Startseite ::: Nachrichten ::: VBE fordert Informatikunterricht so schnell wie möglich für alle

VBE fordert Informatikunterricht so schnell wie möglich für alle

STUTTGART. Siebtklässler in Baden-Württemberg erhalten voraussichtlich bald eine Stunde Informatikunterricht pro Woche, sofern sie ein Gymnasium besuchen. Erst im nächsten Schritt sollen alle weiterführenden Schulen einbezogen werden. Der VBE dängt aufs Tempo und mahnt, vor Stellengeschacher zwischen den verschiedenen Schulformen.

Dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg geht die geplante Einführung des einstündigen Informatikunterrichts an Gymnasien nicht weit genug. Stattdessen forderte der Verband, alle weiterführenden Schulen so schnell wie möglich mit einzubeziehen. Gerhard Brand, Landesvorsitzender des VBE, sagte: «Unsere Umfrage im vergangenen Jahr hat deutlich gezeigt, dass dieser für die Zukunft wichtige Bereich an allen weiterführenden Schulen notwendig ist.»

Informatikunterricht bekommen in Baden-Württemberg zunächst nur die Gymnasiasten. Foto Triplec85 / Wikimedia Commons (CC0)

Informatikunterricht bekommen in Baden-Württemberg zunächst nur die Gymnasiasten. Foto Triplec85 / Wikimedia Commons (CC0)

Laut den «Stuttgarter Nachrichten» stimmt das grün-schwarze Landeskabinett am Dienstag voraussichtlich der Einführung von Informatikunterricht für Siebtklässler an allgemeinbildenden Gymnasien. Diese Schüler erhalten vom kommenden Schuljahr an eine Stunde pro Woche Informatikunterricht. Alle anderen Schulen müssen erst mal warten.

Allerdings ist in der Vorlage laut der Zeitung verankert, dass das Ministerium beauftragt werde, im nächsten Schritt eine Konzeption für die weitere Implementierung des Informatikunterrichts an den Gemeinschaftsschulen sowie den anderen weitergehenden Schulen zu erstellen. Darauf hatten die Grünen gedrungen. Der VBE begrüßte diesen Schritt.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) muss sparen. Statt der beantragten 160 hatte sie im Zuge der Haushaltsverhandlungen nur 60 Lehrerstellen bekommen. Der grün-schwarze Koalitionsvertrag sieht vor, dass die Informatik in den Schulen unter anderem mit dem «Aufbaukurs Informatik» in Klasse 7 aller weiterführenden Schulen vorangetrieben werden soll.

In der repräsentativen Umfrage, die der VBE zusammen mit dem Ditigalverband bitkom und der Learntec durchführte, sprachen sich 54 Prozent der Lehrkräfte dafür aus, Informatik und anderen Digitalthemen einen höheren Stellenwert einzuräumen. 35 Prozent plädierten sogar dafür, dass Programmieren zu Alltagsfähigkeiten wie Rechnen oder Schreiben gehören sollte. 82 Prozent der Lehrer wünschen sich laut dem VBE außerdem, dass die einschlägigen Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte ausgebaut werden. 73 Prozent fordern darüber hinaus, dass das Lehramtsstudium besser auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht vorbereiten soll.

Brand forderte die Parteien auf, das Geschachere um die Stellen an verschiedenen Schularten einzustellen: «Es ist die Verpflichtung des Landes gegenüber der nachwachsenden Generation diese Bildung für alle sicherzustellen. Was wir hier gerade erleben gleicht einer Feilscherei auf dem Basar und hat mit solider Bildungspolitik nichts zu tun.» (dpa)

6 Kommentare

  1. Ok, es gibt ein paar Lehrerstellen dafür. Aber gibt es auch die ausgebildeten Informatiklehrer? Oder besteht der „Informatik“-Unterricht dann daraus, den Browser, WORD und Excel bedienen zu lernen?

    • in klasse 7 macht mehr tiefgang auch kaum sinn. sinnvoller umgang mit dem internet und den persönlichen daten käme wohl noch dazu.

      • Wozu also sollte man in Klasse 7 Computerunterricht geben? Lernen die Kids nicht in Klasse 9 alles viel einfacher und schneller?

        • Ich würde auch noch zusätzliche Fächer in den Jhg. 9 stecken. Da die SuS im 9. Jahrgang das Schülerbetriebspraktikum absolvieren, haben die Informatik-Lehrkräfte jedes Jahr 4 Wochen um die Osterferien um ihren „Laden“ instand zu setzen.

          Aus meiner Sicht wäre jeweils eine Doppelstunde je Woche in den Dopeljahrgängen 7/8 und 9/10 sinnvoll.

  2. @Pälzer
    Die Politiker und auch der VBE sind einfach nur zu doof, den Begriff „Informatik“ richtig zu benutzen. Für die Doofen ist das „alles mit Computer“.

    Im Grunde ist diese Dummheit und Ignoranz erschütternd.

    • Die sind nicht zu doof. Für die ist halt „alles mit Computer“ dasselbe wie Informatik. Andernfalls hätten sie ja Informatik oder Mathematik oder irgendeine harte Naturwissenschaft studieren können.

      Mathematik ist ja auch nicht dasselbe wie Rechnen, Paddeln nicht dasselbe wie Rudern, Federball nicht dasselbe wie Badminton. Schulbiologie wird von den anderen Naturwissenschaftlern an Schulen schon wegen der auf liniertem Papier schreibbaren Klausuren belächelt, echte Biologie ist dagegen eine wirklich ernst zu nehmende Naturwissenschaft.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*