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Niedersachsen: 60 Prozent der Förderschüler besuchen Regelschulen

HANNOVER. Die Inklusion in Niedersachsen schreitet voran. Teils mit großen Schritten, teils eher trippelnd. Die meisten Anmeldungen gibt es für die Grundschulen. Kultusministerin Heiligenstadt wünscht sich aber auch mehr Inklusion an den Gymnasien.

In Niedersachsen besuchen inzwischen fast 60 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf eine allgemein bildende Schule. Seit Beginn der Einführung der inklusiven Schule 2013/2014 stieg die Quote von 44,9 Prozent auf 58,5 Prozent. «Das ist ein klares und schönes Zeichen dafür, dass die inklusive Schule eine hohe Akzeptanz gefunden hat», sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) in Hannover. Der positive Trend zum gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern setze sich in Niedersachsen eindeutig fort.

Fast die Hälfte der behinderten Schüler, die eine Regelschule besuchen, gehen zur Grundschule. Foto: Philip Beyer / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Fast die Hälfte der behinderten Schüler, die eine Regelschule besuchen, gehen zur Grundschule. Foto: Philip Beyer / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Die inklusive Schule wird in Niedersachsen seit 2013/2014 Schritt für Schritt eingeführt, sie umfasst gegenwärtig die Klassen 1, 2 und 3 sowie 5, 6 und 7 aller öffentlichen allgemein bildenden Schulen.

Von insgesamt rund 26 300 Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in diesen Jahrgängen besuchen derzeit etwa
15 400 eine Regelschule in öffentlicher Trägerschaft und rund 10 900 eine Förderschule.

«Fast die Hälfte der Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf besucht eine Grundschule. Im Sekundarbereich I werden vor allem die Gesamt- und Oberschulen sowie die Hauptschulen angewählt», sagte Heiligenstadt. Der gleichberechtigte Zugang beziehe sich aber auf alle Schulformen. «Ich würde mich freuen, wenn es auch an den Gymnasien noch mehr würden.»

Für die Umsetzung der inklusiven Schule stellt das Land in diesem Jahr rund 265 Millionen Euro zur Verfügung. (dpa)

3 Kommentare

  1. Hauptsache die Prozente in der Statistik stimmen, nach den Bedingungen fragt keiner.

    Niedersachsen hat die FöS Lernen, ESE und z.T. Sprache im Grundschulbereich geschlossen. Die Kinder MÜSSEN in die Grundschulen gehen, weil die Wahlfreiheit fehlt.
    Die Bedingungen: 2 Stunden pro Klasse pro Woche eine Sonderpädagogin (sofern es überhaupt eine ist und die zuständige Förderschule genügend Stunden hat), abzüglich Fahrzeit, Tests, Überprüfungen, .. und besondere Ausfälle, wie Schulfest in der Förderschule u.a., sowie natürlich Krankheit und Schwangerschaften.

  2. Jürgen Günther

    Die Absurdität, den Fortschritt der Inklusion an einer Quantität, der Inklusionquote, fest zu machen ergibt sich aus der Absicht, Inklusion als Sparmodell für die Bildung zu mißbrauchen. Politik und Verwaltung brauchen schnell hohe Inklusionsquoten, um sich nicht mit qualitativen Prozessen der schulischen Inklusion auseinandersetzen zu müssen. Das übelässt man dann gern dem Lehrpersonal und den SozialpädagogInnen.
    Wenn diese, weil schlecht vorbereitet und unzureichend ausgestattet, unter den Anforderungen zusammenbrechen, werden sie als unfähig diffamiert. Es wird Zeit, die qualitativen Anforderungen, die sich für die Schulen aus der Inklusion ergeben im gemeinsamen Diskurs mit denen, die diese Anforderungen umzusetzen haben zur diskutieren und verbindlich festzulegen. Das ist bei der Ausarbeitung der Inklusionskonzepte nicht wirklich realisiert worden. Oftmals waren dies Konzepte die vorher festgelegten Resultate von Scheindebatten. Der Berliner Landeselternausschuss und die Bezirkselternausschüsse, die diesbezüglich einen fundierten Forderungskatalog erarbeitet haben, können hier auf eine lange Erfahrung zurückblicken. Das Schöne ist aber, dass sie nicht aufgeben.

