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„Frontalunterricht hat Sinn“ – Neuropsychologe räumt mit Irrtümern in der Pädagogik auf

DÜSSELDORF. Beim Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf bekam er stehend Beifall. Der Neuropsychologe Robin J. Malloy riss sein Publikum buchstäblich von den Stühlen, obwohl er den letzten Vortrag des Kongresses hielt. Kein Wunder, denn trotz großer Fachlichkeit sprach er mit klaren Worten einige Streitpunkte in der erziehungswissenschaftlichen Debatte an und gab dazu klare Ratschläge. Wir haben sie zusammengefasst.

1. Das klassische Lernen im Frontalunterricht ergibt Sinn.

Die Erklärung, die Malloy dafür gibt, ist einfach. Denn um selbst organisiert arbeiten zu können, müssen die Angesprochenen erst mal denselben Bedeutungshorizont haben. Das ist auch der Grund, weshalb im Fremdsprachenunterricht häufig mit der klassischen Frontal-Methode gearbeitet wird. Austausch ist dann erst auf einem gehobenen Level möglich.

2. Lehrer sind Führungspersonen und sollten sich auch so verhalten.

Es gibt, laut Studien, nur zwei Gruppen im Leben, von denen wir uns nachhaltig beeinflussen lassen: Eltern und Führungspersonen. Vermutlich, so Malloy, projizieren wir ein Leben lang unsere Erfahrungen mit unseren Eltern in Führungspersonen hinein, sodass das die zweite wichtige Gruppe ist, die uns prägt. Lehrer, die einflussreich sein wollen, sind daher mit väterlichem oder mütterlichem Verhalten erfolgreicher als mit anderen Verhaltensweisen.

Der Neuropsychologe Robin Malloy war einer der beliebtesten Referenten auf dem Schulleiterkongress 2017. (Foto: nin)

3. Lehrer müssen den Sinn und die Ziele ihrer Unterrichtsinhalte vermitteln.

Malloy drückt es recht drastisch aus: „Der degenerierende Faktor für das Gehirn ist in Deutschland die Schule.“ Das Problem sei die mangelnde Dopaminaussschüttung im Gehirn, die sich auf die Motivation auswirkt. Wie sollten Lehrer also motivieren?

Malloy zitiert eine Untersuchung, die in einem langen Prozess die Bewältigungsstrategien von ehemaligen weiblichen KZ-Häftlingen analysiert hat. Diejenigen, die wirklich Schlimmes erlebt haben, beispielsweise wurden ihre Familien vor Ihren Augen erschossen, die sich aber anschließend wieder ins Leben stürzten und etwa den Staat Israel mit aufbauten, interessierten die Forscher besonders. Wie schafften sie das und was hatten sie gemeinsam? Die Untersuchung ergab: Es waren vorrangig drei Eigenschaften. Diese Frauen hatten einen Interpretationskontext gefunden, in dem sie Ihre Erlebnisse einordnen konnten und der Ihnen Sinn gab. Sie hatten eine gewisse Ziel bzw. Lohnerwartung am Ende Ihres Lebens und sie haben ihr eigenes Wachstum reflektiert. Malloy: „Wer diese Eigenschaften aufweist, kann alles bewältigen.“

Fazit: Lehrer müssen die Ziele und den Sinn Ihres Unterrichts vermitteln. Welcher das jeweils ist, ist individuell verschieden. Deshalb ist die wichtigste Eigenschaft, die ein Pädagoge benötigt, die Selbstreflektion, resümiert Malloy. nin

Petra Gerster im Interview: „Es ist menschenunmöglich, 25 Kinder unterschiedlichster Herkunft zur selben Zeit am selben Ort für dasselbe Thema zu interessieren“

67 Kommentare

  1. Danke für den Beitrag.

    Ich halte den Frontalunterricht auch für eine vor allem recht effektive Lehrmethode und benutze andere Formen eher zur Abwechslung (meist, wenn mir die Inhalte weniger wichtig erscheinen und Methoden im Vordergrund stehen).

    • Axel von Lintig

      Sofawolf

      Genau so, wie es sagen, stellt sich der Erfolg ein.Wir müssen mit den Schülern erst die Grundlagen erarbeiten, bevor wir diese sukzessive an eine Selbstständigkeit heranführen.
      Und genauso wichtig ist eine positive Ausstrahlung , ein emotionales Feedback zu diesen und das Hineinversetzen in das Verständnis der Schüler.
      Man lernt aber auch besser ohne Angst,so sehen es Güntürkün ,Spitzer und andere Hirnforscher.
      Wir lernen beim Lernen unsere Umgebung mit. Dazu gab es eine Reihe an Versuchen, die ich Ihnen auch noch erläutern kann( Lernversuche mit den Tauchern).
      Und ist diese positiv, ohne Angst und Repression, so können wir besser kreativ lernen.

  2. ZITAT:

    „Lehrer, die einflussreich sein wollen, sind daher mit väterlichem oder mütterlichem Verhalten erfolgreicher als mit anderen Verhaltensweisen.“

    Aber auch da gibt es drei Erziehungsstile: autoritär, autoritativ und laissez-fair (lasch). Welcher ist nun gemeint?

    • * laissez-faire

      • Laissez-faire ist kein Stil, sondern Kindswohlgefährdung. Deshalb disqualifiziert er sich selbst. Das können die anderen beiden zwar auch sein, aber prinzipiell sind sie das Mittel er Wahl: klare Vorgaben, enge Kontrolle und Freiheiten so weit wie möglich.
        Für mich ist väterliches Verhalten als Lehrer nicht nur im Unterricht gegeben, sondern überall im Kontakt mit meinen Schülern: in erster Linie autoritär i. S. von „führend“, aber auch fürsorglich i. S. von beratend, beruhigend.

    • Axel von Lintig

      Der positiv-emotionale Lerntyp ohne Angst und positiver Emotion, da nicht der Mandelkern aktiviert wird. Dieser hemmt die Kreativität.

  3. Hätte ein Referendar überhaupt eine Chance, wenn er/sie durchgehend aber gut frontal unterrichtet und dies stets mit dem oben genannten Forscher bzw. ähnliche Quellen begründet?

