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Schwarz-Gelb startet Rettung der Förderschulen in NRW – Schulministerin Gebauer (FDP): „Wir brauchen ein flächendeckendes Angebot“

DÜSSELDORF. Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung läuft vielerorts nicht optimal. Die neue Landesregierung in NRW unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will Tempo aus der Inklusion nehmen und die Qualität des Unterrichts sichern. Die neue Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Besonders zum Wohle der Kinder brauchen wir ein flächendeckendes Förderschulangebot“. Dieses zu erhalten, sei allerdings keine leichte Aufgabe.

Am vergangenen Freitag erhielt Yvonne Gebauer ihrer Ernennungsurkunde zur NRW-Schulministerin von Ministerpräsident Armin Laschet. Foto: Land NRW/R. Sondermann

Vergangene Woche erhielt Yvonne Gebauer ihrer Ernennungsurkunde zur NRW-Schulministerin von Ministerpräsident Armin Laschet. Foto: Land NRW/R. Sondermann

Noch vor der Sommerpause will die neue Landesregierung ihr Wahlversprechen angehen, die Förderschulen in Nordrhein-Westfalen vor der Schließung zu retten. Das Thema stand am Dienstag sowohl bei der ersten Kabinettssitzung als auch bei den Landtagsfraktionen von CDU und FDP auf der Tagesordnung. Die Koalitionsfraktionen beschlossen, dazu schon in der kommenden Woche einen gemeinsamen Antrag in die letzten Landtagssitzungen vor der Sommerpause einzubringen.

«Bereits zum Ende dieses Schuljahres soll die Auflösung von 13 Förderschulen erfolgen», heißt es in der Vorlage unter Hinweis auf die aktuelle Situation. Weitere Auflösungsbeschlüsse für die Folgejahre seien schon gefasst. Aber auch wenn es wegen des fortgeschrittenen Auflösungsprozesses, geringer Schülerzahlen und bereits getroffener Personalentscheidungen schwierig sei, alle Standorte zu retten, sollten die Möglichkeiten dazu ausgeschöpft werden, meinen CDU und FDP.

Die FDP übernimmt (wieder) Verantwortung in der Bildung: Die Liberale Yvonne Gebauer wird Schulministerin in Düsseldorf

In ihrem Antrag fordern die Koalitionsfraktionen die Landesregierung auf, die Verordnung über die Mindestgrößen der Förderschulen und Schulen für Kranke auszusetzen. Infolge dieser von der rot-grünen Vorgängerregierung erlassenen Vorschriften seien viele Förderschulen zur Schließung gezwungen worden. «Alleine seit 2010 hat sich die Zahl der Förderschulen um rund 100 Standorte verringert.» Die Mindestgrößenverordnung müsse überarbeitet und gleichzeitig müsse ermöglicht werden, Teilstandorte einzurichten, wo die Auflösung von Förderschulen nicht mehr zu stoppen sei.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Christof Rasche unterstrich, seine Partei – die nun mit Yvonne Gebauer die Schulministerin stellt – stehe zur Inklusion. «Bei der Umsetzung müssen aber Qualität und Wahlmöglichkeiten gewährleistet werden.» Die rot-grüne Landesregierung hatte einen Rechtsanspruch auf inklusiven Unterricht eingeführt und den Unterricht behinderter Kinder in Regelschulen forciert.

