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Hilferuf von Grundschulen – „zu volle Klassen gefährden unseren Bildungsauftrag“

DÜSSELDORF. In einem Brandbrief an das Schulministerium hat der Verband Bildung und Erziehung NRW (VBE) darauf aufmerksam gemacht, dass immer mehr Grundschulklassen mittlerweile so voll sind, dass in den Schuleingangsphasen die Klassenobergrenzen von rund 29 Kindern erreicht sind. Grund ist anderem durch die Beschulung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte, die nur wenig oder keine Deutschkenntnisse haben. Dadurch sei es nicht mehr möglich, dass Kinder, für die es gemäß ihres Entwicklungsstandes pädagogisch erforderlich wäre, ein drittes Jahr in der Schuleingangsphase verbleiben.

Die Schwierigkeiten stellen sich regional unterschiedlich dar. Besonders voll seien die Klassen im Regierungsbezirk Arnsberg. Wie etwa in Lennestadt. Dort muss eine Schule aktuell Kinder 12 Kilometer weit mit einem Bus zu ihrem zweiten Standort fahren, um sie weiter beschulen zu können.

In Grundschulen ist das Angebot an gemeinsamem Unterricht noch am größten. Foto:BAG „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“

Erst der gemeinsame Unterricht mit Behinderten und jetzt die Flüchtlingskinder – das macht vielen Grundschulen zu schaffen.  Foto:BAG „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“

Im Brief heißt es: „Das steht in einem krassen Widerspruch zur Ausbildungsordnung Grundschule, deren zentrales Ziel es ist, „alle schulpflichtigen Kinder eines Jahrgangs in die Grundschule aufzunehmen und sie dem Grad ihrer individuellen Entwicklung entsprechend zu fördern. Gleichaltrige Kinder sind in ihrer Entwicklung unterschiedlich. Sie benötigen je nach Entwicklungsstand und Fähigkeiten unterschiedliche Lernzeiten. Die Schuleingangsphase kann in einem Jahr, in zwei Jahren oder in drei Jahren durchlaufen werden. Unabhängig von der individuellen Verweildauer erwerben alle Schülerinnen und Schüler in der Schuleingangsphase tragfähige Grundlagen für das weitere Lernen in den Klassen 3 und 4.“

Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erklärte das Schulministerium, es gebe einen Verordnungsentwurf, der die Einrichtung zusätzlicher Klassen vorsieht, sofern steigende Schülerzahlen dies erfordern. Die zusätzlichen 5766 Lehrerstellen 2015 und 2016 kämen allen Kindern zugute.

VBE-Vorsitzender Udo Beckmann sagt: „Wir fordern umgehend eine deutliche Absenkung der Lerngruppengröße, damit eine dreijährige Verweildauer in der Schuleingangsphase gesichert ist und die Grundschulen den Anspruch, den die Landesregierung an sie stellt, auch erfüllen können.“ nin

Ein Kommentar

  1. Vielleicht ist der Königsteiner Schlüssel doch nicht der Weisheit letzter Schluss.

    In dem Zusammenhang nur der Verweis auf einen anderen Beitrag.
    http://www.news4teachers.de/2016/02/debatte-um-schulgroesse-wird-jede-zweite-thueringer-grundschule-geschlossen/

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