    • Auch Frontalunterricht ist eine Methode. Was Prüfungskommissionen erwarten ist ein Methodenwechsel bzw. Methodenrepertoire und die nachvollziehbare Phasierung des Unterrichtsablaufes. Knackpunkt sind aber wesentlich die Gelenkstellen und die Frage, ob die gewählte Methode zum Erreichen des Unterrichtszieles geeignet ist.
      Auch wenn Schüler in der Präsentationsphase ihre Ergebnisse aus z.B. einer Gruppenarbeit vorstellen ist das Frontalunterricht. Ebenso ist ein von Schülern vorgestelltes Referat oder eine Präsentation Frontalunterricht.
      Der häufigste Fehler ist Frontalunterricht mit lehrerzentriertem Unterricht gleichzusetzen. Von diesem ursprüngliche Irrtum ist ja selbst der Methoden-Pabst Meyer abgerückt.

      • Genau, dickebank, das wird immer wieder vergessen. Außerdem ist im Extremfall das ständige Zuhören für jüngere Schüler nicht machbar. Dass man mit einmaligem Zuhören etwas lernt, dürfte von der Lernforschung widerlegt sein. Die Methodenvielfalt ist auch dem geschuldet, dass beim Lernen verschiedene Sinne angesprochen werden. Eine Erklärung einmal anhören heißt noch lange nicht, dass man es dann verstanden und verinnerlicht hat. Diese einseitige Methode geht höchstens einmal bei Erwachsenen mit sehr gutem Gedächtnis.
        Der Lehrer ist quasi der Unterrichtsgestalter, wo er einmal selbst die Hauptrolle, dann wieder eher als Regisseur tätig ist. Er sorgt durch seine Methodenkompetenz dafür, den Stoff interessant, aber auch gezielt den Schülern zu vermitteln. Die Methoden nimmt er als Mittel zum Zweck: Brauche ich Abwechslung, damit die Konzentrationsphase erhalten bleibt oder muss ich andere, weitere Sinne ansprechen?

        • Axel von Lintig

          Es geht beim modernen Frontalunterricht darum , mit den Schülern direkt zu arbeiten und dann den Lernstoff mit Übungsaufgaben zu vertiefen. Diese müssen dann anschließend vom Lehrer gegenkontrolliert werden und gegebenenfalls noch einmal wiederholt und vertieft werden.So lernt unser menschliches Gehirn besser und nachhaltiger. Dann entfällt auch das „Bulimie-Lernen „vor den Klassenarbeiten.

    • Axel von Lintig

      XXX

      Nein ,wahrscheinlich nicht. Es sollen ja alle Lernmethoden beherrscht werden. Und wenn man nach der Doktrin von Brügelmann vorgeht, so sollen sich die Schüler ohne Anleitung selbst das Lesen und Schreiben beibringen, ohne direkte Anleitung. Das ist auch die NRW-Doktrin des Kultusministeriums in der Grundschulpädagogik und auch in den weiterführenden Schulen.

      • Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich das in NRW flächendeckend durchgesetzt hat. Jede ausschließliche Methode macht den Unterricht einseitig und somit langweilig.

        • Axel von Lintig

          Man erwartet sogar in den Förderschulen, dass die Schüler selbstständig arbeiten. mit Checklisten sollen die Schüler dann selbst über ihren Lernerfolg reflektieren.
          So ist das auf jeden Fall im Einzugsbereich der Uni Münster.

          • Ach wie wollen Sie den ohne Checklisten die lernerfolge individualisierten Lernes transparent machen. Als lehrkraft kann ich mir die Arbeitsintensität während der Arbeitsphasen ansehen und bewerten. Darüber hinaus habe ich noch die Möglichkeiten der Leistungsmessung und Beurteilung durch Klassenarbeiten und Test.
            Die Checklisten sind doch einzig und allein der Forderung der Eltern nach Transparenz unterrichtlichen Handelns geschuldet. Es könnte ja sein, dass im Unterricht etwas besprochen worden ist, das nicht dokumentiert wurde und somit der elterlichen Kontrole entzogen wird.

        • Die Annahme, dass SuS intrinsich motiviert sind und Interesse am Lernen haben, ist ja nicht verkehrt. Eneso ist ein Lehrer weder „Instruktor“ noch „Lerncoach“. Es ist wie bei den Methoden, die Mischung macht es. Zu erkennen, wann Anleitung und wann Motivation gebraucht wird, ist die Kunst.
          Wenn hier der Vorwurf gemacht wird, dass Lehrkräfte in Zeiten der ZP10 und des Zentralabiturs allenfalls Lehrpläne exekutieren, dann ist das Folge von irrationalen Klagen von Eltern bzw. volljährigen Schülern Da werden zum einen Ansprüche auf vollständige „Planerfüllung“ erhoben und auf der anderen Seite der Vorwurf gemacht, dass alles nur noch häppchenweise durchgekaut wird, was zum Bullemie-Lernen verleitet. Auf der einen Seite wird die stoffliche Fülle eingefordert und auf der anderen seite soll mehr Zeit gegebn werden, um eigenständig zu lernen. Das eine scheitert am fehlenden „Nürnberger Trichter“, das andere an der geringen Konzentrations-/Afmerksamkeitsspanne heutiger Schüler. Die sind die schnellen Schnitte und Abwechslungen gewöhnt, die zum Erfolg von Edutainment-Sendungen gehören. Den Konsumenten solcher sendungen ist eben nicht klar, dass hinter dem Produkt (gezeigtes Experiment) erstens ein Team, zweitens langwierige Recherche und eine zeitaufwendige sowie kostenintensive Produktion stecken und keine Sequenz der gezeigten Präsentation in Echtzeit abläuft.

          • Axel von Lintig

            Wir dürfen hier zu Hause den gesamten Stoff mit unserer lernbehinderten Tochter im Frontalunterricht durcharbeiten.
            Mit der zweiten Tochter läuft es in der 4 Klasse so, dass sie zu Hause in ihrer Selbstständigkeit unterstützt wird . Es werden Aufsätze geübt, Diktate geschrieben, der Ausdruck durch die Erarbeitung von Wortfeldern, unterschiedlichen Satzanfängen eingeübt, die Rechtschreibung und Grammatik eingeübt, Reizwort-Geschichten eingeübt und alles erfolgt mit der Silben-analytischen Methode.
            In der Schule läuft alles Schüler gesteuert und ist entsprechend nicht sehr effektiv.Auch erwarten viele Eltern , dass nicht zu viel gelernt wird, damit ihre Kinder keiner Überforderung ausgesetzt sind.
            Diese kommt dann in den weiterführenden Schulen.Und dann auch noch mit G8.

