Azubis sind unzufrieden mit ihren Berufsschulen – DGB fordert zeitgemäße Ausstattung

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MAINZ. Marode Gebäude, veraltete Bücher und technische Geräte von gestern: Viele Auszubildende klagen über die Ausstattung an ihren Berufsschulen. In Rheinland-Pfalz wurde zu diesem Thema nun eine Studie durchgeführt.

Fehlende Ausbildungsreife oder mangelndes Ausbildungsangebot? Die Zahl der jungen Menschen ohne Berufsabschluss in Rheinland-Pfalz stagniert. Foto: Charles & Hudson / flickr (CC BY-SA 2.0)
Nicht nur am Ausbildungsplatz sollten die Berufsschüler zufrieden sein, sondern auch mit ihrer Berufsschule.              Foto: Charles & Hudson / flickr (CC BY-SA 2.0)

Nur etwas mehr als die Hälfte der Azubis in Rheinland-Pfalz ist wirklich zufrieden mit der Ausbildung in den Berufsschulen. Zu den Kritikpunkten gehöre veraltetes Material und technisches Gerät, heißt es im Ausbildungsreport 2017, den der DGB am Mittwoch vorstellte. Für den Report wurden 1446 Azubis in 30 Berufsschulen in Rheinland-Pfalz befragt.

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Rheinland-Pfalz hat laut DGB im Bundesvergleich deutlichen Nachholbedarf; Investitionen seien dringend notwendig. Etwa 57 Prozent der befragten Lehrlinge bewerteten die Qualität des Unterrichts mit «sehr gut» oder «gut», rund 28 Prozent mit «befriedigend» und 15 Prozent mit «ausreichend» oder «mangelhaft».

Laut dem Report fanden nicht einmal zwei Drittel der Befragten, dass ihre Schule «immer» oder «häufig» über aktuelle Unterrichtsmaterialien und Gerätschaften verfügt, die das Lernen unterstützen. Bundesweit liegt der Wert vier Prozentpunkte über dem rheinland-pfälzischen Wert.

In schulische Ausbildung investieren

«Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem der Staat wieder in die Qualität des schulischen Teils der Ausbildung investieren muss», erklärte Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland. In dem Report heißt es: Die Ausstattung der berufsbildenden Schulen könne nicht klammen Gemeindekassen überlassen werden. Nötig sei ein rheinland-pfälzischer Pakt für Berufsschulen, der eine zeitgemäße Ausstattung sicherstelle und die Mitbestimmung ausbaue.

Daneben kommt der DGB-Ausbildungsreport zu dem Ergebnis, dass die Zufriedenheit im Betrieb um einiges höher ist als in der Berufsschule. 28 Prozent der Azubis bewerteten die fachlichte Qualität der betrieblichen Ausbildung mit «sehr gut» und 43 Prozent mit «gut». Ein Viertel war nicht völlig überzeugt: 19 Prozent kreuzten «befriedigend» an, 6 Prozent «ausreichend« und 3 Prozent «mangelhaft».

«Die Gründe dafür sind zu viele Überstunden, die Übertragung ausbildungsfremder Tätigkeiten und mangelhafte Betreuung durch die Ausbilderinnen und Ausbilder», analysierte Leonie Hein, Leiterin der Abteilung Jugend und Bildung beim DGB Rheinland-Pfalz/Saarland. Sie forderte die Betriebe dazu auf, für bessere Bedingungen zu sorgen. dpa

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