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GEW macht gegen die AfD mobil – weiß aber: Auch Gewerkschaftsmitglieder wählen rechts

DÜSSELDORF. Die bevorstehenden Wahlen sind Anlass für die GEW, sich mit den aktuellen politischen Entwicklungen und insbesondere mit dem anwachsenden Rechtspopulismus zu befassen. Sie will insbesondere über die Ziele der rechtspopulistischen Partei AfD aufklären – und für die Wahl demokratischer Parteien werben. „Wir können nicht zulassen, dass die AfD weiter an Boden gewinnt. Diese Partei ist rassistisch und in Wahrheit zutiefst arbeitnehmerfeindlich! Sie will unsere Gesellschaft spalten und sät Angst und Hass. Dagegen beziehen wir klar Stellung. Gegen rechtspopulistische Hetze ist Zivilcourage angesagt“, erklärte heute die nordrhein-westfälische GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer aus Anlass einer Tagung der Gewerkschaft in Aachen.

Die GEW - hier Mitglieder bei einer Aktion im Tarifstreit - macht gegen die AfD mobil. Foto: Archiv/GEW

Die GEW – hier Mitglieder bei einer Aktion im Tarifstreit – macht gegen die AfD mobil. Foto: Archiv/GEW

Für die GEW sei es nicht hinnehmbar, so Schäfer, dass die AfD und der Rechtspopulismus nicht nur Ängste vor Zuwanderern und antiislamistische Ressentiments schüren. Sie wollten auch die Rechte der Gewerkschaften und Betriebsräte beschneiden und zum Beispiel die Arbeitslosenversicherung privatisieren. Demagogie, Fremdenfeindlichkeit, gesellschaftliche Spaltung und nationale Abschottung gehörten zum Markenkern dieser Partei, wovon die Gewerkschaften sich abgrenzen müssten. „Die Gewerkschaften treten für eine freiheitliche, tolerante und vielfältige Gesellschaft ein. Bei uns wird Solidarität groß geschrieben. Die Würde des Menschen ist unantastbar“, erklärte Schäfer und nahm auch Bezug zum gestrigen Antikriegstag: „Der Antikriegstag ist für uns historisches Vermächtnis. Krieg ist kein Mittel zur Lösung der internationalen Konflikte. Doch weltweit sind viele Millionen Menschen heute Opfer, die vor Elend und Gewalt fliehen. Wir müssen weiterhin Asyl und Schutz für Verfolgte gewähren und für die Geflüchteten ein Leben in Frieden und Sicherheit bieten.“

Bei der künftigen politischen Auseinandersetzung setze die GEW auf demokratische Debatten und eine inhaltliche Auseinandersetzung über die richtigen Konzepte. Es sei kein Geheimnis, so Schäfer, dass Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien auch Gewerkschaftsmitglieder zu der Entscheidung gebracht hätten, die AfD zu wählen. „Nicht alle AfD-Wählerinnen und -Wähler sind Rassisten oder Neonazis. Viele von ihnen wollten der etablierten Politik einen Denkzettel verpassen. Das muss den etablierten Parteien, aber auch uns zu denken geben.“

Zur traditionellen Schuljahresauftaktkonferenz erwartet die GEW Nordrhein-Westfalen rund 250 ehrenamtliche Funktionärinnen und Funktionäre aus dem gesamten Landesverband in Aachen. Zur Debatte um das Thema „Rechtspopulismus und Gewerkschaften“ sind Gewerkschaftsvertreter*innen aus Baden-Württemberg, den Niederlanden und aus Österreich eingeladen. Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW in Baden-Württemberg, gibt einen Überblick über die Situation in ihrem Bundesland. Ralf Woelk, Regionsgeschäftsführer der DGB-Region NRW Süd-West, wird ein Grußwort an die Teilnehmenden richten. Zu Beginn der Konferenz wird der Leiter des parlamentarischen Verbindungsbüros der GEW in Berlin, Nils Kammrath, über politische Vorstellungen und das Wahlverhalten von DGB-Mitgliedern referieren.

