KMK-Präsidentin Eisenmann: Schulen gehen mit zunehmend heterogener Schülerschaft “nicht gut um”

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STUTTGART. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Susanne Eisenmann (CDU), bescheinigt den deutschen Schulen ein sinkendes Niveau in den Fächern Mathematik und Deutsch. «Der Trend geht nach unten», sagte die baden-württembergische Kultusministerin dem «Spiegel». Grund sei eine zunehmend unterschiedliche Schülerschaft. «Die Schulen gehen damit nicht optimal um – mit Zugewanderten, mit Förderschülern oder mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen.» Im Leistungsvergleich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) hatten Viertklässler kürzlich schlechter abgeschnitten als fünf Jahre zuvor.

Nimmt Geld für den Ganztag in die Hand: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg
Kritisiert die Schulen: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Dabei war auch Baden-Württemberg ins Mittelfeld abgerutscht. Zuvor hatte das Land immer in der Spitzengruppe rangiert. «Darauf haben wir uns zu sehr ausgeruht», sagte Eisenmann. Sie kritisiert zudem, dass in einigen Städten zu viele Kinder nach der Grundschule aufs Gymnasium wechselten – in Freiburg, Heidelberg oder Tübingen bis zu mehr als 70 Prozent. «Nicht alle Kinder sind fürs Gymnasium geeignet», sagte die Ministerin. dpa

Die Grundschullehrer sollen schuld sein? Das IQB-Desaster spiegelt vor allem eins: die völlig vermurkste Inklusion!

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88 KOMMENTARE

  1. Vor allem mangelt es an Zeit fürs Üben, Üben, Üben.

    Gerade weil das in den Elternhäusern, wo es nötig wäre, nicht geschieht. Es mangelt aber auch an Zeit, weil viel zu viel Zeit verloren geht, wenn die Lehrer sich mit all den Problemen der heterogenen Schülerschaft, die in den Unterricht hineinreichen, beschäftigen müssen. Wie viel Unterrichtszeit geht da verloren?!?

    (@ dicke bank, mein drittes “Monothema”: Durch Unterrichtsstörungen geht uns im Schuljahr etwa 1 Monat Unterrichtszeit verloren!!!)

  2. Gäbe es kleinere Klassen oder Doppelbesetzungen wäre das alles vielleicht machbar. Wir Lehrer sind keine Wundermenschen und gehen täglich am Limit durch die vielen neuen Aufgaben. Politiker sind jenseits der Realität mit ihrem Denken.

  3. “Grund sei eine zunehmend unterschiedliche Schülerschaft. «Die Schulen gehen damit nicht optimal um – mit Zugewanderten, mit Förderschülern oder mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen.”

    Es ist einfach, Kritik zu äußern, und wieder einmal lädt Frau Eisenmann den Schwarzen Peter bei der Lehrerschaft ab.
    Was stellt sie sich denn vor, wie ein gelungener Umgang mit zunehmend heterogenen Gruppen aussehen soll?
    Und was tut sie selbst dafür, dass dies besser gelingen kann, ohne den Lehrern weitere Mehrarbeit aufzubürden?

  4. Was hilft ist mehr wechselseitiger Unterricht zwischen dem Lehrer und den Schülern.
    Schüler aus den Gruppen mit einem spracharmen Elternhaus kognitven Lernproblemen und Migranten profitieren von direkter Instruktion mehr als von offenen Lernmethoden.

    • Nach der Erfahrung meiner Tochter in Hamburg und andere Migranten und arme Kinder schlage ich vor: lass bitte mindestens eine Klasse von die circa 4 parallel Klassen lehrerin-zentriert sein, mit Schulbüchern wie das Mathebuch Mildenberger Verlag und Elefantenbuch mit Schreibschrift…damit hat das Fluchtlingsmädchen aus Syria schöne Schreibschrift gelernt…and wenn die Biodeutsche Waldorf oder Jenaplan oder Hundepflichtunterricht Schulmorgens wollen also lassen sie das in den parallel Klassen machen.

      Die Migranten kinder die ich kenne brauchen starke und sehr strukturiert mundlich und visuelle ( also Schulbücher, nicht nur Arbeitshefte wie in Reformunterricht) schulmorgens. Kein Lernplans.
      Schulbücher helfen die Migranten Eltern auch mit der Sprache und auch um den Kindern zu Hause zu lenken. Diese Schulbücher sind uns Schätze, die Flex und Flos und Kompetenzorientierte Konfettis Hefte dagegen sind uns ein grosses Problem, unsere Kinder können mit diesen nicht lernen, wir müssen durch Amazon.de richtige Schulbücher selbst besorgen.

  5. “Nicht alle Kinder sind fürs Gymnasium geeignet,” sagt Frau Eisenmann.
    Und was ist dagegen zu tun, dass die Gymnasien immer mehr zur Volksschule für alle alle werden?
    Bisher haben die Politiker doch nur darauf hingearbeitet, den Übergang zum Gymnasium so leicht wie möglich zu machen.

    • Genau das ist das Problem. Es wird immer auf die Ungerechtigkeit des Übergangs hingewiesen. In dieser Welt kann leider kaum etwas perfekt gerecht sein (da kann man viel philosophieren …).
      Aber die gleichen Leute WOLLEN ja gar keinen gerechten Übergang haben, sondern den Übergang abschaffen mit der “einen Schule für alle”.
      Denkbar wäre schon eine Mixtur aus Schulnoten, Empfehlung des Klassenlehrers und einigen Tests. Für Zwiefelsfälle könnte es eine Schiedsstelle geben, die vermittelt, und es könmte eine Aufnahme “auf Probe” geben.
      Wenn alles nicht bringt: Aufnahmeprüfungen der Gymnasien. Die gibt es bereits, aber nur vereinzelt und nur für besondere Klassen (math.-nat. und natürlich Sport-Elite-Schulen).
      In Extremfällen könnten Schulpsychologen eingeschaltet werden. Ähnliche Probleme stellen sich ja immer bei der Einschulung (ist ein Kind schulreif oder nicht ?).

