Startseite ::: Aus den Verbänden ::: AG Bayerischer Lehrerverbände diskutiert mit Spaenle über die Flüchtlingskinder: „Belastung extrem hoch“

AG Bayerischer Lehrerverbände diskutiert mit Spaenle über die Flüchtlingskinder: „Belastung extrem hoch“

MÜNCHEN. Bei der Frage, wie man es schafft, Flüchtlingskinder und deren Familien erfolgreich in Bayern zu integrieren, heißt ein entscheidender Schlüssel: Bildung. Vor allem die Lehrer werden aktuell und in den kommenden Jahren gefordert sein, diese Aufgabe zu übernehmen und Verantwortung zu tragen. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) dazu nun mit Kultusminister Ludwig Spaenle diskutiert. Der Tenor war laut Pressemitteilung der abl einstimmig: „In unserem differenzierten Schulsystem lassen sich die Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen.“

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Foto: Michael Lucan / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Foto: Michael Lucan / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Aktuell konzentriert sich die Flüchtlingsthematik auf die Grund-, Mittel- und Berufsschulen. Vor allem in Übergangsklassen und Berufsintegrationsklassen sollen die Kinder und jugendlichen Asylbewerber zunächst im Bereich Deutsch fit gemacht werden. „Die Belastung für die Kollegen an diesen Schularten ist extrem hoch, auch weil aufgrund des großen Zustroms hunderte Lehrkräfte fehlen“, erklärt der Präsident der abl, Jürgen Böhm. „Künftig müssen wir die Lasten besser verteilen. Auch die Realschulen und die Gymnasien sollten in enger Kooperation mit den betroffenen Schularten noch stärker in die Flüchtlingsbeschulung mit einbezogen werden.“

Ein erster Schritt hierfür sind die sogenannten SPRINT-Klassen an der Realschule und InGym am Gymnasium. Die Integrationsklassen laufen seit diesem Schuljahr in Modellversuchen in München und Nürnberg und erhalten viele positive Rückmeldungen. Deshalb freut es Böhm, dass im kommenden Jahr die Zahl der Angebote ausgeweitet wird: „Unter den Flüchtlingen sind mit Sicherheit viele Heranwachsende, die eigentlich für die Realschule oder ein Gymnasium geeignet sind. Die größte Hürde stellt dabei die deutsche Sprache dar. Wir möchten, dass diese Kinder genauso vom differenzierten Schulsystem profitieren. Dafür werden wir gemeinsam mit dem Kultusministerium an Lösungen und Kooperationen auch über die allgemeinbildenden Schulen hinaus arbeiten.“

Im Gespräch mit dem Minister betonten die Lehrervertreter, dass die hohe Qualität der Bildung in Bayern trotz der Flüchtlingsaufgaben weiter erhalten bleiben müsse. „Die bayerischen Lehrkräfte und das Personal in den Schulverwaltungen bewältigen die Herausforderungen mit großem Engagement. Sie brauchen auch in Zukunft entsprechende Rahmenbedingungen, um erfolgreich arbeiten zu können“, sagte Böhm.

Ein Kommentar

  1. Spracherwerb ist die erste Priorität.
    Dann Kulturerwerb.
    Dann erst kann man integrieren.
    Müssen wir als Lehrer das Alles schaffen? Dafür sind wir nicht ausgebildet!
    Gebt uns bitte die Fachleute!
    rfalio

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