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Bremer Schüler sollen künftig Tierheimkatzen vorlesen

BREMEN. Klingt zunächst skurril, scheint aber ein Förderangebot zu beiderseitigen Nutzen zu sein. Im Bremer Tierheim können Kinder künftig Katzen vorlesen. So sollen lernschwache Kinder gefördert und gestresste Katzen beruhigt werden.

Die Idee für die außergewöhnliche Lesestunde stammt aus den USA. Der Nutzen solcher Angebote ist nach Angaben des Bremer Tierschutzverein wissenschaftlich belegt. Studien zufolge sollen Schüler, die sich als freiwillige Katzenvorleser engagieren, schneller und besser lesen lernen.

Vorlesen soll Katzen beruhigen und zugleich die Lesekompetenz der vorlesenden Schüler verbessern. Foto: Josh Antonio / flickr (CC BY-SA 2.0)

Win-WIn-Situation im Tierheim. Vorlesen soll Katzen beruhigen und zugleich die Lesekompetenz der vorlesenden Schüler verbessern. Foto: Josh Antonio / flickr (CC BY-SA 2.0)

«Welches Kind hat schon Lust auf richtigen Nachhilfeunterricht?», sagte die Pressesprecherin des Vereins, Gaby Schwab. Vielen Kindern falle es schwer, Erwachsenen vorzulesen. Katzen seien geduldige Zuhörer. Für die teils verängstigten Tiere sei der Besuch der Kinder eine gute Abwechslung. «Beim Lesen ist die Stimme gleichmäßig. Das ist beruhigend für die Katzen.»

Einige deutsche Tierheime etwa in München haben bereits seit vielen Monaten ein solches Angebot im Programm. Der Bremer Tierschutzverein hörte im vergangenen Jahr von dem Trend in den USA und entwickelte daraufhin das Projekt. «Wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen», sagte Schwab. An jedem zweiten Donnerstag im Monat dürfen Kinder zwischen acht und zwölf Jahren im Bremer Tierheim nun Katzen laut aus einem Buch vorlesen.

Für die Treffen stehen drei Räume mit jeweils drei bis sechs Katzen bereit. Bis zu vier angemeldete Kinder könnten gleichzeitig in eine Katzenstube. Sie sollen nacheinander vorlesen – je nach Wunsch aus eigenen oder Leih-Büchern. Für das Projekt sind zwei bis drei Erwachsene zuständig. Zumindest am Anfang sollen sie Kinder und Katzen begleiten. «Wir müssen feststellen, wie Kinder und Katzen reagieren», sagte Schwab. (dpa)

zum Bericht: Von Hunden, Kaninchen und Bienen – Tiere im therapeutischen Einsatz

Ein Kommentar

  1. Der Betreuungsschlüssel ist einmalig, das hätte ich im Klassenzimmer auch gerne. Aber kein‘ Neid – wenn es hilft und der Staat zahlt, warum nicht?

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