      • @Cavalieri: Sie sprechen mir aus der Seele. Auch wenn ich nur Grund- und Hauptschullehrer in Ba-Wü bin, sehe und höre ich übereifrige Eltern nur das Wort “Gymnasium” sprechen. Manche Elternteile können nur “Tschymnasium” (Verwechslung mit Mukki-Bude?) aussprechen. Wenn man sich das Gymnasium HEUTE anschaut, ist es nichts anderes wie eine “Bildungsanstalt” für ALLE. Hauptsache jeder kann sagen: “Mein Kind geht Gymnasium.” Aufnahmeprüfung mit klaren Regeln/Vorschriften und wenn es hart auf hart kommt, muss und darf auch das Schulamt nicht kuschen. Es könnten/werden vereinzelt Anwälte klagen …
        Es fehlt nicht nur an Doppelsetzungen – zumindest in den Hauptfächern, sondern auch an Sonderpädagogen, Beratungslehrern/Schulpsychologen, Schulsozialarbeitern und Förderlehrern. In Bayern gibt es extra ausgebildete Förderlehrer, die einen Wahnsinns-Job machen. Neben dem Fördern gehört das Fordern auch zum Unterricht zwingend dazu. Die Schüler/innen, fallen aber hinten runter. Man kümmert sich mehr und mehr um die Schwachen und die Unterrichtsstörungen … die Starken bekommen zu wenig Zeit.

  6. Sämtliche gesellschaftliche Probleme werden uns in der Grundschule”auf den Buckel geladen” und wenn dann viele, auch sehr erfahrene Kolleg/innen unter dieser Last zusammenbrechen sagt uns die weise Politik: Selber schuld! Ihr könnt halt einfach nicht mit Heterogenität umgehen! Eine bodenlose Frechheit! Die POLITIK muss die personellen und sächlichen Gelingensbedingungen dafür schaffen, dass Lehrer professionell arbeiten können. Die konzeptlose Inklusions-Wurschtelei muss ein Ende haben!

  7. Wir müssen endlich lernen, uns selbst zu optimieren …..
    Dann wird es auch was mit Inklusion, Flüchtlingskinderintegration, individueller Förderung, Gesundheitserziehung, Zahnprophylaxe, Radfahrtraining, Jeki, Pisa, Vera, Elterncafé, ….

    Die Zusammenarbeit mit allen anderen Bildungseinrichtungen, dem Sozialamt, dem Jugendamt, den Psychologen, den Kinderärzten und ….. schütteln wir dann aus dem Ärmel und die Dokumentationen aller Art und die Konzepte schreiben wir zwischen Suppe und Kartoffeln.

    So einfach ist das!

    • Wenn man es nicht schafft die Schüler mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten zu homogenen Gruppen zusammen zu fassen,so wird Ihnen der “Laden Schule” bald um die Ohren fliegen.
      Ständig bemüht man Finnland als großes Vorbild, dabei ist die Bevölkerungsdichte bei ungefähr gleicher Größe des Landes zu Deutschland , mit seinen ca 5,5 Millionen Einwohner zu unseren 82 Millionen, sehr viel geringer.
      Und deshalb war man in Finnland gezwungen, um eine Wohnort nahe Beschulung zu ermöglichen, diese heterogenen Schülerschaften in kleinen Gruppen, aber mit zusätzlichem Personal zusammen zu fassen.
      Wie kann da Finnland Vorbild für uns sein ?
      Und wir fahren hier unsere Förderschüler täglich mit Taxen durch die Gegend und es gibt keinen sinnvollen Grund, die Schüler nicht in homogenen Gruppen zusammen zu fassen.

    • So erklärt sich dann auch, warum man in den 7 Stunden, die man im Schnitt in der Schule verbringt, es nicht schafft, auf Toilette zu gehen und sich sein Essen auf dem Weg von einem Raum zum anderen reinstopft. Ich frage mich immer wieder, wie ältere Lehrer das so viele Jahre durchhalten konnten. “Selbstoptimierung” und körperliche “Selbstvergewaltigung” machen möglich, dass wir “mit der Heterogenität umgehen” können. Ich bin dafür, dass wir Grundschullehrer gegen diese eklatanten, gesundheitsgefährdenden Zustände klagen! Einen anderen Weg scheint es nicht zu geben.

      • Wir Elternvertreter haben auch nicht die Möglichkeit, erfolgreich gegen Methoden, die nachgewiesener Maßen für große Gruppen von Schülern unzuträglich sind ,erfolgreich vor deutschen Gerichten zu klagen.
        Ständig wird die Heterogenität der Schüler, durch Inklusion und Migranten,die fehlende schulische Reife der Schüler,deren soziales Umfeld,deren Fernseh- und sonstiger Medienkonsum, die soziale, sprachliche und kulturelle Herkunftoder auch ein mangelndes Interesse der Eltern für die schlechten Ergebnisse als Ursache von Lehrerseite genannt.

        Das sind aber Istzustände , denen man sehr differenziert begegnen muss, weil nicht überall derart überspitzt schwierige Verhältnisse bestehen.
        Bisher wurde nur marginal untersucht, wie sich bestimmte Methoden auf die einzelnen Schülergruppen auswirken, und so nimmt die gesamte Diskussion um Methoden teilweise eine präaufklärerische Form an, als stünde ein dreißigjähriger Schulkulturkrieg bevor.Zur Zeit läuft eben die Gegenreformation ab, welche sich gegen überfordernde Selbstlernmethoden ohne gezielte Unterstützung richtet.
        Mit diesen Methoden ist eben das Gros der Risikokinder vollkommen überfordert, und so erklären sich zunehmend auch die Reaktionen großer Teile der von Elternschaft gegen dieses in den letzten zwanzig Jahren abgelaufene Reformchaos.
        Bis die schulpädagogische Aufklärung greift, werden eben noch einige Jahre ins Land gehen.
        Und worin liegt die Angst dieser Leute begründet vor einer derart gut informierten und sachlich argumentierenden Kultusministerin Frau Eisenmann?

  8. Die Busse sind einfach zu voll, regelmäßig bleiben Fahrgäste an der Haltestelle stehen, die nicht mehr reinpassen. Die Busfahrer gehen aber auch mit der Fülle der Fahrgäste nicht optimal um. Sie könnten ja die Busse anders fahren, so dass die Fahrgäste sich besser verteilen.

    Natürlich gehen Lehrer nicht optimal mit der Schülerschaft um. Die Klassen sind zu groß, die Kinder z.T. noch viel zu jung für die Themen, die laut Lehrplan gelehrt gehören, die Stühle und Tische sind defekt (oder wenn sie mal nicht ständig kippeln und umkippen, sind sie drei Nummern größer als die Kinder), die Tafeln sind defekt, CD-Player zickig, die Bücher veraltet,…. es fehlt an Personal, Geld, Möbel, Inventar und Basics wie benutzbaren Toiletten.
    Aber hey, die Probleme ließen sich einfach lösen: Wir müssen nur alle besser unterrichten!

    • Die Lösung ist einfach, aber nicht in Sicht.

      Mehr Geld. Problem: Alle wollen weniger Steuern zahlen und soviel wie möglich verdienen.

