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Nach Clausnitz: Bayerische Lehrer fordern mehr Freiräume, um Wertevermittlung besser in den Unterricht zu integrieren

MÜNCHEN. Die Vermittlung von Werten und Normen soll an den bayerischen Schulen wieder mehr im Mittelpunkt stehen. Das fordert die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl). „Besonders im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse wie beispielsweise in Sachsen, ist die Wertediskussion aktueller denn je und muss auch in den Schulen einen entsprechend hohen Stellenwert erhalten“, sagt der Präsident der abl, Jürgen Böhm.

„Die Schule ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Realität. Schwäche gegenüber Radikalität, Extremismus und Gewalt können wir uns nicht leisten“, warnt Böhm. Es gehe darum, jungen Menschen klare demokratische Werte zu vermitteln und ihnen dadurch die die Möglichkeiten aufzuzeigen, die eine freie Gesellschaft biete. Das sei der beste Schutz vor allen extremistischen Einflüssen in politischer oder religiöser Hinsicht.

Werte vermitteln sich jedoch nicht von selbst. Deshalb fordert die abl, in den Schulen mehr pädagogische und zeitliche Freiräume für die Lehrkräfte zu schaffen. Ein neues Schulfach „Werteerziehung“ sei dafür nicht nötig. Es gehe vielmehr darum, die bestehenden Strukturen qualitativ zu verbessern und auszubauen: „Wir brauchen sozialpädagogisches Personal, das die Arbeit der Lehrkräfte vor Ort unterstützt und sinnvolle Weiterbildungsmöglichkeiten für unsere Kollegen. Außerdem fehlen immer noch zu oft die personellen Ressourcen, um unseren Jugendlichen bei Fragen oder Problemen entsprechend zu helfen.“

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände wird in den kommenden Monaten einen besonderen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit dem „Wertebündnis Bayern“ legen. Dabei soll unter anderem ein neues Integrationsprojekt im Bereich Sport, Kunst und Musik unterstützt werden, an dem sich die bayerischen Schulen beteiligen können. Der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von 50.000 Lehrkräften an allen Schularten.

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