berliner Erstklässler wird zurückgestellt

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BERLIN. Nirgendwo in Deutschland werden Kinder so früh eingeschult, wie in Berlin. Das schon fünfeinhalbjährige Kinder schulpflichtig sind, ist allerdings heftig umstritten. Die Bildungsverwaltung verzeichnet hohe Rückstellungsquoten.

Jedes sechste Grundschulkind in Berlin wird verspätet eingeschult. Vor Beginn des aktuellen Schuljahrs wurden 5261 eigentlich schulpflichtige Kinder auf Antrag ihrer Eltern zurückgestellt, wie aus einer Antwort der Bildungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Piraten-Fraktion hervorgeht. Das entspricht 16,6 Prozent der Erstklässler. Besonders in Tempelhof-Schöneberg, Lichtenberg und Treptow-Köpenick wurden viele Anträge bewilligt.

Viele Berliner Eltern lassen ihre Kinder für eine Jahr von der Schulpflicht zurückstellen. (Foto: Dirk Ziegener/Flickr CC BY-NC 2.0)
Viele Berliner Eltern lassen ihre Kinder für eine Jahr von der Schulpflicht zurückstellen. (Foto: Dirk Ziegener/Flickr CC BY-NC 2.0)
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Berlin ist das einzige Bundesland, in dem Kinder bereits mit fünfeinhalb Jahren eingeschult werden. Mit Beginn eines Schuljahres (1. August) werden auch alle Kinder schulpflichtig, die das sechste Lebensjahr bis zum folgenden 31. Dezember vollenden werden. Die Eltern können aber eine einjährige Zurückstellung von der Schulpflicht beantragen, wenn sie ihr Kind in der Kita besser aufgehoben sehen. Auch ein Gutachten der Schulärzte wird eingeholt.

Die hohen Rückstellungszahlen belegten, dass die frühe Einschulung unter den Eltern keine Akzeptanz finde, erklärte die Grünen-Abgeordnete Stefanie Remlinger. «Wir fordern die Rücknahme der Früheinschulung.» Einen entsprechenden Antrag wollen die Grünen bei der nächsten Parlamentssitzung am 13. November einbringen. Kinder sollen demnach erst dann in die Schule kommen, wenn sie bereits sechs Jahre alt sind oder bis zum 30. September werden. Eltern sollen eine frühere Einschulung beantragen können.

Auch die Berliner CDU fordert seit langem, Kinder wieder später einzuschulen. Koalitionspartner SPD dagegen hält die Regelung weiter für richtig. Eine Änderung sei kurzfristig kaum umsetzbar, weil dann viele Tausend Kitaplätze mehr benötigt würden, hatte Parteichef Jan Stöß vor kurzem im «Tagesspiegel» argumentiert. (dpa)

zum einschlägigen Passus im Berliner Schulgesetz

zum Bericht: Früheinschulung – Berliner Regierungskoalition gespalten

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2 KOMMENTARE

  1. Wenn doch die Menschen heutzutage immer länger leben (und perspektivisch immer später in Rente gehen), gibt es doch keinen Grund, die Kinder ihrer Kindheit zu berauben !!!

  2. Aber es muss doch sein, weil sonst KiTa-Plätze fehlen! und weil sonst Frauen vom Produktionsprozess ferngehalten werden! Die Kinder halten das schon aus.

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