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Wegen antisemitischer Grafik: Thüringens Schulen sollen Lehrbuch austauschen

ERFURT. Es ist natürlich antisemitscher Verschwörungsunsinn zu behaupten: „Die Rothschildbank trägt die Schuld an der Weltfinanzkrise“. Aber genau das legt eine Grafik in einem seit 2012 vertriebenen Lehrbuch nahe, das Thüringens Bildungsministerium nun aus dem Verkehr ziehen ließ. Der Verlag hat den Verkauf des Lehrbuchs inzwischen gestoppt.

Das Thüringer Bildungsministerium will ein Schulbuch wegen einer umstrittenen Grafik nicht mehr einsetzen. Die Kritik an dem Lehrbuch sei berechtigt, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Grafik legt nahe, dass eine jüdische Bank schuld an der europäischen Finanzkrise sei. Das Ministerium werde vorsorglich alle Schulen, an denen das Buch eingesetzt sein könnte, informieren und «ihnen nachdrücklich empfehlen», vorhandene Exemplare gegen eine Neuauflage des Buchs einzutauschen, erklärte er. An wie vielen Schulen das Buch tatsächlich zum Einsatz kam, sei nicht bekannt. Der MDR Thüringen hatte zuerst über den Fall berichtet.

Die Weltfinanzkrise hat weltweit zu Protesten geführt, nur bei den wenigsten mit antisemitischem Hintergrund. Foto: Oliver Hallmann / flickr (CC BY 2.0)

Die Weltfinanzkrise hat weltweit zu Protesten geführt, nur bei den wenigsten mit antisemitischem Hintergrund. Foto: Oliver Hallmann / flickr (CC BY 2.0)

Eine Sprecherin des Klett-Verlags sagte dem Sender: «Wir betrachten die Sache als schwerwiegenden Fehler.» Der Verkauf des Buches sei gestoppt worden, eine Neuauflage sei bereits in Druck. Das Lehrbuch sei seit 2012 verkauft worden, allerdings nicht so oft wie andere Lehrbücher. Den Angaben nach ist Thüringen das einzige Land unter den ostdeutschen Flächenländern, an das es geliefert wurde. (dpa)

5 Kommentare

  1. so lange klett die austauschkosten übernimmt, ist alles in ordnung …

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