  4. Danke, dickebank. Selbst zu meiner Prüfungszeit, die gerade ein Vierteljahrhundert zurückliegt, sollte man nicht nur frontal vor der Klasse stehen, sondern verschiedene Methoden zeigen.

  5. Das ist ja mal eine bahnbrechende Erkenntnis…gähn….wenn ich solche Fachbeiträge lese, frage ich mich ernsthaft, wie wir bildungspolitisch und -methodisch in diesem Land vorankommmen!
    Bislang waren die meisten Erkenntnisse bereits vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten bekannt. Etwas wirklich bahnbrechend Neues bringt dieser Vortrag nicht…

  6. Warum wollen Sie etwas „bahnbrechend Neues“??? Ich glaube in der Bible heisst es: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Wie unterrichten: Fragen wir verschiedene Kulturen in Demut: Mali, Africa, Erziehung: „in Beispiel geben“. Arabisch: „tanwir, Licht, etwas schoen machen.“ Ancient (altes) Egypten: „Durch das Tor zum Himmel gehen“. Kurdistan, „ein Opfer bringen“ etc. Sokrates u. Confucius, die groessten Lehrer des Ostens und des Westens, sagten nicht, “ Ich bin ein Lehrer“, sondern, „Ich bin eine Hebamme, ich helfe, damit das goettliche Kind im jungen Menschen zum Vorschein kommt.” In Sanskrit gibt e skein Wort fuer “lehren”, sondern: dem jungen Menschen helfen ein hoehers Bewusstsein zu erreichen”.Confuius beginnt seine “Analects” folgendermassen:”Xue”, lerne, und wiederhole immer wieder was du gelernt hast,
    ist das nicht auch eine Freude? (eine Frage!!!). Medressa, die zur Moschee gehoerende Schule heisst, richitg uebersetzt, gemaess dem alten Syrischen, “er fragte nach”. Ist das nicht grossartig, Fragen zu stellen. Wie sagt Heidegger: Die Frage ist die Froemmigkeit des Denkens.”
    Schhule heist “Musse”, griech. schole, also die Freizeit, die ich mir nehme, um mich weiter zu bilden. Im Japanischen heutzutage heisst “asobu” spielen, aber urspruenglich hiess es auch:
    1—unter einem Lehrer (spielerisch?) lernen. 2—Ikebana. 3—Musse und 4—z.B. “Ich habe gehoert, Dein Vater ist gestorben”= “Ich habe gehoert, Dein Vater hat den Tod gespielt.”
    Ich glaube es gibt nur zwei Moeglichkeiten gut zu unterrichten: a. ein Beispiel geben und b.
    Ermutigen. Mit Ermutigung gelang es mir am Musischen Gymnasium in Salzburg die Gesamt –grammatik in Englisch in 2 ersten Klassen (“Anfaenger”) in einem halben Schuljahr zu machen, inclusive etwas Grammatik der 2. und 3. Klasse. Und die Noten? 2 Klassen zu je 15 Schuelern= 30 Schuler: 19 sehr gut, 10 gut, 1 befriedigend. In Oesterreich gibt es 5 Noten. 5 ist negative.
    Ganz liebe Gruesse aus Indien, edwin zappe, age 76. Facebook: edwin zappe

  7. Axel von Lintig

    Rents

    Glauben Sie denn, dass durch die Einführung der neuen Lernmethoden in den letzten 30 Jahren sich das Lernverhalten der Schüler verbessert hat ?
    Nein, das Gegenteil ist der Fall.
    Während in der Hirnforschung gerade in den letzten Jahren eindeutige, valide Ergebnisse zum Lernverhalten erarbeitet wurden, weigerte man sich in der Schulpädagogik auf diese Erkenntnisse zurückzugreifen.
    Statt desse entwickelten fragwürdige Psychologen, wie Sommer-Stumpenhorst eigene Ideen (Neuropsychlogie )vom Lernverhalten, setzten diese gewinnträchtig um, ohne das diese einer wissenschaftlichen Untersuchung stand gehalten hätten.
    Schließlich wurden altbewährte Methoden ohne kritische Hinterfragung über Bord geworfen und durch andere ersetzt, ohne dass diese neuen Methoden auf ihre Effektivität untersucht worden wären.
    In gebetsmühlenartiger Weise wurde der eigenständige, selbst gesteuerte Unterricht in Verbindung mit dem Material zentrierten Unterricht als individualisierter Unterricht durchgesetzt.
    Hauptsache kein Frontalunterricht und eben anders.
    Aber wo unterscheiden sich denn Hausarbeiten der Schüler, die von diesen dann noch frontal vorgetragen werden vom Unterricht der 50er und 60er Jahre, nur eben auf einem niedrigeren Niveau.
    Diesen Unterricht will auch niemand mehr.
    Dann schon lieber lernen in Kleingruppen (Effekt 0,54 nach Hattie).
    Aber schon gar nicht ineffektive Methoden, wie den Jahrgang übergreifenden Unterricht, Freiarbeit und Gruppenarbeit.
    Schließlich verdanken wir diese Methode dem völkisch-nationalen Rassenideologen Peter Petersen, der ideologisch hinter dem Holocaust stand und diesen auch noch 1946 verteidigte (Benjamin Ordmeyer).

  8. Elfriede Hoffmann

    Ich bin Lehrerin und unterrichte seit geraumer Zeit an einer Gesamtschule Englisch und Musik. Ich blieb beim Frontalunterricht und hatte bei den Lernstandserhebungen die allerbesten Ergebnisse. Die Ergebnisse lagen weit
    über dem Durchschnitt. Meine S/S, die ich von der 5. Klasse an unterrichtete hatten keine Probleme bei der Bewältigung der Aufgaben. Der Unterricht ist strukturiert, Ziele werden klar definiert und festgesetzt. Seit dem
    man wußte, wie ich arbeite, bekam ich keinen 5. Jahrgang mehr, den ich mir hochziehen konnte. Man verteufelt
    den Frontalunterricht an meiner Schule. Die Kinder sizen in den Fluren auf dem Boden und lernen selbständig, ohne dass Ergebnisse abgefragt werden. Sie langweilen sich, klopfen an die Klassentüren, machen Quatsch und stören den Unterrricht ihrer Mitschüler. Der Frontalunterricht wird an Gesamtschulen verdonnert und belächelt.
    Auf Leistung und Qualität im Unterricht kommt es nich drauf an. Man wird auch dafür nicht befördert. Die Mehrheit des Lehrpersonals ist für den Gruppenunterricht, für selbständiges individuelles Lernen—ohne Ergebnisse . Zukünftig wird sich hier zu Lande nichts im positiven Sinne ändern, sondern noch schlimmer werden,
    wenn man beispielsweise an die Inklusion denkt, die an unserer Schule nur schön geredet wird.

