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Inklusion: Schulbehörden unter Druck! Gericht weist Regelschul-Förderplan für behinderten Schüler zurück – zu unkonkret

HAMBURG. Die Inklusion – genauer: die schlechte Personalausstattung der Schulen für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen – bringt immer mehr Kultusministerien in die Bredouille. Beispiel Hamburg: Erst watscht das Verwaltungsgericht der Hansestadt die Schulbehörde im Fall eines Schülers mit Asperger-Syndroms wegen unzureichender individueller Förderung ab. Dann zeichnet sich ab, dass es zwischen Rot-Grün und der Initiative „Gute Inklusion“, die fast 25.000 Unterschriften für eine bessere Betreuung an den Regelschulen gesammelt hat, absehbar keine Einigung geben wird.

Junge im Rollstuhl

Ein Förderplan muss Ziele enthalten, die sich am individuellen Bedarf des Schülers orientieren (Symbolfoto). Foto: Honza Soukup / Flickr (CC BY 2.0)

Das Verfahren kann bereits als Präzedenzfall für den juristischen Umgang mit der Inklusion gelten – das Hamburger Verwaltungsgericht hat die Sicht von Eltern eines Schülers mit Asperger-Syndroms, einer leichten Form von Autismus, gestärkt. Seit Jahren, so berichtet die „Welt“, kämpfen diese für einen Platz an der Regelschule. Der Jugendliche besucht zurzeit ein Gymnasium mit einer speziellen Autistenklasse. Doch die individuelle Förderung dort ist aus Sicht der Eltern unzureichend. Zuletzt sei der Junge allein von einer Schulbegleiterin betreut, letztlich nur mit Arbeitsblättern versorgt worden, heißt es. Darüber hinaus sei dem mittlerweile 18-Jährigen von der Schule attestiert worden, lediglich auf dem Wissenstand eines Sechstklässlers zu sein.

Doch so einfach geht das nicht, befand nun das Gericht: Der zugrundeliegende Förderplan weise „derart gravierende und offensichtliche Mängel auf, dass von vorneherein ausgeschlossen ist, dass die ihm nach der gesetzlichen Konzeption zukommende Aufgabe als das zentrale Instrument bei der Entscheidung über die schulische Förderung zukommen kann“, heißt es dort dem Bericht zufolge.  Ein Förderplan müsse Aufschluss darüber geben, auf welchem Leistungsstand der Schüler tatsächlich sei – und zwar für jedes der Fächer, die für das aktuelle Schuljahr anstehen.

Wenn Förderschüler eine ganze Schule tyrannisieren… Krasser Fall wirft die Frage auf: Wo sind die Grenzen der Inklusion?

Die Beschreibung des Leistungsstandes, vom Gericht Lernausgangslage genannt, habe sich „an den Anforderungen der Bildungspläne der Grundschule, Stadtteilschule oder Gymnasium zu richten“. Dasselbe gelte auch für die individualisierten Ziele. Auch diese müssten jeweils in Bezug zu den Bildungsplänen gesetzt werden. Auch in einem weiteren – für die Eltern zentralen Punkt – bekamen die Eltern Recht. Im Förderplan müsse deutlich gemacht werden, welche konkreten Schritte notwendig wären, damit ein Schüler seinen angestrebten Schulabschluss schaffen kann. Dazu müsse festgelegt werden, welche Lernziele im jeweiligen Schuljahr zu erreichen seien. Jetzt muss ein neuer Förderplan erstelt werden, der eine genaue Soll-/Ist-Analyse sowie konkrete Maßnahmen enthält, wie sich Bildungsziele erreichen lassen.

Es hapert am Personal

Dass es bei der Inklusion insbesondere an der personellen Ausstattung hapert, moniert die Volksinitiative „Gute Inklusion für Hamburgs SchülerInnen“,  die von 23 Organisationen unterstützt wird (darunter Elternvereine, Lehrer- und Schülerkammer, die drei Schulleitungsverbände von Grund-, Stadtteilschulen und Gymnasien sowie Lehrerorganisationen wie der GEW) und nach eigenen Angaben nur binnen drei Monaten 24.357 Unterstützerunterschriften gesammelt hat – und damit erzwang, dass sich die Bürgerschaft mit dem Thema beschäftigen muss. Seit Juni verhandeln die Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien SPD und Grüne mit der Initiative.

Studie: Inklusion ist erfolgreich (wenn die Bedingungen stimmen) – im Großen und Ganzen. Einzelne Schüler tun sich allerdings schwer

Nähergekommen ist man sich dabei offenbar nicht, so berichtet nun die „Welt“. Die Initiative fordere mehr Lehrer, damit Schüler mit und ohne Behinderung gleich gut an denselben Schulen unterrichten werden können. Ohnehin sollen Schüler mit Behinderungen dieselben Therapieangebote bekommen, die sie an speziellen Förderschulen hätten. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte dem Bericht zufolge die Zahl der dadurch in Hamburg zusätzlich benötigten Lehrer auf 500 beziffert und die Forderungen der Initiatoren einst als „nicht nachvollziehbar“ bewertet.

Jetzt sollen die Verhandlungen, die ursprünglich in dieser Woche Enden sollten, verlängert werden. „Noch hoffen wir, auf dem Verhandlungsweg substanzielle Verbesserungen durchzusetzen“, sagte ein Sprecher der Volksinitiative (selbst pensionierter Schulleiter). Vorbereitungen für ein Volksbegehren laufen aber bereits – das den Druck auf den Senat noch einmal drastisch erhöhen würde. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Wir brauchen jetzt eine breite Debatte über die Inklusion – sonst droht ihr das Schicksal von G8

 

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72 Kommentare

  1. “Ein Förderplan müsse Aufschluss darüber geben, auf welchem Leistungsstand der Schüler tatsächlich sei – und zwar für jedes der Fächer, die für das aktuelle Schuljahr anstehen.”
    “Im Förderplan müsse deutlich gemacht werden, welche konkreten Schritte notwendig wären, damit ein Schüler seinen angestrebten Schulabschluss schaffen kann. Dazu müsse festgelegt werden, welche Lernziele im jeweiligen Schuljahr zu erreichen seien. Jetzt muss ein neuer Förderplan erstelt werden, der eine genaue Soll-/Ist-Analyse sowie konkrete Maßnahmen enthält, wie sich Bildungsziele erreichen lassen.”

    Puh!
    Solche Vorgaben gab es bisher nicht. Nicht in meinem Bundesland und vermultich auch nicht in HH.
    Auch damit wurden Schulen allein gelassen.
    In Nds. gab es vor der Einführung der Inklusion mal ein Sammelsurium allein für die Individullen Lernentwicklungsbögen und jede Schule musste daraus einen eigenen wählen oder erstellen.
    In diesen Bögen muss 2-3 mal im SJ für jeden Bogen der Lernstand eingetragen werden.

    Förderpläne sind etwas anderes, individuell auf das Kind zugespitzt werden Förderziele festgesetzt und Maßnahmen festgelegt.
    Verlautbarungen zu Förderplänen waren immer eher: Evaluation des Lernstandes, Auswählen von 2 oder max. 3 weiteren Zielen und konkrete Umsetzung. Sowohl über FöS-Lehrkräfte als auch in Inklusions-Fortbildungen.
    In der FoBi habe ich mich noch gewundert und wollte erheblich mehr, die FöS-Kolleginnen haben milde gelächelt und gesagt, die Grundschullehrkräfte sollten ihre Anforderungen abmildern, auch müsse man im Blick behalten, was leistbar sei und was Kinder umsetzen können. Es ginge nicht alles auf einmal.
    Nutzen und Aufwand bei diesen Anforderungen im Gleichgewicht zu halten, ist zudem offenbar unmöglich: Je mehr Zeit ich in das Schreiben der Pläne investieren muss, desto weniger Zeit habe ich, die konkrete Förderung vorzubereiten.

    P.S: Das Bild im Beitrag finde ich irreführend. Laut Artikel geht es um ein Kind mit Asperger-Syndrom.

    • Das Foto zeigt nicht den Schüler, über den im Beitrag berichtet wird – was durch den Hinweis “Symbolbild” angezeigt wird. Es geht in dem Artikel ja auch nicht um den Einzelfall, sondern darum, dass individuelle Förderung (von Schülern mit Behinderungen) jetzt auch juristisch eingefordert wird. Deshalb das begleitende allgemeine – Bild zum Thema.

      Die Redaktion

  2. Das Problem ist doch hier die personelle Ausstattung. Eine sinnvolle Forderung wäre: Für jede Grundschulklassenlehrkaft eine oder gar zwei Entlastungsstunden pro Förderschüler zusätzlich!

