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Wanka: Veraltete Vorstellungen halten Frauen von technischen Berufen ab

BERLIN. Beim dritten MINT-Forum in Berlin sorgt sich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) um die Bereitschaft von Frauen in Deutschland, technische Berufe zu ergreifen. Realschullehrerverband beklagt Fokussierung auf Abiturienten.

Anlässlich des dritten MINT-Forums am Donnerstag in Berlin sagte Wanka dem Rundfunksender WDR 5, trotz aller Anstrengungen spielten jahrzehntealte Rollenbilder immer noch eine wesentliche Rolle für die stockende Entwicklung. Im EU-Vergleich liegt der Anteil von Frauen in technischen Berufen hierzulande unter dem Durchschnitt.

Wie man mehr junge Menschen dazu motivieren kann, eine naturwissenschaftlich-technische Berufsausbildung zu ergreifen, ist das Thema des 3. Nationalen MINT-Gipfes. Foto: ChemieBW2014/flickr (CC BY 2.0)

Wie man mehr junge Menschen dazu motivieren kann, eine naturwissenschaftlich-technische Berufsausbildung zu ergreifen, ist das Thema des 3. Nationalen MINT-Gipfes. Foto: ChemieBW2014/flickr (CC BY 2.0)

Verantwortlich dafür sei auch die immer noch verbreitete Vorstellung, «dass zum Beispiel der Ingenieurberuf viel mit blauer Kluft und Dreck oder anderem zu tun hat: Dinge, die sich verändert haben, werden noch gar nicht so wahrgenommen», sagte Wanka. Vor allem in Bereichen wie Elektrotechnik und Maschinenbau oder bei handwerklich-technischen Berufen der Industrie- und Handelskammern sei die Lage noch besonders schlecht, etwas besser dagegen in Studienfächern wie Mathematik, Biologie und Chemie.

Der MINT-Kongress rund um die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik fordert unter anderem von der Politik, berufliche Bildung wieder «attraktiver und innovativer» zu machen. Wanka wies auf erweiterte Möglichkeiten zur Berufsorientierung hin, darunter individuelle Potenzialanalysen für eine halbe Million Jugendliche. Die Strategie des Nationalen MINT-Forums sieht unter anderem vor, Karrierewege für beruflich Qualifizierte attraktiver zu machen sowie berufliche und akademische Bildung besser zu verzahnen.

Der Verband Deutscher Realschullehrer sieht indes bei der MINT-Förderung die Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss zu Wenig im Fokus : „Die Überlegungen konzentrieren sich nur darauf, Abiturienten eine Ausbildung schmackhaft zu machen. Die Frage ist aber, ob man nicht wertvolle Zeit verschenkt, wenn man erst mit fast 20 Jahren über die berufliche Zukunft nachdenkt.“, so Verbandschef Jürgen Böhm. Es komme auch darauf an, auch die Übergangsmöglichkeiten im differenzierten Schulsystem immer wieder aufzeigen und den Menschen bewusst machen: Es gibt mehr als nur einen Weg zur erfolgreichen Karriere“, sagte Böhm am Rande der Veranstaltung. (dpa, News4teachers)

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