In Workshops und Foren werden neben den zentralen Feldern der Bildungs- und Beschäftigungspolitik die Möglichkeiten gewerkschaftlichen Engagements vor Ort und am Arbeitsplatz bei der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus diskutiert. „Mit der Tagung GEW-Aktiv haben wir ein interessantes und vielfältiges Arbeits- und Diskussionsforum rund um den Arbeitsplatz Bildung geschaffen. Unsere Mitglieder sind hoch motiviert für gewerkschaftliches Engagement“, sagte die GEW-Landesvorsitzende abschließend.  N4t

Zum Bericht: Diskussion um Besuch von NPD- und AfD-Politiker an Rostocker Schule   

 

 

41 Kommentare

  1. Also wenn man das alles so liest, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es schlimm sei rechts zu sein. Ich versteh die Aufregung nicht

    • Ob Lehrer und AfD-Wähler zusammenpasst, ist schon eine Frage.

      • Sagen wir, die AfD kommt bundesweit auf 10%…dann ist rein statistisch jeder 10. Lehrer der wählen geht ein AfD Wähler. Also ist wahrscheinlich in jedem Kollegium mindestens ein Lehrer unter diesen 10%.

        Mir stellt sich eher die Frage, ob Lehrer und „Die Linke“/ „Grüne“ Wähler sein zusammen passt. Das macht mir mehr Sorgen.

        • Molat, das ist schlicht dummes Zeug.
          Statistisch ist zum Glück nicht jeder 10. Lehrer AfD-Anhänger. Lehrer haben studiert und haben damit „statistisch“ einen höheren IQ als der Durchschnitt. Die AfD-Wähler sind laut Studien eher dumm (eine Banalität angesichts des Wahlprogramms und der Lösungsvorschläge dieser Partei, aber es sei noch einmal gesagt).

          Auch ist die Mehrheit der Lehrerschaft weiblich, die Mehrheit der AfD-Wähler männlich.

          Ich sehe folgende Unvereinbarkeit zwischen dem Lehrerberuf und der Wahl der AfD: Die AfD grenzt ganz bewusst Menschen aus (mancher würde das auch als menschenfeindlich bezeichnen).
          Wie soll ein Lehrer seinen Aufgaben nachkommen, wenn er Moslems, Farbige und Flüchtlinge ablehnt, also rassistische Tendenzen hat?

          • Ihr Beitrag entspricht meiner Meinung nach den stereotypen Unterstellungen und Hetz-Kampagnen gegen die AfD.
            Ich erlaube mir, Ihren Terminus zu übernehmen und zu sagen: Küstenfuchs, „das ist schlicht dummes Zeug“.

          • @Küstenfuchs
            Sie wissen schon, dass die AfD bei den letzten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg Stimmen von so ziemlich allen anderen Parteien erhielt?
            Ich finde es unerträglich, wie Sie hier permanent Wähler einer Partei in die Nähe von „Dumpfbacken“ rücken.
            Denken Sie vielleicht auch mal darüber nach, warum die AfD diesen Höhenflug erlebt? Zu einem hohen Prozentsatz sind es Protestwähler, die der Politik des aktuell in Berlin regierenden Personals nichts mehr „abgewinnen“ können und sich mangels politischer Altenativen entweder ihrer Stimme enthalten oder aber eben dieser Partei AfD geben.

            Es ist doch zweifelsfrei die Dummheit der herschenden Politik-Akteure unter Führung von Frau Merkel, die nicht sehen oder nicht sehen wollen, dass ihre Politik von einem Großteil der Wähler abgelehnt wird.

            Ich empfehle Ihnen sehr, sich jenseits der Mainstream-Medien zu informieren. Bereits im „Cicero“ oder gar bei „Emma“ erhalten Sie z.B. bezüglich der „Flüchtlinge“ Einblicke, die Sie in den Mainstrem-Medien oft vergeblich suchen.

          • Ja und? hat doch deren Vorgänger in den 30er Jahren ebenfalls.

            Nur nach 45 gab es so gut wie keine PG mehr – nur noch weiße Schäfchen, evtl ein bischen grau …
            Der üebrwiegende Teil war sogar Opfer – im Regelfall zwar der eigenen Dämlichkeit, aber immerhin Opfer und nicht Täter!

          • Weil’s gerade so gut passt, hier ein Beitrag vom Chefredakteur der ZEIT im Cicero und sein bemerkenswertes Eingeständnis, was Merkel und die Medien beim Flüchtlingsthema alles falsch machten:

            http://www.cicero.de/berliner-republik/medien-ueber-die-grenzoeffnung-wir-waren-geradezu-beseelt-von-der-historischen-aufgabe

          • Ohne den Artikel zu kennen, es kann nur die Grenzöffnung in 1989 gemeint sein, oder?

          • @dickebank
            Eigentlich überflüssig, auf ihre merkwürdigen Zeilen einzugehen. Soll es Ironie/Sarkasmuss sein oder meinen Sie es ernst?

