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Studie: Kinder profitieren nicht von späterer Einschulung – „frühe Förderung ist wichtig“

Ein Studie zum Einschulungsalter von Kindern könnte Lehrern und Eltern zu denken geben. Die Forscher gingen der Frage nach, welche Folgen eine spätere Einschulung hat.

Das Zurückstellen von der Einschulung kann sich einer Studie zufolge negativ auf spätere Schulleistungen auswirken. «Kinder brauchen so schnell wie möglich eine Förderung», sagte am Donnerstag die Entwicklungspsychologin Julia Jäkel von der Ruhr-Universität Bochum. Sie hatte mit Kollegen der University of Warwick Daten von rund 1000 Kindern einer bayerischen Untersuchung ausgewertet. Kinder, die bei den verpflichtenden Einschulungsuntersuchungen schlecht abschneiden, dürften häufig erst ein Jahr später mit der Schule anfangen, heißt es in der Studie, die im «Journal of Developmental Medicine and Child Neurology» veröffentlicht ist. Die Studie lege jedoch nahe, dass daraus keine besseren Schulleistungen resultieren.

Vor dem Sprung: Kita-Kinder vor der Einschulung.

Vor dem Sprung: Kita-Kinder vor der Einschulung.
Foto: Woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

Das Forscherteam verglich die Leistungen von verspätet und altersgemäß eingeschulten Kindern im Alter von acht Jahren. Dabei schnitten die altersgemäß eingeschulten Kinder im Durchschnitt besser ab. Sie normal eingeschulten Kinder hatten zwar ein Schuljahr Vorsprung. Die später eingeschulten Kinder würden dieses Defizit aber durchschnittlich auch nicht wettmachen, wenn ein Jahr später gemessen würde, sagte Jäkel.

«Wir brauchen nun mehr Studien, die die Langzeiteffekte der verspäteten Einschulung untersuchen. Unsere Ergebnisse sollten Eltern und Lehrern aber zu denken geben», sagte Jäkel. Häufig seien es Eltern noch relativ junger Kinder, die lieber später einschulen lassen wollten. Das gelte besonders für frühgeborene Kinder, die noch nicht so robust erscheinen würden.

Der Düsseldorfer Bildungsforscher Prof. Heiner Barz hält die Studie für zu eng angelegt. Tests mit objektiven Daten seien für Achtjährige auch zu früh. Es hätten auch soziale und emotionale Komponenten erfragt werden müssen. «Fühlen sich die Kinder in der Schule wohl. Üben die Eltern Druck aus? Vielleicht ist es für die Kinder auch noch wichtig ein Jahr spielen zu können», sagte Barz. dpa

13 Kommentare

  1. Wer schon im Alter von 8 Jahren die beiden Gruppen vergleicht, der will keine seriöse Forschung betreiben, sondern der will schnell Resultate und möglichst viel Aufmerksamkeit, die er sonst (mit seiner bisher vermutlich eher gescheiterten seriösen Forschung) nicht bekommen würde. Hat ja auch super geklappt, wie man an diesem Artikel hier sieht.

  2. Ähm, es werden Kinder untersucht, die in der Einschulungsuntersuchung auffallen und deshalb zurückgestellt werden, also zunächst zu den unteren Leistungsträgern des Jahrgangs gehören. Jetzt sind also die unteren 5% auch nach zwei Jahren nicht zu den oberen 10% aufgestiegen und das sollte einem zu denken geben? Was kam zuerst, die Henne oder das Ei?
    Ich hatte bei der Überschrift eher an das andere Extrem gedacht: Kinder, die kurz nach dem Stichtag geboren sind und dadurch spät eingeschult werden auch wenn sie schon ein Jahr früher reif für die Schule gewesen wären, die also unbedingt zur Schule wollen, die sich auf Bücher stürzen, die alles in sich aufsaugen und mit diesem Interesse zwei Jahre im Kindergarten sitzen. DAS sehe ich tatsächlich als Schwierigkeit, denn irgendwann sind Kinder einfach bereit für die Schule und dieses Interesse dann noch ein Jahr hintenanzustellen und zu sagen: Wart’s ab Kind, du wirst noch lange genug zur Schule gehen – das ist kontraproduktiv. So häufig Eltern falsch liegen, ich glaube beim Zeitpunkt für die Einschulung sollte man zu einem gewissen Grad den Elternwillen mit einbeziehen, gerade bei den Kindern, die nicht nach Stechuhr am 1.7. geboren wurden.

  3. Nun ja, wenn man eine „bayerischen Untersuchung“ macht, dann kann ich mir gut vorstellen, warum es an Frühförderung mangelt. Laut http://www.kindergartenpaedagogik.de/1650.html hat Bayern nur eine KITA-Betreuungsquote von 27,1% in den Neuen Ländern liegt sie bei 52,0%.

    Der Titel ist auch irreführend. Mit 8 Jahren ist eine Einschulung vermutlich generell zu spät. In Brandenburg gibt es zur Zeit eine Diskussion über Zwangseinschulung (!) mit 5 Jahren. Das ist in der Tat sehr früh und dürfte einige Kinder überfordern. Man hat dort offenbar große Probleme mit der Demographie und will auf Biegen und Brechen die Schulen voll bekommen.