    Es grüßt Sie
    E. W.

    • Verwechseln Sie frontal mit lehrerzentriert?

    • Danke für den Erfahrungsbericht.

    • Axel von Lintig

      Warum sind die meisten Kollegen wohl für Freiarbeit und Gruppenarbeit?
      1. Man braucht den Unterricht gar nicht groß vorbereiten.
      2. Man kann sich anderen Dingen zuwenden.
      3. Man hat gar nicht gelernt einen interessanten frontalen , interaktiven Unterricht aufzubauen.

      Nach Hattie bringen beide Methoden wenig Effekt auf das Lernverhalten.

      • Unterschätzen Sie die Vorbereitung einer Gruppen- / Stationenarbeit nicht. Die geeigneten Materialien müssen zusammengestellt und so aufbereitet werden, dass eine Gruppe damit eigenständig arbeiten kann. Die (unbezahlte) Zeit am Kopierer kommt noch oben drauf. Den Punkt mit den anderen Dingen akzeptiere ich, jedoch ist das in aller Regel kein Privatleben oder Korrektur von Klassenarbeiten, sondern Förderung von denen, die es wirklich nötig haben und die sonst naturgemäß zu kurz kommen. Einen interessanten Frontalunterricht konnten die meisten nicht zu alten Lehrer nicht lernen, weil die allererste Regel im Referendariat war die Verteufelung des insbesondere lehrerzentrierten Frontalunterrichts.

        • Axel von Lintig

          Natürlich macht es Arbeit derartiges vorzubereiten. Aber wie groß ist der Lerneffekt ?
          Ich habe etliche Schüler zur Stationsarbeit gefragt, wie sie diese finden.
          Fragen sie einmal selber bei den Schülern nach.
          Und sind denn alle Schüler diesen Aufgaben gewachsen?

          • Ich frage meine SuS. Viele mögen Stationenarbeit, weil sie im eigenen Tempo eigene Herausforderungen finden.
            Manche SuS mögen Stationenarbeit nicht. Letztere sind die SuS, die nicht gut selbstständig arbeiten, die sich nicht konzentrieren können, keine Arbeitsaufträge lesen, stets eine Begleitung neben sich bräuchten. Aber auch in anderen Unterrichtsformen stoßen sie schnell an ihre Grenzen und benötigen Anleitung und Aufforderungen oder Hilfen.

            Stationenarbeit kann auch stark gelenkt sein, dass kommt darauf an, wie man es einsetzt, einübt und anleitet.
            Auch bietet Stationenarbeit viele Möglichkeiten der Differenzierung, sodass für unterschiedlich Begabte hinreichend Angebote gestellt werden können – DAS muss aber über Jahre wachsen, weil es wikrlich enorm aufwändig ist.

            Besonders beliebt sind in der Regel handlungsorientierte Aufgaben, z.B. etwas Ausmessen oder Abwiegen, Werkzeuge einsetzen, Realien nutzen, Bewegung und bei sehr vielen SuS auch kooperative Aufgaben.

          • Ich persönlich setze Stationsarbeit nur ein, wenn ich ein derartig selbstständiges Arbeiten der Klasse zutraue und das Thema dafür geeignet ist. Prozentrechnen gehört für mich z.B. dazu, weil die dafür benötigten Rechentechniken bereits alle bekannt sind. Der Erfolg einer Stationsarbeit steht und fällt mit der Ernsthaftigkeit, mit der die Schüler arbeiten, und diese korreliert leider häufig positiv mit der generellen Leistungsbereitschaft und noch leiderer negativ mit der zu erwartenden Zeugnisnote.

            Der Kosten-Nutzen-Verhältnis ist aber zugegebenermaßen geringer als sonst. Schüler finden die Stationsarbeit gerade aufgrund der Freiheiten nicht zwangsläufig schlecht, den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben kann man innerhalb der Stationen oder über Pflicht- und Wahlstationen anpassen.

            Gruppenarbeiten sind einfacher zu organisieren, zumal sie den Vorteil haben, dass sich der Lehrer individueller um einzelne Schüler (-gruppen) kümmern kann. Eine Kopierflut ist es aber trotzdem.

          • Axel von Lintig

            Eine Evaluation der Schüler zu den verwandten Methoden wäre Schüler zentriert.

          • @ von Lintig:
            Wie groß ist der Lerneffekt bei lehrerzentriertem Frontalunterricht? Die Guten schmeißen den Unterricht, weil sie einfach schneller sind, die mitlleren sagen ab und zu etwas, die Schwachen wissen kaum, worum es geht. Oder sollen alle ständig auf die Langsamen warten und sich zurückhalten? Besonders in Übungsphasen sollten doch alle die Möglichkeit zu selbstständigem arbeiten unterstützt durch den Lehrer haben. Der geht ja dann nicht aus dem Zimmer, sondern betreut Einzelne oder Gruppen.
            Im Geometrieunterricht z.B. Spiegelung an Symmetriechsen, gibt es SuS, die das sehr gut und exakt können, denen das Spaß macht und die nach immer neuen Aufgaben fragen. Sollen die warten, bis Hänschen, das Probleme hat, 2 parallele Linien zu zeichnen auch so weit ist?
            Klar, dass Sie zu Hause mit ihren Kindern lehrerzentrierten Frontalunterricht machen mit 1 Kind. Im Grunde tun wir das auch, indem wir Einzelnen beim selbstständigen Arbeiten helfen, nur dass noch paar 20 andere Kinder im Raum sind, um die wir uns auch kümmern.
            Wie schon oft gesagt: Methodenwechsel ist das Zauberwort. Einführungen gerne im Frontalunterricht, Zusammenfassungen, Zwischenbilanzen…. Die Übung sollte den Kindern in ihrem Vermögen erlaubt sein.