            Lesen bildet – ab und zu jedenfalls. Deshalb lege ich Ihnen diesen Artikel sehr ans Herz, zumal er aus der Mitte der Mainstream-Presse stammt, und bspw. nicht aus der „populistischen“ Feder eines Roland Tichy, grins.
            Einige Journalisten erkennen Entwicklungen bereits im Ansatz, andere brauchen dafür etwas länger. So ist das eben mit der Intelligenz auch bei den Medienleuten.

          • @mehrnachdenken
            Ich rücke AfD-Wähler nicht in die Nähe von Dumpfbacken, ich behaupte sie sind welche.
            Die erkennen nämlich nicht, dass z.B. die Landesregierung in M-V nahezu keinen Einfluss auf Flüchtlingspolitik hat. Die AfD hat in M-V Wahlkampf mit Bundesthemen gemacht, eigentlich ein Grund, sie abzustrafen.
            Auch erkennen die Dumpfbacken nicht, dass die AfD nachweislich wissenschaftlichen Unfug wie zum Beispiel das Leugnen des Klimawandels vertritt und zum großen Teil auch Positionen vertritt (wie die Verlängerung der Lebenarbeitszeit), die sie nie und nimmer akzeptieren würden.

            Protestwahl ist ja schön und gut, und ich stimme zu, wenn sie sagen, dass die Bundesregierung wenig richtig gemacht hat in letzter Zeit, aber ich muss mir doch mal anschauen, wen ich ja wähle und ob diese Partei sinnvolle Positionen vertritt, die auch genügend durchdacht sind. Aber genau das scheint ja offenbar nicht zu klappen.

            Und auf meine letzte Frage hat hier noch keiner geantwortet: Wie kann ein Lehrer AfD-Wähler sein, der Flüchtlinge, Moslems, Fabige oder Schwule ablehnt, sie aber gleichzeitig unvoreingenommen und liebevoll unterrichten soll?

          • @ Küstenfuchs: Einerseits gebe ich Ihnen recht, das Programm der AfD ist gespickt mit wissenschaftlichem Unfug (Klimawandel) und nicht umsetzbaren Forderungen (Flüchtlinge), was die Parteioberen natürlich auch alle wissen.

            Andererseits haben alle Menschen in den neuen Bundesländern unabhängig vom sozialen Status den Nationalsozialismus, den Krieg, die DDR und den sozialen Abstieg nach der Wiedervereinigung erlebt, was mit Wohlstand, Sicherheit, Freiheit wenig gemeinsam hat. Die etablierten Parteien haben zumindest gefühlt wenig Muße, daran irgendetwas ändern zu wollen, noch dazu gleichen sie sich immer weiter aneinander an. Die AfD hat zwar überaus bedenkliche, aber wenigstens Positionen zu Themen, die über inhaltsleeres Blabla hinaus gehen.

            Meiner Meinung nach könnte die SPD mit der AfD koalieren, auf ihre Forderungen im Koalitionsvertrag eingehen, die AfD 6 Monate lang das Land vollends an die Wand fahren lassen, die Koalition bei der erst besten Gelegenheit auflösen und neu wählen lassen. Dann haben die Menschen hoffentlich erkannt, was sie sich 2016 für einen Mist zusammengewählt haben. Nach der Neuwahl ist die AfD (hoffentlich) auf ein gesundes Maß zusammengeschrumpft und es kann aufgeräumt werden. Dieses Mal aber (ebenfalls hoffentlich) mit dem Ziel, das Land voran zu bringen und nicht um wiedergewählt oder in den gut dotierten Aufsichtsrat eines Unternehmens berufen zu werden.

          • @Küstenfuchs
            Keine direkte Antwort auf Sie (04.09./ 19.52 h), aber eine kritische Einschätzung der „Flüchtlings“politik von Frau Merkel durch Wolfgang Müller-Michaelis, Wirtschaftswissenschaftler und emeritierter Honorarprofessor für Angewandte Kulturwissenschaften an der Leuphan-Universität in Lüneburg:

            Zu dieser (unvollständigen) Mängelliste der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gehören vor allem die folgenden zehn Punkte:

            1.
            Vorderasien und Afrika im Zusammenhang mit der Bewältigung der Migrantenströme der unmittelbaren deutschen Nachbarschaft zuzuordnen und damit eine politische Verantwortlichkeit Deutschlands zu reklamieren, die völkerrechtlich dem UNHCR obliegt.