      • Naja, so klappt das aber nicht mit der Finanzierung und dem mehr Geld für alle und jeden:

        “”Dieselbe Gier, dieselben egoistischen Motive”: Wenn es darum geht, den Staat um Steuern zu betrügen, steht der Durchschnittsbürger großen Unternehmen in nichts hinterher. Die Tricks sind vielleicht weniger kompliziert – aber genauso effektiv.”

        http://www.focus.de/politik/videos/polizeiakademie-koennen-berliner-polizei-schueler-zu-schlecht-deutsch-behoerde-antwortet-auf-vorwuerfe_id_7816002.html

      • Es liegt nicht am vorhandenen Geld, es liegt schlicht am Willen, dieses brauchbar einzusetzen, schließlich können wir auch regelmäßig unbrauchbare Waffen für die Bundeswehr bestellen und unsinnige Flüge für Politiker bezahlen.

        • Abgesehen davon hat Frau Eisenmann ja nicht festgestellt, dass sie leider nicht genug Geld für Schulen locker machen kann, obwohl sie die Defizite sieht, sondern sie hat festgestellt, dass eigentlich alles in Butter wäre, wenn nur die dummen Lehrer endlich mal mit der richtigen Methode unterrichten würden.

          • Frau Eisenmann hat sich von Fachleuten beraten lassen , und sie folgt weder dem Druck der Straße,noch dem Druck der Grundschullehrerverbände oder gar irgend welchen irrationalen Gefühlen.

          • Axel von Lintig, erneut sehe ich in ihrem Kommentar keinen Bezug zu meinem Kommentar, aber schön, dass Sie auch mal was gesagt haben.

          • Dina
            Ich sehe in ihren Kommentaren wenig Bezug zum obigen Artikel.Ich gebe Ihr “Kompliment” gerne an Sie zurück.️️

        • Ich stimme Ihnen voll zu, Dina!! Es kommt nicht aufs Geld selbst an, sondern wofür es ausgegeben wird. Wenn es verrückten Plänen und falschen Zwecken dient, richtet es sogar Schaden an.

      • Zu “Sofawolf”: Die Lösung ist einfach, aber nicht in Sicht.
        Mehr Geld. Problem: Alle wollen weniger Steuern zahlen und soviel wie möglich verdienen.

        Alle Kommentare bis zu dieser Aussage haben die Probleme genau getroffen.
        Bei der Frage nach der Ursache der gegenwärtigen Misere bzw. der Zerstörung auch noch der letzten Leistungspotentiale herrscht leider verbreitet absolute Unkenntnis, “Dank” der geschickten Kaschierung derjenigen, die für diese Misere verantwortlich sind: Seit der Aussetzung der Vermögenssteuer durch die Kohl-Genscher-Regierung, deren Erträge den Ländern u.a. für die Finanzierung des Bildungssystems zustanden, ebenso wie u.a. die Einnahmen aus der – von der Merkel-Steinbrück-Regierung verfassungswidrig abgeschafften – Erbschaftssteuer für Unternehmenserben, haben die “demokratischen Parteien” sämtliche Steuern für Spitzenverdiener, Vermögende, reiche Erben, Unternehmen und Spekulanten entweder drastisch reduziert oder gleich ganz abgeschafft. Zur Gegenfinanzierung der Steuergeschenke für “oben” wurden die Steuern für “unten” erhöht und die “alternativlosen Sparmaßnahmen” erfunden. Eines der größten Sparschweine zur Subventionierung der beschleunigten Vermögensanreicherung der ohnehin Reichen ist das Bildungssystem: Drastischer Abbau von Planstellen, laufende Vergrößerung der Klassen, Erhöhung der Pflichtstunden für Lehrer und Referendare, die Abschaffung der Vor- und Förderschulen, die Schließung kleiner Grundschulen, Inklusion, G8, die “eine Schule für alle”. – Das alles hat nichts mit irgendeiner pädagogischen Ideologie zu tun, sondern allein mit dem heutigen Staatsziel Nr. 1: Die maximale Bereicherung derjenigen, die u.a. über “Parteispenden” und “persönliche Spenden” die Realpolitik dirigieren. Während die Vermögen von 1 Prozent der Bevölkerung in immer kürzeren Intervallen verdoppelt wurden, versanken die große Mehrheit der Bürger und der Staat in Schulden und das kollabierende Bildungssystem in “schwierigen Situationen”. Diese werden mit der laufenden Politik potenziert.
        Abhilfe ist tatsächlich nicht in Sicht. Denn dazu bräuchten wir eine neue Partei, die als erste Maßnahme die Einnahmenseite des Staates wieder herstellt und alle “Reformen” und “Modernisierungen” rückabwickelt.

    • Es sieht nicht überall so aus, wie Sie schreiben .
      Also immer weiter so lehren, irgend etwas muss doch am erforschenden Lernen gut sein ,
      sei es beim Erlernen mathematischer Grundkenntnisse oder beim Schriftspracherwerb und Lesen Lernen ab der ersten Klasse, oder liegt es an den Schülern.
      Warscheinlich brauchen Sie andere Schüler , daran wird es wohl liegen, dass das konstruierte Werk sich nicht umsetzen lässt.
      Selbstständig denkende Menschen erzieht man sich mit diesen Methoden jedoch nicht.
      Dieser Traum ist ausgeträumt, denn wer nicht mit Spaß am Erfolg flüssig lesen und schreiben gelernt hat, der wird sich auch eher anderem zuwenden, als der eigenen kognitiven Reifung durch Lesen und Schreiben.

        • Dina
          Der Kommentar bezog sich nicht auf Sie, sondern auf die Methodik des eigenständigen und forschenden Lernens von Anfang an und ohne signifikante Korrekturen ,gezielte Hilfen oder gar mit falschen Rückmeldungen ,z.B.an Schüler bei Schreibweisen wie Schtaine ,Vojawär,Varat,Kärtze,Vata etc.

          • Das Thema kann ich hier nicht finden. Haben Sie sich im Tab vertan? Es geht hier doch an keiner Stelle um Methoden zum Schreiben lernen. ??? Oder sehen sie vor lauter Wut auf eine Methode schon in jedem Kommentar und jedem Artikel einen Hinweis auf selbige?

        • Das Thema ist,dass nach Aussage von Frau Eisenmann, die Schulen mit einer heterogenen Schülerschaft nicht gut umgehen.
          Dazu gehören eben auch die offenen Lernmethoden, wie Freiarbeit, Wochenarbeit, LDS und anverwandte Methoden,freies Schreiben mit Anlaut-Tabellen,Stationsarbeit, Gruppenarbeit, Schüler gesteuertes Lernen, Material zentrierter Unterricht etc.