  3. Ich bin Mutter eines schwersbehinderten Kindes. Mein Kind hat auch den Wechsel von einer Sonderschule mit Schwerpunkt geistige Behinderung auf einer Stadtteilschule in Hamburg vor ein paar Jahren gemacht.
    Ich finde es sehr gut, dass endlich die individuelle Förderung von Schülern mit Behinderung auch JURISTISCH eingefordert wird.
    Auf die Sonderschule,wo mein Sohn die ersten fünf Jahre die Schule besucht hatte, gab es nicht mal Förderpläne für die Schüler. Erst als Inklusion in Hamburg eingeführt worden ist, wurden endlich mal Förderpläne eingeführt. Für viele Sonderschulen in Hamburg war das Wort Förderplan ein Fremdwort.Ich habe damals eine Umfrage gestartet . Viele Eltern wussten nicht mal was das Wort Förderplan bedeutet.Und wenn welche Förderschulen einen hatten/haben sind sie katastrophal.Es werden in den Förderpläne maximal drei Lernziele gesetzt.Ich habe sogar einen Rechtsanwalt beauftragt um an den Schulkonzept und Förderplan meines Sohnes anzukommen.Es war eine sehr traurige Geschichte!
    Viele Pädagogen in Regelschulen klagen,dass die Lernbedingungen für Kinder mit erhöhten Förderbedarf in Regelschulen nicht gegeben sind. Ich kann jeden versichern, dass die Lernbedingungen in einer Regelschule Tausendmal besser sind als die in einer Sonderschule. Es wird in den Medien immer nur über das Thema Regelschulen, Regelschulen, Regelschulen und nochmal Regelschulen gesprochen.
    Kinder in Sonderschulen Schwerpunkt geistige Behinderung haben nicht mal Schulbücher oder ein Malbuch oder Bilderbuch.Diese Kinder wurden schon längst von Politiker in ganz Deutschland in Stich gelassen. Meinem Sohn wurde nicht mal die Stifthaltung in der Sonderschule beigebracht,obwohl diese Kinder ein riesen Potenzial haben. Schwerpunkt wird in diesen Sonderschulen auf Alltagskompetenzen(Kochen, Waschen, Putzen) gestellt. 11 Kinder werden in einer Klasse unterrichtet von einer einzigen Sonderpädagogin und einer Heilpädagogin. Selbst wenn manche Kinder die gleiche Behinderung haben, haben sie einen unterschiedlichen Grad der Behinderung. Es ist nicht möglich diese Kinder auf ein Regelschulniveau zu unterrichten….obwohl sie dieses RECHT haben..Es entsteht kaum eine vernünftige Kommunikation zwischen diesen Kindern.Diese Kinder sehen nichts anders als nur behinderte Kinder um sich. Sie werden mit den Bussen zur Schule hin und her gefahren, wo sie ebenfalls nur behinderte Kinder um sich sehen. Die Ansprüche in der Pädagogik wurden in der Vergangenheit in der Sonderschul-Diktatur immer tiefer gesenkt, sodass diese Kinder auf ein katastrophalen Unterrichtsniveau unterrichtet wurden und weiterhin werden.
    Behinderte Kinder haben auch ein Recht auf Bildung !
    Ich finde es bewundernswert von den Eltern dieses Kindes, die die Stärke aufwiesen vor Gericht zu gehen.
    Das was diese Eltern durchmachen kann ich selber nachvollziehen, weil ich mich in einer ähnlichen Situation befinde.
    Nach fast zehn Jahre Inklusion ist es endlich an der Zeit Richtlinien zu setzen in der Gestaltung eines Förderplanes.
    Die Förderpläne werden mit Eltern besprochen, die keine Pädagogen sind! Zumal in Sonderschulen können Eltern behinderten Kindern nicht nachvollziehen welche “Defizite” ihre Kinder haben.Dadurch, dass sie nicht mal Schulbücher haben, können die Eltern sich nach gar nichts orientieren. Die meisten wissen nicht mal wo sie mit der Förderung ihrer Kinder anfangen sollen. Die Förderpläne sagen KAUM was über das Kind aus.
    Dass es in Deutschland an qualifizierte Pädagogen fehlt, liegt es an der Sonderschul-Diktatur die wir jahrzehntelang in Deutschland hatten. Schuld daran ist nicht ein Schulsenator in Hamburg. Die Politik der Vergangenheit und die der Gegenwart hat in ganz Deutschland versagt
    Ähnlich wie in einer Diktatur die Funktionäre ihre Vorteile verschaffen, haben viele Sonderpädagogen ihre Ansprüche in der Pädagogik von Jahr zu Jahr immer tiefer gesetzt, so dass die Förderung dieser Schüler auf höchstens Vorschul Niveau stattfindet! Da in einem Bezirk eine einzige Sonderschule ist, hatten die Eltern keine andere Wahl als ihre Kinder auf eine Sonderschule zu schicken. Eltern, die wie ich Ansprüche zur Förderung ihrer Kinder gestellt haben und weiterhin stellen, wird ihnen wie mir auch geraten wurde die Schule zu wechseln. In einer Sonderschul-Diktatur war es nicht möglich sein Kinder auf eine Regelschule zu schicken, weil sie da nicht willkommen waren. Die nächstgelegen Sonderschule befindet sich meist 15 bis 30 Km entfernt. Viele Eltern entschieden sich dann gegen ein Schulwechsel und stellten dann auch keine Ansprüche mehr….zur Freude vieler Pädagogen in Sonderschule. Und so konnten viele Pädagogen mit den Kindern einfach nur Marmelade kochen statt regelmäßigen Mathematikunterricht mit den Schülern zu machen.Die Sonderschulen müssen sich nie Sorgen machen ihre Schüler zu verlieren! Sie haben so gesehen keine Konkurrenz so wie Regelschulen das haben. So stellen sie auch kaum Ansprüche in der Pädagogik! In der Sonderschule wo mein Sohn 5 Jahre lang “unterricht” wurde, hatte kein Pädagoge eine Fortbildung zum Thema Autismus gemacht. Dies wurde mir vom Schulleiter der Schule und der Sonderpädagogin höchstpersönlich im Mitteilungsheft meines Kindes bestätigt. Und man glaube es kaum, aber die Schule feierte 50 Jahre!!!!
    Und jetzt steht Deutschland da und hat keine qualifizierte Pädagogen für diese Kinder.Wer ist Schuld daran? Ist es dieser Schulsenator auf dem jeder rumhackt?

    • Axel von Lintig

      Genau diese Situation habe ich oben auch beschrieben.Es betraf den Jungen mit der spastischen Parese, der eine Förderschule für Kinder mit Neurologischen Erkrankungen besucht.
      Nicht jede Förderschule setzt sich Ziele für die Schüler, die über die Vermittlung von alltäglichen Fähigkeiten,wie Einkaufen können hinausgehen. Es werden einfach keine speziellen speziellen Förderpläne für die Kinder mit geistigen Behinderungen erstellt, obwohl man auch denen das automatisierte Lesen mit den von mir beschriebenen Methoden( Intra-Akt-Plus-Konzept, Kieler Leseaufbau) beibringen kann.
      Da sind die Regelschulen, siehe Palim, deutlich weiter.Wichtig ist aber, dass sich die Eltern in die Förderpläne mit einbringen.

      • Ich gebe ihnen völlig Recht! Aber Eltern sind keine Pädagogen! Sie wissen nicht was ihnen in der Förderung ihrer Kinder zusteht und was nicht. Deswegen ist es wichtig klare Linien zu stellen!
        Deutschland braucht eine neue Schulreform !
        Ich habe die Erfahrung als Mutter gemacht, dass ich mit fünf Pädagogen im Lernentwicklungsgespräch stand und all diese Pädagogen mir klar machen wollten, dass es an der Behinderung meines Kindes läge, dass mein Kind nicht lernen kann. Dass mein Kind sehr wohl mehr kann musste ich feststellen, als er auf eine Stadtteilschule wechselte.
        Die meisten Eltern wissen nicht, dass in der Förderung eines behinderten Kindes nach Alternativen gesucht werden muss. Es gibt schließlich nicht nur Methode A oder B um einem Kind den Unterrichtsstoff beizubringen.
        Und da scheitert es schon!

        • Axel von Lintig

          Die Methoden sind die selben, nur die Kinder brauchen mehr Zeit und so habe ich am Anfang viele kurze Zeiteinheiten lang gearbeitet mit zahlreichen Erfolgserlebnissen und der Methode, dass auf einen bestimmten Reiz immer die selbe Antwort kam.

        • Wenn inklusiver Unterricht nun mehr und mehr an Regelschulen stattfindet, wo kaum ein Lehrer Weiterbildung, geschweige denn Ausbildung in Sonderpädagogik erfährt, ob es dann besser wird mit Förderplänen ?

          • Nein, im Zweifel eher noch schlechter, weil die eigentlich notwendige Vorbereitungszeit in die Förderpläne investiert werden muss.

            Haben die Förderpläne eigentlich irgendeinen Sinn abgesehen von einer möglichen Genehmigung der Inklusionshelfer oder stundenweise Unterstützung durch eine Sonderschullehrkraft? Mich interessiert da das Verhältnis aus immensem Aufwand und möglicherweise doch geringem Nutzen.

            Die Textzeugnisse ab Klasse 3 sind für mich ein Beispiel für viel Aufwand ohne Nutzen, weil die Eltern den Text ohnehin in Zahlen zwischen “1” und “6” übersetzt wissen möchten.

          • “Nein, im Zweifel eher noch schlechter, weil die eigentlich notwendige Vorbereitungszeit in die Förderpläne investiert werden muss.”
            Sehe ich auch so.

            “Haben die Förderpläne eigentlich irgendeinen Sinn abgesehen von einer möglichen Genehmigung der Inklusionshelfer oder stundenweise Unterstützung durch eine Sonderschullehrkraft?”
            Beim Antrag einer I-Hilfe habe ich die Förderpläne bisher nicht vorgelegt. Meist wird im Hilfeplangespräch ein eigener aufgestellt: Wo liegen die Probleme? Worin wird unterstützt? Welche Ziele sollen erreicht werden?
            Bei der Überprüfung, ob Förderbedarf vorliegt, sieht es anders aus. Da belegt man mit den Förderplänen, welche Förderung über welchen Zeitraum bereits erfolgt ist.
            Bei dem ganzen Bürokratie-Wahn schwingt immer das Misstrauen mit, Lehrer seien “faule Säcke”, würden sich um nichts und niemanden kümmern, deshalb muss man sie mit Dokumenten dazu zwingen, dass sie sich Gedanken machen.
            Ich weiß, dass ich schon bei der Einführung der Lernentwicklungsbögen, die ja nur eine Übersicht sind, gedacht habe: die Sachen habe ich im Kopf, die Zeit würde ich lieber auf das Heraussuchen oder Erstellen der Materialien verwenden.

            Noch schrecklicher finde ich das kleinschrittige Notieren eines jeglichen Vorfalls bei ESE-Kindern und die vielen anhängigen Konferenzen und Besprechungen, die in der Regel für die Förderung gar nichts bringen, aber rechtlich notwendig sind, falls es zu einer Ordnungsmaßnahme kommen könnte.

            Am Ende raubt einem die Bürokratie die Zeit für die eigentlichen Aufgaben: differenzierten Unterricht vorbereiten und erteilen zu können.

    • Liebe Anca, du sprichst mir aus der Seele!
      Ich kann nur sagen. Danke! danke! dass du das Thema ansprichst!
      Das stimmt, was du das schreibst! Mein Kind hatte zu Zeiten der CDU unter der Schulsenatorin Christa Goetsch auch keine Förderpläne auf der Sonderschule. Es stimmt was du auch sagst, dass die Eltern nicht mal wussten, dass sie einen Anspruch auf Förderpläne haben. In Niedersachsen und Schleswig Holstein, hatten sie welche aber in vielen Schulen in Hamburg nicht.
      wusstest du , dass sie unter der Schulsenatorin Christa Goetsch die Eltern auch keine Sonderpädagogische Gutachten hatten. Ich wurde ein paar mal vom Versorgungsamt angeschrieben. Für die Feststellung des Grades der Behinderung bei meinem Kind benötigte das Amt ein sonderpädagogisches gutachten der schule. Nicht nur das eines Arztes. In Niedersachsen und anderen Bundesländer war es Gang und Gebe, dass die kinder bei der Einschulung einen erhielten. In hamburg aber nicht! Ohne ein sonderpädagogisches Gutachten können Eltern nicht nachvollziehen, weswegen ihre Kinder in Sonderschulen gelandet sind. Mir ging es ebenfalls so. Es hiess immer wieder, das Kind hat eine Entwicklungsverzögerung…… Na bitte!!!
      Diese wurden erst erstellt als der Schulsenator Inklusion in Hamburg eingeführt hatte.

