Ministerium setzt Schulen bei Sportunterricht unter Druck: Ausfall gering halten!

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WIESBADEN. Hessens Schulen sollten nach einem Appell der schwarz-grünen Landesregierung bei der Unterrichtsplanung mehr darauf achten, dass keine Sportstunden ausfallen. Viele Schulen gäben personelle, räumliche oder organisatorische Gründe dafür an, dass der vorgesehene Unterricht nicht stattfindet, erklärte das Kultusministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden. Oft fehle es auch an Kapazitäten in Sporthallen oder Schwimmbädern – oder die Sportstätten seien zu weit entfernt.

«Derzeit gibt es intensive Bemühungen, die Anzahl der gehaltenen Sportstunden durch verschiedene Maßnahmen zu erhöhen», teilte das Ministerium mit. Es forderte die Schulen unter anderem auf, die Gestaltungsmöglichkeiten beim Stundenplan zu nutzen und beispielsweise Sportstunden zu bündeln. Außerdem sollten sich die Schulen so weit wie möglich in die Planung der kommunalen Sportstätten einbringen und den Kontakt zu benachbarten Vereinen suchen.

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Je nach Jahrgangsstufe sind an hessischen Schulen zwei bis drei Stunden Sport pro Woche vorgesehen. Das Ministerium habe gemeinsam mit dem Landessportbund die Schulen in einem Rundbrief aufgefordert, diese Vorgaben einzuhalten, sagte ein Ministeriumssprecher. Nach einer aktuellen Erhebung würden über alle Schulformen hinweg 91 Prozent der vorgesehenen Sportstunden erteilt. dpa

Zu wenige Hallen und Lehrer: Sportunterricht fällt oft aus (vor allem an Grundschulen)

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8 KOMMENTARE

  1. Aber Mathematik- und Naturwissenschaftsunterricht kann selbstverständlich problemlos ausfallen oder “fachfremd” erteilt werden. Die Sport-Lobbyisten aber machen sich wichtig, so als sei Sport wichtiger als anderes.
    Seltsamerwiese haben wir auch Sport-Eliteschulen, ganz im Gegensatz zu dem allgemeinen Trend. Nicht einmal die Protagonisten der “einen Schule für alle” kritisieren das.

    • Ganz unabhängig davon würde ich Sport aus versicherungstechnischen Gründen niemals fachfremd unterrichten. Schulschwimmen darf ja auch nur durchgeführt werden, wenn die Lehrkraft den Rettungsschwimmer nachweisen kann. Ansonsten gebe ich Ihnen aber recht. Mathematik-Eliteschulen kämen niemals durch.

      Interessanterweise gibt es bei Sport eine genetische Veranlagung, in allen anderen Fächern sind die Leistungsunterschiede anerzogen oder durch schlechten Unterricht verursacht.

      • Schulschwimmen aus räumlichen Gründen abgesagt? Na sowas.

        Was stellt sich das Ministerium denn vor, wie die Schulen den Unterricht erteilen sollen, wenn sämtliche Schwimmbäder der Umgebung geschlossen wurden?

  2. Es ist Wahljahr und in Wiesbaden dreht man am Rad. Dabei wäre das Ministerium in der Pflicht, die Landkreise bzw. Schulträger aufzufordern, ausreichend Sportstätten für den Schulsport zu unterhalten. Den Weg geht man nicht, dennn dann würde die Frage der Finanzierung im Raum stehen – und das ist wieder ein anderes Ministerium. Halso tritt man in peinlichster Form wieder nach unten. Leider ins Leere, denn die Schulen werden von den Schulträgern in den BEdarfen ignoriert – aber auch deshalb, weil eine Vollausstattung gar nicht bezahlbar wäre. Trotztem peinlich und lächerlich.

  3. Klingt erstmal gut, aber was darf denn dann ausfallen? Welche Fächer sind also nicht so wichtig und warum kürzt man denen nicht gleich die Stundentafel und schlägt die frei werdenden Stunden den “wichtigen” Fächern zu?

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