            2.
            Deutschland, in das nach Gebietsabtretungen von einem Drittel seines Territoriums als Folge zweier Weltkriege die Bevölkerung dieser Gebiete als Opfer völkerrechtswidriger ethnischer Säuberungen hineingepresst wurde und das damit die höchste Bevölkerungsdichte unter den europäischen Flächenstaaten aufweist, zusätzlich zum Einwanderungsland vorderasiatischer und afrikanischer Völker zu erklären.

            3.
            Gegen den Mehrheitswillen der einheimischen Bevölkerung jedem Ausländer, der darauf Anspruch erhebt, Zugriff auf das deutsche Sozialbudget zu gewähren, was durch den Multiplikatoreffekt bei großen Zuwanderer-Familienverbänden häufig zu dauerhaften absurd-hohen Finanzabflüssen in die Herkunftsländer der Migranten führt.

            4.
            Den dem Christen- und Judentum gegenüber feindselig eingestellten Islam zur deutschen Nationalkultur zugehörig zu erklären.

            5.
            Bei weichenstellenden Entscheidungen grundlegende völkerrechtliche Kriterien, die wie territoriale Integrität und Rechtsstaatsprinzip für die staatliche Souveränität stehen, zumindest zeitweilig mit der Begründung auszusetzen, dass dem Verfassungsrecht ein “Moralischer Imperativ” übergeordnet sei.

            6.
            Die Behauptung, dass es zu den hohen Werten europäischer Kultur gehöre, unbegrenzte (überwiegend islamische) Einwanderung hinzunehmen bzw. zuzulassen, obgleich in der Europäischen Union außer der deutschen Bundesregierung nur eine verschwindend kleine Minderheit diese Auffassung vertritt, während sie von der großen Mehrheit der EU-Mitgliedsländer nicht geteilt wird.

            7.
            Dem Asylrecht durch systematischen Missbrauch einerseits seine ihm ursprünglich zugedachte Schutzfunktion zu entziehen und es andererseits zur Ermöglichung massenhafter Einwanderung zu instrumentalisieren.

            8.
            Gegen den Mehrheitswillen der Deutschen und Europäer (!) die unbegrenzte Aufnahmebereitschaft für überwiegend muslimische Migranten aus Vorderasien und Afrika zu bekunden und damit nicht nur eine Spaltung unter den Deutschen herbeizuführen, sondern darüber hinaus Deutschland in Europa zu isolieren und zusätzlich das europäische Einigungswerk aufs Spiel zu setzen.

            9.
            Aus der willkürlichen Entscheidung, massenhafte ungeordnete und unbegrenzte islamische Einwanderung zuzulassen, bekannte, in die Zukunft weisende Entwicklungsfaktoren, wie die bei islamischen Völkern vergleichsweise deutlich höheren Geburtenraten auszublenden und damit die einheimische Bevölkerung einem auf der Zeitachse absehbaren Minderheitenstatus auszuliefern.

            10.
            Dass der situativ sicherlich gut gemeinte, aber inzwischen heiß umstrittene Motivierungsspruch der Bundeskanzlerin “Wir schaffen das!” peinlicherweise fast aufs Wort der Durchhalteparole des X. Parteitages der SED von 1981 “Das schaffen wir!” entspricht.

            Nun, die Leuphana-Uni ist nicht als Ausbildungsinstitut für rechtes Gedankengut bekannt. Eher ist das Gegenteil der Fall. Umso mehr verblüffen mich diese 10. Punkte.

          • xxx, da zieht’s einem glatt die Schuhe aus. Sie schreiben: „Andererseits haben alle Menschen in den neuen Bundesländern unabhängig vom sozialen Status den Nationalsozialismus, den Krieg, die DDR und den sozialen Abstieg nach der Wiedervereinigung erlebt, was mit Wohlstand, Sicherheit, Freiheit wenig gemeinsam hat. Die etablierten Parteien haben zumindest gefühlt wenig Muße, daran irgendetwas ändern zu wollen, noch dazu gleichen sie sich immer weiter aneinander an. Die AfD hat zwar überaus bedenkliche, aber wenigstens Positionen zu Themen, die über inhaltsleeres Blabla hinaus gehen.“

            Sozialer Abstieg nach der Wiedervereinigung? Das Leben dort hat mit Wohlstand, Sicherheit, Freiheit wenig gemein? Mal mit Verlaub: Der Lebensstandard im Osten liegt mittlerweile auf West-Niveau (anders als vor 1989) – der Zustand der Städte ist, wenn man’s mal zum Beispiel mit dem Ruhrgebiet vergleicht, um Klassen besser. Jeder Ostdeutsche ist frei (anders als vor 1989), seine Meinung zu äußern. Sogar so frei, Demokratiefeinde wie die NPD und (Teile der) AfD zu wählen. Sicherheit? Deutschland (und zwar ganz Deutschland) ist einer der sichersten Staaten der Welt.

