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VBE: Schul- und Verwaltungsreformen schön und gut, aber: Setzt endlich auch bei Eltern an, liebe Politiker!

STUTTGART. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg ist mit einer Initiative in der Schulpolitik vorgeprescht, die die Eltern in den Fokus nimmt. In einer Pressemitteilung begrüßt der VBE zwar die Ankündigung von Kultusministerin – und KMK-Präsidentin – Susanne Eisenmann (CDU), die Strukturen der Bildungsverwaltung im Ländle neu zu ordnen. Wenn aber das Thema Erziehung nicht in den Blick genommen werde, könne sich im Unterricht kaum etwas zum Guten ändern, meint der Verband.

Immer mehr "verhaltensoriginelle" Kinder. Foto: horrigans / flickr (CC BY-NC 2.0)

Immer mehr “verhaltensoriginelle” Kinder. Foto: horrigans / flickr (CC BY-NC 2.0)

Baden-Württemberg war beim letzten bundesweiten VERA-Vergleichstest abgestürzt. Bei der vom Berliner Institut für Qualität im Bildungswesen (IQB) entwickelten Bundesländer-Ranking,war der einstige Primus auf hintere Ränge gefallen: Von Platz zwei im Fach Deutsch beim Zuhören landen die Neuntklässler im Land jetzt auf Platz 14, beim Lesen rutschten sie von Platz drei auf Platz 13 und bei der Orthografie vom zweiten auf den zehnten Rang.

“Enormer Einfluss”

Eisenmann hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Qualität des Unterrichts verbessern  zu wollen – auf der Basis wissenschaftlicher Daten, die den Schulen über ein neues Institut für Bildungsanalysen sowie eine neue Fortbildungsagentur vermittelt werden sollen. Gut und schön sei das, meint nun der VBE. Sein Sprecher Michael Gomolzig betont aber auch: „Nicht außer Acht lassen darf man den enormen Einfluss, den Eltern auf die Bildungsbiographie ihrer Kinder haben.“ Wenn   Unterricht generell gestört werde, weil etliche Kinder nicht erzogen seien, wenn kontinuierliches Arbeiten nicht möglich sei, weil ständig Unterrichtsmaterialien fehlten, nützten auch neue Institute wenig.

Schwarzer Peter – ein Kommentar zum VBE-Vorstoß, Eltern stärker in die Pflicht zu nehmen

„Natürlich ist bei der Bildung der Staat gefordert, der die Schulpflicht gesetzlich verankert hat. Trotzdem dürfen Eltern nicht aus ihrer Erziehungspflicht entlassen werden, die sogar im Grundgesetz so festgeschrieben ist“, moniert der VBE-Sprecher. Zuallererst seien bei der Bildung und Erziehung der Kinder die Eltern gefordert, „dann unterstützen Kindergärten und Schulen diese bei ihrem heute sicher nicht einfachen Erziehungsauftrag“. Was in frühester Kindheit aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit von den Eltern versäumt werde, lasse sich später – wenn überhaupt – nur mit Kraftanstrengung und hohem finanziellen Aufwand wieder ausbügeln. Deshalb müsste nach Auffassung des VBE-Sprechers sinnvollerweise auch dort angesetzt werden, wo man am meisten bewirken kann: bereits beim Kleinkind.

In den Schulen sollte wieder mit „Disziplin“ gelernt werden können. Es dürfe nicht sein, dass täglich kostbare Zeit verschwendet werde, weil in vielen Klassenzimmern von den Lehrern grundsätzlich zunächst einmal die für den Unterricht notwendige Arbeitsruhe hergestellt werden müsse, mahnt Gomolzig („eigentlich Selbstverständliches“) an.  Bereits PISA habe gezeigt, dass das Einfordern von Leistung für den Lernerfolg effektiver sei als der Verzicht darauf, betont der VBE-Sprecher. Ohne Anstrengung, ohne die richtige Mischung aus Motivation und Üben, lernten die Schüler zu wenig. Das werde gerade bei den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen deutlich, die ohne Fleiß und beharrliches, eigenständiges Üben nicht zu bewerkstelligen seien – auch bei Ganztagsschulen zuweilen daheim im Elternhaus.