„Überstürzt gehandelt“

Dies sei der größte schulpolitische Fehler der rot-grünen Vorgängerregierung gewesen, erklärte Schulministerin Gebauer gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Qualität muss das Tempo bestimmen und nicht umgekehrt. Rot-Grün hat hier überstürzt gehandelt“, sagte Gebauer. „Diesen Fehler müssen wir sehr schnell beheben. Das wird nicht ganz einfach, weil wir als Land hier auch auf die Kommunen angewiesen sind. Die schulische Inklusion kann derzeit mit den vorhandenen Ressourcen am besten in Schwerpunktschulen geleistet werden.“

Auf die Frage, was aus den noch bestehenden Förderschulen in NRW werde, antwortete Gebauer: „Das Land kann nur die Voraussetzungen schaffen, dass die Kommunen sich dazu entschließen, sie weiterzuführen. Bereits jetzt zum Ende dieses Schuljahres sollen 13 Förderschulen auslaufen. Ich stehe in engem Dialog mit einer Vielzahl dieser Schulen. Als Land versuchen wir, diese Schulen zu erhalten.“ In vielen Kommunen werde das aber leider nicht mehr möglich sein, weil zum Beispiel die Gebäude schon veräußert seien. Die Schulministerin: „Alles steht unter höchstem Zeitdruck. Vor allem in den ländlichen Gebieten sehe ich Probleme in Bezug auf das Wahlrecht der Eltern. Sowohl zur Sicherung dieses Wahlrechts, aber auch besonders zum Wohle der Kinder brauchen wir ein flächendeckendes Förderschulangebot.“ News4teachers / mit Material der dpa

 

40 Kommentare

  1. ZITAT: „Die neue Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Besonders zum Wohle der Kinder brauchen wir ein flächendeckendes Förderschulangebot“.“

    Das ist eine wunderbare Nachricht.

    Da sich in der großen Politik kaum etwas unterscheidet, ist so eine „Kleinigkeit“ für mich durchaus wahlentscheidend. Ich werde das weiter beobachten.

    • Oh! Ich bin begeistert! Ein Kommentar ohne Hass auf Grundschullehrer! Und ohne darauf hinzuweisen, dass diese bloß nicht A13 verdienen, wie es verfassungsgemäß wäre! Welch Seltenheit aus dem Mund von „Sofawolf“. Übrigens, Sonderschullehrer bekommen A 13, Grundschullehrer die Inklusionskinder unterrichten haben auch A 13 verdient. Schon mal 4 Jahre einen Autisten beschult?
      Hören Sie doch endlich auf mit dieser Masche sie stinkt zum Himmel und ist langsam ausgelutscht!!!

      • Was soll denn dieser Ausraster?

        • Lesen Sie sich mal durch die Kommentare von Sofawolf. Die sind schlicht nur noch als diskriminierend bezeichnet werden. Da ist die Rede von weniger Anforderungen, weniger Leistung, weniger Intelligenz, DDR-AUSBILDUNG wäre ausreichend für die GS usw, usw., usw. Irgendjemand muss dem mal die Grenzen aufzeigen!!!!

          • Axel von Lintig

            Was gibt es an Sofawolf auszusetzen, schließlich entspricht es seiner Sozialisation und seinen Erfahrungen,welche er zu anderen Zeiten sammelte.Auch Eltern aus meiner Umgebung sind für den Erhalt der Förderschulen und die Wahlfreiheit in NRW, um das Niveau zu erhalten. Warum sollen Sonderschulpädagogen nicht ihr Klientel unterrichten dürfen, wozu diese ausgebildet sind, mit Hochschulstudium oder auch ohne diese.

          • Emil, ich teile weitgehend sofawolfs Ansichten.
            Sie schreiben: „Irgendjemand muss dem mal die Grenzen aufzeigen!!!!“
            Was sind denn die Grenzen? Etwa Ihre Meinung und die Vermutung, alle teilten diese und Sie seien der mutige Grenzaufzeiger durch persönlichen Angriff?