            „Die AfD hat zwar überaus bedenkliche, aber wenigstens Positionen zu Themen, die über inhaltsleeres Blabla hinaus gehen“, schreiben sie. Die AfD hat nur destruktive Positionen – sie ist eine Gegen-Partei. Wofür steht sie denn? Schlimm ist, dass ein offenbar nennenswerter Bevölkerungsanteil in Ostdeutschland auch nach Jahrzehnten der Diktaktur-Erfahrung noch immer nicht weiß, was er an der Demokratie hat – nämlich die Möglichkeit, Politik konstruktiv mitzugestalten. Aber dafür muss man ja was tun, sich engagieren. Jammern, gegen liberale Kräfte und Ausländer hetzen, montags bei Pegida mitmarschieren und ein Kreuzchen in der Wahlkabine bei der AfD/NPD zu machen, ist leichter. Echt traurig.

          • @Anna: Es geht um das Gefühl und die einfachste Lösung („Sündenbocktheorie“).

            Waren Sie schon einmal auf dem platten Land der neuen Bundesländer? Da gibt es nichts, keine Arbeit, keine Infrastruktur usw.. Mit Sicherheit war bis 1989 in der DDR nicht viel her, heutzutage zählt die soziale Absicherung, die mit den Hartz-Gesetzen im Prinzip abgeschafft wurde.

            Was hat der Mensch an der Demokratie? Seit Helmut Kohl wird der kleine Mensch wie Wahlvieh behandelt und finanziell geschröpft, während die reiche Oberschicht immer reicher wird. Ob der Kanzler Kohl, Schröder, Merkel sonst wie heißt, spielt keine Rolle. Die etablierten Parteien sind alle nahezu gleich geworden.

            Wohl gemerkt: Es geht um Gefühle. Ich weiß genauso wie Sie, dass die AfD reiner Protest ist und inhaltlich unhaltbare Positionen vertritt.

          • xxx, wenn Sie von „Gefühlen“ vieler Ostdeutscher sprechen/schreiben, dann haben Sie zweifellos recht – in Ihrem Post oben klang das so, als hielten Sie eine solche Einstellung für objektiv gerechtfertigt.

          • Es tut mir leid, wenn Sie meinen Kommentar missverstanden haben. Die Einstellungen sind natürlich nicht objektiv gerechtfertigt. Ich kann sie aber aus den oben genannten Gründen objektiv nachvollziehen, so schlimm es ist.

        • Nur ist die Flüchtlingspolitik nicht Gegenstand der landespolitik. Folglich bleibt der Dumpfbacken-Vorwurf bestehen. der reifft allerdings nicht die AfD-Wähler alleine, ich erinnere an die Koch-Kampagne in Hessen, die dazu führte, dasss mündige Bürger fragten, wo man gegen die ausländer unterschreiben könne.

          Tatsache ist, dass die gesellschaftlichen Umbrüche so groß sind, auch ohne Flüchtlinge, dass das Veränerungstempo dergestalt hoch ist, dass allein dadurch sich schon viele abgehängt fühlen. Selbst wenn die etablierte Politik Erklärungsversuche startet, diese werden von großen Bevölkerungsteilen nicht mehr verstanden, bzw. werden diese Erklärungsversuiche schlichtweg ignoriert.

          Führen Sie doch einmal in einer Sekundarschule im 8. Jhg. einen Elterninformationsabend zur Berufswahlorientierung durch. Sie können froh sein, wenn Sie 30% der Elternschaft begrüßen dürfen. Ein Teil der vor Ihnen sitzenden sind dann Elternpaare, wenn sie diesen Anteil noch einmal abziehen, dann sitzen da weniger als 25% der Erziehungsberechtigten der Schülerschaft.

          Glauben Sie, dass das bei politisch relevanten Fragestellungen anders aussieht?

          Es fehlt den Volksparteien ähnlich wie den Gewerkschaften den Kirchen und anderen Verbänden die Vernetzung hinein in die Milieus. Letzteres kann nicht verwundern, die oben angesprochenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingen und Veränderungsptozesse haben die Milieus aufgelöst bzw. zerbröckeln lassen.