  4. Wenn ich als Mutter eines behinderten Kindes im Artikel ein Bild sehe, wo ein Rollstuhl abgebildet ist mit den Worten “Wir müssen leider draussen bleiben!”, dann frage ich mich: Wie werden behinderte Kinder in Deutschland betrachtet?
    Ähnliche Schilder werden vor Restaurants gestellt, wo Hunde abgebildet werden mit der gleichen Inschrift.
    Seitdem Inklusion in Deutschland eingeführt worden ist, werden behinderte Kinder in Deutschland als eine Plage in Schulen und Medien hingestellt mit dem Deutschland nicht klar kommt. Es soll an Personal in Schulen mangeln. Es wurde sogar in den Medien von einer gescheiterten Inklusion gesprochen, und das sogar von Spitzenpolitiker in Deutschland.
    Als die Mauer fiel hatte es auch an Tausende von Pädagogen in Ostdeutschland gefehlt, weil die Schüler von 12 auf 13 Schuljahren umgestellt wurden.Viele haben sich dem neuen Schulsystem angepasst und haben Fortbildungen gemacht.Deutschland hat Tausende von Aussiedler in der Vergangenheit nach Deutschland aufgenommen.Auch da fehlte es an Pädagogen! Deutschland hat Millionnen von Flüchtlinge nach Deutschland aufgenommen. Es wurde keinem in den Medien das Gefühl vermittelt ein Problem zu sein mit dem Deutschland nicht klar kommt, so wie wir es als Eltern von behinderten Kindern bei unseren Kindern erleben müssen. All diese Menschen wurden ans Herzen geschlossen.Deutschland hat jedes Mal Stärke gezeigt.Es wurde nie von einer gescheiterten Integration dieser Menschen in Deutschland gesprochen obwohl diese Menschen auch eine Menge Probleme mit sich bringen!Deutschland hat sich immer VORBILDLICH gezeigt!
    Was hat aber Deutschland gegen behinderte Kinder? Die Rechte behinderten Kindern werden mit den Füssen getreten. Mit den Rechten behinderten Kindern und deren Angehörige geht man rücksichtslos damit um.
    Es werden sogar Filme auf Youtube und in Kinos zum Thema Inklusion gezeigt. Es werden Pädagogen gezeigt, die behinderte Kinder in Regelschulen nicht haben wollen oder sie als eine Last empfinden!
    Versuchen sollen sich die Pädagogen in die Eltern dieser Kinder und in die Kinder hinein zu versetzen.
    Meine Patenkinder, die so wie mein Sohn auch behindert sind haben sich solche Filme auf youtube angesehen und haben folgende Frage gestellt: WAS HABEN DIE MENSCHEN GEGEN UNS?
    Solche Filme werden sogar in Kinos von Pädagogen und Spitzenpolitiker der CDU hochgejubelt.
    Man spricht in den Medien sogar von einer Inklusion, die zu schnell in Deutschland eingeführt wurde. In Nordrhein Westfallen legte man Inklusion sogar aufs Eis”.
    Deutschland wurde von den Massen an Menschen ÜBERRASCHT als die Mauer fiel, Deutschland wurde von den Massen an Aussiedler und Flüchtlinge ÜBERRASCHT. Deutschland hat jedes Mal Stärke gezeigt und hat alles Mögliche getan um diese Menschen zu integrieren.Kein Politiker hat sich Paranoja verhalten und hat diesen Menschen die Grenzen geschlossen obwohl viele von ihnen auch Wirtschaftsflüchtlinge sind.Warum müssen es Eltern von behinderten Kindern bei ihren Kindern in den Medien erleben?
    Haben zig Jahre Integration und fast zehn Jahre Inklusion nicht gereicht damit Pädagogen sich an den Gedanken daran gewöhnen, dass behinderte Kinder auch Rechte haben? sie sind schließlich mit diesen kindern in Schulen nicht überrascht worden!
    Ich finde es bewundernswert, dass die Bundeskanzlerin persönlich sich gegen Ghettos für Flüchtlinge ausspricht, damit diese Menschen die Möglichkeit haben sich in Deutschland unter den deutschen Bürgern zu integrieren. Ich finde es nur Schade wenn Politiker aus ihrer Partei sich in Niedersachsen für den Erhalt der Sonderschulen aussprechen, wo man behinderten Kindern nie die Möglichkeit gibt sich voll und ganz in der Gesellschaft zu integrieren!
    Solange es keine Solidarität bei den Spitzenpolitiker gibt, so wie in der Aussiedlerpolitik,Flüchtlingspolitik und als die Mauer fiel, kann Inklusion in Deutschland nicht funktionieren. Solange es Parteien gibt(Nordrhein Westfallen), die auf den Rücken der Rechte behinderten Kindern, Panik in der Bevölkerung machen um Stimmen auf ihre Seite zu sammeln, und die behinderten Kinder als eine Problem hinstellen mit dem deutschland nicht klar kommt,kann Inklusion in Deutschland nicht funktionieren.
    Inklusion kann nur dann funktionieren ,wenn man alle Menschen ans Herzen schließt und das müssen sich die Politiker bewusst sein.
    Hätte man in Deutschland nur Schulen für Flüchtlinge eingerichtet so hätten vermutlich viele Pädagogen es abgelehnt diese Kinder auf Regelschulen aufzunehmen, weil sie vermutlich als Grund angegeben hätten, dass sie vom Krieg traumatisiert sind, und sie mit deren Probleme nicht umgehen können. Solange man Kinder in Deutschland abschieben kann, kann Inklusion in Deutschland nicht funktionieren!
    Welcher Flüchtling möchte ein Land betreten, wo er unerwünscht ist? Wer möchte Urlaub machen in ein Land wo er unerwünscht ist?Wie sollen Eltern sich trauen ihre kinder auf Regelschulen zu schicken wenn ihnen immer wieder in den Medien sugerriert wird dass Deutschlands Schulen sie nicht haben wollen .
    Das Inklusion in Hamburg nur schleppend voran geht verdanken wir den Spitzenpolitiker , die sich zum Thema Inklusion nicht solidarisch zeigen. Wie soll Inklusion denn funktionieren, wenn es keine Solidarität in der Politik gibt. Eltern von behinderten Kindern erleben dies in den Medien als ein einziges Hauen und Stechen. Es ist dann auch kein wunder, dass dann manche Pädagogen sich gegen Inklusion wenden, wenn es Parteien gibt die ihnen die Hoffnung machen, sie von dem “Problem”(behinderten Kindern) zu befreien, indem sie Inklusion wie in Nordrhein Westfallen aufs Eis legen. Dass manche Pädagogen dann in der Arbeit mit behinderten Kindern nicht motiviert sind um sie in den Regelschulen zu integrieren und ihre Ansprüche in der Pädagogik(schlechte Förderpläne) senken, braucht dann keiner zu wundern?
    Anscheinend halten viele Pädagogen “Inklusion” für eine vorübergehende Phase in der Politik!
    Für behinderte Kinder und deren Angehörige ist es zur Routine geworden, dass wir beleidigt werden.Wir erleben es immer wieder. Wir leisten mehr als alle andere Eltern und das Tag und Nacht bis zur Erschöpfung.Womit haben wir das verdient? Das was Eltern von behinderten Kindern leisten ist für Deutschland unbezahlbar. Wenn alle ihre behinderten Angehörige in Heim abschieben würde, könnte Deutschland sich das gar nicht leisten.
    Es wird immer wieder behinderten Kindern unterstellt, dass sie das Leistungsniveau der Schulen, Klassen runterziehen würden.
    Pädagogen sollten sich mal an die eigene Nase fassen! Die meisten Pädagogen waren zu ihrer Schulzeit keine Einserschüler!
    Behinderte Kinder haben nie eine Chance gehabt Inklusion in Deutschland zu machen!
    Kein Kind wünscht sich behindert auf die Welt zu kommen, so wie sich auch kein Mensch wünscht irgendwann ein Pflegefall zu werden. Inklusion umfasst nicht nur Thema Schule!Inklusion umfasst viel mehr!
    Wer für Inklusion und gegen Abschiebung kämpft , kämpft für seine eigenen Rechte und die seiner Nachkommen! Es kann jeden treffen! In der Zukunft wird jeder Zweite ein Pflegefall sein. So gesehen wird jeder Zweite ein Behindertenausweis mit sich tragen. Wann will Deutschland sich dem Thema Inklusion, Behindertenpolitik öffnen? Möchte Deutschland dies tun , wenn jeder Zweite in Deutschland ein Pflegefall ist und gezwungen ist notdürftig mit seinem Rollator und Sauerstoffflasche im Gepäck zu Demonstrationen zu kriechen, damit sie für ihre Rechte kämpfen. Jeder Mensch möchte im Alter in seinen eigenen vier Wänden sein Leben verbringen, auch wenn es noch ein Pflegefall ist. Wer möchte gerne in ein Heim abgeschoben werden?
    Wer für Inklusion kämpft, kämpft für Akzeptanz und ein würdevolles Leben!
    Was Toleranz und Akzeptanz bedeutet, sollte in der Wiege und in den Schulen den Kindern gelegt werden.

    • Sie schmeißen da die Flüchtlingsplolitik und die Inklusion “ein wenig ” durcheinander.
      Im Übrigen lehnen Lehrer die Inklusion nicht wegen Behindertenfeindlichkeit ab, sondern wegen mangelnder personeller, räumlicher, sachlicher und finanzieller Ausstattung ab.
      Der Schritt, die Inklusion in NRW daher auf Eis zu legen, bis hier Abhilfe geschaffen wurde, ist daher mehr als lobenswert.

      Ganz im Ernst, alle Fundamentalbefürworter der Inklusion sollten sich mal fragen, ob sie ihr blindes Kind auf eine Schule ohne Blindenausstattung schicken möchten, ob sie ihr lernbehindertes Kind auf eine Schule ohne ausgebildete Lehrer schicken möchten, ob sie ihr autischtisches Kind tatsächlich auf eine dreizügige Schule mit 30 Kindern pro Klasse schicken möchten. Das ist doch schlicht Irrsinn.
      Und alle Eltern, die das persönlich nehmen, haben eher ein psychologisches Problem, aber keinen rationalen und sachlichen Blick auf die Tatsachen.

      • Eine mangelnder personeller und finanzieller Ausstattung fehlte es auch als die Mauer in Deutschland fiel. tausende von Pädagogen fehlten weil die Schüler von 12 auf 13 Schuljahren umgestellt wurden.
        Ebenfalls fehlte es an Pädagogen und Geld als die Aussiedler nach Deutschland kamen. Das Gleiche Problem haben wir auch mit den ärmsten Flüchtlingen. Trotzdem hat Deutschland sich solidarisch gezeigt und diesen Kindern die Tore geöffnet.
        Nur in der Behindertenpolitik erleben wir eine CDU die sich gegen stellt die sich hier nicht solidarisch zeigt .Wo bleibt der Slogan ruft”WIR SCHAFFEN DAS!”?
        Was spricht denn gegen, Sonderschulen abzuschaffen und diese Pädagogen in Regelschulen unterrichten zu lassen? Die Gelder die in Sonderschulen rein fließen in Regelschulen fließen zu lassen!
        Das hat Hamburg doch mit den Sonderschulen Schwerpunkt Lernen geschafft, indem sie abgeschafft worden sind. Diese Schüler wurden in Stadtteilschulen asimiliert. Schüler von Gesamtschulen, Realschulen, Hauptschulen und Sonderschule Schwerpunkt Lernen umfasst nur noch eine einzige Schulform,nämlich, die der Stadtteilschulen. Die Schüler dieser Schulen können sich gar nicht mehr vorstellen, wieder getrennt zu werden. Sie nehmen es als Selbstverständlich auf, gemeinsam unterrichtet zu werden.
        Ich gebe ihnen auch Recht, dass Pädagogen in Regelschulen Fortbildungen machen müssen,wie viele in Hamburg schon zum Thema Autismus gemacht haben. Nur so können sie sich diesen Kindern anpassen.

        • Das Studium der Sonderpädagogischen dauert 10 Semester – pro Fachrichtung!
          Na klar, Grundschullehrer besuchen mal ne Fortbildung und können danach alles.
          Wenn die Grundschullehrer alle so derartige Überfliegen sind, dann steht uns mindestens A 15 zu!

          Dass Eltern auf jegliche qualifizierte Ausbildung ihrer Lehrer so gerne verzichten ist erschreckend. Offensichtlich reichen ja ein paar Fortbildungsstunden um jegliche Behinderung qualifiziert zu unterrichten. Ist das ihr Ernst?