          • „schließlich entspricht es seiner Sozialisation und seinen Erfahrungen,welche er zu anderen Zeiten sammelte.“
            Diese Ansicht, die zutreffen könnte, lässt in der Folge eher vermuten, dass die aktuelle Situation eben nicht miterlebt wird und Leute, die wie sofawolf solche Aussagen treffen, sich gar keine Vorstellungen machen können von dem, was aktuell in den Grundschulen Sache ist und weshalb man ein qualifiziertes Studium braucht. Zur Aussage passt, dass anderer Stelle behauptet wurde, dass in den Grundschulen „verhätschelt“ wird. Das ist ein völlig verqueres Bild. Insgesamt sehe ich es wie Emil, dass die Aussagen von sofawolf zu der Arbeit von Grundschullehrern von Vorurteilen und Unkenntnis der heutigen Situation (nicht nur der heutigen, ich erlebte ähnliche Verhältnisse in einer Grundschule einer deutschen Großstadt in den 80iger Jahren) geprägt sind.
            In der alten BRD studieren/studierten Grundschullehrer jahrzehntelang auf Grund- und Hauptschule. Als ich das Lehramt GHS studiert habe, war Grundschuldidaktik Pflicht. Ich erinnere mich daran, dass das nicht unbedingt mit vielen Pflichtwochenstunden besetzt war. Getrennt hat man die Studien später wohl deswegen, weil man – so vermute ich – gemerkt hat, dass Grundschullehrer noch intensiver grundschulspezifisch studieren müssen um die pädagogischen Herausforderungen besser leisten zu können, ebenso der Hauptschullehrer für seine Altersgruppe. (Also nicht um es leichter zu machen, das wäre Quatsch.) Seitdem es ein reines Grundschullehrerstudium gibt, kann man mit Recht behaupten, dass Grundschulpädagogen/lehrer Spezialisten sind in allem, was zur Grundschule gehört und das sind eben nicht nur die studierten Fächer so wie Hauptschullehrer ebenso für ihre Schulart spezifisch ausgebildet sind und diese eben wegen des Schülerklientels auch mehr brauchen als ein reines Fächerstudium.

          • @U.B.
            An welcher Schulart unterrichten Sie? Ich fände es einmal angebracht, dass diejenigen, die Kritik äußern, auch einmal schreiben, ob sie überhaupt Lehrer sind. Normalerweise sind die meisten Lehrer solidarisch quer durch die Schularten. Denn immerhin ist es das Bild aller Lehrer, das man in der Öffentlichkeit abgibt. Hier merke ich von manchen überhaupt nichts. Das gibt mir zu denken.

          • @ U.B.,

            ich finde nicht, dass Sie sich hier „outen“ / offenbaren müssen. Für die Richtigkeit einer Meinung ist nicht maßgeblich, wer sie äußert. Was auch immer Sie darauf antworten würden, man würde es gegen Sie zu verwenden wissen.

            Sind Sie Grundschullehrer, würden die einen sagen, Sie hätten mehr Einblick und würden sich auskennen; die anderen wiederum, Sie wären befangen, weil Sie gerade in dieser Debatte (Gehaltserhöhung) ein hohes Eigeninteresse hätten.

            Sagen und begründen Sie einfach Ihre Meinung. Zu mehr sind Sie niemandem verpflichtet.

      • @ Emil: bitte hören Sie auf mit solchen Hasskommentaren. Lieber wäre es mir, Sie würden inhaltlich etwas zu dem schreiben, was der Sofawolf obendrüber äußerte.

    • Die Förderschulen, die wegen zu geringer Anmeldezahlen ausgelaufen sind, sind bereits geschlossen. Es gibt auch nichts mehr zu schließen, da sonst einige Landkreise überhaupt keine spezifischen Förderschulen mehr haben. Ein Koalitionsbeschluss zur Neueinrichtung von FöS gibt es aber auch nicht. Es soll lediglich der status quo aufrecht erhalten werden.

      Das bedeutet lediglich, dass die Förderschule als Schulstandort erhalten bleibt und wegen sinkender Schülerzahlen ggf. mehr Sonderpädagogen stundenweise an allgemeinbildende Schulen abordnen muss, da die Schüler mit Förderbedarf an den Regelschulen ja ebenfalls einen Förderanspruch haben.

      Der Koalitionsbeschluss ist bis jetzt also nur heiße Luft.