          • Axel von Lintig

            mississippi

            Der Effekt des Lehrer zentrierten Unterrichts liegt bei wechselseitigem unterricht bei 0,74..
            Vermitteln Sie dann noch eine Selbstverbalisierung durch Unterstützung erzielen sie einen Effekt von 0,67.
            Haben Sie einen sehr guten emotionalen Zugang zu den Schülern mit affektivem Lernverhalten, so erzielen Sie einen Effekt von 0,72.
            Arbeiten Sie mit Feedback, so erzielen Sie einen Effekt von 0,72.

            Im Gegesatz dazu erzielen sie bei nder Binnendifferenzierung mit unterschiedlich schwereren Materialien nur einen Effekt von 0,28.
            Auch durch die Verringerung der Klassengröße (0,28) oder Leistungsdifferente Kurse (0,12 ) offenen Unterricht (0,019 , sowie Jahrgang übergreifenden Unterricht (0,04) erreichen Sie sehr wenig Effekt auf das Lernverhalten der Schüler.
            So interpretiert Prof. Dr.Nikolaus Schröck von der Uni Erlangen/Nürnberg John Hatties Meta-Analyse.

          • Der Effekt von Akzeleration (KLassen überspringen) ist auch enorm.

            Dann sind ja alle Probleme leicht zu lösen, indem wir einfach alle SuS eine Klasse höher einstufen.

        • Hundert Punkte.

          In der Uni werden die Studenten bereits damit indoktriniert das die SuS selbstständig lernen können, dass die Grundlagen dazu aber fehlen könnten, wird einem nicht gesagt. Die Theorie der Universität und die Praxis in der Schule liegen Meilen von einander entfernt.
          Ich darf lernen, wie ich Frontalunterricht interessant gestallte, weil ich damit die besseren Ergebnisse erziele und alle das gleiche in ihren Heften stehen haben.

          • Axel von Lintig

            Biene
            Erst einmal muss man den Schülern das selbstständige Lesen und Schreiben mit Regeln beibringen, damit diese dann sukzessive selbstständig arbeiten können.
            Vielen Universitätsprofessoren fehlt der praktische Bezug aus der eigenen Erfahrung.
            Die Indoktrinierung findet besonders bei den Vertretern des Grundschulverbandes um Herrn Brügelmann, Hecker, Barnitzki und Frau Brinkmann statt.
            Anders verhält es sich bei Herrn Metze, der selbst unterrichtete und dann eigene Lehrnbücher für Schüler herausbrachte.
            Oder Herr Prof. Dr. Thomee, der selbst Nachhilfe gibt für Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche.

      • Ich kenne gar nicht so viele KollegInnen, die sich die Arbeit mit Gruppenarbeit und Freiarbeit aufhalsen.
        Offensichtlich haben Sie keinen Schimmer, was dahinter steckt, xxx hat es ja in Teilen erläutert.
        Es ist erheblich einfacher, das Schulbuch oder Arbeitsheft Seite für Seite durchzugehen oder Vorträge zu halten, die man womöglich aus dem Ärmel schütteln kann.

        Spätestens in inklusiven Klassen mit nicht-alphabetisierten Migranten muss der frontale Unterricht aber ebenfalls extrem differenziert werden. Heute Vielfalt ist nicht mit Monokultur zu unterrichten.

        • Dafür müssen Sie sich regelmäßig in mindestens 5 Teile zerlegen, was Vorurteilen zu Folge nur bei Frauen aufgrund ihrer Multitaskingfähigkeit gelingt, in der Realität natürlich unmöglich ist. Dabei rede ich nur über die Inklusionskinder, die zu alphabetisierenden Migranten und die Nervbacken in der Klasse. Die „nur“ Fleißigen oder gar die wirklich Guten bleiben Außen vor.

        • Axel von Lintig

          Wieso habe ich keinen Schimmer davon. Ich sehe es bei den Schülern.In jedem Fall sollte man bei der Vermittlung der Inhalte nachhaken.
          Warum wehrt sich niemand gegen diese bunte Mischung von Schülern.
          Was haben nicht alphabetisierte Kinder mit Migrationshintergrund zwischen den anderen zu suchen.Das sprengt den Rahmen und schadet letztendlich allen. Es gibt genügend Lehrer unter Flüchtlingen, die den Unterricht in den Heimatsprachen vermitteln können.
          Was hier den Schülern und den Lehrern zugemutet wird ist unmöglich.
          Letztendlich entscheidet dann die Herkunft, was aus den Schülern später wird.
          Das ist unser das Ergebnis unseres Bildungssystems.

          • Es ist aber die Schülerschaft, die ich täglich vor mir habe.
            Ich kann doch nicht täglich den Kopf in den Sand stecken, die am besten situierten Kinder beschulen und die anderen hinten in der Klasse Mandalas anmalen lassen … oder wie stellen Sie sich das sonst vor?

            Als Arzt kann man sich doch seine Patienten in der Regel auch nicht aussuchen, sondern kümmert sich. Was meinen Sie denn, was Lehrer machen?
            Darum kann man dennoch für bessere Bedingungen eintreten, der Alltag geht aber weiter und muss bewältigt werden.

          • Axel von Lintig

            Als Arzt hat man eine ganz andere Situation.
            Da haben Sie klare Standarts , die Leitlinien gerecht auf Grund von groß angelegten, multizentrischen und internationalen Studien entwickelt wurden.
            Ein Brügelmann oder ein Barnitzki hätte mit seinen Ideen nie eine Chance sich zu behaupten, weil die Gesamtheit der validen Ergebnisse zählt.
            So genannte Expertenmeinungen zählen nicht viel.
            Aber deshalb wollen die Damen und Herren an diesenm System Hochschulpädagogik auch nichts ändern, weil man dann wissenschaftlich, wie Frau Prof. Christa Röber ,arbeiten müsste,

          • Alles, was ihnen niicht in den Kram passt, disqualifizieren Sie als „nicht wissenschaftlich“ und werden vor, dass diejenigen nicht mit SuS gearbeitet hätten.
            Bei Hattie aber schreiben sie ab, führen Zahlen an, nur dass Hattie auch nicht mit SuS gearbeitet hat, sondern Ergebnisse von Studien ohne Wenn und Aber zusammenfasst.
            Die Daten Hatties werden auch interpretiert, mal so, mal anders, die von Ihnen angeführten Zahlen findet man an anderer Stelle anders.
            Es gibt ein interessantes Interview mit Hattie, das an der Uni OL stattgefunden hat – dort sagt Hattie: die Diskussion um die Methode ist hinfällig, es ist der Lehrer, der seine Schüler im Blick haben muss.
            Das gibt es bei allen Methoden … und bei anderen eben nicht.