          • Axel von Lintig

            Grundschullehrer leisten sehr viel mehr als die meisten Eltern nur ahnen können. Sie begleiten die Kinder in einer Phase in der die Kinder noch mit am aufnahmefähigsten sind und sehr viel schneller lernen als in späteren Lebensabschnitten, mit 15 Jahren, wo mit der Pubertät Umstrukturierungen im Gehirn stattfinden. Deshalb alleine schon haben Grundschullehrer eine sehr viel größere Verantwortung bei den Lernprozessen der Schüler.Ohne die Vermittlung der Grundlagen bereit bis zum zweiten Schuljahr, bzw dem Abschluss des Rechtschreiberwerbs bis zum Ende der vierten Klasse wird es für die Schüler in den weiterführenden Schulen später sehr viel schwieriger den Schriftspracherwerb und das Erlernen des automatisierten Lesens sich anzueignen.
            Die Verantwortung ist größer, ebenso mögliche Erfolge bei den Schülern und deshalb sollte man diese Lehrer besser bezahlen als bisher.

    • Ich habe jetzt mehrfach geschrieben, dass die Bedingungen der Inklusion auf den Prüfstand müssen. An diesem Beitrag wird deutlich, dass auch auf Förderschulen nicht immer herausragende Bedingungen herrschen, aber eben auch, dass es individuelle Lösungen braucht, da jedes Kind anders ist.

      Dazu kommt, das Lehrkräfte Vorgaben erhalten. Diese Vorgaben können Sie als Mutter anprangern und für Ihr Kind verfehlt sehen, darum ändern sie sich aber nicht.
      Die Förderschulkinder werden irgendwann überprüft und in diesem Rahmen wird der Förderstatus festgestellt. Kommt es dazu, dass das Kind zieldifferent beschult werden soll, wird in der Überprüfung und im Gutachten geschrieben, wie die Förderung aussehen sollte. Dazu gehört auch, dass angegeben wird, nach welchen Richtlinien zu unterrichten ist – in meinem Bundesland können das die Richtlinien der Förderschule Lernen oder der Förderschule Geistige Entwicklung sein.

      Die Vorgaben des Gerichts hinsichtlich des Förderplanes überraschen mich. Ähnliches ist mir nicht bekannt. Ich bin gespannt, was das nun nach sich zieht.

      Warum Lehrkräfte bei solchen Vorgaben auf die Barrikaden gehen, sollte vor Augen liegen: sie haben ihren üblichen Beruf mit sehr vielen Aufgaben, zusätzlich dann den Beruf einer FöS-Lehrkraft mit nahezu allen deren Aufgaben hinzu bekommen. Die bürokratischen Auflagen steigen von Jahr zu Jahr, immer sind mehr Dokumente zu liefern, mehr Berichte zu schreiben, mehr Konferenzen abzuhalten. Der gedachte Ansatz mag gar nicht falsch sein, aber der Tag wird nicht länger und die vielfältigen Aufgaben sind rein zeitlich nicht zu leisten.

      Sie schreiben zudem, dass Lehrkräfte von den FöS-Schülern nicht überrascht wurden. Dem widerspreche ich. Als Grundschullehrkraft hatte man zuvor Kinder mit Förderbedarf Lernen oder ESE an der Schule, alles andere war eine sehr große Ausnahme. Die L-Kinder wechselten in der Regel spätestens nach Klasse 2 die Schule.
      Nun haben wir Kinder sämtlicher Förderbedarfe an den Schulen, weil die Eltern ein Wahlrecht haben und weil in Nds. manche Förderschulen nicht existent sind (Lernen) oder waren (ESE).
      Ich weiß heute nicht, ob ich morgen ein Kind mit irgendeinem Förderbedarf mit oder ohne Gutachten in die Klasse bekomme. Ich habe selbst in meiner Klasse viele Kinder mit speziellen Bedarfen, nicht alle haben ein Gutachten, aber Nachteilsausgleiche o.a. und ich weiß nicht, ob nicht schon morgen ein Kind mit einem weiteren, anders ausgerichteten Förderbedarf hinzu kommt. Habe ich mich mit Förderbedarf Lernen und Dyskalkulie, LRS, ADHS ohnehin schon beschäftigt, kommt nun noch Hören hinzu und Sprache und Emotional-Sozialer Förderbedarf. Morgen ist es vielleicht noch Sehen oder eine chronische Krankheit, die besondere Bedingungen fordert oder Geistige Entwicklung, vielleicht auch, weil der Stundenplan umgestellt wird und ich als Fachlehrerin mit 1-2 Stunden dort unterrichte oder ein Hauptfach übernehmen muss.
      Diese Vielfalt deckt keine Fortbildung ab. Da geht es meist um das große Ganze, gerne werden Erlasse vorgelesen und erläutert. Konkret wird es eher selten, darum sind mir häufig andere Wege lieber, meine Kenntnisse zu erweitern.
      Lehrkräfte sind in der Lage, sich selbstständig mit Inhalten zu beschäftigen, darum haben sie ja ein wissenschaftliches Studium absolviert. Ich bräuchte mehr Zeit, um mich in vieles einzulesen, mich zu informieren und auf die Suche nach Materialien zu gehen.
      Helfen könnte m.E. auch, wenn von Beginn an auf ein Unterstützungsportal gesetzt worden wäre, in BY finde ich ähnliches. Ein Portal, in dem zentral erläutert wird, worum es bei bestimmten Förderbedarfen oder Störungsbildern geht, welche Materialien hilfreich sein könnten, worauf man achten kann. In Fortbildungen wird Teamarbeit gefordert und Digitalisierung, die gleiche Forderung gebe ich inzwischen ans Ministerium zurück: kümmert euch um euer Team und stärkt es und nutzt die medialen Möglichkeiten um in einem Flächenland auch den letzten Zipfel zu erreichen.

      Die Forderung, die Inklusion 1 Jahr auf Eis zu legen, kam von Althusmann in Niedersachsen, vielleicht wurde sie in NRW auch genannt. Auch hier fehlt wieder die konkrete Umsetzung: Was mache ich denn mit den Kindern mit Förderbedarf in der Zeit? Soll ich sie das eine Jahr in den Flur setzen, weil die Inklusion auf Eis liegt? Soll ich dem Kind ein Jahr lang sagen: Ich bin für dich dieses Jahr nicht zuständig, warte bis zum nächsten?
      Abwarten ist keine Lösung, sie verschiebt das Problem nur. Das hatten wir vor der Einführung der Inklusion in Nds. bereits dank Althusmann, nun hat er erneut ähnliche Vorschläge, am Ende gibt es dann wieder wenig durchdachte und unterstützende adhoc-Entscheidungen, die schon gestern hätten umgesetzt sein müssen und sämtliche Arbeit bei den Lehrkräften abladen.

      • ich würde sie mal bitten den Weg zu einer Sonderschule mit Schwerpunkt geistige Behinderung zu nehmen und die Zustände sich da besser anzusehen. s.o Kommentar der Mutter über Sonderschulen.
        Wie sollen behinderte Kinder für ihre Rechte kämpfen wenn ihnen nicht mal das Lesen und Schreiben in Sonderschulen beigebracht wird.
        Die Schulen behaupten von sich differenziert zu arbeiten. Dass ist einfach eine Illusion.
        Man jammert immer nur über die Zustände der Regelschulen in der Einschulung behinderter Kinder. Sind Sonderschulen für diese Kinder aber dann eine Lösung? Diese Kinder haben auch ein Recht auf Bildung!
        Ein zieldifferenzierten Unterricht ist in Sonderschulen nicht gegeben, auch wenn der hochgelobt wird.
        In einer Klasse werden 11 Kinder unterrichtet von einer einzigen Sonderpädagogin und einer Heilpädagogin. Auch wenn diese Kinder die gleiche Behinderung haben, haben sie einen unterschiedlichen Grad der Behinderung. Wie oben beschrieben, findet zwischen diesen Kindern kaum eine Kommunikation statt. Jedes dieser Kinder muss sich auf die Behinderung eines anderen Kindes einstellen . Die meisten haben selber Probleme mit der eigenen Wahrnehmung. Wie soll eine Kommunikation entstehen.
        Sonderschulen nennen sich dann Förderzentren?
        Die meisten denken immer nur an Förderung! Die Aufgabe einer Schule ist in erster Linie den Schülern Werte zu vermitteln, wie Akzeptanz und Toleranz.
        Meinen sie dass diese Kinder da glücklich sind wenn sie ausgegrenzt werden und sozusagen gezwungen sind in ihrer eigenen Welt zu leben?
        Jeder zieht so kräftig er kann die Decke auf seiner Seite, ohne an die Schwachen zu denken!
        Es lag in Interesse der CDU Inklusion aufs Eis zu legen, und Panik bei der Bevölkerung zu machen, indem sie behindererte Kinder als ein unlösbares Problem zu stellen. Sie haben nichts anderes getan als ihr eigenes Versagen in der Pflegepolitik und Behindertenpolitik zu KASCHIEREN. Und so haben sie es geschafft in der Bildung wieder mal bei den behinderten Kindern zu sparen, Geld das vermutlich zur Zeit wo anders gebraucht wird.
        Wann sind diese Kinder auch Mal dran?
        Es liegt nicht nur an den Personalmangel in Schulen weswegen Inklusion nicht funktioniert. Wieso klappt Inklusion in manchen Schulen bei der gleichen Personalausstattung und in anderen nicht?
        Ich hatte mich vor ein paar Wochen mit einem Pädagogen einer Stadtteilschule unterhalten, die als Vorbild für Inklusion steht.
        Der Unterschied ist einfach weil sie hoch motiviert sind Inklusion in ihrer Schule zu machen!
        Früher hatte man in Deutschland Kinder mit Legasthenie und Diskalkulalie in Sonderschulen für geistig behinderte Kinder abgeschoben.
        Gott sei Dank ist das abgeschafft worden. Es zeigt uns einfach, dass das Verständnis was Akzeptanz in Deutschland bedeutet einfach nur seine Zeit braucht…und auch eine neue Schulreform.
        In Deutschland arbeiten viele Pädagogen nach der Devise”aus dem Auge aus dem Sinn!”
        Wenn Schüler den Anforderungen eines Gymnasiums nicht nachkommen werden sie auf eine Gesamtschule abgeschoben. Schüler, die den Anforderungen einer Gesamtschule nicht nachkommen, werden dann auf einer Realschule oder Hauptschule abgeschoben. Schüler, die den Anforderungen einer Realschule oder Hauptschule nicht nachkommen werden auf eine Sonderschule mit Schwerpunkt Lernen abgeschoben .Und wenn da sie den Anforderungen nicht nachkommen, werden sie auf eine Sonderschule Schwerpunkt geistige Behinderung abgeschoben.
        Und man glaube es nicht, wenn die Sonderpädagogen mit Kinder in Sonderschulen nicht klar kommen(weil sie jahrzehntelang keine Fortbildungen gemacht haben), werden sogar Eltern überredet ihre Kinder in ein Heim abzuschieben.
        Deutschlands Pädagogen haben nie gelernt sich einem Problem zu stellen!Diesen Kindern wird in Schulen nichts anderes beigebracht, wenn welche Probleme auf sie auftreten , sich denen nicht zu stellen sondern sie einfach von sich ABZUSCHIEBEN. Den Laut dem deutschen Schulsystem und Pädagogen, Probleme die man nicht sieht, braucht man sich denen auch nicht stellen! Es herrscht die Brüder Grimm Mentalität in der Erziehung der Kinder. Man setzt sie wie Hänsel und Gretel irgendwo aus!
        Dann wundern wir uns warum wir keine Pädagogen für behinderte Kinder haben! Es wurde nie eine Notwendigkeit gesehen welche auszubilden.
        Es ist nicht meine Absicht Pädagogen zu beleidigen. Sie wurden in der Maschinerie des deutschen Schulsystems so programmiert.