  2. @ ysnp,

    da schauen Sie mal in andere Foren, da werden Sie sehen, dass „viele so denken wie ich“ (ich schreibe das jetzt mal genauso pauschal wie Sie).

    Ich finde mich sogar sehr solidarisch, denn die Entlastungen für Lehrer, für die immer wieder plädiere (als einfach nur mehr Gehalt) treffen uns alle gleich und nicht nur die Lehrer einer bestimmten Schulart. Von A 13 für Grundschulllehrer hätten nur Grundschullehrer etwas und auch nur die, die die passende Ausbildung haben. In Berlin waren es im letzten Schuljahr 18% der Neueingestellten. D.h. auch, dass 82% der neueingestellten Grundschullehrer von A 13 nichts gehabt hätten und im neuen Schuljahr, wenn in Berlin A 13 für alle gilt, wird es wohl nicht anders sein. Ein Plus für 18% der Lehrer und für 82% nicht, DAS nennen Sie dann auch noch solidarisch? Wissen Sie denn, was solidarisch bedeutet? Ihnen (also Leute wie Sie) geht es nur um sich selbst und das eigene Portmonee!?!

    Ich trete dafür ein (nun muss ich es ja wieder erläutern), dass wir alle Erleichterungen bekommen durch kleinere Klassen, ein geringeres Stundendeputat, durch viele andere Maßnahmen im Arbeitsalltag, deren Umsetzung ebenfalls viel Geld kostet. DESHALB meine ich, Gehaltserhöhungen über den Inflationsausgleich hinaus, brauchen wir jetzt nicht so dringend, denn wir verdienen gut; wichtiger sind die Mittel an den genannten Stellen. Für uns alle ! Egal, nach welcher Ausbildung – egal, nach welcher Erfahrungsstufe – egal, an welcher Schulart. Das nenne ich solidarisch.

    • Sie lenken ab. Aber um auf die Gehaltsschiene einzugehen: Soldidarisch wäre auch, zu fordern, Grund- und Hauptschullehrer als gleichwertige Lehrer anzusehen und sie so zu bezahlen wie alle Lehrer aller Schularten.
      Arbeitserleichterungen und Stressreduktion für alle zu fordern, das ist auch solidarisch, das machen Sie und diesen Gedanken unterstütze ich. Jetzt kommt das Aber – auf dem Rücken der Grund- und Hauptschullehrer. Denn: Sie versuchen – wie schon mehrfach nicht nur von mir darauf hingewiesen – das eine gegen das andere auszuspielen und erkennen nicht das qualifizierte Studium und die spezialisierte Arbeit des Grundschullehrers, das zur gleichen Gehaltsstufe berechtigt wie bei anderen Lehrern auch an. Sie werfen ihm sogar vor, gierig aufs Geld zu sein. (Was für eine Unterstellung!)
      Doch wir drehen uns schon wieder im Kreis….

      • Wobei hier noch erwähnt werden sollte, dass in Nds beispielsweise Grund-, Haupt- und Realschullehrer „nur“ A12 bekommen.
        Ehrlicherweise hat mich das Thema nie interessiert, bis mich ein Gym-Lehrer an einer Gesamtschule darauf ansprach, ob ich mich nicht ungerecht behandelt fühlen würde, da ich ja nun auch 5 jahre studiere und somit ebenfalls die Berechtigung für den höheren Dienst habe. Seitdem fühlt sich das schon ungerecht an. A12 für alle wäre allerdings auch eine Möglichkeit und dafür beispielsweise noch kleinere Klassen o.ä..

        – eine studierende Person die auf (G)HR studiert und vorher schon einen BSc gemacht hat.

    • @sofawolf es geht um eine verfassungsgemäße Besoldung, mit Solidarität hat das wenig zu tun. Oder sollen Ihrer Meinung nach die Grundschullehrer auf ihr Gehalt teilweise verzichten, damit es den anderen besser geht? Dan mache ich mal einen anderen Vorschlag: Alle Lehrer auf A 12, ist verfassungsgemäße und ausgesprochen solidarisch!!!