          • @dickebank
            „Nur ist die Flüchtlingspolitik nicht Gegenstand der landespolitik. Folglich bleibt der Dumpfbacken-Vorwurf bestehen.“

            Einspruch „Euer Ehren“. Es sind doch gerade die Länder und Kommunen, die diese falsche Politik schultern müssen.
            Ich erinnere an Boris Palmer (Grüner), OB in Tübingen, der dieser Willkommenspolitik klar die rote Karte zeigte.

            Ich führe den erstaunlich hohen Stimmenanteil der SPD u.a. darauf zurück, dass sich Erwin Sellering am Ende des Wahlkampfes mit sehr deutlichen Worten von Frau Merkel und iher „Flüchtlings“politik distanzierte.
            Da frage ich mich aber schon, warum seine „Sprüche“ bei einigen Wählern offensichtlich so verfingen. Immerhin sitzt die SPD mit der CDU in der GroKo, und sie hat die vielen Menschen genauso begeistert begrüßt wie die CDU.

            Wer ist hier also eine „Dumpfbacke“?
            Die AfD-Wähler, die ein klares Zeichen gegen diese falsche Politik gesetzt haben oder die SPD-Wähler, die sich von durchsichtigen Parolen ihres Spitzenkandidaten beeinflussen lassen?

          • Na, mehrnachdenken – wieder als Wahlwerber für die AfD und andere Rechtspopulisten unterwegs?

            Sie, küstenfuchs, haben hier etwas ganz Wichtiges geschrieben:

            „Ich sehe folgende Unvereinbarkeit zwischen dem Lehrerberuf und der Wahl der AfD: Die AfD grenzt ganz bewusst Menschen aus (mancher würde das auch als menschenfeindlich bezeichnen). Wie soll ein Lehrer seinen Aufgaben nachkommen, wenn er Moslems, Farbige und Flüchtlinge ablehnt, also rassistische Tendenzen hat?“

            Ich möchte an dieser Stelle an einen Streit erinnern, den ich in diesem Forum mit einem Lehrer mit dem Alias-Namen MMeier hatte. Er schrieb – bezogen auf Muslime:

            „Diese Leute sind absolut patriarchal geprägt und verstehen nur das was ihnen ein Stärkerer, zur Not mit Meinungsverstärker (und nein, damit meine ich keine Gewalt in Deutschland, wobei es in den Herkunftsländern meist darauf hinaus läuft, sondern konsequentes Auflaufen lassen und das Hausrecht mit der Polizei durchzusetzen – bloß keine Schwäche zeigen), autoritär aufzwingt.“

            Auf meine Frage hin, ob er so auch mit seinen muslimischen Schülern umgehe, kam als Antwort ein lapidares: „Ja!“

            Die AfD ist zwar eine Dumpfbacken-Partei, da haben Sie völlig recht, Küstenfuchs. Das macht sie aber nicht ungefährlich. Sie trägt hier zu einem politischen Klima bei, bei dem manche offenbar alle Hemmungen verlieren, ihren Rassismus auszutoben – offenbar leider auch einzelne Lehrer.

          • Nur weil Sie und Küstenfuchs im Gegensatz zu „mehrnachdenken“ undifferenzierte politische und persönliche Urteile in Form von Diffamierungen fällen, muss noch lange nicht stimmen, was Sie sagen, auch wenn Sie es noch so sehr in dem üblichen Brustton der Überzeugung vorbringen.

          • @ mehrnachdenken: Flüchtlingspolitik machen (Bund) und schultern müssen (Land / Kommune) sind zwei verschiedene Dinge. Der Bund macht es sich in der Sache leider sehr und viel zu einfach.

          • In wie weit mache ich undifferenzierte Aussagen? Die Wahlanalyse M-V sagt:
            1. Menschen mit geringer Bildung wählen fast doppelt so oft AfD wie Menschen mit hoher Bildung.
            2. Hauptgrund für die Wahl der AfD war die Flüchtlingspolitik.

            Also stimmt es doch, dass die AfD eher von dummen Menschen und von denen, die zu dumm sind, das Wahlsystem zu durchdringen, gewählt wird. Das sind Fakten!