        • Ganz ehrlich, wenn Sie mit den Sonderschauen nicht zufrieden sind – o.k.
          Aber warum glauben Sie, dass für Sonderpädagogik nicht nicht qualifizierte Lehrer mit wesentlich größeren Klassen das besser machen????
          Das macht keinen Sinn!

          • Es macht aus dem Gesichtpunkt Sinn, weil die kinder auch die möglichkeit gegeben wird mal was anderes zu sehen als nur behinderte kinder um sich.
            warum müssen in deutschland menschen ausgegrenzt werden?
            Diese kinder gehen nach der sonderschulen in behindertenwerkstätten, wo sie wieder nur mit behinderten menschen zusammen sind. Dürfen diese menschen auch nicht mal was anderes erleben als nur Behinderung und Krankheit? Vielen diesen menschen fehlt es an soziale kompetenzen. sie trauen sich im erwachsenenalter kaum noch kontakt zu nicht behinderten menschen aufzunehmen. Sie kennen es leider nicht anders.

          • Das heißt also, dass die behinderten Kinder keinen oder fast keinen Kontakt mit anderen behinderten Kindern haben sollen ?
            Nennt man das nicht Diskriminierung?

    • das bild mit dem rollstuhl und der Inschrift (wir müssen leider draussen bleiben) ist einfach nur erniedrigend.
      Stellen sie sich das vor, dass man solch ein Schild mit Flüchtlinge machen würde. da würde man gleich als Rechtspopulist erklärt. In Deutschland ist es wie du auch schreibst liebe Anca-Na ich! “eine Routine geworden, behinderte Kinder und deren Angehörige zu beleidigen”. Es ist eine Normalität in deutschen Medien.
      ich habe auch des Öfteren mir von Pädagogen Sprüche anhören müssen.:Als ich studiert habe, wollte ich keine Inklusion.Zwei Freundinnen von mir haben die gleiche Erfahrung gemacht.
      ich hab mich des Öfteren gefragt, warum ich als Mutter, die eine Menge leistet mir solche Beleidigungen immer anhören musste.Kein Pädagoge würde einer Mutter eines Kindes sagen: Als ich studiert habe, wollte ich keine Aussiedler oder Flüchtlinge.
      Man tut das nicht weil man diese Menschen als Menschen sieht, Aus Respekt gegenüber diesen Menschen tut man das nicht. Bei unseren Kindern machen sich viele keine Gedanken mehr darüber.
      Und es stimmt. Solange es keine Einigkeit, , Solidarität in der Politik gibt zum Thema Inklusion, kann Inklusion in Deutschland nicht erfolgreich werden.

      • Das Bild mit dem Rollstuhl-Schild ist – wie im Beitrag in der Bildunterschrift angegeben – natürlich eine Fotomontage, und zwar ein ironisch-böser Kommentar zur Situation vieler Kinder mit Behinderungen angesichts einer unzureichenden Inklusionspraxis. Ein solches Schild existiert nicht. Unsere Empfehlung: Lesen Sie den dazugehörigen Artikel, dann erschließt sich der Kontext zweifelsfrei.

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

  5. Palim schrieb: „Ich habe jetzt mehrfach geschrieben, habe ich inzwischen geschrieben, dass die Bedingungen der Inklusion auf den Prüfstand müssen.“

    Es geht schon sehr lange nicht mehr allein um die Bedingungen, sondern um etwas viel Grundsätzlicheres, wie Michael Felten hier bei News4Teachers bereits im Mai 2017 feststellte:

    „Dabei geht es nicht nur um Unterfinanzierung und Minderqualifizierung, sondern um auch Irrtümer und Grenzen des Konzepts ‚Gemeinsames Lernen‘. […]

    Das vermeintliche pädagogische Paradies Inklusion entwickelt sich tatsächlich zur Plage für alle Beteiligten […]

    Ergebnis: Immer mehr Schüler erfahren statt bester Bildung nur noch ‚wohlwollende Vernachlässigung‘ (Bernd Ahrbeck). Statt ‚Kein Kind zurücklassen!‘ (Wahlparole NRW) werden Verhältnisse geschaffen, die gerade die Schwächsten benachteiligen – bildungsfern sozialisierte ebenso wie behinderte Kinder. […]

    Prinzipiell werden seitens der Inklusionsbefürworter die Tiefe von Entwicklungsstörungen und der Bedarf an Schonraum erheblich unterschätzt, dagegen die Möglichkeiten individualisierten, selbstgesteuerten Lernens grandios überschätzt. […]

    […] andere missbrauchen die Inklusion vor allem als Türöffner für eine doch noch zu realisierende Einheitsschule; diesen gilt Inklusion als generelles Egalitätsprojekt im kalten Kapitalismus, jene vertuschen nur noch die Blamage eines administrativen Scheiterns.

    Solcher Unbildungspolitik gehört in die Speichen gegriffen – und dabei sind wir alle gefragt – Lehrer, Eltern, Bürger…“

    http://www.news4teachers.de/2017/05/gastbeitrag-zur-inklusion-nicht-eine-schule-fuer-alle-sondern-fuer-jedes-kind-die-beste/

  6. @ Na ich: “Früher hatte man in Deutschland Kinder mit Legasthenie und Diskalkulalie in Sonderschulen für geistig behinderte Kinder abgeschoben.” Da werfen Sie aber Lernbehinderung und geistige Behinderung munter durcheinander. Diese Kinder haben keine geistige Behinderung und kamen/kommen auf eine Sonderpädagogische Schule mit Schwerpunkt Lernen.
    Zu unserem Schulzentrum gehört eine Schule für Geistig Behinderte. Die Kinder und Jugendlichen lernen in Gruppen von 5 – 7 SuS, haben 2 Sonderpädagogen, einen FsJler evtl. einen Bufti, haben vieeeel bessere Ausstattung als wir, bekommen die Busse zu Schwimmbädern gezahlt im Gegensatzt zu uns, betreuen die Kinder im Schwimmunterricht fast 1:1 oder 1:2, haben Küchen, in denen die Kinder für den Alltag lernen, Werkräume, Brennöfen, Speisesaal, lernen einkaufen und neben den schulischen auch andere Dinge des Lebens, für die in der Regelschule kein Platz ist. Das Schulpersonal und die Schüler erwecken einen fröhlichen und zufriedenen Eindruck.

    • Was spricht den dagegen all diese Gelder in Regelschulen fließen zu lassen und das Schulsystem in Deutschland zu reformieren. Sind sie der Meinung, dass diese Kinder nur glücklich sind weil sie Ortsgebunden sind an Sonderschulen?

      • Warum ist wohl klar, es würde Milliarden kosten!
        In meiner Stadt gibt es 1 Förderschule für GB und 1 für LB. Gleichzeitig gibt es 60 Grundschulen, 1 Sekundarschule, 3 Gymnasium und 2 Berufskollegs.
        Nun verteilen wir die Handvoll Sonderschullehrer auf die 20 anderen Schulen, teilen auch das Material durch 20 und die Spezialräume auch…

        Dämmert Ihnen was????

        • es stimmt . es würde milliarden kosten!
          Diese Milliarden will deutschland nicht für diese kinder ausgeben. Solange wir Poitiker der CDU haben die Inklusion zu scheitern gebracht haben und weiterhin kämpfen um es zu scheitern zu bringen, kann es auch nicht funktionieren. Den hier hat kein politiker der Cdu Interesse zu helfen. CDU hat in der pflegepolitik versagt. Sie haben zur behindertenpolitik Unruhe in den Medien gestiftet weil sie ihr versagen decken wollten.So hat man in der Bildung mal wieder gesparrt!

          • Vielleicht brauchen nicht behinderte Kinder ja auch den ein oder anderen Euro.

            Ein Problem der Inklusion ist, dass die Befürworter ständig für ihre Kinder quasi alles fordern. Die anderen Kinder und ihre Rechte werden vollständig ausgeblendet.

          • Nein – sie fordern nicht alles, sondern nur das gleiche Recht auf eine gute allgemeine Bildung, das jedem Kind zusteht.

            Interessant: Sie fordern als Grundschullehrer doch auch hier immer wieder, Sek-II-Lehrern finanziell gleichgestellt zu werden – da müssten Sie doch eigentlich wissen, wie es ist, von anderen ständig herabgesetzt zu werden. Sie möchten nicht als Lehrer zweiter Klasse gelten, für den A13 versperrt ist – Schüler mit Behinderungen möchten nicht als Schüler zweiter Klasse gelten, für die die Regelschule versperrt ist. Was ist daran so schwer zu verstehen?

          • Ist Ihnen eigentlich klar, dass der Staat für einen Förderschüler das Vielfache an Bildungsausgaben ausgibt im Vergleich zu nichtbehinderten Kindern? Ist ja auch o.k., hat nie jemand kritisiert.

            Dass Kinder auf einer Förderschüler diskriminiert sind, ist ein Problem in Ihrem Kopf! SIE empfinden das als Diskriminierung, in Realität sind das hochgradig spezialisierte und hochgradig finanzierte Förderorte.

            Das ist auch das Problem, das eine sachliche Diskussion so schwierig macht, Sie wollen die Fakten ja gar nicht sehen, weil Ihr Denken von Ihrem gefilterten Diskriminierungsblick gefärbt ist.

            Ich bin regelmäßig in Förderschüler, dort wird und dort fühlt sich keiner diskriminiert.

          • Nicht mehr zu verstehen ist, wie man die Forderungen von einzelnen Eltern und durch Urteile wie oben erfüllen soll.

            Wann klagt als nächstes die Mutter eines nicht beeinträchtigten Kindes auf einen Förderplan und entsprechende Umsetzung der Förderung für ihr Kind, das im Schulsystem angesichts der Aufgabenflut in den Klassen unterzugehen droht?

            Individuelle Lernentwicklungsbögen müssen für alle SuS ausgefüllt werden, mehrfach im Jahr. Förderpläne bei besonderen Auffälligkeiten, alles Vorstellbare, bei dem Verdacht, dass es zu einer FöS-Meldung kommen könnte, weit bevor es zu einer Überprüfung auf Förderbedarf kommt, ansonsten wird die Meldung gar nicht erst angenommen. Sie müssen als Lehrkraft bei einer Überprüfung darlegen, dass sie über ein Jahr gefördert haben, welche Maßnahmen ergriffen wurden und dass alle Maßnahmen ausgeschöpft wurden, ansonsten wird das Verfahren abgebrochen.

            Elterngespräche führt man mit Akten auf dem Tisch und die Gespräche dauern entsprechend lang. Eltern können zudem immer darum bitten, Auskunft über den Leistungsstand zu erhalten.

            Dazu kommt, dass Eltern manchmal auch völlig überzogene Forderungen stellen, die an der festgestellten Beeinträchtigung vorbei gehen: Mein Kind geht zur Grundschule, es kann alles, Differenzierung lehne ich ab, Therapien will ich keine, aber Abitur.
            Blinde sehen, Lahme gehen… das heißt aber Wunder und nicht Inklusion.

          • Emil:”Dass Kinder auf einer Förderschüler diskriminiert sind, ist ein Problem in Ihrem Kopf! SIE empfinden das als Diskriminierung, in Realität sind das hochgradig spezialisierte und hochgradig finanzierte Förderorte.

            Das ist auch das Problem, das eine sachliche Diskussion so schwierig macht, Sie wollen die Fakten ja gar nicht sehen, weil Ihr Denken von Ihrem gefilterten Diskriminierungsblick gefärbt ist.