  3. Die Quote und die Statistik vor die Menschen, also unsere Kinder zu stellen ist eines.
    Weder aber erfüllt die Politik die eigenen vorgegebenen Ziele zur Umsetzung der Inklusion in dem die Schulen Räumlich, Barrierefrei noch Sächlich und Personell dementsprechend an die Bedarfe unserer Kinder mit Behinderungen angepasst werden.
    Nach dem Niedersächsischen Schulgesetz haben Kinder mit dem Förderbedarf GE ( Geistige Entwicklungsverzögerung) Anspruch auf 5 inklusive Schulstunden in der Woche.
    Die reale Anzahl diese Stunden liegt aber gerade mal bei einer Stunde die die Schulen tatsächlich personell überhaupt anbieten können. Dieses Angebot ist oftmals obendrein damit von den Rektoren der Schulen so gekoppelt, dass in den inklusiven Klassen die Kinder mit Behinderungen wieder zusammen beschult werden um die zugewiesenen Stunden besser zu nutzen.
    Nur ist es dann eben auch nicht mehr Inklusion.
    Auch Kinder mit Behinderungen die den Förderbedarf LE ( Lernen) zugesprochen haben sollten nach Angaben des Kultusministerium eines Wahlfreiheit haben.
    Diese existiert aber gar nicht mehr.
    Weder können die Eltern für Ihre Kinder die möglicherweise für das Lernen einen geschützten Rahmen in einer kleinen Inklusiven Schulklasse wählen geschweige denn das Kind an einer Förderschule beschulen lassen.
    In der Inklusion fehlt der angepasste Bedarf und die Förderschule LE gibt’s gar nicht mehr. Was für eine Wahl. Opfer sind unsere Kinder.
    Eigentlich sollte Förderschule ja Kinder mit Förderbedarf GE soweit eben möglich auch vielleicht nach LE fördern. Damit die Kinder mit Behinderungen dann doch noch in die Inklusion kommen können! Fakt ist aber auch, ist das tatsächlich mal gelungen und geht aber dann wegen Operation und mehr im Inklusiven Bereich schief, ist eine Rückbeschulung oder um Beschulung zu einer anderen Förderschule wegen des dazugekommenen Förderbedarf KME ( Körperlichkeit Motorische Entwicklung) entweder gar nicht oder nur mit erheblichen Bürokratischen Aufwand und Teilweise sogar nur mit Unterstützung der Juristen möglich.

    Medikamentegabe und Pflege bleiben und der Inklusion Reizworte und bei dem Thema fehlt den unterrichtenden Pädagogen beschämend die Unterstützung des eigenen Dienstherren und der Schulbehörden. Hier windet sich die Politik um Verantwortung die im Ernstfall aber auch das Leben unserer Kinder mit Behinderungen gefährdet.

    Inklusion umzusetzen bedeutet auch dementsprechend Pädagogen mit Behinderungen in den Schulen ebenfalls zu beschäftigen.
    Da aber die Räumlichkeiten und die Barrierefreiheit nur langsam voran kommt scheitert auch hier unsere Politik und Kultusministerin
    Schulen sind Orte von Kulturellen Veranstaltungen, Konzerte, Kunstausstellungen, Theater, Projekwochen und Sportveranstaltungen.
    Dennoch aber können viel Betroffene Eltern oder Großeltern mit Behinderungen diese Veranstaltungen besuchen noch zum Elterabend oder Elternsprechtag erscheinen da die Barrierefreiheit nicht da ist. Ja auch das gehört dazu. Es reicht also nicht aus nur eine Schule in der Kommune Barrierefrei ausgestattet zu haben
    .
    Die Politik erfüllt bei weitem insbesondere in Niedersachsen nicht mal die eigenen vorgegebenen Ziele zur Umsetzung der Inklusion und der Barrierefreiheit.

    Mehrere Studien zeigen obendrein das Inklusion eine Frage des gesamten Schulsystem ist. Ob Pisa, Iglo, Konrad Adenauer Stiftung, Bertelsmann und Hochschule Hannover.
    Unsere Mehrgliedriges Schulsystem lässt sich nicht Inklusiv reformieren und verweigert die Inklusion in weiten Teilen sogar.

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