GEW: Ministerien sollen Unterrichtsmaterial prüfen

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FRANKFURT a. M. (red). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bildungsministerien dazu aufgerufen, alle Unterrichtsmaterialien zu prüfen, bevor sie im Unterricht verwendet werden.

„Wir brauchen neutrale öffentliche Stellen, die Unterrichtsmaterialien begutachten und empfehlen, damit Lehrkräfte eine Orientierung haben“, sagte Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule. Es dürfe nicht sein, dass Schulbücher ein formales Prüfungsverfahren durchlaufen müssen, bei freien Unterrichtsmaterialien hingegen „die organisierte Verantwortungslosigkeit“ herrsche, heißt es in einer Pressemitteilung.

Begutachtung von Materialien sollen Lehrern helfen, sich zu orientieren; Foto: Dieter Schütz / pixelio.de415852_R_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de
Begutachtung von Materialien sollen Lehrern helfen, sich zu orientieren; Foto: Dieter Schütz /pixelio.de
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Da die Etats für Schulbücher stets gesenkt würden, versuchten insbesondere Wirtschaftsunternehmen zunehmend, Einfluss auf die Materialien zu nehmen. Diese seien aber für den umfassenden und ausgewogenen Unterricht häufig nicht geeignet. Demmer:

„Viele Unterrichtsmaterialien aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft suggerieren, die Wirtschafts- und Finanzkrise könnte einfach gelöst werden, indem Jugendliche zu klugen Aktienabnehmern erzogen werden.“ Allerdings hätten Lobbyinteressen und Kommerz in Schulen nichts verloren.

Lob gab es für den Materialkompass, den der Bundesverband der Verbraucherzentrale gestern vorgestellt hat. Dieser hält Unterrichtsmaterialien zu den Bereichen Finanzen, Medien, Ernährung und Konsum bereit, die inhaltlich und methodisch begutachtet wurden. Das Angebot bringe „ein bisschen Licht in den Material-Dschungel“ und lasse die Lehrer mit der Fülle der Materialien – auch von Verbänden und Lobbygruppen – nicht länger allein, so Demmer.

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