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Internationaler Gipfel zum Lehrerberuf – VBE positioniert sich gegen Rankings

BANFF. „Der nunmehr fünfte ‚International Summit on the Teaching Profession (ISTP)‘ von OECD und EI ist für den VBE erneut ein hervorragender Anlass, sich über bildungspolitische Entwicklungen und über die Perspektiven des Lehrerberufs im weltweiten Vergleich auszutauschen“, erklärt Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender und Mitglied der deutschen ISTP-Delegation, im kanadischen Banff. „Der supranationale soziale Dialog von Regierungen und Bildungsgewerkschaften schärft den Blick für Probleme und hinterfragt Best-Practice.“

Beckmann warnt, „es ist ein Trugschluss, dass Schülerleistungsvergleiche, Kompetenzorientierung und Bildungsstandards hinreichende Instrumente sind, damit Schule jedem Schüler die individuelle Förderung geben kann, um den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu erreichen. Das Vermessen bewirkt einen erheblichen Druck auf Schüler und Lehrer, ignoriert die konkreten Bedingungen der Schule vor Ort. Es müssen aber von der Politik die nötigen Ressourcen bereitgestellt werden, um Unterricht zu verbessern und Lehrern gezielte Fortbildung zu geben.“ Die Orientierung der Schulen auf die messbaren PISA-Fächer und der Druck auf die staatlichen Bildungsetats infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise habe zu einer Einschränkung der musischen und sportlichen Fächer geführt, so Beckmann. „Um die Lücke zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen der Schüler zu verringern, darf der schulische Bildungs- und Erziehungsauftrag keinesfalls beschnitten werden.“ Schon jetzt lasse sich beobachten, dass besser verdienende Elternhäuser fehlende Schulangebote durch privat finanzierte Angebote kompensieren würden und benachteiligte Kinder das Nachsehen hätten. „Diese fatale Entwicklung muss gestoppt werden.“

Hintergrund: Vom 29. bis 30. März 2015 fand im kanadischen Banff der fünfte „International Summit on the Teaching Profession (ISTP)“ statt. Das Motto hieß: „Implementing Highly Effective Teacher Policy and Practice“. Veranstalter sind OECD und Education International (EI). Gordon Dirks, Bildungsminister von Alberta und Vorsitzender des Bildungsministerrats der kanadischen Provinzen (CMEC), hat den Vorsitz auf dem ISTP. In der deutschen Delegation sind KMK sowie GEW und VBE als EI-Mitgliedsgewerkschaften vertreten. Der ISTP 2016 findet in Deutschland statt. ¬

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