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Literatur: Schimpfen im Unterricht? Dann aber wie Schriftsteller Thomas Bernhard

DÜSSELDORF. Wer schimpft am schönsten? Wenn man es an dem Schriftsteller Thomas Bernhard aufzieht, kann daraus sogar ein Unterrichtsgespräch werden. Deutschlehrer wissen es und alle anderen können sich hier eine Kostprobe abholen: Niemand kann so literarisch auf hohem Niveau motzen wie Bernhard. Der Suhrkamp-Verlag hat zum Abschluss seiner Werkausgabe eine interaktive Karte mit den besten Tiraden des Autoren gegen Städte in ganz Europa veröffentlicht.

Gemälde des Schriftstellers aus dem Bernhardhaus in Oberösterreich. (Bild: Thomas_Bernhard,_Bernhardhaus CC BY 2.5 Wikimedia Commons)

Gemälde des Schriftstellers aus dem Bernhardhaus in Oberösterreich. (Bild: Thomas_Bernhard,_Bernhardhaus CC BY 2.5 Wikimedia Commons)

Der Österrreicher lästert besonders gerne über seine Heimat. So heißt es etwa über Innsbruck, Graz und Wien: „Es ist nur der ganz primitive Kleinbürgergeist; die Abgeschmacktheit Philosophie lehrender und Literatur betreibender Schrebergärtner habe ich in diesen Städten kennengelernt, nichts sonst und der üble Geruch bornierter Gemeinheit in diesen österreichischen Kloaken hat mir von vornherein den Appetit auf einen längeren, als nur den kürzesten Aufenthalt verdorben.“ Und selbst Paris kriegt sein Fett weg: „Ich finde Paris abscheulich /alle Welt will nach Paris / für mich war Paris immer die häßlichste Stadt die ich kenne / eine verstaubte Wüste / sie sehen alle ein Paris / das es gar nicht gibt / lieber sterben als in Paris leben.“ Aber Achtung, es sind auch einige wenige Städte dabei, die er zu mögen scheint, Lissabon, Rotterdam oder Hamburg beispielsweise.

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