            Ebenso muss ein Arzt seinen Patienten im Blick haben und kann nicht irgendwas machen. Die Medizin ist nicht in den 60er Jahren stehen geblieben, die Pädagogik aber auch nicht. Und nicht jeder neuartige Gedanke kann mit einem Hinweis auf Validität oder Petersen verworfen werden, ohne sich die Methode als solche übehaupt anzugucken. Wer weiß denn schon, wie viele heutige Standards auf Experimente und Studien zurück gehen, die unter grausamen Bedingungen entstanden sind. Sind deshalb die Standards oder medizinischen Erkenntnisse schlecht?
            Es braucht weiterhin Menschen wie Pestalozzi, Montessori, Brügelmann, die andere Wege suchen.
            Ebenso braucht es Lehrkräfte, die neue Wege gehen und Altes anpassen, um der heutigen Schülerschaft angemessen begegnen zu können. Ohne diese könnten gar keine Studien über wessen Validität auch immer erfolgen. Es braucht jedoch vor allem Lehrkräfte, die sich nicht vor den Karren spannen lassen, sondern die Schülerschaft im Blick behalten und mit Engagement den Unterricht gestalten – nicht nur für guzt situierte Gymnasiasten, die gesund sind und ohne Hemmnisse lernen können, sondern auch für alle anderen.

          • Axel von Lintig

            Palim

            Ihren ersten Satz können Sie gleich auf Herrn Brügelmann übertragen.
            Dieser lehnt das erfolgreiche und wissenschaftlich begründete Intra-Akt-Plus-Konzept ab.Im Gegensatz zu mir hat er bereits mehrfach Originalarbeiten zum Schrifterwerb falsch zitiert. (siehe hier im Forum die Hinweise von Hern Tauber der vergleich von Druckschrift und Schreibschrift, sowie -www.grundschulservice-elternbriefe- Jansen).
            Ich interpretiere hier immer recht einheitlich, sachlich und strukturiert aus der Erfahrung von Eltern ,Lehrern und Schülern gegen gewisse reformpädagogische Methoden.
            Wie wäre es denn mal mit einer wissenschftliche Evaluierung aller Unterrichtsmethoden. dann wüsste man wenigstens , wie die betroffenen Schüler über die einzelnen Lehrmethoden denken.
            Das hilft enorm weiter.

      • Axel von Lintig

        Und in den folgenden Jahren kann man die selbe Stationsarbeit bei den nachfolgenden Klassen ohne große Vorbereitung wieder einsetzen.

        • Nein.
          In den folgenden Jahren passt man die Stationsarbeit an die derzeitige Klassensituation oder aktuelle Änderungen an, entwickelt Aufgaben weiter, stellt den Hochbegabten andere Aufgaben zur Verfügung oder entwickelt Aufgaben für einen weiteren Förderschwerpunkt, der vorher nicht berücksichtigt werden musste oder konnte.

          Gleiches gilt im übrigen für die Materialien anderer Methoden: auch AB zu Inhalten, Schulbüchern, Themen kann man erneut verwenden, wenn sie sich bewährt haben, aber auch da muss man vieles anpassen

          • Axel von Lintig

            Wo spricht man denn Schüler beim Stationslernen affektiv und emotional an?
            Das gelingt doch nur in der direkten, lebendigen Aufarbeitung des Stoffes mit den Schülern im Dialog und auch zusammen mit den schwächeren Schülern.
            Unser Gehirn ist auf derartige affektive Erlebnisse angewiesen.Ohne diese wird Lernen langweilig und ermüdent.
            Vertiefen können die Schüler das Besprochene dann in Eigenarbeit und im Anschluss daran werden die Ergebnisse der Eigenarbeit noch einmal gegenkontrolliert.

          • Axel von Lintig

            Wir haben uns Stationsarbeit und Gruppenarbeit in meiner Schulzeit (1966 -1980) nicht gefallen lassen.Diese Methoden kamen damals auf und die Anhänger dieser Methoden waren bei den Schülern nicht besonders beliebt und wurden im Gymnasium von den Schülern boykottiert. Wir waren zu homogen und gemeinschaftlich stark.Keine Chance für derartige Experimente und dann noch der Hintergrund mit Peter Petersen.
            Und nebenbei. Ich habe weder in Rendsburg, noch am Niederrhein prügelnde Lehrer erlebt. , aber sehr gut ausgebildete 68er, aber schon gar keine Brügelmänner und andere Leute aus dem Elfenbeinturm mit dem falschen Ausbildungskern.

          • Axel von Lintig

            Man muss einfach nur die Lernziele der Schüler immer weiter hinunterschrauben, und schon sind alle gleich- schlecht.

            Der Lernzielkatalog in NRW ist abgrundtief herabgesetzt worden, um allen Schülern die gleichen Chancen einzuräumen.

            Die Verantwortlichen, die diesen Katalog abspeckten oder darauf mit einwirkten, wollten den eigen initiativen, selbst gesteuerten und individualisierten Unterricht mit dem des eines Material zentrierten Unterricht mit Lesen durch Schreiben und Freien Schreiben nach Scharrelmann mit einer Anlaut-Tabelle.
            Die Idee war und ist, dass der Schüler sich das Lesen, das Schreiben und das Rechnen sich selbst gesteuert beibringt.
            Der Lehrer fungiert nur noch als Lernbegleiter und nicht mehr als Steuerer.
            Weil diese neuen Methoden aber sehr ineffektiv sind, wurden die Lernstandarts derartig herabgesetzt, dass man es mit den selbst entwickelten Materialien, wie Tinto/Rüdiger Urbanek und der Rechtschreibwerkstatt/ Norbert Sommer-Stumpenhorst/ Beckum/Marienstraße, diese Sabgesenkten Standarts als Schüler erreichen konnte.
            Den Rest der Orthographie hätten die weiterführenden Schulen bis zum Ende der 9. Klasse zu bewältigen.
            Beteiligt waren daran Entscheidungsträger, wie der ehemalige Schulleiter Rüdiger Urbanek und der Diplompädagoge Barnitzki, als Mitglieder der Richtlinien-Kommission in NRW.
            Hinzu trat noch Herr Christiani vom Schulministerium. Beratenden Einfluss hatte wahrscheinlich auch der nimmer müde Herr Prof.Hans Brügelmann vom Grundschulverband.