    • Sie sprechen mir aus der Seele,mit Ihrem letzten Satz !
      Manche Busse fahren eben ins Verderben und dagegen wehren sich eben Eltern.
      In unserem Bus säßen Sie nicht mehr am Steuer.

  9. Dina
    Recht hat sie.die Frau Eisenmann.Und Dina, ich bin nicht im falschen Tablett gelandet,wenn Sie den obigen Artikel meinen.Ich werden Ihnen keinen aklamativen Beifall spenden für LDS/Spracherfahrungsansatz und selbst erforschendes Lernen der Schüler,denn damit befindet man sich in der Methodik des 16. Jahrhunderts, als nur sehr wenige Menschen schreiben könnten.

    • Axel von Lintig, da Sie mich nun zweimal erwähnen, antworte ich ihnen natürlich. Weder im Artikel noch in einem meiner Kommentare geht es um Lesen durch Schreiben. Sie möchten Ihre Meinung zu dieser einen Methode zum Schreibenlernen loswerden. Das verstehe ich und nehme es zur Kenntnis.
      Ich habe bislang noch keine Bekanntschaft mit LDS gemacht, obwohl ich schon an ein paar Grunschulen war, daher erstaunt es mich, wie oft die Methode hier Thema ist. Aber es ist Ihr Steckenpferd, das möchte ich Ihnen nicht nehmen.

      • Frau Eisenmann macht aber die abgewandelten Methoden von LDS,wie den Spracherfahrungsansatz,welche in den meisten Grundschulen angewandt werden, wie das eigenständige , forschende Erlernen des Schriftspracherwerbs in den ersten beiden ersten Schuljahren verantwortlich für die die signifikante Verschlechterung der IQB-Studieneergebnisse verantwortlich.
        Das geht auch aus dem Gastbeitrag von Frau Eisenmann, der in der Rheinischen Post erschien , hervor.Nun kann man sich vortrefflich über die Ministerin echauffieren, was hier auch geschieht.
        Und auch ein Verleugnen etablierter Methoden wird nicht verhindern, dass diese kritisch hinterfragt werden, weil es nicht sein darf, das Schüler nach der vierten Klasse nicht weitgehend fehlerfrei schreiben können und kaum Kenntnisse von der deutschen Orthographie haben.

      • Und noch nie wurde soviel Geld durch private Nachhilfe-Institute umgesetzt, wie heut zu Tage,weil das Gros der Viertklässler keine Vorstellungen von deutschen Rechtschreibregeln haben, die man relativ schnell strukturiert vermitteln kann. Mit zunehmenden Schreibumfang machen sich diese Fehler behafteten Schreibstrategien bemerkbar und führen zu einer eruptiven Fehler-Steigerung, so dass man Schwierigkeiten hat, diese kryptischen Schreibweisen zu entziffern.Dieses Phänomen macht sich besonders bei Schülern bemerkbar, welche auf Grund einer auflautierenden Schreibtechnik, bei fehlender silbierter Schreibweise,versuchen sich uns mitzuteilen.
        Ziel der silbenanalytischen und der analytisch-synthetischen Methoden ist es,Schüler bis zum Ende der vierten Klasse ,in die Lage zu versetzen, weitgehend alle Rechtschreibstrategien zu beherrschen.Von diese Zielen hat sich der Grundschulverband mit seinen eigenen Zielvorstellungen ,verabschiedet und seinerseits das Ziel ausgegeben, bis zum Ende der neunten Klasse,diese Fähigkeiten durch selbst erforschendes Lernen, dem Schüler das in Eigenarbeit zu vermitteln.
        Allein die Ergebnisse geben ein anderes Bild ab,
        und diese zeigen uns wohin Interessen gesteuerte, einseitige und eine Methoden bedingte Fehlentwicklungen geführt haben.

        • immer wieder niedlich, welcher allmacht auch hier einer einzelnen methode zugebilligt wird…ist dieses einbahnstraßige sündenbockprinzip inzwischen nicht zu ausgeleiert?

          • Und immer wieder kommen die versteckten Kommentare für längst überbordete Methoden des selbst organisierten Lernens der Schüler der ersten Klasse.

          • Gutes Beispiel – leider geht der Schuss nach hinten los. Beim Radfahrenlernen müssen Kinder auch nicht gleich auf einer Ideallinie fahren und sämtliche Verkehrsregeln beherrschen – es geht erst mal darum, dass sie zunächst überhaupt ein Gefühl fürs Gleichgewicht bekommen.

            So gesehen, spricht manches dafür, das Thema Rechtschreibung bei Schreibanfängern etwas weniger hysterisch zu diskutieren.

          • Aus meiner Sicht ist Ihr Beispiel, Anna, prinzipiell richtig, aber etwas zu einfach:

            Beim Radfahren sagen aber die Eltern dem Kind, wie es auf dem Fahrrad zu sitzen hat, wohin es mit seinen Füßen soll, wie es seine Beine Bewegen soll und montieren bei Bedarf Stützräder. Später werden die Stützräder weggelassen und bei Bedarf das Kind festgehalten, was ab einem gewissen Tempo des Kindes ziemlich schwierig wird.

            Beim Verfahren “Schreiben nach Gehör” würde man dem Kind ein Fahrrad in Stücken geben und es das Fahrrad mit Hilfe einer sehr einfach gehaltenen Anleitung (“Anlauttabelle”) selbst aufbauen und bedienen lassen. Ab Klasse 3 ersetzt man das selbstgebaute Fahrrad durch ein echtes und beurteilt, wie gut es richtig fahren kann.

          • @Anna
            Na ja, die von Beate erwähnte “Armen-Methode” scheinen Sie mir krampfhaft missverstehen zu wollen.
            In dem Link von Beate geht es eindeutig um die Verkehrserziehung von Fahrradschülern, also um das Erlernen lebensnotwendiger Regeln im Straßenverkehr.
            Es gibt sie bekanntlich auch für Fußgänger. Würden Sie hier ebenfalls behaupten, dass den Schülern erst einmal die Beherrschung des aufrechten Ganges beigebracht werden müsste, damit “sie zunächst überhaupt ein Gefühl fürs Gleichgewicht” bekommen?

            @Beate
            Danke für den Link! Das Interview habe ich mit großem Vergnügen gelesen.

          • Beate
            Danke für den treffenden Beitrag.Ubertragen auf andere Lebensbereiche bricht das Chaos
            aus.