  3. @ysnp
    Die unendliche Diskussion um die Lehrerbesoldung habe ich verfolgt und konnte, mit Verlaub, sofawolf besser verstehen als Sie und ein paar andere. Er vertrat die Auffassung: Lieber zurückhaltend in den Gehaltsforderungen, wenn das eingesparte Geld für Erleichterungen in den Arbeitsbedingungen ausgegeben wird wie z. B. kleinere Klassen.
    Was ist an dieser Auffassung so schlimm? Ich finde sie eher nobel und insofern realistisch, als es an den Arbeitsbedingungen tatsächlich vor allem hapert. Dies haben Sie selbst mit anderen auch immer wieder betont.
    Wo ich sofawolf für etwas unrealistisch halte, ist die Annahme, Einsparungen bei den Lehrergehältern kämen besseren Arbeitsbedingungen zugute. Das ist aber nichts, was ihm wütend vorgeworfen werden müsste.

    Es gäbe noch einiges zu sagen, doch es ist spät. Auf jeden Fall kann ich Emils wütenden Angriff auf die Person „sofawolf“ nicht verstehen und lehne ihn ab. Dass Sie ihn verteidigen, enttäuscht mich, denn bisher hatte ich den Eindruck, dass sie sachlich hart und engagiert diskutieren, aber Schläge unter die Gürtellinie auch ablehnen.
    Und ja, ich bin Lehrkraft. Sie mögen es nicht glauben, aber es ist so.

    • Ja, dann können doch die Studienräte über den DPhV einfordern, dass das Eingangsamt für die SekI+II zukünftig mit A12 vergütet werden soll, damit mit den eingesparten Haushaltsmitteln die Arbeitsbelastung aller Kollegen und Kolleginnen durch eine Reduzierung der Wochenstundenzahlen erreicht werden kann. Wobei ich dann in erster Linie an eine Angleichung dre Wochenstundenzahl zwischen Gymnasiallehrkräften und Lehrkräften in anderen Schulformen denke. Die Lehrkräfte des gehobenen Dienstes haben nämlich neben dem geringeren Einstiegssold auch noch das höhere Wochenstundendeputat.

      • Eine neue Runde in der Aufrechnerei bringt doch nichts. Die Argumente waren alle schon mal da und den Dienstherren kann nichts Besseres passieren, als dass die Lehrer sich untereinander in die Wolle kriegen und so etwas wie eine Neiddebatte führen.
        Alle sollten lieber bessere Arbeitsbedingungen fordern und hartnäckig auf Missstände in ihrem Bereich hinweisen, die unverantwortlich sind und „von oben“ stets unter den Teppich gekehrt werden.
        Wäre ich Kultus- oder Bildungsministerin, würde es mich wahrscheinlich beruhigen, wenn sich Zorn und Empörung unter der Lehrerschaft selbst entlüden und nur noch spärlich die Führungsebene erreichten.
        Wo zwei sich zanken, freut sich bekanntlich der Dritte.

        • Sehr gut, Geli, diesem Beitrag ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen – bei allen Gründen, die jeder für seine eigene, oben geäußerte Meinung so in sich trägt.

          … und ansonsten: Schon mal die Überschrift des Artikels gelesen?

          Kollegiale Grüße an die KollegInnen ALLER Schularten

  4. @ geli: Alle, die das höhere Gehalt einfahren, können leicht so daherreden. Meistens sind Grundschullehreinnen Frauen und ihr Gehalt das „Zweiteinkommen.“ Männer würden da nicht so stillhalten als Alleinverdiener für evtl. 5köpfige Familien. Für mich mit ein Grund, warum es kaum noch Männer in der Grundschule gibt. Ein weiterer Grund ist der NC, denn jede/r mit Abischnitt unter 2 stellt sich wohl etwas Besseres vor, als GS-Lehrer zu werden. Man sieht ja, wie wenig Ahnung die Leute haben, wenn sie fordern dass GS- Lehrer nicht mal Abltur bräuchten. Wollen die Leute denn Lehrer, die mit Halbwissen vor ihren Kindern stehen?

