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Volksinitiative für mehr Lehrer freut sich über “Schneeballeffekt” und sieht trotz vieler ungültiger Unterschriften Stimmenzahl erreicht

MAGDEBURG. Mit einer Volksinitiative will ein Bündnis aus zehn Organisationen und Verbänden in Sachsen-Anhalt das Thema Personalmangel erneut in den Landtag einbringen. Dazu sind rund 30.000 Unterschriften notwendig. Dieses Ziel sei nun bereits erreicht.

Die Volksinitiative für mehr Personal an den Schulen in Sachsen-Anhalt hat nach eigenen Angaben die notwendigen 30 000 Unterschriften gesammelt, um ihr Anliegen in den Landtag zu bringen. «Wir haben die 30 000 zusammen und sammeln noch bis zum 1. September weiter», sagte die die Sprecherin des Bündnisses, Thekla Mayerhofer. Der erhoffte Schneeballeffekt habe eingesetzt, es hätten sehr viele Menschen, Initiativen und Geschäfte mitgesammelt. «Ich bin sogar beim Friseur angesprochen worden, ob ich nicht unterschreiben will», sagte Mayerhofer. Am 13. September sollten die Listen an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch überreicht werden.

Der erhoffte Schneeballeffekt habe eingesetzt, so die Sprecherin der Initiative (Symbolbild). Foto: Mehr Demokratie / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der erhoffte Schneeballeffekt habe eingesetzt, so die Sprecherin der Initiative (Symbolbild). Foto: Mehr Demokratie / flickr (CC BY-SA 2.0)

30 000 Unterschriften sind die Marke, ab der sich der Landtag mit dem Anliegen beschäftigen muss. Die Volksinitiative fordert unter anderem die Einstellung von zusätzlichen 1000 Lehrern und 400 pädagogischen Mitarbeitern. Sie fordert auch, dass im Land mehr Lehrer ausgebildet und hier gehalten werden.

Mayerhofer sagte, die ersten Tage des neuen Schuljahres zeigten, wie eng die Planungen an den Schulen derzeit seien. «Es geht an vielen Stellen mit Hängen und Würgen. Man hofft dass niemand krank wird.» Mit Angst werde auf die zu erwartende Grippewelle im Herbst geschaut. «Die Klassen sind inzwischen so groß, dass man sie nicht mehr einfach zusammenlegen kann», sagte Mayerhofer.

Das Bildungsministerium hat für dieses Schuljahr noch keine offiziellen Angaben zur Zahl von Schülern und Lehrern und zur Unterrichtsversorgung gemacht. Belastbare Zahlen lägen erst einige Wochen nach Schuljahresbeginn vor, hatte es geheißen. Im vergangenen Schuljahr lag die Unterrichtsversorgung im Landesschnitt knapp unter 100 Prozent, war aber in den Gymnasien besser als in den anderen Schulformen. Ziel der schwarz-rot-grünen Koalition ist, eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent sicherzustellen, damit gäbe es ausreichend Reserve für Krankheit, Elternzeit und Fortbildungen. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hatte deutlich gemacht, dass er das Anliegen der Volksinitiative grundsätzlich unterstützt.

Wie viele Unterschriften konkret gesammelt worden seien, solle am 11. September ausgezählt werden, sagte Mayerhofer, die auch den Grundschulverband Sachsen-Anhalt vertritt. Einen Wermutstropfen bei der erfolgreichen Aktion sieht sie deutlich: «Es gab ganz viele ungültige Unterschriften.» Es hätten Geburtsdaten oder Postleitzahlen gefehlt. Es sei es wichtig, die Listen komplett auszufüllen. Und es müssten auch die vorgegebenen Listen sein. «Eine Schule hat uns 700 Unterschriften geschickt – aber auf selbst erstellen Listen», berichtete Mayerhofer. Die seien schlichtweg ungültig.

Die Initiative sei sich aber sicher, dass 30 000 gültige Unterschriften zusammengekommen sind. Am 13. September würden dann zwei Zahlen verkündet: Die rechtlich gültigen Unterschriften und die Stimmen aller Unterzeichner inklusive der ungültigen. Wie groß die Differenz ist, konnte Mayerhofer nicht schätzen. Sie machte deutlich, dass die Möglichkeit einer Online-Petition solche ungültigen Unterschriften verhindern könnte. Es würde dem Unterstützer gleich deutlich gemacht, dass Angaben fehlen. «Da hätte man gleich eine Garantie.» In Sachsen-Anhalt ist dieser Weg aber noch nicht vorgesehen. (dpa)

Initiative “Den Mangel bekämpfen” (DIE LINKE Sachsen Anhalt)

3 Kommentare

  1. @ Redaktion

    Unter dem Foto steht in Klammern: Symbolbild. Was bedeutet Symbolbild? Bedeutet es, dass die Abgebildeten (doch) nicht die Personen sind, die da genannt werden?

  2. Eine Unterschriftensammlung für mehr Lehrer finde ich insofern gut, dass sie Druck machen könnte, dass mehr Lehrer eingestellt und keine Stellen mehr gestrichen werden, indem dann Klassengrößen erhöht werden usw. (Sparmaßnahmen infolge mehr netto vom Brutto).

    Aber ansonsten kann so eine Unterschriftensammlung ja auch keine Lehrer herbeizaubern, die es momentan nicht gibt bzw. die Politiker können sie nicht herbeizaubern.

    Kurzfristig bleibt nur die Option, massenhaft Seiteneinsteiger einzustellen und diese massiv zu unterstützen, damit sie im Schulalltag bestehen !!!

  3. ZITAT: “Ziel der schwarz-rot-grünen Koalition ist, eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent sicherzustellen, damit gäbe es ausreichend Reserve für Krankheit, Elternzeit und Fortbildungen.”

    Ja, das klingt gut. Es müssen endlich wieder Krankheit, Elternzeit und Fortbildungen mitberechnet werden bei den Stellenplanungen.

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