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Umfrage: Immer mehr Eltern wollen nur ein Kind – aus Angst vor der finanziellen Belastung

MAGDEBURG. Für das erste Kind entscheiden sich Paare oftmals noch unabhängig vom Einkommen. Doch wenn dann über weiteren Nachwuchs nachgedacht wird, beginnt das große Rechnen. Dies ergab jetzt eine Umfrage in Sachsen-Anhalt.

Vielen Familien die finanzielle Situation zu unsicher, um mehr als ein Kind zu bekommen. Der Trend, der jetzt in einer auf Sachsen-Anhalt bezogenen Umfrage ausgemacht wurde (aber zumindest tendenziell auch für das übrige Deutschland gelten dürfte), geht zur Ein-Kind-Familie, wie es am Dienstag in Magdeburg hieß. An der Befragung «Wie familienfreundlich ist Sachsen-Anhalt?» Umfrage im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung nahmen rund 1000 Menschen teil.

So entschieden sich zwar viele Paare unabhängig vom Einkommen für ein Kind. Bevor jedoch der Wunsch nach einem zweiten Kind umgesetzt werde, beginne das große Rechnen. Neben dem Geld mangele es häufig auch an Zeit, Wohnraum oder sozialer Unterstützung. Dass es in vielen Fällen nur noch ein Kind pro Familie gibt, «liegt hauptsächlich an den finanziellen Ressourcen», erklärte Ringo Wagner, Leiter des Büros der Stiftung in Sachsen-Anhalt.

Seit 1990 hat sich der Zahl der Geburten pro Jahr im Land auf etwa
16.500 halbiert. Dies habe vor allem mit dem demografischen Wandel zu tun, schreiben die Autoren. Doch inzwischen beziehen die Eltern «die zusätzlichen finanziellen Belastungen stärker in ihre Familienplanung ein». Erst mit zunehmenden Einkommen werde der Wunsch nach einem weiteren Kind wahrscheinlicher.

Auch die Betreuung von Kindern sei für die Befragten ein wichtiger Aspekt. So müssten etwa die Öffnungszeiten von Kindertagesstätten flexibler gestaltet werden. Denn die Familien in Sachsen-Anhalt seien atypischen Arbeitszeiten, finanziellen und zeitlichen Belastungen am stärksten ausgesetzt.

Um die Situation von Familien in Sachsen-Anhalt zu verbessern, ist nach Angaben von 42 Prozent der Befragten eine bessere finanzielle Absicherung für Familien nötig. An zweiter Stelle folgte «eine Abschaffung des Bildungsföderalimus», wie es Wagner ausdrückte. Selbst wenn ein Kind innerhalb einer Stadt die Schule wechsele, benötige es einen komplett neuen Büchersatz. «Das ist lästig. Das muss nicht sein», sagte er. Bei einem Wechsel zwischen den Bundesländern verlieren die Kinder sogar bis zu einem Jahr. dpa

Ein Kommentar

  1. Wie ist das eigentlich in ärmeren Industrieländern wie Irland, Israel, Polen, Ukraine?

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