Gomolzig: „Die früh einsetzende Erziehung der Kinder durch engagierte Eltern bietet eine solide Basis für den Schulerfolg. Elternhaus und Schule sollten sich bei der Bildung und Erziehung der Kinder als verlässliche Partner sehen und entsprechend achten.“ Das ist aus Sicht des VBE offenbar viel zu selten der Fall. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Zum Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek: Schwarzer Peter!

 

9 Kommentare

  1. Ich sage nur: Neue Lernkultur. Ich kenne Schulen, die haben alle Lernateliers wieder abgeschafft. Unterricht war nicht mehr möglich

  2. Glückwunsch. Ich kenne SuS die jaulen auf sobald mal mehr als üblich geschrieben wird.
    Das Elternhaus spielt eine sehr große Rolle, es ist für mich unbegreiflich, viele nicht mal 45 min Still und konzentriert mitarbeiten können.
    “”Trotzdem dürfen Eltern nicht aus ihrer Erziehungspflicht entlassen werden, die sogar im Grundgesetz so festgeschrieben ist“, moniert der VBE-Sprecher. Zuallererst seien bei der Bildung und Erziehung der Kinder die Eltern gefordert, „dann unterstützen Kindergärten und Schulen diese bei ihrem heute sicher nicht einfachen Erziehungsauftrag“. Was in frühester Kindheit aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit von den Eltern versäumt werde, lasse sich später – wenn überhaupt – nur mit Kraftanstrengung und hohem finanziellen Aufwand wieder ausbügeln. “” Dieses Zitat sagt alles aus, was in der Gesellschaft zum Teil richtig schief läuft.

  3. Axel von Lintig

    Die Vermittlung von Bildung wird bei Kindern aus einer spacharmen Umgebung durch deren Eltern nicht gelingen.Hier sind die Schulen und Kindergärten in der Pflicht Bildung zu vermitteln, da sonst die soziale Abwärtsspirale dieser Kinder sich weiter nach unten dreht.Insgesamt ist es sehr traurig, dass es zunehmend vom Elternhaus abhängt, was aus den Kindern in deren Zukunft wird.Ohne die Erkenntnis der Eltern für die Gewichtung der Bildung und das Einüben von konzentrierten Arbeiten an kreativen Tätigkeiten, kann ein erfolgreicher Schulbesuch nicht gelingen.

    • Herzensbildung hängt nicht von der Schubildung ab. Auch ein einfaches “Gemüt” wusste früher/kann heute wissen, wie man sich üblicherweise in der Öffentlichkeit und in Kita und Schule benimmt und einem Kind beibringen, wie “das geht”. Das hat NICHTS mit bildungsarm-fern oder sonst was zu tun.
      SuS aus einfachen Verhältnissen sind oft am besten erzogen! Probleme machen sehr oft die Kinder der Helikopter- Eltern und die der Besserwisser, Erbsenzähler und der vermeintlich schuljuristisch und psychologisch Gebildeten!

      • Axel von Lintig

        Alles klar, Kinder von Sozialschwachen haben in unserem Bildungssystem die selben Chancen und es besteht keine Abhängigkeit von der Herkunkt auf den Bildungserfolg.
        Dann sind die Bildungsstudien alle falsch, oder was wollen Sie hier noch umdeuten.
        Sie kommen mit kritischen Eltern nicht klar.Das brauchen Sie anscheinend auch nicht mehr.

        • …was hat sozialschwach mit schlechter Erziehung zu tun?Oder mit Dummheit? NICHTS!
          Und kritische Eltern sind mein Spezialgebiet!

          • Axel von Lintig

            Nach 41 Dienstjahren wohl nicht mehr.Versuchen Sie einmal in der Medizin etwas gegen den Willen der Betroffenen zu unternehmen.

  4. Axel von Lintig

    spracharmen

  5. Axel von Lintig

    Ich könnte Ihnen,ohne Sie zu kennen auch so einige Schubladen-Kategorien um die Ohren hauen.
    Das würde aber auch nichts bringen.Was bringt denn Standesdünkel gegen die andere Seite , die Eltern. Sie könnten lieber die Zusammenarbeit mit denen suchen.

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