    • Ich verstehe Ihren Einwand, kann ihn aber nicht so recht nachempfinden.
      Wenn es so ist, dass den Lehrkräften das Wasser bis zum Hals steht, was die heutigen Arbeitsbedingungen (zumindest in weiten Teilen der Republik) angeht, ist mir völlig schleierhaft, wie sie in ihre Besoldungsvorstellungen noch so viel Interesse, Kraft und Zeit investieren können.
      Wie die meisten Menschen schließe ich gern von mir auf andere, und da muss ich sagen: Wenn ich unter etwas wahnsinnig leide, drehen sich meine Gedanken fast nur noch um dieses Übel und seine Beseitigung. Alles andere ist nebensächlich.
      Ich kann sofawolf einfach besser verstehen als Sie und alle, die ihn kritisieren, auch seine Vorstellung, dass in unserer heutigen Schul- und Unterrichtsmisere mehr Lehrer vonnöten sind, auch wenn sie weniger gut ausgebildet sind.
      Ehrlich gesagt, hat mir selbst das Studium trotz guter Abschlussnote für die Praxis am wenigsten gebracht. Beim Eintritt in den Schuldienst kam ich mir auch nur mit Halbwissen vollgestopft vor. Wirklich Lehrerin wurde ich erst nach jahrelanger Praxiserfahrung und lerne noch täglich dazu.

      • Und deshalb nehmen Sie (falls sie Grundschullehrerin sind) auch gerne ein niedrigeres Gehalt als die besser besoldeten Lehrer, die genausowenig von ihrem Studium profitiert haben und erst mit den Jahren zu wirklich guten Pädagogen wurden.

        • Wenn Sie die Diskussion um Lehrergehälter und Vergleiche untereinander als vordringlich ansehen, bitte sehr. Akzeptieren Sie aber wenigstens, dass für andere die immer unerträglicher werdenden Arbeitsbedingungen viel wichtiger sind und sie deshalb nicht aufhören sich zu wünschen, ihnen würde mindestens die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wie Gehälterdebatten mit Neidblick auf die Gymnasiallehrer.
          Ich bin keine Lehrkraft am Gymnasium, sondern verdiene in Niedersachsen A12 und leide nicht unter meinem Gehalt, sondern an den sich zuspitzenden Zuständen seit ein paar Jahren. Ich arbeite ständig am Limit und Gehaltsdiskussionen gehen dermaßen an meinen Sorgen und Nöten vorbei, wie Sie sich das offensichtlich überhaupt nicht vorstellen können.
          Glücklich, wer Sorgen hat wie Sie!, kann ich aus meiner Lage da nur sagen.

          • Wenn Sie doch leiden, wechseln Sie doch einfach den Beruf. Es gibt doch niemanden, der Sie zwingt diese unerträgliche Arbeitsbelastung bis in Ewigkeit auszuhalten.

        • ZITAT: „Wenn Sie doch leiden, wechseln Sie doch einfach den Beruf.“

          Das finde ich einfach nur zynisch.

          Wenn Sie nicht genug kriegen können (Geld) und ja anderswo soviel besser gezahlt wird, dann wechseln Sie doch den Beruf und gehen dahin, wo man mehr verdient.

          (Retourkutsche)

  5. ZITAT (U.B:): „Lieber zurückhaltend in den Gehaltsforderungen, wenn das eingesparte Geld für Erleichterungen in den Arbeitsbedingungen ausgegeben wird wie z. B. kleinere Klassen.“

    Genau !