          • Lieber Küstenfuchs,

            ärgern Sie sich nicht – die Erfahrung mache ich hier, seit ich in diesem Forum mitmische. Wenn Sie dem rechtspopulistischen Unsinn widersprechen – oder auch nur mal den Verbreitern hier mit kritischen Nachfragen auf den Zahn fühlen wollen -, dann „diffamieren“ Sie, dann machen Sie „undiffernzierte Aussagen“ oder Sie „lügen“. Mit Kritik können diese Herrschaften nicht umgehen; das wird noch lustig in den Landtagen.

  2. – Hm, ist die GEW nicht eine Gewerkschaft? Nach meiner Erinnerung dienen Gewerkschaften dem Ziel, die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber den Arbeitgebern zu vertreten, oder? Was hat das mit der AfD zu tun?
    – Immerhin ist „Nicht alle AfD-Wählerinnen und -Wähler sind Rassisten oder Neonazis.“ eine klare Standortbestimmung. Darf man daraus schließen, dass in Mecklenburg-Vorpommern vermutlich weniger als 20% der Wähler Rassisten oder Neonazis sind?
    – Gibt es eigentlich auch Rassistinnen?

  3. Christian Möller

    Die GEW wird mir immer suspekter.

  4. @Bernd
    Vorweg: Mein Kommentar von 13:21 Uhr war an Sie gerichtet.
    Ansonsten: Sie fragen „mehrnachdenken“, ob er/sie wieder als Wahlwerber für die AfD und andere Rechtspopulisten unterwegs sei.
    Falls Sie sich wirklich für die Wahlwerber interessieren und nicht nur verunglimpfen wollen, kann ich Ihnen diesen Artikel empfehlen:
    http://kpkrause.de/2016/09/05/tolle-wahlkampfhelfer/

    • @Knut
      Danke für den Link.
      Tatsächlich, die AfD kann sich beruhigt zurücklehnen und amüsiert den „aufgeregten Hühnerhaufen“ – so mancher Hahn ist auch dabei, lach – von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten über die Politiker der etablierten Parteien bis zu einigen Printmedien betrachten und deren heftiges Eindreschen auf diese Partei verfolgen. Je heftiger die sich ins Zeug legen und die AfD in übelster Weise beschimpfen und verunglimpfen, desto mehr Stimmen wird sie bekommen.
      Immerhin erhielt diese Partei so einen hohen Stimmenanteil, obwohl ihr von allen Seiten „eisiger Wind ins Gesicht blies“. Es blieb aber nicht bei den Verbalattacken, sondern massenweise wurden Wahlplakate zerstört und die AfD hat immer wieder Mühe, Räumlichkeiten für Kundgebungen anzumieten, weil die Betreiber extrem unter Druck gesetzt werden. Diesen Druck spürt übrigens auch so mancher Wähler. Besser kann es jedenfalls für die berufliche Karrriere sein, nicht in jedem Fall seine Wahlentscheidung publik zu machen.
      Wie müssen den anderen Parteien die „Hosen schlottern“, wenn sie sich so massiv auf diese Partei stürzen?

      Wenn ich Frau Merkels erste Stellungnahme zu dem Wahldebakel ihrer Partei in ihrem Bundesland richtig verstehe, sieht sie keinen Anlass, ihre Politik zu ändern. Im Grunde genommen geht das auch nicht mehr, weil sie bei vielen Bundesbürgern einfach den letzten Kredit verspielt hat.
      Gut, auch diese offensichtliche Realitätsverweigerung wird der AfD in die Karten spielen.

      „Bernd“, weder bin ich ein Anhänger oder gar Mitglied der AfD, geschweige denn ihr Wahlhelfer. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich aber diese politische Entwicklung vor einem Jahr als mögliches Szenario vorhergesagt.

  5. @Küstenfuchs
    Die Aussage „Menschen mit geringer Bildung wählen fast doppelt so oft AfD wie Menschen mit hoher Bildung“ würde stimmen, wenn sie gesichert wäre. AfD- freundliche Wahlanalysen sprechen von einer hohen Bildung der AfD-Wählerschaft. Auch diese Aussage ist für mich nichtssagend, weil ich weiß, woher sie kommt.
    Es ist genauso wie bei den Bildungsstudien. Da informiere ich mich auch gern, aus wessen Feder sie stammen.
    Ihre zweite Aussage ist für mich nicht „undifferenziert“. Sie stimmt einfach und wird von keinem politischen Lager bestritten.

