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Zahlreiche Schülerinnen wurden sexuell belästigt – Polizei schützt Schule mit Großaufgebot

HAMBURG. Die Polizei hat offenbar auf Berichte von Schülerinnen einer Berufsschule in Hamburg-Wilhelmsburg reagiert – und zeigt nun massiv Präsenz im Umfeld. Erste Ergebnisse: drei Strafverfahren wegen „Beleidigung auf sexueller Basis“. Zahlreiche junge Frauen hatten sich einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ zufolge bei der Schulleitung darüber beklagt, auf dem Schulweg von Migranten belästigt worden zu sein.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter fest. Foto: Marco / flickr (CC BY 2.0)

Die Polizei zeigt massiv Präsenz vor der Schule. Foto: Marco / flickr (CC BY 2.0)

Der Fall, dass die Polizei Schülerinnen einer ganzen Schule schützen muss, ist bislang in Deutschland beispiellos – augenscheinlich aber nötig, wenn die bislang veröffentlichten Informationen zutreffen. Danach wurden zahlreiche Schülerinnen der Staatlichen Schule Gesundheitspflege W4, einer Berufsschule für die Ausbildungsgänge zur Medizinischen, Zahnmedizinischen oder Tiermedizinischen Fachangestellten, im Umfeld der Schule, am S-Bahnhof Wilhelmsburg und am Hamburger Hauptbahnhof von einzelnen Männern  und kleineren Gruppen im Vorbeigehen durch Mimik zum Küssen aufgefordert. Zudem sollen die Männer anzügliche Bemerkungen gemacht und die Frauen auf unterschiedliche Art und Weise belästigt haben.

Meist soll es bei Worten geblieben sein, berichtet eine Schülerin gegenüber dem „Abendblatt“. Aber für ein Unwohlsein reiche auch das. Sie beschreibt es so: „Man hat einfach das Gefühl, dass die einen mit ihren Blicken ausziehen.“ Auch das sei sexuelle Belästigung, das gehe zu weit.

Allerdings soll es in mindestens einem Fall sogar zu Tätlichkeiten gekommen sein. Eine Frau habe angegeben, von Männern verfolgt worden zu sein, heißt es. Im Hauptbahnhof sei sie an eine Wand gedrückt worden. Andere Männer hätten danebengestanden und laut gelacht. Die Opfer beschreiben die Täter als „südländisch aussehend“. Sie hätten kein oder kaum Deutsch gesprochen, stammten möglicherweise aus dem Nahen Osten oder Nordafrika. Nun wird offenbar auch geprüft, ob sie aus einer nahen Erstaufnahmestelle kommen, wo 1400 Asylbewerber untergebracht sind. Das Landeskriminalamt ist eingeschaltet.

Wie viele Schülerinnen bislang belästigt wurden, ist unklar. Die Polizei habe noch nicht alle befragen können, da manche nur einen Tag pro Woche an der Schule Unterricht haben. Die Schulleitung hat ein Schreiben von den Lehrern in den Klassen vorlesen lassen, in dem es heißt, dass die Schülerinnen jede Form von Übergriffen sofort bei der Polizei melden sollen.

Auf dem Weg zwischen Schule und S-Bahnhof baut sich die Polizei nun allmorgendlich und nachmittags mit bis zu 15 Beamten auf. Unter den Schülerinnen herrscht laut Zeitungsbericht große Unruhe: „Das geht ja schon seit Monaten so“, sagt eine mit Blick auf die Belästigungen. Eine andere meint: „Es gibt einfach zu viele hier, die glauben, dass alle Frauen, die keine Burka tragen, Schlampen sind.“ Woher die Männer kommen, sei ihr egal. „Meine Eltern und viele meiner Bekannte kommen auch aus Afghanistan und benehmen sich hier. Das erwarte ich von allen.“

Die Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Katja Suding, erklärte in einem aktuellen Interview auf kath.net: „Die Probleme sind in Köln, Hamburg und anderswo seit längerem so virulent, dass eine offene Thematisierung überfällig ist. Das Verschweigen hilft politischen Extremisten, das Benennen und das Angehen der Probleme entzieht denen nach meiner Einschätzung den Resonanzboden.“ Erst seit den Übergriffen an Silvester in Köln gehe die Hamburger Polizei härter gegen übergriffige Migranten vor. News4teachers / mit Material der dpa

Zum Bericht: Sind die Gewalttäter von Köln keine Kriegsflüchtlinge, sondern Straßenkinder? Szene von „extrem auffälligen Jugendlichen“ etabliert sich

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