„Equal Pay Day“: GEW und VBE sehen Frauen im Lehrerberuf strukturell benachteiligt – und fordern deshalb „A13 für alle“

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FRANKFURT/MAIN. Die GEW sowie der VBE machen mit Blick auf den „Equal Pay Day“ am Sonntag weiter Druck, damit endlich alle voll ausgebildeten Lehrkräfte nach A13 (Beamte) beziehungsweise nach E13 (Angestellte) bezahlt werden. „JA13 lautet das Motto! Die Arbeit der Lehrkräfte an allen Schulformen ist gleichwertig: Das muss sich endlich auch in der Bezahlung widerspiegeln. Gerade ist ein dritter Dominostein gefallen“, betont die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. „In Sachsen hat die Landesregierung vor einigen Tagen angekündigt, künftig auch Grundschullehrkräfte nach E13 bzw. A13 zu bezahlen.“ VBE-Vorsitzender Udo Beckmann schlägt in dieselbe Kerbe: „Es muss gelten: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!”

90 Prozent der Lehrkräfte in Grundschulen sind weiblich - und damit finanziell benachteiligt. Foto: Shutterstock
90 Prozent der Lehrkräfte in Grundschulen sind weiblich – und finanziell benachteiligt. Foto: Shutterstock

Vorreiter für eine bessere Bezahlung der Grundschullehrkräfte waren im vergangenen Sommer/Herbst die Länder Berlin und Brandenburg. In Berlin habe die tarifpolitische Mobilisierung der GEW die Landesregierung zum Handeln gebracht, meint nun GEW-Chefin Tepe. In Brandenburg habe eine kluge Verhandlungsführung der GEW den Weg für A13 an Grundschulen frei gemacht. Tepe verbucht in Sachsen als besonderen Erfolg der GEW, dass nicht nur die Lehrkräfte mit einer zehn Semester dauernden Bachelor-Master-Ausbildung, sondern auch diejenigen, die ältere und DDR-Ausbildungen absolviert haben, bald besser bezahlt werden.

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„Insgesamt tut sich allerdings noch zu wenig in den Landesregierungen“, stelle die GEW-Vorsitzende fest. „In Zeiten eklatanten Lehrkräftemangels vor allem an Grundschulen, aber auch an weiterführenden Schulen ist es höchste Zeit, gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer auch gut zu bezahlen.“ Tepe betont, dass die schlechtere Bezahlung an Grundschulen Frauen mittelbar diskriminiere. Der Frauenanteil an Grundschulen liege bei gut 90 Prozent. „Das ist nicht mit der Verfassung zu vereinbaren. Mit dieser Diskriminierung muss endlich Schluss sein“, unterstrich die Vorsitzende. Von der frühen Kindheit bis zum Schulabschluss und darüber hinaus müsse in gute Bildung investiert werden, um Menschen Lebens- und Arbeitsperspektiven zu eröffnen, ihnen Teilhabe zu ermöglichen und damit den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Gute Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche und gute Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen und Pädagogen seien zwei Seiten einer Medaille.

“Laufstall statt Laufbahn”

Ähnlich äußert sich VBE-Vorsitzender Beckmann. „An Grundschulen sind ungefähr 90 Prozent der Unterrichtenden weiblich. Wenn diese Berufsgruppe A12 bekommt, die Lehrkräfte an anderen Schulformen aber A13, ist das eine strukturelle Ungerechtigkeit, die zur Lohnlücke führt“, sagt er. Jutta Endrusch, die Bundessprecherin der Frauenvertretungen im VBE, macht darüber hinaus deutlich: „Frauen verdienen im Bildungsbereich auch deshalb weniger, weil sie deutlich seltener aufsteigen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es an der Grundschule außer der Schulleitung keine Beförderungsämter gibt – an weiterführenden Schulformen schon. Ich nenne das ‘Laufstall statt Laufbahn’. Und werden sie befördert, erhalten Grundschulleiterinnen in der Regel eine geringere Besoldung als bei anderen Schulformen üblich.“

Endrusch: „Die neue Bundesregierung wird zeigen müssen, wie stark sie sich für die Gleichstellung engagiert. Im Koalitionsvertrag wurden vielversprechende Vorhaben angekündigt, die nun auch schnellstmöglich angegangen werden müssen.” News4teachers

Hintergrund

Der „Equal Pay Day“ am 18. März markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Das entspricht in Deutschland – bezogen auf alle Arbeitsplätze – einem Abstand von 21 Prozent oder 77 Tagen. Ziel des „Equal Pay Day“ ist, die Debatte über die Gründe der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen in Deutschland öffentlich zu diskutieren, zu sensibilisieren und Druck auf Arbeitgeber zu machen, damit sich die Lohnschere schließt.

