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Initiative „Digitale Bildung neu denken“ zeichnet Schulen aus

FRANKFURT/MAIN. Die Sieger im Durchgang des Wettbewerbs zur digitalen Schule im Programm „Ideen bewegen / Digitale Kompetenzen im Unterricht“ der Initiative „Digitale Bildung neu denken“ (hinter der der IT-Riese Samsung steckt) stehen fest: Mit dem Projekt „Berufsorientierung 2.0 – eine digitale Lerntheke“ belegt die Mannlich-Realschule plus aus Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) in der Klassenstufe 7 bis 8 den ersten Platz. Erstplatzierter in der Klassenstufe 9 bis 11 wurde das Gymnasium Schillerschule Hannover (Niedersachsen) mit dem Projekt „How we create fashion victims – how we become ‚fashion victims‘“.

Die beiden zweiten Plätze belegen Schulen aus Sachsen-Anhalt: Das Freie Gymnasium Großkorbetha (Klassenstufe 7 bis 8) sowie das Geschwister-Scholl-Gymnasium Zeitz (Klassenstufe 9 bis 11). Zwei Schulen aus Bayern wurden jeweils mit dem dritten Preis ausgezeichnet: Die Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz und die Gustav-von-Schlör-Schule, Weiden. Die Preise wurden im Rahmen einer Veranstaltung im Neuen Gymnasium Rüsselsheim verliehen.

Die Jury bescheinigte den Schulen, dass sie insgesamt sehr kreativ und professionell umgesetzte Arbeiten eingereicht haben, die ein hohes Maß an Engagement sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrkräfte widerspiegelten. Die Projekte zeigten, wie mit Hilfe der digitalen Medien neue Lernwege beschritten werden können. Jurymitglied Professor Stefan Aufenanger betont, dass dabei „öfter fächer- und jahrgangsübergreifend gearbeitet wird und damit traditionelle Formen des Unterrichtens aufgebrochen werden“. Der Wettbewerb bietet Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Unterrichtserfahrungen mit digitalen Medien zu sammeln und ihre Kompetenzen zu stärken.

Die beiden ersten Plätze werden jeweils mit einem kompletten digitalen Klassenzimmer im Wert von 20.000 Euro prämiert. Die beiden Zweitplatzierten erhalten jeweils einen Samsung Warengutschein im Wert von 3.000 Euro, die Drittplatzierten im Wert von 1.000 Euro.

Insgesamt wurden zum dritten Durchgang des Schulwettbewerbs rund 80 Projekte eingereicht, davon wurden im Rahmen des Wettbewerbs 39 umgesetzt. Mit dem Wettbewerb zur digitalen Schule unterstützt die Initiative „Digitale Bildung neu denken“ Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler für digitales Lernen inspirieren und begeistern wollen. Es werden Ideen zu entsprechenden Konzepten sowie Unterrichtsmodellen und deren Erprobung entwickelt und im Rahmen des Wettbewerbs im Unterricht umgesetzt.

Informationen zu den siegreichen Unterrichtsprojekten:

Platz 1, Klassenstufe 7 bis 8: Mannlich-Realschule plus, Zweibrücken
Projekt: „Berufsorientierung 2.0 – eine digitale Lerntheke“

Wie finde ich den passenden Beruf? Welche Stärken habe ich? Wo beginne ich mit der Suche? – Diese Fragen zur Berufswahl standen im Vordergrund des fächerübergreifenden Projektes im Wahlpflichtfach Informatische Bildung und in den Fächern Deutsch, Sozialkunde sowie Kunst. Dazu entwickelten die Schülerinnen und Schüler eine digitale Lerntheke, die Orientierung und Informationen zum Thema Berufswahl gibt. Mit frühzeitigen praxisbezogenen und individuellen Berufsorientierungsmaßnahmen begleitet sie die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Berufswahl. Dabei soll die Lerntheke die Kompetenz stärken, den passenden Beruf zu wählen. In der Laudatio der Jury hieß es dazu: „Das Projekt veranschaulicht sehr deutlich, wie digitale Bildung in der Schule praktisch umgesetzt werden kann. Das Engagement der Schülerinnen und Schüler war überwältigend und die durch die Medienarbeit erworbenen Kompetenzen können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Schülerinnen und Schüler erlangten ein Wissen über Methoden, Medien und das Thema Beruf, welches ihnen in ihrem zukünftigen Leben sicher weiterhelfen kann.“

Platz 1, Klassenstufe 9 bis 11: Gymnasium Schillerschule Hannover, Niedersachsen
Projekt: „How we create fashion victims – how we become ‚fashion victims‘“

Der kritische Umgang mit Medien und damit der Erwerb von Medienkompetenz standen im Mittelpunkt des Projektes im Wahlpflichtunterricht „Forschen und Präsentieren“. Das Projekt drehte sich um die globalen Auswirkungen lokalen Kaufverhaltens am Beispiel der Textilindustrie. Dabei ging es darum, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie und unter welchen Umständen Kleidung in Entwicklungsländern produziert und in den Industrieländern konsumiert wird. Die Schülerinnen und Schüler analysierten sowohl Werbung als auch Informationen, die über Quellen wie Google und Wikipedia verfügbar gemacht werden. Dabei wiesen sie nach, wie manipulierbar im Internet verfügbare Informationen sind. Die Ergebnisse wurden als Videofiles bzw. als „Tutorials“, die über die Umstände in der Modeproduktion aufklären, auf YouTube eingestellt.
Dazu die Jury: „Die Schülerinnen und Schüler haben in diesem Projekt nicht nur gelernt, kritisch und zugleich kreativ mit digitalen Medien und Tablets umzugehen, sondern auch ein Bewusstsein für globale Prozesse erlangt“, und weiter: „Man kann dieses Projekt sehr gut unter dem aktuellen Begriff des ‚digitalen Citizenship‘ einordnen, welcher die gesellschaftlichen und politischen Aspekte von Medienkompetenz betont.“