          • “In anderen Lebensbereichen wäre eine “antiautoritäre” Pädagogik des führungslosen Herumprobierens undenkbar.”

            Stimmt!

            Sport:
            Geben Sie dem Kind NIE einen Ball in die Hand, ohne zuvor die Regeln von Fußball, Völkerball, Brennball und mindestens auch Hand- und Basketball dezidiert aufsagen zu lassen. Sollte es sprachlich noch nicht in der Lage sein, diese Regeln abzuspulen, da es noch zu jung ist, sollte man es vor dem “führungslosen Herumprobieren” eingehend schützen!
            Verbieten Sie ihrem Kind, von sich aus zu rennen, zu springen oder sich anderweitig schneller zu bewegen. Derartige nicht angeleitete Aktivitäten könnten Ihrem Kind Traumata zufügen.

            Musik:
            Besser kein “Herumprobieren”, keine Trommeln, Flöten, Glockenspiele. Lassen Sie Ihr Kind lieber nicht in die Nähe eines Instrumentes und verhindern Sie in jedem Fall, dass es damit Töne erzeugt!
            Am besten halten Sie Kinder von Geräuschen jeglicher Art fern, bis es in der Lage ist, eine Klavierpartitur auf dem Papier in Akkorde und Kadenzen zu zerlegen und eine mehrseitige Werkanalyse beizubringen. Alles andere wäre grob fahrlässig.

            Sprache:
            Unterbinden Sie das Lallen und sämtliche Lautbildung Ihres Kindes. Missachten Sie jeglichen Versuch der Kommunikation mit Ihnen, sofern das Kind die Regeln der deutschen Grammatik nicht befolgt. Derart chaotische Äußerungen könnten zur Aberkennung des Abiturs führen!

            Bedienen von “Maschinen”:
            Vergessen Sie nicht, unterm Weihnachtsbaum Ihrem Kind das Spielzeug aus der Hand zu nehmen und zunächst die Bedienungsanleitung einschließlich sämtlicher Warnhinweise an mehreren Tagen in Folge vorzutragen und abzufragen.
            Im Anschluss können Sie Ihrem Kind zeigen, wie es mit der Schaufel umzugehen hat.
            Bauklötze oder Legosteine sollten immer nach genauer Anweisung aufeinander gesetzt werden. Legen Sie einen Bauplan daneben und instruieren Sie Ihr Kind pro Bauteil eingehend. Am besten zeigen Sie Ihrem Kind zunächst das fertige Produkt, indem sie es selbst bauen und Ihr Kind zuschauen lassen. Versagen Sie Ihrem Kind in dieser Phase das Berühren der Bauklötze.
            Im Anschluss nehmen Sie das Produkt wieder auseinander. Händigen Sie Ihrem Kind am besten jedes Bauteil einzeln aus und kontrollieren Sie vor der nächsten Zuteilung, ob auch alles ordnungsgemäß nach Ansage eingesetzt wurde.

          • Ja, m. n., ich würde schon dafür plädieren, dass Kinder erst mal laufen lernen, bevor man ihnen die Verkehrsregeln erklärt.

          • In dem Artikel werden Begriffe nur so durcheinandergeworfen. Die Reichenmethode ist nicht “Freies Schreiben”. “Freies Schreiben” hat etwas mit dem “Kreativem Schreiben” zu tun und gehört in das Gebiet des Texteverfassens und bedeutet, dass man “frei” schreibt ohne genaue Themeneinengung oder/und Formengebundenheit. “Antiautoritär” ist eine Erziehungsmethode und hat überhaupt nichts mit der Unterrichtsmethode zu tun. Wenn man Schüler selbsttätig arbeiten lässt, kann man als Lehrer dennoch die Kontrolle behalten.
            “Die Reichen – Methode steht in Verdacht, für Legasthenie und den Schreibverfall verantwortlich zu sein”, so heißt es im Text. Komischerweise haben wir in Bayern, die wir nicht nach der Reichen – Methode unterrichten, genug Legastheniker.
            Ob diesen Artikel jemand vom Fach verfasst hat?

          • Palim
            Ihre Vergleiche sind schlicht falsch.
            Beim Laufen Lernen wirkt die Schwerkraft als Korrektiv,ebenso beim Erlernen des Radfahrens ,dem des Laufradfahrens und der Umgang mit Bällen.
            Und die Sprache lernen Kinder im Austausch mit den Eltern,Nachahmen am Vorbild der Eltern und Geschwister.
            Die Sprache mit der Grammatik erlernt man bevor man sprechen kann.Deshalb kann man im deutschsprachigen Umfeld die Regeln in Abhängigkeit von der Umgebung erlernen. Das Korrektiv sind die Eltern.
            Den Spracherfahrungsansatz nach Brüggemann/Reichen können Sie vergessen, weil beide mit falschen , selbst entwickelten Regelbildungen der Schüler arbeiten.Die Verschriftlichungen über eigene Regeln der Schüler bleiben synaptisch im Gehirn hinterlegt, werden durch den weiteren Gebrauch noch weiter stabilisiert und bilden damit die Grundlage für die Probleme im Schreib- und Leseerwerb.
            Im Beispiel von Beate ist die ganze Denkweise dieses Didaktikers beschrieben.

          • Der satirische Link von Beate aus dem Stolzverlag sollte hier einmal abgedruckt werden.
            Da kann man sich dann noch einmal gut austauschen,obwohl ich in diese Erlebniswelt des Herrn Brügel und des Herrn Armen regelmäßig eintauchen, wenn ich mich mit Betroffenen austausche, da diese Methoden hier im Münsterland etabliert sind.

          • Ja, meine Vergleiche sind in Ihren Augen immer falsch, aber satirische Beiträge anderer finden Sie gelungen.

            Wenn Kinder vor dem Radfahren und der eigenständigen Teilnahme am Verkehr das Laufradfahren üben, um ihr Gleichgewicht zu schulen, dabei aber Verkehrsregeln noch nicht im Blick haben (können), warum ist das dann dienlich, OBWOHL die Regelhaftigkeit in diesem Moment nicht geschult wird? Wieso können Sie hier eine Ausnahme machen oder “Radfahren lernen” vom „Verkehrsregeln lernen“ trennen, wo dies doch für Sie stets unabdingbar zusammen hängt?
            Warum kann man beim Fahren den Gleichgewichtssinn schulen, beim Schreiben aber nicht das Hören und die phonologische Bewusstheit, die fürs Rechtschreiben lernen so wichtig sind, wie Gleichgewichthalten fürs Radfahren?

