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Thüringen: Höhere Beihilfen erhöhen Zahl der Teilnehmer am Schulessen beträchtlich

MEININGEN/MÜHLHAUSEN/SCHLEIZ. War das Schulessen für viele Familien zu teuer? Seit es in Thüringen entsprechende Unterstützung aus dem Bildungspaket gibt, ist die Zahl der Abnehmer jedenfalls rapide gestiegen. Viele ältere Schüler versorgen sich allerdings weiterhin anderweitig.

Ob vom Buffet oder als Tellerportion – vor allem Thüringer Grundschüler sind Abnehmer des Schulessens. Unter den Teilnehmern der Schulspeisung ist die Zahl der sechs- bis zehnjährigen Mensabesucher am höchsten und örtlich ansteigend, ergab eine Umfrage in acht Thüringer Landkreisen und Städten. In den Schulen der Stadt lässt sich fast jeder Grundschüler zum Mittagstisch nieder.

Wenn das Schulessen schuld ist an den Massenerkrankungen, wäre das ein Skandal. (Foto: Xavier Echinas/Flickr CC BY-NC 2.0)

Vor allem Grundschüler speisen noch zahlreich in der Schule, weil sie nicht anders können? (Foto: Xavier Echinas/Flickr CC BY-NC 2.0).

Mit 90 Prozent wird im Saale-Orla-Kreis ebenfalls ein sehr hoher Anteil von Grundschulkindern versorgt. «Das liegt am guten und gesunden Essen», meint Elisabeth Rau, Sprecherin des Schleizer Landratsamtes. Zudem hätten die Beihilfen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu mehr Essensbestellungen geführt. Die Eltern müssten pro Portion für ihr Kind nur einen Euro selbst zahlen. In Thüringen reicht die Preisspanne für ein Schulessen von 2,45 bis 3 Euro.

Auch im Landkreis Schmalkalden-Meiningen nehmen mehr Kinder am Schulessen teil, seitdem es Zuschüsse aus dem Programm «Bildung und Teilhabe» gibt. So stieg im vergangenen Jahr die Zahl der bestellten Essensportionen von 494 000 auf 527 000. «An den Grundschulen nutzen 65 Prozent der Kinder die Schulspeisung», sagte Christopher Eichler, Sprecher des Meininger Landratsamtes. Ein ähnliches Bild bietet sich etwa auch im Wartburgkreis.

Mit zunehmendem Alter sinkt dann aber das Interesse vieler Schüler an einer warmen Mahlzeit nach dem Unterricht nahezu überall ziemlich deutlich. «Die Hortbetreuung am Nachmittag hört mit der 5. Klasse auf», erklärt Eichler einen möglichen Grund. An den Regelschulen und Gymnasien im Wartburgkreis und im Kreis Schmalkalden-Meiningen lassen sich nur noch 15 bis 20 Prozent der Schüler das angebotene Essen schmecken. Auch im Kreis Hildburghausen, in Jena und im Saale-Orla-Kreis sinkt die Zahl der Essensteilnehmer mit zunehmendem Schulalter unübersehbar.

«Je höher die Schulform, umso abnehmender die Schülerzahl bei der Schulspeisung», weiß auch Maja Richardt, Leiter der Schulverwaltung im Unstrut-Hainich-Kreis. Sie freut sich, dass die Speisesäle in ihrem Kreis in den letzten Jahren etwa voller geworden sind. Im Jahr 2009 hätten 2275 Kinder und Jugendliche in den 40 Schulen mitgegessen. Derzeit sind es 2677. Doch auch im Unstrut-Hainich-Kreis sind es hauptsächlich Grundschüler, die vor den Tellern sitzen.

Dass ältere Schüler lieber zum Bäcker oder Imbiss nebenan gehen, als in der Schulmensa zu sitzen, weiß auch Edelgard Bärwolf von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Thüringen. «Manchmal sind auch Ort und Umstände nicht attraktiv», sagt Bärwolf. Oft seien die Mittagspausen zu kurz oder die Essenszeiten kollidierten mit den Abfahrtszeiten der Busse.

«Auch das Vorbild mitessender Lehrer fehlt oft», hat Bärwolf festgestellt. «Das ist bei den Erzieherinnen an den Grundschulen anders: Die sitzen mit ihren Kindern am Mittagstisch». (Claudia Götze, dpa)

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