            Ich bin regelmäßig in Förderschüler, dort wird und dort fühlt sich keiner diskriminiert.”
            Lieber Herr Emil,
            jeder Mensch, der ausgegrenzt ist, ist automatisch auch diskriminiert!
            Sie erleben die Kinder dort als nicht diskriminiert und glücklich.
            Ich will ihnen nicht widersprechen.
            Worum geht es aber in inklusion? geht es nicht darum , behinderte Kinder in der Gesellschaft zu integrieren?
            wie die eine mutter oben beschrieben hatte. Deutschland hat sich für flüchtlinge gegen Ghettos ausgesprochen, damit sie voll und ganz in deutschland integriert werden. Hätte man in Deutschland nur Schulen für Flüchtlinge eingerichtet, so wären diese menschen auch glücklich gewesen ,oder? Deutschland hätte kein geld investiert in sprachkurse für diese menschen.Sie hätten so ihre kleine welt erschaffen und wären alle super glücklich gewesen.
            deutschlands politiker haben sich aber gegen Ghettos ausgesprochen, damit diese menschen voll und ganz in der gesellschaft integriert werden! warum tut sich deutschland aber so schwer in der behindertenpolitik?
            in der behindertenpolitik zeigen zumal politiker der CDU keine Solidarität weil sie in der Pflegepolitik in den letzten 12 jahren versagt haben. Also versucht man an unsere kinder zu sparen…nämlich an den schwachen politiker der CDU schreien nicht mehr Slogans wie “Wir schaffen das!”. hier werden die rechte dieser kinder aufs Eis gelegt.

          • Ganz ehrlich, ich weiß nicht, was sie gegen Flüchtlinge haben, die nehmen ihnen nichts weg.
            Es ist aber etwas völlig anderes behinderte Kinder zu unterrichten oder Flüchtlinge zu integrieren.
            Ich höre jetzt aber auch auf mit Ihnen zu diskutieren, lohnt sich nicht, …

          • Ich sehe nicht, dass Laudate etwas gegen Flüchtlinge hätte. Wohl beansprucht sie/er für Kinder das gleiche Recht auf Integration, wie es Flüchtlingskindern – völlig zu Recht! – zugeschrieben wird.

            News4teachers hat unlängst darüber berichtet, was für ein Aufschrei quer durch alle Lehrerverbände ging, weil in Wuppertal Flüchtlingskinder in einem eigenen Schulgebäude separiert werden – mit Integration habe das nichts zu tun, hieß es (zu Recht!). Warum sollte das bei Kindern mit Behinderungen anders sein?

            Hier ist der Bericht: http://www.news4teachers.de/2017/10/in-hagen-werden-fluechtlingskinder-jetzt-in-einem-eigenen-schulgebaeude-unterrichtet-lehrerverbaende-laufen-sturm/

          • Pardon, der Fall spielt in Hagen.

    • Ich finde, andere Begriffe sind auch durcheinander geraten, z.B. zieldifferent und differenziert.
      differenziert = der Unterricht bietet verschiedene Möglichkeiten, Wege oder Zeitlängen an, das gleiche Ziel zu erreichen
      zieldifferent = über ein Förderschulgutachten wird für ein Kind festgelegt, dass es unter derzeitigem Leistungsstand nicht in der Lage ist, die geforderten Kompetenzen nach den Richtlinien der Regelschule zu erreichen. Deshalb erhält das Kind Ziele anderer Richtlinien einer entsprechenden Förderschule

      „Sonderschulen nennen sich dann Förderzentren?“
      Auch da muss man beachten, dass die Begriffe von Bundesland zu Bundesland abweichen oder gleiche Wörter völlig andere Konzepte darstellen können. In Nds. ist einerseits angedacht, dass „Förderzentren“ diejenige Stelle ist, von der die Förderschulkräfte an die Regelschulen entsandt werden. Dort könnten also gar keine Schüler unterrichtet werden, es ist nur ein „Büro“. Ein anderes Konzept sieht vor, dass es eine Förderschule gibt, in der alle Förderbedarfe berücksichtigt werden. Also keine Schule für Lernen und davon getrennt eine für Geistige Entwicklung, Sehen, Hören …, sondern alle in einem Gebäude. Konkrete Aussagen dazu gibt es aber bisher keine.

    • Danke, mississippi, ahnliche Beobachtungen wie Sie habe ich auch gemacht.

      @Na Ich!
      Sie beziehen sich auf den Kommentar von Anca Singer, “s.o Kommentar der Mutter über Sonderschulen”.
      Schreiben Sie denn nicht auch als diese Mutter? Das gemeinsame Bildchen vor dem Namen legt die Vermutung nahe.
      Ansonsten möchte ich zu Ihren Kommentaren sagen, dass es wenig konstruktiv ist, immer wieder mit fragwürdigen Behauptungen ans Mitgefühl zu appellieren, unsachgerechte Begriffe wie “abgeschoben” zu benutzen und voller Empörung herzergreifende Bilder für die schreckliche Behandlung behinderter Kinder in Deutschland zu malen.
      So dick, wie Sie auftragen, erreichen Sie bei bei mir nur das Gegenteil. Es stimmt einfach nicht, dass behinderte Kinder in Deutschland wie Hunde behandelt werden oder wie wie eine Plage. Es stimmt auch nicht, dass Politiker sie wie ein unlösbares Problem darstellen, das bei der Bevölkerung Panik auslöst.
      Ihre Lehrerschelte finde ich obendrein daneben. Einfach zu sagen, überall, wo es in Regelschulen Probleme mit der Inklusion gebe, seien unengagierte Lehrer am Werk, ist mir einfach zu unfair und billig.

      Schließlich wenden Sie Ihre Abschiebetheorie noch auf nichtbehinderte Kinder an. Abschiebung kennzeichnet bei Ihnen angeblich unser ganzes Schulsystem. Überall wird abgeschoben.

      Ich habe allerdings nur eins verstanden: Sie wollen letztlich “Eine Schule für alle”. Dann sagen Sie das doch klar und offen und begründen Sie Ihre Position mit Sachargumenten statt mit einem Gefühlswirbel, der weniger überzeugt als beschimpft.

  7. @ Na ich: Da müsste man aber ordentlich reformieren. Vor allem erhoffte man sich ja, durch Schließung von Sonderschulen eine Menge Geld zu sparen.

    • Die Kommunen als Schulträger hofften das (sie Geld einsparen könnten). An den Personalkosten für das Land ändert sich ja nichts, da die Sonderpädagogen, die vormals an FöS beschäftigt waren, stundenweise an Regelschulen abgeordent werden.

      Eine weitere Besonderheit der inklusionsregelung in NRW ist, dass die Inklusionskinder zwar auf den Klassenteiler angerechnet werden, nicht aber auf Kursfrequenzen. Hat eine Klasse 3 SuS mit Förderbedarf – egal welcher Art (ESE oder L) -, dann sinkt der Klassenteiler von 30 auf 27. Werden die SuS zweier Parallelklassen einschließlich der I-Kinder fachleistungsdifferenziert unterrichtet, so werden zwei Kurse – ein Kurs auf G-Ebene und einer auf E-Ebene – gebildet. Kommen ca. die Hälfte der Kinder in den E-Kurs, müssen im G-Kurs 27 Kinder einschließlich der 6 I-Kinder unterrichtet werden. Der Anteil verschiebt sich von 3 von 27 auf 6 von 27. Die Arbeitsbelastung der Lehrkraft, die den G-Kurs unterrichtet verdoppelt sich aber nicht, sie vervierfacht sich im besten Fall.

      • In Nds. zählen die Kinder auch doppelt.
        Dagegen wird dann gegen den Erlass von verschiedenen Seiten vorgegeben, dass man Kinder vor der Einschulung oder im 1. SJ nicht überprüfen darf, damit sie in der Schule “eine Chance” erhalten. Wird eine Überprüfung verwehrt, liegt kein Förderstatus vor und damit auch keine Doppelzählung. Damit ist die Klasse groß, sie wird nicht geteilt, es sitzen aber u.U. etliche Kinder mit Förderbedarf dort und die Lehrkräfte müssen irgendwie zurechtkommen.

        Kinder, die vorab in der Frühförderung waren und viele unterstützende Therapien erhielten, sind fortan “normal” und ohne weitere Unterstützung.
        Und egal wie viele Kinder in der Regelklasse mit Förderbedarf sitzen, es gibt 2 Std. pro Klasse pro Woche von der Förderschullehrkraft – so denn die Grundschule diese Stunden überhaupt bekommt. Wir bekommen sie nicht vollständig.

  8. „ich würde sie mal bitten den Weg zu einer Sonderschule mit Schwerpunkt geistige Behinderung zu nehmen und die Zustände sich da besser anzusehen. s.o Kommentar der Mutter über Sonderschulen.“
    „Ein zieldifferenzierten Unterricht ist in Sonderschulen nicht gegeben, auch wenn der hochgelobt wird.“
    Ich weiß, dass die Bedingungen andere sind, als die Sie hier darstellen. Das ist aber vielleicht in anderen Bundesländern anders. Bei uns ist es eher so, wie mississippi unten schreibt und zumindest das räumliche gilt auch für viele FöS Lernen, während in den Grundschulen vor Ort genau 1 Raum pro Klasse besteht und nichts darüber hinaus.
    In den FöS Lernen gab es eine Förderschullehrkraft für 16 Kinder mit Förderbedarf. Auch da musste zieldifferent unterrichtet werden und von den Förderschulen vor Ort weiß ich, dass dies auch gemacht wurde, einschließlich der Möglichkeit, in Mathe an anderen Kursen teilzunehmen.
    In den FöS GE wird AUCH am Lesen, Schreiben und Rechnen gearbeitet, ABER eben auch andere Ziele in den Blick genommen. Zudem gibt es Richtlinien auch für diese Schulformen, die den Kindern mehr Zeit einräumen, gerade weil ihre Wahrnehmungsleistung und Merkfähigkeit (etc.) eine andere ist.
    Im Übrigen sind es die gleichen KollegInnen, die nun in den Regelschulen die Inklusion begleiten (müssen), da ihre FöS in Nds. nicht mehr existent ist. Die FöS-Lehrkräfte sind in 1-2 Schwerpunkten ausgebildet, nun aber auch für alles und jeden zuständig mit einer minimalen Stundenzahl.

    „Die meisten denken immer nur an Förderung! Die Aufgabe einer Schule ist in erster Linie den Schülern Werte zu vermitteln, wie Akzeptanz und Toleranz.“
    Das sehe ich anders und es passt auch nicht zu Ihren Erwartungen. Einerseits muss Schule auch Werte vermitteln, andererseits auch Inhalte. Auch Sie möchten ja, dass Ihr Kind Inhalte bekommt, sprich im Lesen und Schreiben unterrichtet wird, und nicht allein ein Miteinander in der Schule erfährt. Und auch Sie würden sich vermutlich nicht damit zufrieden geben, wenn Ihr Kind in einer Regelschulklasse ohne jegliche Förderung die Zeit absitzt. Es ist ja nicht damit getan, das Kind einfach in eine andere Schule zu schicken.

    „Wieso klappt Inklusion in manchen Schulen bei der gleichen Personalausstattung und in anderen nicht?“
    Weil manche KollegInnen sich selbst über sämtliches Maß hinaus engagieren, sich selbst ausbeuten und Wochenarbeitszeiten von mehr als 60 Stunden auf sich nehmen ohne jegliche Entlastung zu bekommen und auch in Ferienzeiten den Großteil für Arbeit nutzen, obwohl das in der Gesellschaft noch immer nicht wahrgenommen wird. Mit dem Hintergrund schreiben auch xxx und Wilma Pause, die fordern, dass Inklusion derart nicht umgesetzt werden sollte und deshalb in keinster Weise unterstützt gehört. Andere Kolleginnen, z.B. Emil und ich, schreiben, dass die Bedingungen verbessert werden müssen und es keine Ausweitung der Inklusion braucht, solange die Bedingungen nicht besser sind.