            Wenn Sprache im Austausch mit der Umgebung gelernt wird, warum darf dann Schreiben als Sprache und Ausdruck nicht im Austausch mit der Umgebung erlernt werden?
            Im Übrigen ist es nicht richtig, dass Grammatik erlernt wird, bevor man sprechen kann. Die Entwicklung der Grammatik ist im Alter von 4-5 Jahren noch nicht abgeschlossen, sprechen können die meisten Kinder dann aber bereits, verstanden werden sie auch. Die Angabe, dass die meisten Kinder im Alter von 6 Jahren die meiste Grammatik beherrschen, trifft auf die Kinder zu, die in dieser Entwicklung nicht beeinträchtigt sind. Tatsächlich sind dies aber immer mehr Kinder aus unterschiedlichen Gründen. Gerade bei diesen Kindern entwickelt sich vieles erst in der Auseinandersetzung mit der geschriebenen Sprache, wenn ihre Lese- und Schreibfähigkeiten entsprechend ausgebildet sind und sie kognitiv dazu in der Lage sind, Sprache zu reflektieren.

          • Palim
            S
            Ie besteigen also allen Ernstes,dass Kinder die Sprache schon erlernen ,bevor diese Sprechen können.
            Und das Gleichgewichtsorgan, die motorische Gegensteuerung und die Bewegungen werden etwa nicht vom Kind durch die Einwirkung der Schwerkraft und der Zentrifugalkraft durch direktes Feedback gelernt.
            Warum dürfen die Kinder bei der Eröffnung so fundamentaler Kulturtechniken, wie dem Erlernen des Lesens und Schreibens nicht auf ein direktes Feedback und eine direkte Instruktion durch kompetente Lehrer hoffen, die ihnen mit strukturierten Methoden diese Kenntnisse vermitteln.
            Warum müssen wir uns in die finsteren Zeiten der Reformation begeben,als es kaum Deutschlehrer gab und Lateinschulen sich nur Reiche leisten könnten.

          • Nein, ich bestreite, dass Kinder GRAMMATIK zuerst lernen, bevor sie sprechen lernen, entgegen Ihrer Aussage: “Die Sprache mit der Grammatik erlernt man bevor man sprechen kann.”

            Und ich bestreite, dass Kinder für alles, was sie lernen wollen oder sollen, immer eine direkte Instruktion durch Eltern oder Lehrer benötigen, weil sie eben auch auf anderen Wegen lernen können. Ich verstehe nicht, warum man Kindern diese anderen Zugangsweisen und Lernmöglichkeiten absichtlich verwehrt, und sie allein auf “direkte Instruktion” festlegt – wobei ich gleichzeitig bedenke, dass das gar nicht möglich sein wird: Kinder lernen stets und ständig, man kann sie nicht unentwegt kontrollieren, sodass man Lernen durch Ausprobieren oder Nachahmen konsequent unterbinden könnte.

            Wir müssen uns nicht in die finstere Zeit der Reformation begeben, können aber anerkennen, dass zu dieser Zeit “Bildung für alle” und nicht allein für die Reichsten zugängig gemacht wurde, gerade weil ein Gedanke der Reformation war, dass jeder Mensch selbstständig und mündig ist bzw. wird.
            Schon zu dieser Zeit haben sich Menschen Gedanken gemacht, wie sie in Schrift abgebildete Sprache anderen vermitteln, z.B. auch damals schon mit Silben. Eine Auseinandersetzung mit den damaligen Methoden und Möglichkeiten bedeutet jedoch nicht, dass man diese ungefiltert einsetzt.
            Deutschlehrer konnte es zu der Zeit nicht geben, da Schule und Schulbücher erst entstanden und Lateinschulen – wie ihr Name sagt – Latein als Unterrichtssprache nutzten. So wird es immer etwas geben, das neu zu lehren ist oder das unter anderen Bedingungen zu lehren ist, sodass Unterricht und Inhalte angepasst werden müssen, gerade weil wir nicht im Zeitalter VOR der Reformation verharren, sondern uns immer neu reformieren.

          • Palim
            Im Moment stellt sich die Situation in den genannten Bundesländern anders da , als in Niedersachsen und Bayern.Hier vor Ort herrscht in den ersten zwei Jahren LDS vor.Und davon müssen wir erst einmal wegkommen.Und f7r die Risikogruppen sind diese Methoden denkbar ungeeigneter als strukturierte Methoden.Das gilt eigentlich für die meisten Kulturtechniken, wie medizinische Techniken,industrielle Fertigung en,das Handwerk etc.Ausnahmen sind Künstler,wie meine Schwester.Aber auch die lernen strukturiert Arbeitstechniken.

          • AvL
            Da kommen wir zum Kern: Es geht um ein REGIONALES Problem, das aber gar nicht begründen kann, warum Leistungen in anderen Ländern ebenfalls niedrig sind.
            Zudem ist es ein Bruchteil dessen, was in der Schule relevant ist.
            Andere Probleme, die viel wesentlicher sind, werden an die Seite gedrängt, würden aber, wenn mit gleicher Vehemenz Forderungen gestellt würden, womöglich zu tatsächlichen Verbesserungen führen – auch für SuS, die sie als “Risikogruppen” titulieren.

          • Anna
            Erst einmal lernen die Kinder mit dem Laufrad das Gleichgewichtsorgan zu trainieren. Und das erfolgt vor dem Eintritt in die Radfahrschule.
            Im übrigen erfolgt bei beidem das direkte Feedback, was bedeutet, dass man sich lang macht , wenn man einen Fahrfehler begeht.
            Und bei den von Ihnen bevorzugten Methoden Schreibens mit Anlaut-Tabellen und dem Freien Schreiben nach Scharrelmann erfolgt kein direktes Feedback. Fehler schleifen sich ein und eigene Regeln werden im Gehirn verfestigt.Und so gelingt nicht ein erfolgreiches Erschließen der deutschen Orthographie.
            Aber das wollten Reichen und seine Anhänger auch gar nicht, ebenso wie der Rest dieser pädagogischen Richtung.

  10. selbstorganisiertes lernen ist bekanntermaßen attraktiver für leistungsstärkere sus. gibt es die erst ab klasse 2 ? diese lernform beinhaltet differenzierte orientierungsangebote, die mehr oder eben weniger genutzt werden, d.h. entwicklung wird auch weiterhin eine individuelle angelegenheit bleiben – oder gibts inzwischen gar geklonte klassen?

