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Impfquote gegen Masern noch nicht ausreichend – Zahl der Fälle steigt

KIEL. Impfberatungen vor dem Kindergartenbesuch sollen bundesweit zur Pflicht werden. Schleswig-Holstein gilt dabei als Vorreiter – hier gilt die Regelung schon länger. Dennoch sind Kinderkrankheiten wie Masern auch in Schleswig-Holstein nicht ausgerottet.

Die typischen Symptome der Masern sind neben Hautausschlag auch Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen der Schleimhäute. Foto: Steffen Bernard / Wikimedia Commons

Die typischen Symptome der Masern sind neben Hautausschlag auch Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen der Schleimhäute. Foto: Steffen Bernard / Wikimedia Commons

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gut aus: 93,9 Prozent der Schulanfänger in Schleswig-Holstein waren 2013 vollständig gegen Masern geschützt. Dies ergab eine Auswertung der repräsentativen Daten aus Schulgesundheitsuntersuchungen. Gegenüber 2012 konnte die Durchimpfungsrate der zweiten Masernimpfung um 0,8 Prozentpunkte gesteigert werden. Doch selbst so hohe Quoten reichen nicht, um die Krankheit auszurotten: Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert eine Quote von 95,0 Prozent zur Eliminierung der Virus-Erkrankung. Und zwar nicht nur bei Kindern, sondern bei der Gesamtbevölkerung.

Bislang ist es nicht gelungen Kinderkrankheiten wie Masern auszurotten. Die Zahl der Masern-Infektionen ist seit 2001 (231 Fälle) zwar auch in Schleswig-Holstein zurückgegangen, aber eben nicht dauerhaft, wie ein Blick auf Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt: 2012 waren es 2 gemeldete Fälle, im vergangenen Jahr 13 und in diesem Jahr mehr als 40. Bundesweit waren es bis zum Stichtag 18. Dezember 328 gemeldete Fälle, nach 166 im Jahr 2012 und 1769 im vorigen Jahr. 2001 waren es noch über 6000.

Die Bundesregierung hat zur Bekämpfung von Masern und Co. Mitte Dezember eine verpflichtende Impfberatung vor dem Kindergartenbesuch beschlossen. Bei der Kita-Anmeldung sollen Eltern in Zukunft einen Nachweis vorlegen, dass sie ärztlich über die notwendigen Impfungen beraten wurden. Die Regierung verspricht sich davon, die Impfraten zu erhöhen. Verabschiedet werden soll das Präventionsgesetz, in dem die Beratung aufgenommen worden ist, in diesem Jahr.

Ähnliches gibt es in Schleswig-Holstein schon länger. Das Bundesland habe «bereits eine verpflichtende ärztliche Bescheinigung bei Aufnahme in eine Kindertagesstätte als ein Instrument etabliert, das die Überprüfung des Impfstatus und die Vervollständigung des Impfschutzes fördert», sagte die Referentin für Infektionsschutz im Gesundheitsministerium, Anne Marcic. Den Ärzten werde mit dem Ausstellen der Bescheinigung die Möglichkeit gegeben, den Impfschutz zu überprüfen und zu vervollständigen.

Um hochansteckende Viruserkrankungen wirklich ausrotten zu können, reicht dies allerdings nicht. Dafür müssen «so schnell wie möglich Impflücken, insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, geschlossen werden», heißt es beim RKI. Als erfolgversprechendes Konzept sieht das Institut Angebote von Impfmobilen in Kombination mit einer entsprechenden Informationskampagne. So nahmen im Sommer gut 250 Studenten und Mitarbeiter der Uni Kiel an Impfaktionstagen teil. Sie ließen ihren Impfausweis überprüfen, sich beraten und impfen.

Auch im neuen Jahr wird der Kampf für eine bessere Impfquote in Schleswig-Holstein fortgesetzt. So befasst sich unter anderem eine Fachtagung in Neumünster am 22. April mit der Frage, warum Impfziele nicht erreicht werden und was dagegen getan werden kann. dpa

Zum Bericht: Zehn Mal so viele wie vor einem Jahr: Die Zahl der Masernfälle steigt stark

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