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Missglücktes Mathe-Abitur: Philologenverband kritisiert „katastrophales Krisenmanagement“ von Heiligenstadt

HANNOVER. Als „skandalös“ hat der Philologenverband Niedersachsen die nach seinen Angaben anhaltende Untätigkeit des Kultusministeriums im Hinblick auf die Bewertung der verfehlten Abituraufgaben in Mathematik kritisiert. „Das Krisenmanagement von Ministerin Heiligenstadt in dieser für viele Schüler, Lehrkräfte und Eltern sehr wichtigen Frage ist schlicht katastrophal“, betonte der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Horst Audritz.

Unter Druck: Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Foto: Martin Rulsch / Wikimedia Commons CC-by-sa 3.0/de

Unter Druck: Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Foto: Martin Rulsch / Wikimedia Commons CC-by-sa 3.0/de

Angesichts der zahlreichen Beschwerden habe der Philologenverband die Kultusministerin mit Schreiben vom 11. Mai gebeten, „umgehend Maßnahmen zu ergreifen, damit den diesjährigen Abiturienten keine besonderen Benachteiligungen entstehen“. Bisher sei das Ministerium aber abgesehen von vagen Absichts­erklärungen untätig geblieben, kritisierte Audritz.

Offenbar könne Heiligenstadt nicht den enormen Zeitdruck nachvollziehen, unter dem die Fachprüfungsausschüsse und Prüfungskommissionen in den Schulen stünden, da Gutachten und Noten in etwa 14 Tagen feststehen müssten, die Maßstäbe aber bislang unklar seien. Ebenso ignoriere die Ministerin offensichtlich den aus der Ungewissheit resultierenden Stress, unter dem die betroffenen Schüler stünden, so Audritz.

Ziel müsse es sein, dass die vom Kultusministerium zu verantwortende verfehlte Aufgabenstellung nicht zu Lasten der Schüler gehe und den Lehrkräften endlich klare Maßstäbe für die Leistungsbeurteilung gegeben würden, unterstrich Audritz. Die Ministerin müsse jetzt endlich tätig werden.

«Nach unserer Einschätzung war die Bearbeitungszeit offenkundig nicht ausreichend», so hatte das Ministerium in der vergangenen Woche eingeräumt, eine Wiederholung der Klausuren aber abgelehnt. „Die Aufgaben waren anspruchsvoll, aber vom Schwierigkeitsgrad her leistbar“, so hieß es. Stattdessen soll der Bewertungsmaßstab nun angepasst werden. N4t

Zum Bericht: Umstrittenes Mathe-Abi in Niedersachsen – Ministerium räumt ein: Zu wenig Zeit vorgegeben

 

7 Kommentare

  1. Das Ministerium könnte die Aufgaben inkl. Erwartungshorizont ja mal veröffentlichen. Dann könnten auch mal andere Lehrer aus anderen Bundesländern die Anforderungen mit denen aus „ihrem“ Bundesland vergleichen und einordnen.

  2. Werner Schneyder

    „Skandalös“ ist, dass der Philologenverband übersieht, dass die Matheklausur von Philologen konzipiert worden ist. Man beschimpft also seine eigenen Leute.

    • Wenn es in Niedersachsen so läuft wie in NRW, werden vom Dezernat einzelne Schulen zur Konzeption von Aufgaben beauftragt. Die Schulleitung verteilt das dann an freiwillige Lehrer oder „bittet“ notfalls Lehrer dazu, sprich Dienstanweisung. In Ihrer unbezahlten (!) Freizeit werden dann die Aufgaben konzipiert und an das Dezernat weitergeleitet. Irgendeine Gruppe im Dezernat sucht sich dann aus einem großen Pool die endgültigen Aufgaben aus. Wenn Sie das mit Ihrem Kommentar sagen wollten, haben Sie recht. Andernfalls habe ich einige Details ergänzt.

      • Nix Dezernat in SchuMi – extern ==> sprich QUa-LIS.

        Soest kann auch etwas Anderes als Pumpernickel:)

        • fur das Abitur 2013 wurde ich „gebeten“ …

          • Ich habe gelernt, dass man nicht jeder Einladung folgen muss:)

            Aber manche Einladungen sind einfach zu verlockend, so dass man sich gerne „bitten“ lässt.

            Bin ich froh, dass ich allenfalls ZP10-Angebote erarbeiten müsste, was die sache gleich viel verlockender macht.

  3. Frau Heiligenstadt ist, wie schon häufig in der Vergangheit, als Ministerin völlig überfordert.

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