    • ich verallgemeinere und behaupte, dass so ziemlich jede von der direkten instruktion abweichende methode für schwächere Schüler schlechter ist, für gute Schüler egal oder leicht besser. von kooperativen formen profitieren die besseren wenig auf inhaltlicher basis, weil sie nur den lehrer fragen können wie bei der direkten instruktion auch. auf sozialer basis oder als verständnistest profitieren sie aber deutlich, vorausgesetzt die schwächeren schüler lassen sich helfen und lenken nicht nur ab.

    • unverzagte
      Welcher Mensch lernt denn am Beginn seiner Entwicklung freiwillig für die Schule,und woher sollten Grundschüler wissen,was für sie im späteren Leben essentiell ist.Ich habe 5 Kinder.Und Sie,,”unverzagt”,haben anscheinend keine und wenn ja,dann möchte ich nicht für die Folgekosten derartiger Modelle aufkommen.Ihre Modelle führen zu deutlich schlechteren beruflichen Qualifikationen ,schlechteren Lese-Schreibleistungen,geringerem Textverstândnis,fehlendem Allgemeinwissen,fehlender Eigenständigkeit,kurzum,allem was man kulturell sich erst ab etwa dem 15.Lebensjahr aneignet.Sie überfordern mit der zu frühen Eigenständigkeit die meisten Schüler.
      Und die Ergebnisse des selbstgesteuerten Unterrichts ab der ersten Schulklasse bilden sich in den desaströsen Ergebnissen der Ihnen bekannten Studien ab.
      Wir erleben hier im Berufsalltag die Menschen,welche die Segnungen ihrer propagierten Pädagogik erfahren müssten und ich bin entsetzt über Unselbstständigkeit dieser Generation.

      • @ “axel von lintig”

        “meine modelle und meine pädagogik” – dankeschön für die blumen ! leider bin ich aber nur eine nutznießerin essentielller bausteine, die reformpädagogisch bewährten erfahrungskonzepten von montessouri, freinet, petersen etc. entliehen sind. diese bausteine isoliert für ungewünschte ergebnisse einer verbesserungswürdigen bildungspolitik verantwortlich zu machen, ist – mit verlaub – ein bisschen zu einfach…

        welches reduzierte menschenbild mag ihrer frustriert klingenden einschätzung zugrunde liegen? begrenzen ihre erfahrungswerte sich auf fünf kinder nebst ihrem alltag als berufsschullehrer?

        • unverzagte
          Muss ich hier etwa noch einmal auf Herrn Petersen und seine Anhängerschaft zur nationalsozialistischen Rassenideologie, sowie der geringer Lerneffektivitât in der Hattie-Meta-Analyse eingehen?

        • Nein, ich habe mir das direkte Feedback von inzwischen ca 400 Betroffenen geholt, und das reicht mit.Hinzu kommen die zahlreichen Kommentare Betroffener in den Foren, in Kommentaren und Petitionen gegen diese Methoden.Als nächstes klären wir die Risikogruppen auf.Da erhalten Sie dann einmal ein direktes Feedback von den Eltern.

    • unverzagte
      Das Endprodukt dieser weit verbreiteten,selbst gesteuerten Schulpädagogik ist an den desaströsen Ergebnissen der IQB-,der Leo-,der PISA- und VERA-Studien abzulesen.
      Vielleicht kommen Schüler aus dem Bildungsbürgertum noch einiger Maßen mit diesen Methoden zurecht.
      Das liegt aber zum großen Teil auch daran, dass diese Kinder entweder kommerzielle Hilfe erhalten oder von den Eltern unterstützt werden, sowie Korrekturen und Übungen praktiziert werden.
      Jeden falls sind diese Methoden für das Gros der Risiko-Gruppen ungeeignet, verhindern sie doch eine schnelle Entwicklung zu mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im Lesen,Rechnen
      und Schreiben.

  11. @ A.v.L.: Bei einem Teil der Kinder mag das ja zutreffen. Aber wir haben in unseren Klassen Hochbegabte sitzen, die auch gefordert und gefördert werden wollen. Die können nicht stillgehalten werden, bis auch Hänschen so weit ist. Die arbeiten sehr wohl selbstorganisiert mit zusatlichen Angeboten und Aufträgen. In meiner jetzigen 1. Klasse immerhin 5-7 Kinder von 25. Sollen die sich langweilen und in die Luft gucken? Die bekommen Arbeit, die nicht die ganze Klasse hinbekommt und es handelt sich nicht unbedingt um Arbeitsblätter.

    • Mississippi
      Ok,stimmt.
      Das war bei zwei eigenen Kindern auch so,aber die waren durch die parallele Methodik der Silben-analytischen Denkweise, sowie das Automatisieren des Lesens miit Hilfe des Kieler Leseaufbaus auch viel weiter als der Rest der Klasse.
      Trotzdem muss man denen dann Arbeitsanweisungen mitgeben und gegenkontrollierten.

      • Sie unterstellen uns hier, dass wir die Kinder unkontrolliert vor sich hin arbeiten lassen. Das stimmt so nicht. Wir unterstützen jedes Kind individuell, so gut wir können. Das gleichschrittige Lösen jeder Rechenaufgabe führt doch dazu, dass ein Großteil überhaupt nicht den Kopf bemüht und nur abschreibt. Auch der Leselernprozess geht bei manchen schneller als bei anderen. Gemeinsame Übungen sind wichtig, aber auch die individuelle Förderung mit Hilfe unterschiedlicher Medien.

  12. Der satirische Link von Beate aus dem Stolzverlag sollte hier einmal abgedruckt werden.
    Da kann man sich dann noch einmal gut austauschen,obwohl ich in diese Erlebniswelt des Herrn Brügel und des Herrn Armen regelmäßig eintauchen, wenn ich mich mit Betroffenen austausche, da diese Methoden hier im Münsterland etabliert sind.

    • weiteren austausch zu “satirischem beitrage” dann besser am ortseigenem stammtisch!

      dies ist eine seite von und für lehrerinnen (!) d.h. wissenschaftlich orientierte diskussionsbeiträge, die entsprechend lehr- und lernerfahrungen fundamentieren können, scheinen eine angemessenere kommunikationsebene zu sein.

      somit folgt ein auszug einer stellungnahme zur umstrittenen leselernmethode “lds”, die von drei renommierten hamburger schulen bereits 2013 veröffentlicht wurde:

      “Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen langfristig keine negativen Resultate.

