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Umfrage: Viele Erzieherinnen im Ganztag an Grundschulen sind Burnout-gefährdet

BERLIN. Lärm, Zeitdruck, zu wenig Anerkennung: In Berlin ist nach einer Studie jede vierte Erzieherin an Ganztags-Grundschulen Burnout-gefährdet. «Die Personaldecke ist zu dünn, es reicht vorn und hinten nicht», sagte die Berliner Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doreen Siebernik, am Mittwoch bei der Vorstellung der Analyse zehn Jahre nach Einführung der Ganztags-Grundschule in der Hauptstadt.

Rund 1400 Erzieherinnen wurden befragt. An Ganztags-Grundschulen in der Hauptstadt arbeiten etwa 5000 Erzieherinnen, die Schüler vor und nach dem Unterricht betreuen. An den 372 öffentlichen Grundschulen werden rund 145 100 Kinder unterrichtet und betreut. Hinzu kommen 61 private Grundschulen mit etwa 11 800 Jungen und Mädchen.

Der Autor der Studie, Professor Bernd Rudow, sagte, 13 Prozent der Befragten fühlten sich emotional ausgelaugt und 16 Prozent durch den täglichen Stress ausgebrannt. Erzieherinnen übernähmen auch Unterricht, wenn Lehrer ausfielen. Oft bleibe keine Zeit, um auf Kinder mit Förderbedarf einzugehen.

Eine Erzieherin betreut laut Studie bis zu 27 Kinder, optimal wären 20. Hinzu kämen widersprüchliche Anforderungen von Lehrkräften, Eltern und Schulleitung. «Die Belastungen sind ein Gesundheitsrisiko», so der Professor. Rücken- und Kopfschmerzen seien Warnsignale ebenso wie das Problem, nicht abschalten zu können. Das Durchschnittsalter der Erzieherinnen liege bei 47 Jahren. 21 Prozent sind demnach älter als 55 Jahre.

Die Gewerkschaft will jetzt mit der Senats-Bildungsverwaltung ins Gespräch kommen. Gefordert werden 500 zusätzliche Erzieherinnen und die Anerkennung als Pädagogen. «Erzieherinnen sind kein Dienstleistungspersonal», so Siebernik. Auch die Bezahlung müsse verbessert werden.

Die Kultusministerkonferenz müsse die Ganztagsbildung an Grundschulen regeln, meinte Norbert Hocke vom GEW-Hauptvorstand. Die Hauptstadt könnte bundesweit Vorreiter sein. «Bildung, Erziehung, Betreuung aus einem Guss» sei das Zukunftsmodell. Doch Berlin müsse nacharbeiten. dpa

Zum Bericht: Über 10.000 Erzieherinnen im Warnstreik – Bsirske fordert “mehr Wertschätzung”

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