Wow! Sachsen legt 1,7 Milliarden-Programm gegen den Lehrermangel auf – darunter: mehr Geld für Grundschullehrer

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95 KOMMENTARE

  1. Warum sind Frauen strukturell benachteiligt, wenn sie den Beruf selber auswählen?

    Die Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen berücksichtigen meist nicht die unterschiedlichen Branchen, die unterschiedlichen Arbeitszeiten usw.

    Abgesehen davon könnten sich GEW und VBE mal dafür einsetzen, dass die Nettoeinkommen der Lehrer angeglichen werden, nur nur die bereits jetzt schon sehr ähnlichen Bruttoeinkommen. Über das Lebenszeiteinkommen könnte man in einem weiteren Schritt diskutieren.

    • Wenn ich die näheren Erläuterungen zu diesem Thema richtig verstehe, besteht das unterschiedliche Gehalt eher statistisch und liegt z.B. daran, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten. Ich weiß nicht genau, ob das stimmt, aber das wäre für mich schon eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit. Das wäre für mich nicht das, was ich mit gleichem Lohn für Mann und Frau verbinde.

      Ich persönlich kenne niemanden, der wirklich für den genau gleichen Job, die genau gleiche Tätigkeit bei der genau gleichen Firma und bei genau gleichen “Einstellungsmerkmalen” (Abschluss u.Ä.) aufgrund des Geschlechts besser oder schlechter bezahlt wird.

      Man darf gerne widersprechen.

  2. Wie verträgt es sich denn mit der GEW-/VBE-Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit, wenn das bei A 13 für Grundschullehrer trotzdem bedeutet, dass die in Berlin rund 5000,- Euro und die in Sachsen-Anhalt rund 4000,- Euro bekommen?

    Sind doch wieder einige gleicher als andere?

      • Sie haben die Bruttogehälter aufgelistet. Für mich zählt der Vergleich der Nettogehälter, denn das ist das, was man im Durchschnitt wirklich zur Verfügung hat. Vom Nettogehalt gehen dann noch die Beiträge der Kranken- und Pflegeversicherung weg. Obwohl die Berliner Beamten – wenn ich die Tabelle anschaue – einen so hohen Bruttogehalt haben, haben sie vergleichweise den niedrigsten Nettogehalt. Da müssen noch Abgaben mit drin sein, die in anderen Bundesländern nicht abgezogen werden.

        • Ja, das liest man dann immer. Brutto sei egal, netto zähle. Aber das ist doch Augenwischerei.

          Brutto ist vergleichbar, weil es gleich ist. Netto kann bei jedem anders sein, je nach Steuerklasse u.Ä. Letztendlich ändert sich aber nichts, es macht nur den Vergleich schwerer (und Ihnen Ihre Augenwischerei möglich). Dann nimmt man einen “Modellehrer” (gleiches Alter, gleicher Familienstand, gleiche Kinderanzahl, gleiche Anstellungsart, gleiche Steuerklasse …) und schaut, was in Berlin bzw. Sachsen-Anhalt jeweils übrig bleibt.

          Der Modellehrer in Berlin hat dann von 5000,- Euro brutto trotzdem mehr netto als der Modellehrer aus Sachsen-Anhalt von 4000,- Euro brutto. Oder wollen Sie etwas anderes behaupten? Dann rechen Sie mir das mal vor.

          • Ok, ich sehe es gerade. Sie haben Recht. Netto bleibt in Berlin von 5000,- Euro weniger als von 4000,- Euro in Sachsen-Anhalt.

            Da wüsste ich aber doch zu gerne mal, warum?

          • Aus dem Link geht auch hervor, dass unterm Strich (also Netto, Modelllehrer, ledig) die Lehrer in Sachsen mit Abstand das Schlusslicht im Verdienst bilden.

          • Ich habe etwas recherchiert. Das Netto in Berlin beträgt rund 3300,- Euro. Das Netto in der Tabelle ist bereits ohne Krankenkassenbeitrag.

          • “Das Netto in der Tabelle ist bereits ohne Krankenkassenbeitrag.”
            Hm?
            Es gibt in der oben verlinkten Tabelle einen Netto-Betrag und einen Betrag abzüglich 100€ als Beitrag für die PKV. Der Betrag von 100€ ist absolut unrealistisch, obwohl ja die Beihilfe auch einen Teil der Krankenversicherung übernimmt.

          • Ja, da stimmt was nicht, denn der Betrag für netto und netto nach 100 Euro PKV sind sogar gleich.

    • Es haben sich alle ihr Lehramtsstudium selbst ausgesucht und wussten selbstverständlich von Anfang an, dass es Besoldungsunterschiede gab und weiter gibt. Dafür war (in Westdeutschland) das PH-Studium erheblich kürzer und auch leichter zu bewältigen als das Universitätsstudium im gymnasialen Lehramt. Das war und ist alles wohlbekannt. Speziell haben jahrzehntelang mittelmäßige Abiturientinnen dieses PH-Studium bevorzugt, weil sie Angst vor einem Universitätsstudium hatten. Es gab auch oft finanzielle Aspekte zur Länge des Studiums. Aber ich habe auch mehrere Professorentöchter kennengelernt, die an die PH gingen.
      Wenn es jetzt dennoch eine Besoldungsangleichung geben soll, müsste die wohl anders als durch die generelle Benachteiligung der Frauen begründet werden. Es kann gute Gründe geben, ja, aber eben andere. Über die Verhältnisse in der DDR mache ich keine Aussage.