      Es gibt bisher keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen, die belegen würden, dass „Lesen durch Schreiben“ die Rechtschreibleistungen der Kinder dauerhaft negativ beeinflussen würde. Wir konnten das in über 25 Jahren Praxiserfahrung mit dieser Methode ebenfalls nicht feststellen. Weder die in der öffentlichen Diskussion zitierte „Marburger Studie“ (Deimel/Schulte-Körne 2006) noch die von Peter May (Hamburger Schreibprobe) durchgeführten Erhebungen im Rahmen des Projekts „Lesen und Schreiben für alle (PLUS)“ (May 2001), lassen diesen Schluss zu bzw. kommen zu diesem Ergebnis. Lediglich in den ersten beiden Schuljahren fallen die Rechtschreibleistungen hinter dem Ergebnis anderer Methoden zurück. Das kann unseres Erachtens jedoch durchaus auch daran liegen, dass die Fibel-Lerner in den ersten beiden Jahren nur mit einem sehr begrenzten Wortschatz arbeiten, der zudem teilweise noch die Wörter mit umfasst, die in den maßgeblichen Rechtschreibtests der ersten beiden Schuljahre ebenfalls enthalten sind und so bereits trainiert werden konnten. Ab dem 3. Schuljahr gleichen sich die Ergebnisse jedoch an und es gibt am Ende der 4. Klasse keine signifikanten Unterschiede zwischen unterschiedlichen Methoden (vgl. Deimel/Schulte-Körne 2006). Beide Studien kommen zu der Schlussfolgerung, dass Prozessmerkmale des Unterrichts (z.B. Steuerung durch die Lehrkraft, Intensität der Rückmeldungen für die Kinder) bedeutsamer sind für den längerfristigen Lernerfolg als Strukturmerkmale, wie z.B. die Wahl einer bestimmten Unterrichtsmethode (vgl. May 2001). Zudem sind natürlich die Voraussetzungen auf SchülerInnenseite (Deutschkenntnisse, Lernschwächen, soziales bzw. leseförderndes Umfeld) und damit die Zusammensetzung einer Klasse ebenso Faktoren, die das Ergebnis der Rechtschreibleistungen in einer Klasse beeinflussen.”

      • Demnach würde ich in wenig lese- und lernfördernden Umfeldern von Anfang an richtige Rechtschreibung vermitteln, weil die Kinder diese außerhalb des Unterrichts kaum zu sehen bekommen. In lernfördernden Umfeldern kann man drüber diskutieren, wobei man sich genau überlegen muss, wie man mit Eltern umgeht, die (aus durchaus nachvollziehbaren Gründen) eigenmächtig die Schreibweisen in den Hausaufgaben der Kinder korrigieren.

      • Leider ist Ihr geistiger Vordenker Reichen viell zu früh verstorben, um die Demontage seiner kruden Ideen selbst mitzuerleben.
        Die Erfinder dieser Methode waren übrigens die ersten Deutschlehrer im Zuge der Reformation, wie Ickelsamer und andere.
        Reichen hat diese Ideen des eigenständigen Schrifterwerbs und Leseerwerbs mit Anlaut-Tabellen nur übernommen.
        Sein selbstbewusstes Auftreten,der Wunsch nach antiautoritärem Unterricht und naturalistischer Pädagogik hat wohl das übrige dazu neigetragen,dass sich diese schädliche Methodik einer so großen Beliebtheit erfreut.Schließlich braucht von sich auch nicht mehr groß auf den Unterricht vorbereiten, lästige Unterweisungen unterbleiben und wer es damit nicht lernt, der ist eben zu blöd für diese heile Welt-Pädagogik.
        Diese Methoden schaden gerade den Risikogruppen und sie entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.Niemamd käme auf die Idee sich heut zu Tage Russisch oder eine andere Sprache mit dieser Methode selbst beizubringen.
        Dies von Kinder zu verlangen,die dann noch in einem zunehmend größerem Anteil den Risikogruppen zuzurechnen sind, halte ich für eine gezielte Irreführing der Betroffenen, verbunden mit einer unterlassenen Hilfeleistung.
        Hier vor Ort wird unsäglichen praktiziert, weil einer der Hauptverbreiter dieser Methodik hier vor Ort wohnt und sein fröhliches Auskommen hat.

          • “Das Handy entpuppt sich immer wieder als Hindernis.”

            So ist es, wenn mit vorgefertigtem Wortmaterial das eigenständige Schreiben gegängelt wird!

          • Nein, das Gerät wählt teilweise falsche Begriffe aus, das Tablett ist zu klein und es fehlt die Übersicht.Schreibschrift liegt mir besser in der Hand und ich kann auch im Dunklen lesbar schreiben.

          • Wir wollen doch alle die Schüler in eine möglichst große Selbstständigkeit überführen,aber nicht jeder Weg ist für das Gros der Schüler geeignet,besonders für die Risikogruppen.
            Und alle benötigen Empathie und Zuspruch.Dann wird es was mit der Vermittlung dieser wichtigen Kulturtechniken.

          • Palim
            Dann müsste die Sprache der Eltern auch eine Gängelung sein,und wäre eine entfallende Vorgabe der Sprache und Schrift durch die Eltern eher die Katastrophe für die Kinder.

  13. Na dann kann man hier im Münsterland, bzw in NRW,Bremen,Berlin,Hessen und sonst wo wohl doch so weiter verfahren,weil Sie in Hamburg zu ganz anderen Deutungen und Wahrnehmungen kommen, als der Rest der Republik.Zum wissenschaftlichen Arbeiten zählt aber nicht gerade ihre empirische Feldforschung und die Marburger Untersuchung war zu klein,um valide Aussagen zu treffen.Bezogen auf die ersten zwei Jahre war die Marburger Studie schon eindeutig gegen die Rechtsschreibeerstattet des Norbert Sommer-Stumpenhorst gewichtet.Durch die Ver9ffentlichung der Ergebnisse nach zwei Jahren und das Herausfallen der beiden besten Klassen der Fibelgruppe durch die Erkrankung/Schwangerschaft der Lehrerinnen,hätte die Studie gar nicht mehr weiter geführt werden dürfen.Schließlich haben die Eltern der Rechtschreibwerkstatt-Gruppe ob der desaströsen Ergebnisse interveniert.Und dann gibt es noch mehr Untersuchungen zur Rechtschreibwerkstatt-Gruppe durch den Berliner Sprachprofessor Sendelmeier im Vergleichit einer Silben-analytischen aufgebauten Fibel und einem analytisch-synthetischen Werk.
    Und diese und andere Untersuchungen sind ausschlaggebender ,als ihre empirischen Befunde.

  14. Wir wollen doch alle die Schüler in eine möglichst große Selbstständigkeit überführen,aber nicht jeder Weg ist für das Gros der Schüler geeignet,besonders für die Risikogruppen.
    Und alle benötigen Empathie und Zuspruch.Dann wird es was mit der Vermittlung dieser wichtigen Kulturtechniken.

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