    „Es zeigt uns einfach, dass das Verständnis was Akzeptanz in Deutschland bedeutet einfach nur seine Zeit braucht…“
    Mit solchen Aussagen spielt man den Politikern zu, die einfach nur abwarten wollen.

    „und auch eine neue Schulreform.“
    Ich bin der sogenannten „Reformen“ müde, halbjährlich ändern sich die Vorgaben, immer kommt damit ein Rattenschwanz an Arbeit mit ins Haus. Ich möchte Unterstützung, Entlastung und ZEIT zum Arbeiten. Stattdessen bedeutet ein Urteil wie oben, dass Lehrkräfte noch mehr zu leisten haben.

    „Deutschlands Pädagogen haben nie gelernt sich einem Problem zu stellen!“
    Dem stimme ich nicht zu und ich behaupte, Ihnen fehlt jeglicher Überblick dessen, was Lehrkräfte täglich in ihren Schulen leisten.
    „…Probleme die man nicht sieht, braucht man sich denen auch nicht stellen!“
    Da Lehrkräfte, je genauer sie diagnostizieren, sich immer mehr Arbeit aufhalsen, ohne einen Anspruch auf Entlastung oder Entlohnung zu erhalten, gibt es welche, die manches nicht sehen wollen oder denen alles viel zu viel wird.
    Dass Pädagogen keine Fortbildungen besuchen würden, stimmt ebenfalls nicht, gerade in HH sind Lehrkräfte zu FoBi verpflichtet und müssen sie nachweisen. Der Besuch einer oder mehrerer FoBi zur Inklusion ist aber nicht gleichbedeutend mit der Befähigung, ohne Ressourcen inklusiven Unterricht umsetzen zu können, zumal es häufig um Theorie geht.

    „Dann wundern wir uns warum wir keine Pädagogen für behinderte Kinder haben! „
    Es gibt auch keine Lehrkräfte für Grundschulen und selbst für weiterführende Schulen herrscht zurzeit Lehrermangel. Das hat mit Inklusion nur zum Teil zu tun. Vielmehr glaube ich, dass Inklusion ein Versuch war, Lehrkräfte einzusparen um den bevorstehenden Lehrkräftemangel abzumindern.

    • In Zeiten des Separatismus, sehnten sich die Pädagogen nach der Zeit der Exklusion. In Zeiten der Integration, sehnten sich manche Pädagogen nach den Zeiten der Exklusion und Separatismus. In Zeiten der Inklusion sehnen sich manche Pädagogen nach den Zeiten der Integration.

      Das was im Artikel beschrieben wird ist leider Routine. Viele Eltern können leider nicht nachvollziehen was in den Schulen passiert. . Eltern brauchen mehr TRANSPARENZ in der Arbeit mit ihren Kindern, damit sie auch nachvollziehen können was genau in Schulen unterrichtet wird, DAMIT ES NICHT ZU MISSVERSTÄNDNISSE KOMMEN KANN! So können die Eltern auch die Arbeit der Pädagogen besser schätzen!!!

      ist doch PRIMA oder?

      und nochmal den Text aus dem Artikel….

      Doch so einfach geht das nicht, befand nun das Gericht: Der zugrundeliegende Förderplan weise „derart gravierende und offensichtliche Mängel auf, dass von vorneherein ausgeschlossen ist, dass die ihm nach der gesetzlichen Konzeption zukommende Aufgabe als das zentrale Instrument bei der Entscheidung über die schulische Förderung zukommen kann“, heißt es dort dem Bericht zufolge. Ein Förderplan müsse Aufschluss darüber geben, auf welchem Leistungsstand der Schüler tatsächlich sei – und zwar für jedes der Fächer, die für das aktuelle Schuljahr anstehen.Die Beschreibung des Leistungsstandes, vom Gericht Lernausgangslage genannt, habe sich „an den Anforderungen der Bildungspläne der Grundschule, Stadtteilschule oder Gymnasium zu richten“. Dasselbe gelte auch für die individualisierten Ziele. Auch diese müssten jeweils in Bezug zu den Bildungsplänen gesetzt werden. Auch in einem weiteren – für die Eltern zentralen Punkt – bekamen die Eltern Recht. Im Förderplan müsse deutlich gemacht werden, welche konkreten Schritte notwendig wären, damit ein Schüler seinen angestrebten Schulabschluss schaffen kann. Dazu müsse festgelegt werden, welche Lernziele im jeweiligen Schuljahr zu erreichen seien. Jetzt muss ein neuer Förderplan erstellt werden, der eine genaue Soll-/Ist-Analyse sowie konkrete Maßnahmen enthält, wie sich Bildungsziele erreichen lassen.”

      • Und wenn im Förderplan dann stünde, dass auf Grund der Gutachten Ihr Kind das Lernvermögen eines Kindes mit Geistiger Behinderung hat und deshalb die Ziele der entsprechenden Förderrichtlinien zu Grunde gelegt werden: Förderung der Wahrnehmungsleistung, Organisation des Alltags, erste Kenntnisse von Buchstaben und Zahlen und zählendes Rechnen und das Erreichen eines Schulabschlusses nicht in Aussicht gestellt werden kann?
        Natürlich kann man auch alle erforderlichen Ziele notieren und am Schuljahresende konstatieren, dass Ihr Kind noch nicht in der Lage ist, diese zu erfüllen. Und natürlich können Lehrkräfte das anhand von Arbeitsproben dokumentieren.
        Dann haben die Lehrkräfte die Anforderungen des Richters womöglich erfüllt, es bewirkt aber dennoch keine Verbesserung in der Förderung als solcher. Verändert hat sich lediglich der bürokratische Aufwand, den die Lehrkraft zusätzlich leisten muss.

      • Es ist bitter notwendig eine neue Regelung in der Gestaltung der Förderpläne für unsere Kinder in Schulen einzuführen.Eltern müssen das Recht haben zu erfahren welche Ziele man sich in der Förderung ihrer Kinder stellt. Die jetzigen Förderpläne sind einfach nur konfus!

        • Dann gehen Sie mal auf die Straße und fordern die Absenkung des Stundendeputates. Wo soll die Zeit für Grundschullehrer denn herkommen mit 28 Std. Unterricht, zig Spezialaufgaben ohne Ermäßigung und 30 Kindern in der Klasse. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.

      • Müssen eigentlich die Förderpläne positiv formuliert werden? Falls ja, ist die Wahrheit “Ihr Kind wird den Regelschulabschluss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht schaffen können” nur sehr verklausuliert zu schreiben.

        Muss man eigentlich auch positiv antworten? Falls ja, ist die oben genannte Wahrheit so gut wie garnicht mehr vermittelbar.

  9. Ebenfalls als Mutter schwerbehinderter Kinder kann ich sagen das es bei uns in Nds nicht zufriedenstellend mit den Förderschulen funktioniert . Es fehlt an Transparenz , Schulbüchern , fachlicher Beratung der Eltern , und natürlich an Förderplänen die auch etwas aussagen ! Man kann all das was man als Eltern schwerbehinderter Kinder in der Schule erlebt gar nicht alles mit 2-3 Sätzen wiedergeben . Sehr viele der mir bekannten Eltern an diesen Schulen geben einfach irgendwann auf , weil sie keine Kraft mehr haben für jedes noch so kleine Ziel ihres Kindes kämpfen zu müssen . Und ich meine damit Dinge die für Kinder an Regelschulen normal währen . Bei uns gibt es noch nicht einmal Schulpsychologen und in Gespräche geht man hier als Eltern grundsätzlich nur mit 6-7 Pädagogen ! Das wir Eltern da von vornerherein keine Chance haben ist wohl jedem klar ! Zudem werden einem ständig die Worte im Mund umgedreht . Ich bin einfach nur immer wieder traurig und entsetzt darüber das wir es auch im Jahre 2017 nicht schaffen Gerechtigkeit in der Gesellschafft groß zu schreiben . Inklusion betrifft in jedem Fall eh jeden einzelnen von uns , egal ob behindert oder nicht , alt oder jung , jeder möchte teilhaben , vier und umsorgt werden , jeder wird irgendwann auf mehr Hilfe angewiesen sein ! Wir sollten alleine schon daher alle an einem Strang ziehen denn wir machen es für uns selber ! !!

    • Die Anzahl der Schulpsychologen wurde in Niedersachsen den letzten Jahren aufgestockt und Sie können als Mutter ein Beratungsgespräch beantragen oder den Schulpsychologen anfordern, damit er Gespräche begleitet.
      Das gilt im übrigen genauso für Grundschulen bzw. Regelschulen.

      Wenn Sie schreiben: “Und ich meine damit Dinge die für Kinder an Regelschulen normal währen .” frage ich mich, was denn “normal” an Regelschulen ist oder was Sie sich darunter vorstellen.

      • Es ist ganz toll wie gut informiert sie hier sind. Sie haben hier eine Antwort auf alles.
        Leider sieht die Wahrheit im realen Leben ganz anders aus.
        Ich hätte sie gerne tagtäglich an meiner Seite zumal dann wenn ich auf Pädagogen treffe, die ahnungslos sind oder sogar manchmal so tun als ob.
        Eltern haben in ihrem tagtäglichen Leben nicht ein Herrn/Frau Palim an ihrer Seite.
        Die Realität ist ganz anders. Eltern von behinderten kindern werden immer nur hin und her geschickt.
        Das was Rosarot oben mit normal in Regelschulen bezeichnet und behinderte Kinder in Regelschulen nicht erhalten ist Folgendes.
        Ich habe drei Kinder. Eins davon besucht eine Sonderschule für geistig behinderte Kinder. Wenn meine Kinder von der regelschule nach hause kommen, dann kriege ich meistens ein kurze Fasung was sie so in der Schule gemacht haben und das in unterschiedlichen Fächern.
        Mein drittes Kind hat kein Schulranzen. denn sonderschulen haben ja schließlich keine Bücher. Und wie oben die eine Mutter geschrieben hat….. Diese Kinder wurden von Politiker schon seit Jahren in Stich gelassen. Es wird ihnen nicht mal ein Bilderbuch oder ein Malbuch zur Verfügung gestellt Man macht sich schon seit Jahren keine Gedanken über die Bildung dieser Kinder.
        Wenn ich als Mutter den Wunsch habe, dass mein Kind aber gefördert wird, sprich Lesen, Schreiben, Rechnen, dann werde ich aufgefordert zur Schule meines Kindes zu gehen und darüber zu diskutieren. Eltern von behinderten Kindern sind gezwungen mit den Pädagogen ihrer Kinder wie auf den Fischmarkt für die Bildung ihrer Kinder zu VERHANDELN. Eltern müssen sozusagen, für jedes Arbeitsblatt zur Schule gehen und mit Pädagogen verhandeln.
        Dieses Problem habe ich nicht bei meinen anderen beiden Kindern. Da gehen Pädagogen nach einen Leitfaden.
        Deswegen ist es wichtig, dass Förderpläne ausführlicher beschrieben werden. Ich kann doch nicht jedes mal zur Schule antanzen, wenn ich ein Arbeitsblatt für mein Kind haben möchte! Viele Eltern geben irgendwann auf. sie haben keine Kraft mehr!