    Und ich denke, dafür müsste jetzt mal Druck gemacht werden – wie immer möglich, denn derzeit ist es so, wenn die Lehrer jammern und klagen über die schlechten Arbeitsbedingungen, da kriegen sie halt in Gottes Namen eine Gehaltserhöhung und dann sollen sie bitte wieder den Mund halten. Aber an den Arbeitsbedingungen hat sich nichts, aber auch gar nichts verbessert.

    • Wer hat denn an welcher Stelle eine Gehaltserhöhung bekommen?
      Und was waren zuvor die Forderungen, die nicht umgesetzt wurden, zugunsten dieser Gehaltserhöhung?

  6. @ ysnp,

    wir drehen uns wirklich im Kreis. Wir haben das alles schon dutzendfach diskutiert. Jeder hat seine Position dargestellt und ist dabei geblieben. Manche scheinen ja zu glauben, die Politiker schauen hier rein und machen das, was der sagt, dem am Ende keiner mehr widerspricht. Ist das nicht ein bisschen naiv? Es geht um Meinungsaustausch, um mehr nicht. Warum denkst du so, wie du denkst? Was sind deine Argumente und Beweggründe?

    Wir können ganz gelassen bleiben. Wir haben hier nichts zu entscheiden.

  7. @ geli,

    ebenfalls Zustimmung!

  8. @ dicke bank,

    das hatten wir auch schon. Es hat nie jemand gefordert, dass jemand anderes künftig weniger verdienen soll als bisher. Es war immer gesagt worden, unsere Gehälter sind gut, wir können zufrieden sein – und eine GEW-Studie sagt, die meisten von uns sind es auch. Wenn Sie uns auf diese Tour kommen, dann könnten wir ja auch alle A 10 oder A 9 verdienen „wollen“, um die Einsparungen anderswo einzusetzen. Sind Sie da noch bei uns? Spätestens da würde man merken, dass Sie ja diesen Vorschlag nicht ehrlich meinen. Es ist reine Polemik.

    Nein, unsere Gehälter sind gut und das dürfen sie auch bleiben. Wir leisten einen schweren Job und werden dafür gut bezahlt. Das ist ok und deswegen muss keiner ein schlechtes Gewissen haben. Der Streitpunkt ist ja nur, ob alle gleich verdienen sollen. Die einen behaupten, dass es keine Unterschiede zwischen den Lehrämtern gebe, die anderen sagen, es gibt sie.

    Hier habe ich eine GEW-Arbeitszeitstudie, die die Unterschiede bestätigt: Hätten die Gym-Lehrer nicht bereits eine Entlastung durch ein geringeres Stundensoll, würde der Unterschied ja außerdem noch gravierender ausfallen!!! Doch auch 2 Stunden pro Woche sind 104 Stunden pro Jahr. Jetzt kommen Sie mir nicht damit, dass es nicht um die Arbeitszeit ginge, sondern um die Ausbildung. Das ist erstens Ihr Argument, nicht meins. Und zweitens ist ja auch das nur formal gleich, inhaltlich ist das überhaupt nicht gleich. Und deshalb finde ich die Unterschiede in der Bezahlung gerecht – so wie ja auch die Kindergärtnerinnen nicht das Gleiche verdienen wie ein GS-Lehrer und auch Gym-Lehrer nicht das Gleiche wie ein Uni-Professor. Das ist alles normal und gerechtfertigt und nicht böse und in der Privatwirtschaft hängt es eh davon ab, bei welcher Firma du arbeitest, was du verdienst. Alles ungerecht? (Und keiner tut was dagegen.)

    Die Studie: http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/GEW-Studie-Gymnasiallehrer-arbeiten-zu-viel,lehrerbefragung102.html

    • Doch, ich fordere es schon seit langem. Ich fordere eine einheitliche Eingangsbesoldung für alle Junglehrkräfte. A11 ist für Junglehrer vollkommen ausreichend, ein Hauptkommissar bei der Polizei oder ein Hauptmann bei der BW haben auch nicht mehr.