  4. Alles gelogen, alles geklaut? Die Hälfte aller Studien ist falsch !

    Siehe: http://www.cafe-deutsch.de/lektuere/Der-schwarze-Uhu/Wissenschaft.html

  5. … vermutet ein griechischer Seuchenforscher, so heißt es in dem von Ihnen angeführten Artikel. Aus der angeblichen Vermutung (keine Quellenangabe im Text) wird bei Ihnen eine Gewissheit, und die Autorenschaft (Seuchenforscher – also jemand mit begrenztem wissenschaftlichen Horizont) verschweigen Sie auch. Nichts gegen Wissenschaftskritik, Sofawolf, aber ein bisschen substanzieller darf’s schon sein. Sonst behaupte ich: Die Hälfte aller Lehrer ist doof! Denn es gibt tatsächlich welche, die unreflektiert irgendwelche irgendwo aufgeschnappten Pauschalurteile verbreiten.

    • Im Gegensatz zu Bernd finde ich den Artikel gut und fühle mich dennoch nicht als doof, wie ich offenbar sollte.
      Herzlichen Dank für den Link.

  6. @ Bernd, ganz unten steht „(nach einer pte-Meldung vom 30.08.2005)“. Mehr steht da nicht, was soll ich tun? Es handelt sich hier offensichtlich um einen populärwissenschaftlichen Artikel und nicht um einen wissenschaftlichen Artikel im eigentlich Sinne. Womöglich ist auch die Hälfte aller Nachrichten falsch? Dann haben Sie jetzt die Wahl, die Mitteilung zu glauben oder auch nicht. (Diese Wahl haben Sie übrigens immer! Etwas glauben oder nicht.) 🙂

  7. @ Bernd, neben der Quellenangabe gibt es auch einen Namen. Eine kurze Anfrage an Google liefert mir dieses Ergebnis:

    Auszug: „Dr. Ioannidis aber spricht davon, dass in der heutigen Forschung falsche Untersuchungsergebnisse DIE MEHRHEIT der Veröffentlichungen ausmachen.“

    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/medizinische-forschung-ia.html

    Aber jetzt gibt es wahrscheinlich kein Eingeständnis eines „Irrtums“, oder? 😉

  8. Und noch ein PS: Dass der Mann Seuchenforscher ist, wurde nicht verschwiegen. Das steht im Text!

    • … aber nicht in Ihrem hier veröffentlichen Beitrag, wonach die Hälfte aller Studien falsch sei. Woher wissen Sie denn, dass es sich bei der Quelle um einen populärwissenschaftlichen Artikel handelt? Könnte ja auch ein Satirebeitrag á la Postillion sein. Will sagen: So schludrig, wie in dem Artikel Behauptungen aufgestellt werden (ohne zu begründen, wie der Mann dazu kommt – hat er eigene Untersuchungen angestellt? Hat er das geraten? Worauf bezieht er sich – auf die Seuchenforschung? Oder auf die Wissenschaft im Allgemeinen?), so aberwitzig ist es, daraus eine „Wahrheit“ ableiten zu wollen. Sie meinen, nun habe man die Wahl, die Aussage zu glauben oder nicht zu glauben. Falsch: Ich muss die Aussage überhaupt nicht ernst nehmen, weil sie sich jeglicher Überprüfung entzieht. Schon mal was von Wissenschaftstheorie gehört, von Popper? Offenbar nicht. Dann dillettieren Sie mal fröhlich weiter. Wie der saudische Imam, der unlängst seinen Studenten bewies, dass die Erde sich gar nicht drehen kann: http://www.videoman.gr/de/73793

      Allerdings: Wer für sich und seine Arbeit als Lehrer Respekt einfordert, sollte auch mit der Arbeit anderer (nämlich der Wissenschaftler) ein wenig respektvoller umgehen. Die Hälfte aller wissenschaftlichen Studien soll falsch sein? Dann würde ich mich an Ihrer Stelle niemals zur Behandlung in ein modernes Krankenhaus begeben. 50:50? Bei einer solchen Quote können Sie auch zum Wunderheiler gehen.

      • modernes Krankenhaus begeben. 50:50? Bei einer solchen Quote können Sie auch zum Wunderheiler gehen.
        Wenn wir diese implizite Nachricht angehen- kommen wir vom Thema ab!!!!

  9. @ Bernd, 🙂 diese Ihre Reaktion war ja irgendwie klar, nicht wahr? Wer gibt schon gerne zu, im Unrecht gewesen zu sein. Sie finden alle die nachgefragten Informationen in dem Link, den ich nach kurzer Google-Recherche gefunden und präsentiert habe. Ja, Bernd, die Hälfte aller Studien ist falsch. Aber gefallen muss Ihnen das deshalb noch lange nicht (ändert aber auch nichts daran).

  10. Sofortiger Stopp der Pflichteinschulung Fünfjähriger!!!
    Hier eine diesem Artikel entgegengesetzte Petition:
    https://www.openpetition.de/petition/online/sofortiger-stopp-der-pflicht-einschulung-5-jaehriger-kinder

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