        • Ich habe eine inklusive Klasse, da bleibt es nicht aus, dass man sich jeden Tag damit beschäftigt.
          Mir gefällt auch manches nicht und auch mir fehlen Antworten oder Materialien, zusätzlich Personen, die helfen könnten, sowieso.
          Ich bin darum bemüht, den Eltern zu erläutern, worum es geht, welche Möglichkeiten bestehen und wie ich vorgehe.
          Auch wir haben in manchen Fächern keine Bücher, das bedeutet aber nicht, dass kein Unterricht stattfinden würde. Auch ich setze Lehrgänge aus, wenn ein Kind nicht in der Lage ist, diese umzusetzen. Dann braucht es andere Materialien, viele Wiederholungen und eine Menge Zeit und das Kind erreicht die Ziele (Kompetenzen) der Grundschule nicht, vielleicht nie. Es ist für mich realitätsfern zu glauben ,nur weil ein Kind in einer Regelschulklasse säße, würde es Schritt halten können. So, wie Taube nicht hörend und Gelähmte davon nicht zu Gehenden werden, benötigen auch Kinder mit anderen Beeinträchtigungen womöglich ihr Leben lang Hilfsmittel.

          Auch ich setze in meine Förderpläne nur 3 Ziele, da ich auch gewährleisten muss, dass das Kind die Ziele erreichen kann. Andere Ziele müssen hinten angestellt werden, ich kann nicht mehr leisten und das Kind in der Regel auch nicht, es muss sich ja für die angesetzten Ziele schon sehr anstrengen und es hilft nichts, Kinder dauernd herauszufordern oder zu überfordern.
          Und die gestellten Ziele bestehen nicht generell nur aus Lesen, Schreiben, Rechnen, sondern aus Wahrnehmungsleistungen und anderen Grundsäzlichen Lernvoraussetzungen. Das zu fördern ist gar nicht einfach. Bücher gibt es dafür nicht, sie wären auch wenig sinnvoll, da die Schwierigkeiten häufig recht unterschiedlich gelagert sind. Meist werden dann individuelle Materialien zusammengestellt, mit denen die Kinder häufig allein zurecht kommen müssen, was nicht bei allen FöS-Kindern gelingt.

          Individuelle Förderung bedeutet auch, dass bei jedem Kind ständig neu geschaut werden muss, was das Kind erreichen kann unter den gegebenen Umständen.
          Da es so gut wie keine Förderstunden gibt muss die Förderung im Klassenverband erfolgen, so gut es eben geht… und manches geht nicht.

          • @palim: Selbst ohne inklusive Klasse habe ich genügend unterschiedlichste Kinder, die nicht allle mit “dem gleichen Buch” beschult werden können. Die Hochbegabten steigen dann aus und werden zu Störern und Schulverweigerern, die Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen darf man nicht aus den Augen lassen, alle anderen Defizite finden sich in jeder Grundschulklasse auch,usw……

          • @mississippi
            Du bist doch aber auch informiert, weißt selbst, was differenziert und zieldifferent bedeutet und dass Lehrkräfte in heutigen Klassen nicht allen SuS die gleichen Materialien vor die Nase setzen können oder dass es nicht darum geht, ein Lehrwerk abzuarbeiten.

    • In Niedersachsen sehe ich als Hauptproblem an, dass die meisten Förderschulen im Inklusionsrausch dichtgemacht wurden und die Regelschulen daurch auch für schwerbehinderte Kinder zuständig und permanent überlastet sind.

      @Palim
      Was Sie zu den Förderplänen sagen, kann ich nur dick unterstreichen. Das Vertrauen in ihre Wirkung grenzt an Wunderglauben.
      Das Ende vom Lied könnte sein, dass die Lehrer auf Grund dieser “Förderpläne” nicht nur noch mehr Zeit für Bürokratie verwenden, sondern auch noch mehr Leistungsdruck verspüren, weil Kritik vorprogrammiert ist. Wer einen Plan erstellt, sollte damit Erfolg haben, sonst war sowohl der Plan verkehrt als auch der Umgang mit dem Schüler.
      Die Verantwortung für mangenden Erfolg bei der Förderung behinderter Kinder im Regelunterricht wird durch Förderpläne noch mehr auf die Lehrer abgewälzt und das Prinzip Inklusion bleibt unangekratzt.

      • Sie sagen es! Den Inklusionsgedanken weiterhin gutzuheißen und damit vor Kritik zu schützen, egal welche Schwere der Behinderung die Schüler haben, ist m. E. der Sinn und Zweck allen Lobgesangs auf die Förderpläne. Der Lehrer als Allesmacher ist letztlich immer schuld, wenn die Blütenträume nicht wahr werden.
        Und ganz wichtig ist offenbar die Botschaft: An den Förderschulen war und ist ja alles noch viel schlimmer!

        • wenn sie so von förderschulen schwärmen, dann schicken sie doch ihre eigenen Kindern dorthin. Die schulen behaupten doch differenziert zu arbeiten, oder? so gesehen können ihre Kinder auch ein tollen Abschluß erreichen.

          Die Pädagogen die diese Schulform befürworten dürfen doch jederzeit ein Antrag bei der Schulbehörde einreichen. Ihre Kinder erhalten die beste Förderung auf diese Schulen. Ohne Bücher lässt sich anscheinend der Unterricht auch ganz toll gestalten!!Man bringt sozusagen den Berg zum Propheten! So gelingt Inklusion noch besser 😉

  10. Ich dachte immer, die verschiedenen Schularten seien dafür da, die Kinder nach ihren Möglichkeiten bestmöglich zu fördern. Genauso unbegreiflich ist es für mich, wenn Eltern ihr Kind mit Hauptschulempfehlung aufs Gymnasium schicken, im Glauben, ihm etwas Gutes zu tun.

    • Wie Michael Felten ganz richtig sagt: “Nicht eine Schule für alle, sondern für jedes Kind die beste!”

      • Nur welche Schule ist schon die beste, wenn die Stimmen für “Eine Schule für alle” sich durchsetzen?
        Letztlich läuft es dann auf eine Empfehlung von Privatschulen hinaus, auf die Eltern für ihre Kinder flüchten können, um dieser Schulform zu entgehen.

        • Wenn Privatschule wirklich privatwirtschaftlich organisiert heißt, muss man beachten, dass dortige Eltern Helikopterführerscheine bezahlen können und häufig Jugendamtskinder dort beschult werden, wenn sie im staatlichen Schulsystem nicht klar kommen. Vorteil sind zweifellos die kleinen Klassen, die heile Welt oder ein höheres Niveau als auf staatlichen Gesamtschulen ist nicht garantiert, gymnasiales Niveau auch in der Oberstufe schon garnicht.

          Schulen mit kirchlichem Träger schreiben sich auch die Inklusion ins Schulprogramm. Sie entsprechen ohnehin weitgehend staatlichen Schulen.

  11. Ein Neurologe und Psychiater über die Inklusion:
    “Der verordnete Unsinn, unter den meine Patienten leiden, heißt Inklusion und ist die zunehmende Ursache für Depressionen bei Lehrern. Manchem hilft die Verordnung eines Antidepressivums. Diese Substanzgruppe bewirkt nicht nur eine Stimmungsaufhellung, in gar nicht so seltenen Fällen gehören Emotionslosigkeit und Gleichgültigkeit zum Nebenwirkungsspektrum. Gleichgültigkeit, um den Irrsinn der Inklusion besser zu ertragen. Kleiner historischer Exkurs. Als der Girondist Pierre Vergniaud 1793 während der französischen Revolution zum Schafott geführt wurde soll er gesagt haben: „Die Revolution frisst ihre Kinder“. Fast könnte man heute sagen: Die Inklusion frisst ihre Lehrer.”

    “Bernd Ahrbeck, Inklusionsforscher und Professor für Verhaltensgestörtenpädagogik an der Humboldt-Universität in Berlin: ‘Inklusion könnte das Bildungssystem langfristig ruinieren, wenn die Grenzen des Möglichen und Sinnvollen nicht gesehen werden’. Diese zu sehen, ist offensichtlich nicht gewünscht, genauso wie Unterschiede nicht gesehen werden sollen. Doch sie sind da.”

    “Was den Alltag der Inklusion angeht, so verirren sich manchmal linksideologisch verzauberte Politiker in diese Niederungen des pädagogischen Daseins. Konfrontiert mit der Kritik an der Inklusion lautet ihre häufigste Entgegnung an die Adresse der Lehrer: Sie müssen Ihre Einstellung ändern. Das ist die Arroganz der Macht. Die Hegelsche Maxime von der abzustrafenden Realität und der betörenden Theorie wurde glänzend verinnerlicht.”
    https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/inklusion-oder-mythos-der-gleichheit/

    • Der letzte Satz von der Hegelschen Maxime trifft bei der der Inklusion den Nagel auf den Kopf.
      Der Inklusionsgedanke wurde in der Tat so glänzend verinnerlicht, dass von vielen nur die Realität abgestraft wird durch Kritik an den Rahmen- und Arbeitsbedingungen. Im selben Atemzug wird aber ein Glaubensbekenntnis zum Grundgedanken abgelegt, die “betörenden Theorie” also nach wie vor angebetet.

    • Guter Artikel !

    • Wirklich guter Artikel bei tichy, das Original lohnt sich ebenfalls zu lesen.

      Bisher habe ich beim Thema Inklusion auch nur hauptsächlich die Rahmenbedingungen kritisiert und den Nutzen für die nichtbehinderten Kinder infrage gestellt. Ab sofort dürfen mich Anna, Bernd und Georg zu den Behindertenfeinden im Bereich Regelschule zählen, vorausgesetzt sie können mir erklären, weshalb der Artikel bei tichy falsch ist. Die BRK lasse ich nicht gelten, weil sie denselben Fehlern ausgesetzt ist, die in tichys Artikel kritisiert werden.

      Ein Angebot mache ich Anna, Georg und Bernd: Inklusion lasse ich zu, wenn sie durch Rollstuhlrampen, Mikrofone und einige Merkregeln für Lehrer und Schüler umsetzbar ist, und der behinderte Schüler kognitiv von sich aus mitkommt.

      Aus ganz ähnlichen Gründen können Unterricht und Abitur für Alle auch nicht funktionieren. Gleiche Schule für Alle geht, wenn es viele zieldifferente Klassen und ggf. speziell dafür ausgebildete Lehrer gibt.

      • Ja, inklusive Original ! 🙂

      • XXX
        Die werden Ihnen wieder entgegnen, dass Sie den ” veralteten, reaktionären, schülerfeindlichen, direkten und kinderfeindlichen, Lehrer zentrierten Frontalunterricht und der Kreativität feindlichen Unterricht von vor 50 Jahren, mit den Schülern praktizieren wollen.
        Die Adjektive könne sich auch durch “interaktiven und kommunizierenden Unterricht mit einer Anwendung der Anleitung zum eigenen Arbeiten” ersetzen.

    • Nicht nur der Artikel von Kraus bei Tichy ist gut, man sollte auch in die zahlreichen Leserkommentare hineinschauen. Sowas würde z.T. andernorts wegzensiert. Und mancher Spitzenpolitiker würde heftig angefeindet, wenn er sich so äußern würde. Aber ich sehe nichts Beleidigendes oder den üblichen Regeln Widersprechendes. Eher unangenehme Tatsachen.
      Nebenbei: Auch das jüngste Buch von Kraus ist empfehlenswert (“Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt).

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