Platz 2, Klassenstufe 7 bis 8: Freies Gymnasium Großkorbetha, Sachsen-Anhalt
Projekt: „Entwicklung eines ‚lebendigen Modells‘ mit digitalen Medien“

In dem Projekt, das in den Fächern Biologie und Physik durchgeführt wurde, stand das Verständnis des Herzens und der Gefäße, des doppelten Blutkreislaufs sowie der physikalischen Zusammenhänge im Mittelpunkt. Im Rahmen des Projekts eigneten sich die Schülerinnen und Schüler das notwendige Wissen kollaborativ mit dem digitalen Klassenzimmer an. Unter anderem entwickelten sie mit dem Einsatz von digitalen Medien und den Tablets ihr Unterrichtskonzept, das über die Lernplattform Moodle verfügbar ist. Im Anschluss setzten sie ihr digital entworfenes Konzept als „lebendiges“ Modell in der Praxis um. Zur Dokumentation nutzten sie wiederum die Videofunktion der Tablets. Das Projekt stellt laut Jury „ein hervorragendes Modell eines fächerverbindenden naturwissenschaftlichen Unterrichts dar, der vielfältig und sinnvoll durch den Einsatz von Tablets unterstützt wird“.

Platz 2, Klassenstufe 9 bis 11: Geschwister-Scholl-Gymnasium Zeitz, Sachsen-Anhalt
Projekt: „Erkenntnistheorie Digital – Eine kritische Reflexion der digitalen Medienwelt“

Das im Fach Ethik durchgeführte Projekt stellt die Erkenntnistheorie, ein Hauptgebiet der Philosophie, in den Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit den Erkenntnistheorien des Idealismus, des Rationalismus sowie des Empirismus. Sie nutzten unterschiedliche Apps, um Inhalte und Ideen kreativ umzusetzen, und entwickelten daraus einen digitalen Erkenntnislehrpfad. Dazu wurden die Ergebnisse in eine Augmented-Reality-Umgebung eingebunden: Laut Jury wurde dabei geradezu ein „Feuerwerk von digitalen Darstellungsformen gezündet“. In der künstlerischen Aufarbeitung scheint nach Meinung der Jury „auch eine kritische Auseinandersetzung mit digitalen Medien als modernem Erkenntnismittel auf, wie sie im Titel des Projekts programmatisch formuliert wird“.

Platz 3, Klassenstufe 7 bis 8: Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz, Bayern
Projekt: „BLOGGING-KIDS – Wir bloggen die Welt für uns in unserer Sprache“

In diesem Unterrichtsprojekt wurden Weltgeschehen und Unterrichtsstoff miteinander kombiniert. Die Schülerinnen und Schüler analysierten kritisch Nachrichten der Tagespresse, aus dem Fernsehen und verschiedenen Nachrichtendiensten im Internet. Sie schrieben die Nachrichten dann für ihren Internetblog um, wobei sie medienrechtlich einwandfrei arbeiten mussten. Dadurch erwarben sie fundiertes medienrechtliches Wissen und entwickelten hohe Sicherheit in der Bewertung dessen, was beim Veröffentlichen im Internet erlaubt ist und was nicht. So wird laut Jury „eindrucksvoll die Umsetzung einer mediendidaktischen Gesamtkonzeption im unterrichtlichen Alltag demonstriert, die einer Politikverdrossenheit entgegenwirkt, das Interesse der Schülerinnen und Schüler an ihrer Umwelt weckt sowie die Selbstständigkeit fördert“. Der News-Blog ist im Internet unter www.bloggingkidz.wordpress.com zu finden. Das Projekt wurde fächerübergreifend in Deutsch, Erdkunde, Wirtschafts- und Rechtslehre sowie Geschichte durchgeführt.

Platz 3, Klassenstufe 9 bis 11: Gustav-von-Schlör-Schule, Weiden, Bayern
Projekt: „Morphing a short story into an audiovisual experience“

Das fächerübergreifend in Englisch, Geschichte und Deutsch realisierte Projekt zeigt, wie moderner Lektüreunterricht aussehen kann. Die Schülerinnen und Schüler lasen zunächst eine englische Kurzgeschichte als E-Book, analysierten und besprachen sie. Dann schrieben sie die Lektüre um: Sie strichen die Erzählerfigur und erstellten aus der kompletten Lektüre einen Dramentext, den sie mit verteilten Rollen lasen und als Audiobook aufnahmen. Mithilfe von Bildern aus dem Internet, eigenen Videoaufnahmen und Grafik-Apps gestalteten sie anschließend die Kurzgeschichte visuell und unterlegten sie mit dem Audiotext. Das Ergebnis ist eine kreative audiovisuelle Darstellung des Originaltextes. Die Jury bemerkte hierzu, dass die Lehrkräfte schüleraktivierende Unterrichtsformen wählten, „die Freude am Erwerb von Wissen und Können fördern und ihre Schülerinnen und Schüler mit Aufgaben konfrontieren, die ihre Kreativität wecken. In dem hier prämierten Projekt sind diese Ziele vorbildhaft umgesetzt worden und die Schulgemeinde kann sicher mit Stolz auf dieses gelungene Konzept blicken.“

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