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Sexuelle Vielfalt: VBE erstaunt über Rolle rückwärts

STUTTGART. Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben mit Verwunderung aufgenommen, mit welcher Hartnäckigkeit der Kultusminister  Andreas Stoch (SPD) die Botschaft der sexuellen Vielfalt in die Schulen tragen wolle. Der Verband bezieht sich in seiner Pressemitteilung auf Berichte der Stuttgarter Tagespresse anlässlich des zu Ende gegangenen Kirchentages.

Nach Angaben der Veranstalter nahmen unlängst 2.416 Menschen an der "Demo für alle" in Stuttgart gegen den Bildungsplan teil. Foto: Demo für alle

Unter dem Titel „Demo für alle“ demonstrierten die Gegner der neuen Bildungspläne schon mehrfach in Stuttgart gegen ihre Umsetzung. Foto: Demo für alle

Nach Gesprächen mit dem Minister sei der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg davon ausgegangen, dass die Verschiebung der Schwerpunktlegung in den Bildungsplänen weg von einer überbetonten sexuellen Ausprägung hin zu einer Akzeptanz von Vielfalt auf die emotionale Diskussion sehr befriedend gewirkt und die neuen Bildungspläne in ein ruhiges Fahrwasser gebracht hätten. Nun werde Öl ins noch glimmende Feuer gegossen.

„Dass es Frauen gibt, die Frauen lieben, und dass es Männer gibt, die Männer lieben, ist in der Gesellschaft doch schon lange kein Problem mehr“, sagt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand. „Das bekommen auch Kinder mit, selbst wenn sie in der Schule nicht mit der Nase darauf gestoßen werden; genauso, wie man sie nicht auf heterosexuelle Liebe stoßen muss.“ Der VBE habe kein Problem damit, wenn dies im Bildungsplan in den entsprechenden Klassenstufen thematisiert werde – ganz ohne manipulative Einflussnahme. Ob aber das komplette LSBTTIQ-Programm in den Schulen abgespult werden müsse, sei fraglich und aus Sicht des VBE überzogen, so Brand (Anm. d. Red.: LSBTTIQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle und Queere Menschen). „Kinder müssen nicht mit allem in allen Einzelheiten konfrontiert werden – deshalb sind es ja auch Kinder, und da gibt es doch noch gewisse Grenzen.“

Nach anfänglich heftigen Protesten gegen die Sexualisierung habe sich eine deutliche Entspannung abgezeichnet. Aus „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ wurde „Akzeptanz von Vielfalt“, und der Minister habe beteuert, es sei alles nicht so gemeint gewesen. Wenn der Minister jetzt wieder die Fahne für sexuelle Vielfalt öffentlich hoch halte, bringe das neuen Zündstoff in die Diskussion und diene nicht der Versachlichung. „Außerdem tragen die jüngsten Aussagen des Ministers nicht gerade zu einem Bild von Zuverlässigkeit und Kontinuität bei“, heißt es in der Mitteilung des Verbands. Es gebe im Leben auch noch andere Themen, deren Betonung wichtig sei. Mit Blick auf den Frieden in der Welt wäre eine kritische Auseinandersetzung etwa mit IS durchaus ein Thema, das zu einem Kirchentag gepasst hätte. „Ist die Sicht im Ministerium so eng geworden, dass man solche Entwicklungen gar nicht mehr wahrnimmt und den Blick nur noch verengt und verbohrt auf die Akzeptanz sexueller Vielfalt richtet?“, fragt Brand. „Da waren wir doch schon einmal weiter.“

Zum Beitrag: “Sexuelle Vielfalt”: CDU zweifelt an Verfassungsmäßigkeit des Bildungsplans – Stoch wehrt sich
Zum Beitrag: “Sexuelle Vielfalt” vs. “Schützt unsere Kinder”: Bei der “Demo für alle” prallen Welten aufeinander

Ein Kommentar

  1. Es gibt einen bösen Witz:
    Herr Müller will auswandern
    Begründung: die Homosexualität.
    Der Beamte im Einwohnermeldeamt will ihn beruhigen: “ Das ist doch jetzt alles voll anerkannt!.
    Darauf Herr Müller: „Eben! Im 3. Reich stand die Todesstrafe darauf, dann Gefängnis, dann wurde es geduldet, dann gleichgestellt und bevor es zur Pflicht wird, wandere ich aus!“
    Gebe ich zu, ist böse und überspitzt.
    Aber weil vielleicht 0,001% unserer Bevölkerung Pastafari sind, behandle ich doch nicht die Nudel im Ethikunterricht.
    Rechte der Minderheiten zu wahren, ist in Ordnung. Aber ich darf sie doch nicht höher bewerten als die Rechte der Mehrheit!
    Hier wäre eine klare Vorgabe im Lehrplan hilfreich:
    10 Stunden traditionelle Ehe und Familie, 8 Stunden Patzchwork, 3 Stunden andere Lebensentwürfe.
    rfalio

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