          • Hatte ich oben erwähnt, dass gerade Stationslernen und ähnliche Formen sehr gute Möglichkeiten den Differenzierung bieten?
            Gerde hier kann man den Stärkeren andere Aufgaben bieten, wärhend andere kleinschrittig üben, was erstere schon längst beherrschen.

            Dabei ging es nicht um NRW, nicht um Rechtschreiben, nicht um selbstgesteuertes Lernen.
            Es braucht in heutigen Schulklassen Zeiten, in denen SuS Aufgaben bewältigen dürfen, die auf unterschiedlichen Niveaustufen angeboten werden, wenn man möglichst viele SuS erreichen und fördern bzw. fordern möchte.

        • Oder man schlägt einfach das Schulbuch auf.

          • Axel von Lintig

            Sie machen das bestimmt richtig.
            Affektives Erarbeiten und Bearbeiten des Stoffes unter der Einbeziehung des Vorwissens der Schüler.
            Neugier weckendes Befragen der Schüler mit Unterstützung dieser bei der Beantwortung durch positive Rückmeldung.
            Sukzessives weiteres bearbeiten des Themas und danach eigenständiges Bearbeiten des gemeinsam besprochenen Inhaltes mit eigener, schriftlicher Verbalisierung des Schülers und Unterstützung schwächeren Schüler.
            Abschließend Besprechung des bearbeiteten Ergebnisses in der Gruppe mit positiven Feedback an die Schüler.
            So haben wir Schule erlebt und wir sind bis heute stolz auf unsere Lehrer Kusenberg, Malzacher, Jimmy Gerharz, Helmut Schürken, Peters, Hans Dahlmanns,Finke,Fischer,Fuchs und viele andere.

          • @palim: Das hat keinen Wert. Warum müssen uns hier eigentlich rechtfertigen vor Menschen, die überhaupt nichts mit Schülern zu tun haben? Die Zeiten haben sich geändert, wir kritzeln auch nicht mehr an die Höhlenwand.

          • Axel von Lintig

            Ich habe ständig mit Eltern und betroffenen Schülern zu tun.
            Allein die Erfahrungsberichte dieser Schüler und Eltern über LDS ,freies Schreiben,Gruppenarbeit mit unkooperativen Mitschülern und Stationsarbeit, füllen Bücher.
            Alleine die Nacharbeitung des Unterrichtstoffes verschlingt viel Zeit.
            Das gab es vor 18 Jahren nicht.
            Die gezielte Irreführung der Schüler durch im Grunde reaktionäre Methoden, die Kinder mit Migrationshintergrund, mit Sprachproblemen, auditiven, visuellen Wahrnehmungsstörungen, sowie Aufmerksamkeitsstörungen durch ADS/ADHS und aus einem Sprach armen Milieu benachteiligen, ihre Schreib- und Sprachentwicklung nicht fördern, sondern noch durch dieses totale eigen initiative, selbst gesteuerte Lernen nicht fördern,führen zu diesen Schwächen der Schüler.
            Sie werden gegenüber Kindern aus einem der deutschen Sprache zugewandten Elternhaus deutlich benachteiligt.Und diese werden selbstverständlich aktiv von zu Hause aus unterstützt, und das erfolgt um so mehr, je drastischer die Methoden sich auswirken.
            Und da hilft es keinem weiter, wenn für alle Schüler das Lernniveau abgesenkt wird.

          • Axel von Lintig

            Wie soll ein Schwabe von der schwäbischen Alp, ein Bayer oder sonstwer mit einer Anlaut-Tabelle sich selbstständig, eigen initiativ und selbst gesteuert sich selbst das Lesen und Schreiben von Hochdeutsch beibringen. Selbst Westfalen sprechen kein reines Hochdeutsch. Und dann kommt noch hinzu, das die Buchstaben des lateinischen Alphabetes nicht die Laute der deutschen Sprache abbilden.
            Herr Brügelmann, ist weder Lehrer, noch ist er linguistisch ausgebildet und die Rechtschreibregeln wird er wohl ebenso wenig kennen wie das Schar seiner Glaubens beseelten Anhänger.
            Man kann ihn auch nicht auf eine Stufe mit Pestalozzi und Montessori stellen.
            Denn zu jener Zeit gab es nicht ein Schulsystem, wie wir es seit 1945 hier hatten. Herr Brügelmann kann sich zu Gute halten, dass er eine der treibenden Kräfte ist und war, die unser gutes Schulsystem der 70er bis 90er Jahre vor die Wand gefahren haben.

          • Axel von Lintig

            Heer statt Schar

          • @mississippi

            Sie müssen sich doch nicht rechtfertigen. Sie dürfen doch unterrichten wie Sie wollen. Allerdings sollten Sie dann auch nicht die Ergebnisse vieler Studien in Zweifel ziehen, die den instruktiven Unterricht gegenüber der SRL-Methoden im Vorteil sehen.

  9. Englischunterricht ist wieder speziell. Im Sprachenunterricht wird gesprochen und das kann man schlecht allein. Aber bevor mir wieder unterstellt wird, ich sei komplett gegen Frontalunterricht, bin ich lieber still.

  10. Die einen Hirnforscher finden das eine heraus, die anderen unterstreichen das andere.

    Einige Kinder arbeiten bei der einen Methode gut, andere Kinder bei anderen.

    Einige Methoden werden intensiv und akribisch eingeübt, sodss sie erfolgreich durchgeführt werden können und dann auch selbstständig laufen, andere werden ohne Information eingesetzt und scheitern womöglich an der notwendigen Übung.

    Frontalunterricht kann extrem öde, langweilig und wenig inhaltsreich sein (schlicht: Gelaber), aber auch interessant und informativ.
    Freiarbeit und Gruppenarbeit können Beschäftigung sein, aber auch interessant, informativ und sehr motivierend und aktivierend.

    Es gibt Lehrkräfte, die beachten die Ergebnisse ihrer SuS, und andere LuL sehen sich fast keine Aufgabe ihrer SuS an. Es gibt Lehrkräfte, die ziehen aus den Antworten Schlüsse für ihren Unterricht und streuern nach, andere arbeiten ihr festes Repertoire nach, manchmal über Jahrzehnte.

