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Trotz „Leitentscheidung“ von Scharz-Gelb: Der Weg zu G9 in NRW könnte noch lang werden

DÜSSELDORF. Die Leitentscheidung der wahrscheinlichen schwarz-gelben Koalitionäre in Nordrhein-Westfalen steht. Viel mehr allerdings noch nicht. Bei Eltern und Lehrern findet der Entschluss zu G9 zurückzukehren schon jetzt Anklang.

Die künftigen Regierungspartner haben bislang nur den Grundsatzbeschluss gefasst, an den Gymnasien das Abitur nach neun Jahren wieder zum Regelfall zu machen. Das sei eine «Leitentscheidung für G9», betonen die Parteichefs Armin Laschet und Christian Lindner. Die Gymnasien sollen aber auch beim G8-Abitur bleiben können und dann zusätzliche Unterstützung erhalten.

Die Konturen des neuen G9 in NRW sind noch nicht klar umrissen. Foto: stu_spivack / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Konturen des neuen G9 in NRW sind noch nicht klar umrissen. Foto:
stu_spivack / flickr (CC BY-SA 2.0)

Fest steht bisher nur, dass die Umstellung mit dem Schuljahr 2019/2020 beginnen soll. Welche Schüler dann das Abitur nach neun Gymnasialjahren ablegen können, gehört zu den zahlreichen noch nicht abschließend geklärten Fragen. Würden der Weg zum G9-Abi immer nur in der fünften Klasse beginnen, dann könnte die komplette Umstellung acht Jahre dauern.

Wie viele zusätzliche Lehrer werden gebraucht werden, ist ebenfalls noch nicht abzusehen. Der zusätzliche Personal- und Raumbedarf hängt auch davon ab, wie schnell die Umstellung erfolgt. Der NRW-Vorsitzende des Philologenverbands, Peter Silbernagel, schätzt, dass in der Endstufe mehr als 2000 zusätzliche Lehrer benötigt werden.

Auch andere Länder haben in letzter Zeit wieder dem G9 zugewandt. Niedersachsen etwa ist zum Schuljahr 2015/2016 generell zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium zurückgekehrt. In die Umstellung wurden in einem Schritt die Jahrgänge 5, 6, 7 und 8 einbezogen. Nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums soll der erste Jahrgang im Schuljahr 2020/2021 das Abitur nach insgesamt 13 Schuljahren ablegen. Hessen ist beim Wechsel zum G9-Abitur mit den Jahrgängen 5, 6 und 7 gestartet.

Die Lehrerverbände begrüßen die Entscheidung grundsätzlich. Der Philologenverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sind sich einig: An einer Rückkehr zu G9 führt kein Weg vorbei. «Es gibt keine andere Chance, die Diskussion zu beenden», sagt Philologenverbands-Chef Silbernagel. Es sei vernünftig, dass sich CDU und FDP beim Termin für die Rückkehr zum G9 nicht unter Zeitdruck setzen ließen. Die GEW nennt die Entscheidung für G9 folgerichtig. «Wir haben immer die Rückkehr zur sechsjährigen Sekundarstufe I gefordert«, sagt GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer.

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Auch die Elternorganisationen äußern sich überwiegend positiv. «Wir beglückwünschen die künftigen Koalitionspartner», sagt Dieter Cohnen von der Landeselternschaft Gymnasien. An der generellen Rückkehr zu G9 «haben wir lange gearbeitet». Die Elternvertretung wünscht sich, dass nicht nur ein Jahrgang zum G9-Abitur startet. Die Initiatoren des Volksbegehrens «G9-jetzt» schließen einen Abbruch ihrer landesweiten Aktion nicht aus.

Einen Wermutstropfen in der allgemeinen Hochstimmung bildet die Optionsmöglichkeit für ein G8-Abitur. Daran gibt es viel Kritik. Der Städtetag NRW fürchtet, dass diese «Hintertür» Schulwechsel und die Finanzierung der Schulen komplizierter machen kann. Auch die Landeselternschaft und die GEW lehnen die Wahlmöglichkeit ab. (Claus Haffert, dpa)

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