      • @sofawolf – Sie sollten endlich lernen bei den Entgelten zwischen Besoldung und gehalt z unterscheiden. Die Gehälter für tarifbeschäftigte Lehrkräfte sind im Vergleich zu den Besoldungen der selben Tätigkeitsgruppe (Lehramt) eklatant niedriger. Darüberhinaus unterscheide sich im TV-L die Entgelte zwischen den Bundesländern gravierend. Des Weiteren sind die Kaufkraftunterschiede und die allgemeinen Lebenshaltungskosten in den einzelnen Regionen Deutschlands extrem unterschiedlich. Die gleichen Entgelte z.B. im Landkreis Ostvorpommern und im Großraum München haben de facto nicht die gleiche Kaufkraft, sie ermöglichen nicht einmal annähernd gleiche Lebensverhältnisse.

        Vergessen Sie also Ihre verallgemeinerndenAussagen über die Güte der Entgelte.
        Zusätzlich gebe ich Ihnen zu bedenken, dass die Tarifbeschäftigten aufgrund der „überbordenden Gehälter“ gem TV-L selbst bei jahrzehntelanger Vollbeschäftigung bei den Renteneinkünften im Alter Welten von den Pensionsansprüchen verbeamteter Lehrkräfte entfernt liegen

        Es bedarf also in erster Linie einer deutlichen Erhöhung bei den Gehältern gegenüber den Besoldungen, zu mal tarifbeschäftigte Lehrkräfte ein deutlich höheres Risiko bezüglich eventueller Arbeitslosigkeit haben

      • @dickebacke: Das mit dem Einstiegsgehalt A11 ist doch dummes Zeug! Ein Hauptkommissar oder Hauptmann hat in aller Regel kein (teures!) Studium für seinen Beruf absolvieren müssen, das kann man doch gar nicht vergleichen.
        A13 ist das Einstiegsgehalt für den höheren Dienst, der ein volles Universitätsstudium voraussetzt.
        Dies ist im Übrigen auch der Grund, warum die G+H-Lehrer mit ihrem Fachhochschulstudium meist nur im gehobenen Dienst (A12) besoldet werden.
        Dieses allgemein geltende Prinzip (also nicht nur für Lehrer) ist doch nicht so schwer zu verstehen.

        • Und da nun beispielsweise in Niedersachsen alle GHR an richtigen Universitäten ein volles Studium absolvieren müssen, ist auch hier die Gehaltsdiskussion richtig aufgeflammt. Die Befähigungen wurden dadurch nämlich auf den höheren Dienst angehoben. Fünf Jahre Studium mit Bachelor- und Masterabschluss an einer richtigen Uni heißt eigentlich, dass am Ende A13 besoldet wird. Egal ob Förderschul-, Gym-, Real-, Haupt- oder Grundschullehrer. Alle haben nun die „gleiche“ Ausbildung. Und Studiengänge können grundsätzlich nicht gut miteinander verglichen werden, jeder empfindet etwas als schwieriger oder leichter. Das ist ja selbst bei den Fächern schon so.

          • Ganz genau! Da Grundschullehrer nun einen Masterabschluss benötigen, müssen sie logischerweise auch A13 bekommen.

          • Der entscheidende Punkt ist letztendlich der, dass die Studiengänge Lehramt an GHR und GY auf die gleiche Regelstudienzeit festgesetzt worden ist.

        • Alle Grund- Und Hauptschullehrer studieren aber an Universitäten, und das seit mehreren Jahrzehnten. Nur in BaWü nicht.

        • In NRW hat jeder Kommissar ein aggeschlossenes Studium. Polizeibeamte des mittleren Dienstes gibt es hier in NRW bei der Landespolizei nicht.

        • Nein, es gibt keine Fachhochschulen mehr. Die Masterabschlüssem die von Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften und PHs vergeben werden sind gleichwertige Abschlüsse.

          Eingangsvoraussetzung für die Übernahme in den Anwärterdienst ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium.

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