    Alle Methoden haben Vor- und Nachteile.
    Alle Lehrkräfte haben Steckenpferde, Vor- und Nachteile.
    Keine Methode und kein Lehrer ist perfekt.
    Kein Schüler fällt als Meister vom Himmel, alle müssen dazu lernen. Lehrer im Übrigen auch.

    Die Kunst ist, die Schüler im Blick zu haben, ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu berücksichtigen, Methode, Inhalt und Schülerschaft aufeinander abzustimmen. Das Methodenrepertoire auszuschöpfen, dabei SuS und Inhalte aber nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern mit Hilfe der Methode das Lernen zu stützen.

    Meiner Meinung nach können gut ausgebildete Lehrkräfte mit breitem Methodenrepertoire mehr erreichen als die Verfechter einer Monokultur. Auch sind sie in der Lage, Materialien und Methoden anzupassen oder zu verändern, mit anderen Methoden zu verknüpfen, zu erweitern oder zu dezimieren.

    Letzteres braucht Wissen, Können UND ZEIT.
    Viele KollegInnen wissen vor Aufgabenvielfalt nicht, wie die Fülle in den Tag passen soll und müssen Abstriche bei mehreren Tätigkeiten in Kauf nehmen. Das kann auch bei der Unterrichtsvorbereitung sein, sodass Unterricht halbherzig wird. Am Ende führt die Überlastung der Lehrkräfte zu weniger gutem Unterricht (mehr Gelaber oder Aufbewahrung).
    Der Auflistung von Josef Kraus füge ich eine 6. Falle hinzu: Die Meinung, man müsse Lehrkräften nur weitere Aufgaben, Evaluationen, Konzepte, Inklusion, Migration, Reformen etc. aufbürden, ohne ihnen dafür Unterstützung oder Entlastung zu gewähren, sie würden das Pensum schon schaffen und durch die zusätzliche Arbeit ihren Unterricht verbessern. Das Gegenteil ist der Fall: Lehrkräfte wissen gar nicht, worum sie sich zuerst kümmern sollen. Die stetige Überlastung des Lehrpersonals führt bei vielen Lehrkräften aus reinem Selbstschutz dazu, dass sie Aufgaben vernachlässigen oder verweigern (müssen) oder gerade das Nötigste erledigen.

    • Axel von Lintig

      Welcher ärztlichen Hirnforscher sollen das sein. Spitzer? Güntürkün? Hürter?
      Allein die Hattie-Meta-Analyse, mit ihren 230.000 Schüler-Daten, belegt die Ineffektivität von Freiarbeit und Gruppenarbeit, nicht das Lernen in Kleingruppen.

  11. Oh, ich habe all die vielen Kommentare nach meinem letzten jetzt nicht gelesen …

    Die Vorbereitung einer Gruppenarbeit (bzw. die Vorbereitung der Auswertung) kann schon recht aufwändig sein !!! Zwischendrin, während die Gruppen dann an ihrem Thema arbeiten, ja, da hat man dann etwas Luft. Man beaufsichtigt ja fast nur …

    Zur Abwechslung und unter sozialem Aspekt finde ich die Gruppenarbeit gut. Gerade weil ich beim Frontalunterricht die Zügel sehr straff halte. Den Lerneffekt finde ich auch fragwürdig, was Inhaltliches anbelangt. Die Präsentation gleicht ja dann wieder einem ganz normalen Lehrervortrag und ist aber doch meist schlechter, langweiliger und inhaltlich mitunter recht chaotisch, sodass ich viel nachsteuern / eingreifen muss.

  12. Mutter aus Hamburg

    Tochter hat in Hamburg beides erfahren und hat starke Meinung dazu:

    1. und 2. Klasse Turmweg: Frontal mit ein bisschen differenzierung. Alle Kinder zusammen bei einer Person die lehrt. Seht gut. Echte Schulbücher.

    3. Klasse Schule K. SEGLEN: Das absolute Hölle, I hate Aufgaben! Kein echte Schulbücher, nur K.O. Industrie Hefte.
    ‚Die Lehrinnen in Turmeg sollten zur K. kommen um die zeigen wie man lehrt‘. ‚ich fühle, dass diese Schule mir nichts beibringt‘ ‚Diese Schule raubt meine Zeit‘.

    Meine Meinung, ist dass mit Frontaunterricht war meine tochter in der Schule gelehrt, mit SEGELN, bin ich gewzungen, Nachmittags meine Tochter zu lerhen. Ich bin keine Einzelfall.

    Der Kinderarzt meiner Tochter ist der Meinung, dass ich unbedingt schnellstmöglihch sie raus von SEGELN/Inklusion/KO nehmen muss. Sie braucht keine ADHS Therapie, braucht eine Lehrerin die sie lehrt.

  13. Sorry, habe zuerst einige Fehler hinterlassen, da ich in Eile war wegen Flug. Habe schnell korrigiert: same text again

    Ich bin sehr interessiert an Erziehung- in Mali Afrika, Erziehung heisst: EIN BEISPIEL GEBEN, in Arabischen heisst es, “ tanwir“, Licht, im alten Aegypten: „Durchs Tor in den Himmel gehen“; fuer mich gibt es zwei Arten um Wissen zu vermitteln:
    1– EIN BEISPIEL GEBEN
    2- ERMUTIGEN. Das Wort „to enocurage“ hat die latein. Wurzel „cor“ Herz. Wir koenne nur ermutigen wenn wir in
    Harmonie mit uns selbst sind. Nach einem Ermutigungskurs fragte ich 30 Schuelr/innen, 1. Klasse Gymnasium in Salzburg, “wie oft ermutige ich Euch in 50 Minten”: Antwort: “50 – 60 mal”. Ich spontan: “dann machen wir die Gesamtgrammatik in Englisch in einem halben Schuljahr u. die Schulnoten werden gut und sehr gut ausfallen, u. wir werden auch etwas Grammatik der 2. und 3. Klasse dazunehmen.
    Ergebnis: September bis Februar, 30 Schuler/innn, aber zswei Klassen: 19 sehr gut, 10 gut, ein Befriedigen.
    In Oeesterreich haben wir nur fuenf Noten.
    Edwin Zappe

  14. Hallo Zusammen,

    wer ist der Autor des Artikels?

    Mfg

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