  6. Auch News4teachers hat schon über den Zusammenhang von schlechter Bildung und Anfälligkeit für rechtspopulistische Parolen berichtet – es ist nicht nur eine Studie, die zu einem solchen Befund kommt: http://www.news4teachers.de/2016/06/der-brexit-macht-deutlich-ohne-bildung-funktioniert-die-demokratie-nicht/

    Von Wahlanalysen, die AfD-Wählern einen hohen Bildungsgrad attestieren, habe ich allerdings noch nie gelesen. Woher sollen die stammen – vom Postillion?

    • Erwarten Sie wirklich eine Antwort, die Sie dann in gewohnter Manier niedermachen und meine Person gleich dazu? Es dürfte doch auf der Hand liegen, dass die Wählerschaft der AfD aus verschiedener Perspektive auch verschieden beurteilt wird.
      Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die vielen Abgewanderten aus den sog. etablierten Parteien, von denen zur Zeit die Rede ist, vereine vor allem eins, nämlich Dummheit?
      Genauso gut könnte behauptet werden, dass die Gegner der AfD nur eins vereine, nämlich das Interesse, sich als intelligent darzustellen. Das wäre ebenso Polemik wie die Dummheits-Schelte.

    • @Bernd
      In Ihren Augen ist wohl jemand politisch nur gebildet, wenn er Ihrer Meinung folgt.
      Was Sie da von sich geben, ist einfach nur billige Polemik. Verfolgen Sie zu dieser Thematik die Einlassungen von Prof. Patzelt von der TU Dresden, der für mich ausgesprochen differenziert auf die AfD und auch auf Erscheinungen wie „Pegida“ blickt. Möglicherweise steht dieser „kluge Kopf“ für Sie aber auch schon im rechten Lager.

      Genauso könnte ich fragen, warum viele Lehrkräfte in der GEW Mitglied sind, obwohl gerade diese Lehrergewerkschaft massiv für die allerorts beklagten Zuständen in den Schulen zumindest mit verantwortlich ist. Ist das auch Dummheit?

      • Wie gehabt von Ihrer Seite – alles, was nicht ins Weltbild passt, wird ignoriert.

        Ich brauche die „Einlassungen“ eines einzelnen Wissenschaftlers, der in der Tat aufgrund seiner augenscheinlichen Nähe zu seinem Untersuchungsgegenstand gelinde gesagt umstritten ist (und meines Wissens zum Bildungsstand von Pegida-Anhängern nicht explizit geforscht hat), nicht – wenn gleichzeitig Dutzende Studien zu ähnlichen Ergebissen kommen, zuletzt die „Mitte“-Studien der Uni Leipzig.

        Aber der Klimawandel ist ja auch nur erfunden.

        Von politischer Bildung habe ich übrigens gar nicht geschrieben; es geht um den formalen Bildungsgrad. Und da weisen AfD-Wähler nunmal vergleichsweise selten Abitur und/oder Hochschulabschluss auf.

        Allerdings wären solche Analysen gar nicht notwendig gewesen. Menschen eines Bundeslandes, in dem es gerade mal 6000 Flüchtlinge gibt (einer auf 300 Bewohner) und dieses zum Anlass für eine Protestwahl nehmen, haben (offen gesagt) nicht mehr alle auf der Waffel. Sie haben offenbar in ihrem Leben noch kein einziges echtes politisches Problem gehabt – sonst würden sie kaum so leichtfertig mit ihrer Wählerstimme umgehen. Was machen solche Leute denn, wenn wir mal wirklich in schwierige Zeiten geraten (Arbeitslosigkeit, Krieg, Terror, Katastrophen etc.). Wer keine Probleme hat, macht sie sich – siehe Brexit.

    • Zumindest sind die Wähler der AfD so gebildet, dass 75 % von ihnen der AfD keine Lösungskompetenz auf den verschiedensten Gebieten zutrauen. Die Leute, die AfD wählen wissen also, dass diese keine Lösungen hat – aber sie wählen sie trotzdem.

      • Umso schlimmer. Was würden Sie von Leuten halten, die ein Auto kaufen, von dem sie wissen, dass es nicht fährt?

        • Die Leute müssen ja fürs wählen nix bezahlen – zumindest nicht an der Wahlurne. Somit ist der Fall etwas anders gelagert. Ich sag ja nicht, dass dieses Verhalten gut ist.

        • Im Prinzip ist das bei Wahlen wie im Internet. Wenn die Wahlen nicht geheim wären, würden die Ergebnisse für die AfD sicher nicht so gut aussehen. Im Internet wird auch gepostet, was man einem Menschen gegenüber direkt vielleicht nie sagen würde – sogar auch hier manchmal.

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