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Ernährung auf dem Stundenplan: Bundeslandwirtschaftsminister wünscht sich neues Unterrichtsfach

BERLIN. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt wünscht sich ein Schulfach „Ernährung“. Das berichtet der „Tagesspiegel“. Damit schließt sich der CSU-Politiker der schon umfassenden Gruppe von Personen und Verbänden an, die sich dieses Jahr für ein neues Unterrichtsfach eingesetzt haben.

Obst und Gemüse sollten fester Bestandteil des Kita-Essens sein. Foto: digital cat /flickr (CC BY 2.0)

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt will, dass Schulen die Grundlagen einer gesunden Ernährung vermitteln. Foto: digital cat /flickr (CC BY 2.0)

Während Wirtschaftsverbände etwa forderten, ein Fach „Wirtschaft“ einzuführen, konnten sich die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner für ein Unterrichtsfach „Alltagswissen“ erwärmen. Mitte November meldete sich wiederum der Niederdeutschbeirat Mecklenburg-Vorpommerns, der für Plattdeutsch als reguläres Schulfach plädiert.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt wandte sich dem „Tagesspiegel“ zufolge mit seinem Wunsch in einem Schreiben an die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brunhild Kurth (CDU). Demnach soll das Fach „Ernährung“ jedem Kind die Chance ermöglichen, die Grundlagen einer gesunden Ernährung kennenzulernen. Zu diesem Zweck stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter anderem bereits Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Im Zuge des bestehenden Unterrichtsprojekts „Ernährungsführerschein“ sollen Grundschüler beispielsweise den praktischen Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten erlernen. Rund 750.000 Grundschulkinder hätten den Führerschein schon erworben, so der Tagesspiegel. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt schränkt aber ein: „Unser Ziel, das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil bei allen Schülerinnen und Schülern zu stärken, können wir aber nur erreichen, wenn wir (…) die Grundlagen des Ernährungswissens auch im Schulunterricht verankern.“

KMK-Präsidentin Kurth betrachtet das Thema Ernährung zwar ebenfalls als wichtig, gibt gegenüber dem „Tagesspiegel“ aber zu bedenken, dass Schulen nicht jede Aufgabe übernehmen können. „Und wir müssen uns auch fragen, ob wir damit nicht die Schulen überfrachten. Wenn wir allen Wünschen nach zusätzlichen Unterrichtsfächern nachkämen, wären wir schnell bei einer 80-Stunden-Woche für Schüler.“ Vielerorts sei das Thema Ernährung bereits Teil des Lehrplans im Rahmen des Sachunterrichts. News4teachers

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3 Kommentare

  1. Was spricht dagegen, Ernährung wie bisher in Biologie, Naturwissenschaft und Hauswirtschaft zu lernen?

    • nichts.

      wie wäre es, die Themen Wirtschaft und Ernährung als Alltagswissen in den häuslichen Teil der Erziehung zu verlagern?

      Ach nein, geht nicht, weil nach Ansicht der Politik die Eltern entweder ganztägig arbeiten müssen oder nicht zur Erziehung fähig sind.

  2. Worin würde denn die Neuerung bestehen? Im Sachunterricht der Grundschule gibt es bereits die Themen Zahngesundheit und Ernährung (Ernährungspyramide, Getreidearten, vom Korn zum Brot), in der Sek I werden in Hauswirtschaft gesunde Lebensmittel besprochen, es wird gelehrt, dass man Vieles selbst herstellen kann und ohne Instantkram auskommen sollte, in Biologie gibt es das Thema gesunde Ernährung, in Deutsch werden Rezepte geschrieben (und bei entsprechender Ausstattung auch ausprobiert), viele Schulen erhalten von den Krankenkassen Unterstützung und nehmen am Projekt gesunde Schule teil. Und das neue Schulfach soll das Ganze dann ganzjährig koordinieren? Oder wie soll man sich das vorstellen? Oder geht es nur um Gymnasien, die zugunsten anderer Fächer auf Hauswirtschaft verzichten?

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