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Neue BLLV-Chefin Fleischmann fordert Zwei-Lehrer-Prinzip für den Unterricht

MÜNCHEN. Gerade ein paar Tage im Amt nimmt sich die neue Präsidentin des bayerischen Lehrerverbandes BLLV Simone Fleischmann die Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften vor. Sie will, wo nötig, zwei Lehrer in die Klassen schicken.

Die neue BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann will sich für eine humane Schule einsetzen. Foto: BLLV

Die neue BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann will sich für eine humane Schule einsetzen – mit mehr Lehrern. Foto: BLLV

Die neue Präsidentin des größten bayerischen Lehrerverbandes BLLV, Simone Fleischmann, will in Bayern ein Zwei-Lehrer-Prinzip durchsetzen. Bei dem Modell, das in Niedersachsen schon praktiziert werde, gehe es um «multi-professionelle Teams», erklärte Fleischmann. Die zweite Kraft müsse nicht in allen Fällen ein Lehrer sein. Förderlehrer, Logopäden, Therapeuten, Heilpädagogen und Psychologen könnten die nötigen Kompetenzen mitbringen.

Es gehe aber nicht darum, zusätzliche Stellen an allen Schulen gleichermaßen zu installieren oder für alle Klassen zwei Lehrer bereitzustellen, sagte Fleischmann am Mittwoch in München. Vielmehr müsse der Bedarf an jeder einzelnen Schule und in der einzelnen Klasse die Grundlage sein. «Wir wollen kein Gießkannenprinzip für alle. Wir wollen etwas erarbeiten.» Zahlen für ganz Bayern könne sie deshalb nicht nennen. Es gehe nicht um eine Umsetzung von heute auf morgen. «Es ist eine langfristige Zielsetzung.» Fleischmann verwies auf steigende Steuereinnahmen im Freistaat einerseits und erhöhte Anforderungen wie Inklusion und Ganztagsbetreuung in den Schulen andererseits. Daher müsse dringend mehr Geld in Bildung gesteckt werden: «Ein reiches Land wie Bayern kann richtig Geld investieren, um ein Zwei-Lehrer-Prinzip zu implementieren.»

Das Bildungsministerium erklärte dazu: «Bayern hat mit dem Doppelhaushalt 2015/2016 und dem damit enthaltenen Plus für den Bildungs- und Wissenschaftshaushalt bewiesen, dass in Bayern Bildung Vorrang hat.» Der Freistaat habe die Zahl der Lehrkräfte trotz deutlich rückläufiger Schülerzahlen erhalten. «Dadurch ist es gelungen, die Relation zwischen einer Lehrkraft und der Anzahl der Schüler so günstig zu gestalten wie noch nie in der bayerischen Schulgeschichte.» Im Schuljahr 2002/2003 habe der Wert bei einer Lehrkraft zu 17,2 Schülern gelegen, zum laufenden Schuljahr sei er auf 13,7 Schüler verbessert worden.

In vielen Grund- und Mittelschulen stünden Lehrerwochenstunden für zusätzliche Differenzierungsmaßnahmen und Zusatzangebote zur Verfügung. Zudem gebe es in vielen Grund- und Mittelschulen Förderlehrer, die etwa in Kleingruppen Sprach- oder Mathematikförderung erteilen. Bei der Delegiertenversammlung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes war Fleischmann vor zehn Tagen zur neuen Präsidentin gewählt worden. Sie leitet noch bis Ende Juli die Grund- und Mittelschule Poing (Landkreis Ebersberg) und will sich dann ganz der BLLV-Arbeit widmen. dpa

Zum Bericht: Fleischmann gewählt – neue BLLV-Präsidentin will Schule entschleunigen

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