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Gegen Unterrichtsausfall: Klaubert will die Arbeitsatmosphäre für Lehrer verbessern

ERFURTH. An thüringischen Schulen fällt im Durchschnitt fast jede 25. Unterrichtsstunde aus. Bildungsministerin Klaubert will daher jährlich 500 neue Lehrer pro Jahr einstellen. Zugleich arbeit das Ministerium an der Verbesserung der  gesundheitlichen Situation der Lehrer im Land.

Die Zahl der ausgefallenen Unterrichtsstunden an Thüringer Schulen ist gestiegen. Nach Angaben des Bildungsministeriums konnten bei der aktuellen Erhebung in der ersten Dezemberwoche 2014 an allen allgemeinbildenden Schulen 3,9 Prozent der Schulstunden nicht erteilt werden. Im Schnitt ist das knapp jede 25. Stunde und etwas mehr als in den Jahren zuvor. Seit 2011 schwankte der Wert um 3,5 Prozent.

Birgit Klaubert

Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) will die Personalsituation an den Schulen verbessern. Foto: Martina Nolte / Wikimedia Commons (CC-by-sa-3.0 de )

«Das Problem ist mir natürlich bekannt und wir arbeiten seit geraumer Zeit an Lösungsmöglichkeiten», sagte Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke). Ziel sei es, die Personalsituation vor Ort mit 500 neuen Lehrern pro Jahr zu verbessern und eine Vertretungsreserve aufzubauen, die krankheitsbedingte Ausfälle bei den Lehrkräften abfedern soll. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres würden mindestens 176 neue Lehrkräfte eingestellt, kündigte die Ministerin an.

Auf die Vergabe der Halbjahreszeugnisse habe die Lage aber kaum Auswirkungen gehabt: «Lediglich in Einzelfällen konnten keine Noten aufgrund von Unterrichtsausfall erteilt werden», erklärte das Ministerium. Es werde daran gearbeitet, die Gesundheit der Lehrer weiter zu verbessern, um die Ausfälle zu minimieren. Hier spiele auch die Arbeitsatmosphäre eine Rolle. (dpa)

zum Beitrag: Thüringens GEW fordert 475 Reservelehrer gegen Unterrichtsausfall – ein Interview mit dem Landeschef
zum Bericht: Lehrermangel: Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt stark gestiegen

Ein Kommentar

  1. Lasst uns mal rechnen:

    Mittelfristig zusätzliche 500 Lehrer à 26 Wochenstunden machen 13000 Unterrichtsstunden pro Woche
    13000 Unterrichtsstunden für rund 1000 allgemein- und berufsbildende Schulen (Quelle: Thüringer Ministerium, die genaue Zahl ist 1011) machen 13 Unterrichtsstunden pro Schule oder 0,5 zusätzliche Lehrerstelle pro Schule
    4% aller Unterrichtsstunden fallen aus, die durch die 0,5 Lehrerstellen kompensiert werden sollen.
    Folglich belegt jede Lehrkraft 8% aller Unterrichtsstunden einer Schule, d.h. es gibt 12,5 Lehrer an jeder Schule.
    Insgesamt gibt es etwa 236000 Schüler in Thüringen (Quelle Thüringer Ministerium, die genaue Zahl ist 235885), also rund 230 Schüler pro Schule oder rund 19 Schüler pro Lehrer.

    Jetzt Frage an die Mitleser: Ich wollte durch diese Rechnung zeigen, dass diese 500 zusätzlichen Stellen nicht viel mehr sind als ein Tropfen auf dem heißen Stein, ich finde die Schüler-Lehrer-Relation mit 19:1 aber durchaus plausibel. Da ich immer noch an den berühmten Tropfen glaube, muss ich einen Fehler gemacht haben. Wo ist er?

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