  3. Zwischen Mann oder Frau wird bei der Besoldung von Lehrern nicht unterschieden. Allerdings kommt es schon drauf an, ob man an einer Grundschule oder an einer Stadtteilschule arbeitet. Die meisten Lehrer/innen sind für beide Schulformen ausgebildet worden. Erst am Ende des Referendariats entscheide man, mit welchen Kindern man lieber arbeiten will. Jedoch erhalten Grundschullehrer/innen weniger Geld als die anderen Lehrkräfte. Genau so sieht es für angestellte Lehrkräfte aus. Sie haben eventuell die gleiche Ausbildung, erhalten aber weniger für die gleiche Arbeit, weil sie nicht verbeamtet sind. Das ist eine Benachteiligung bei gleicher Ausbildung und Arbeit.
    Und ja, bei Lehrern unterscheidet sich das Gehalt zwischen Männer und Frauen nicht, aber in anderen Berufsgruppen ist es so. Wer von euch hat sich den schon mal mit einem Kollegen oder einer Kollegin, die das gleiche machen wie ihr, über das eigene Gehalt unterhalten? In unser Gesellschaft tauscht man sich viel zu selten darüber aus. Also kann man es garnicht so genau wissen, ob man als Frau bezüglich des Gehalts doch benachteiligt wird. Da sind die Untersuchungen von unabhängigen Firmen genauer, als persönliche eigene Erfahrungen.
    @Warum sind Frauen strukturell benachteiligt, wenn sie den Beruf selber auswählen?
    Die Wahl traf man aufgrund der eignen Vorlieben. Es macht einen nicht glücklich, wenn man einen Job nur des Geldes macht. Nur weil man eine Wahl hat, heißt es nicht, dass die eine Gruppe besser behandelt werden darf als die andere Gruppe.
    P.S. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Kollegen/innen sehr schnell schweigsam werden, wenn man mit ihnen über das verbotne Thema “Dein und mein Gehalt” sprechen möchte.

  4. Gleich geleistete Arbeit muss gleich bezahlt werden, ob von Mann, Frau, Beamten, Angestellten, Grundschullehrer, Gymnasiallehrer, mit Masterabschluss, DDR-Diplom oder als Quereinsteiger – basta! Was teilweise bei der öffentlichen Hand als Arbeitgeber an Lohnungerechtigkeit geschieht, ähnelt Zuständen vor 200 Jahren!
    Die diskriminierende Entlohnung der Diplomlehrer mit Abschlüssen der DDR z.B. ist ein Unding, ein Verstoß gegen Artikel 3 des Grundgesetzes und Artikel 37 des Einigungsvertrages. Als gut qualifizierte und hoch motivierte Kolleginnen und Kollegen (und teilweise zu Ein-Fach-Lehrern degradiert) müssen einige von uns für E10 oder gar E9 unterrichten und die Gewerkschaft GEW (zumindest im Westen) macht für uns NICHTS! (Bestes Beispiel: Die neuste GEW-Postille “EuW” aus Niedersachsen auf S. 34, man sucht darin das Wort “Angestellte” oder das Tarifmerkmal “E… ” vergeblich!)
    Frau Tepe möge sich bitte besser um ihre Landesverbände kümmern, anstatt mit plakativen Forderungen Nebelkerzen zu werfen! Auch sie fordert vordergründig “nur” “A”13 für alle. Hätte die Forderungskampagne den Slogan “JE13” gehabt, wäre das ein starkes Signal an die wirklich Abgehängten, die Angestellten, gewesen!
    Es wird Zeit für eine echte Interessenvertretung für angestellte Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter (einzig in NRW gibt es eine solche, sehr aktive mit der “SchaLL-NRW”) in anderen Bundesländern! Zumindest in Niedersachsen tut sich nun was – einfach mal hier alles aufmerksam lesen und bei Bedarf Kontakt aufnehmen!

    • Der Link funktioniert leider nicht. Ich wollte mir das mal anschauen.

      Der Unterschied besteht ja vielleicht darin, dass im Netto des Beamten die Krankenkassenbeiträge noch drin sind, während sie beim Angestellten bereits “raus” sind, also hälftig und je nach Verdiensthöhe.

      Das ist aber eher eine Frage.

    • Wenn es einen Beruf gibt, in dem Frauen n i c h t “strukturell benachteiligt” sind, dann ist es der Lehrerberuf.

      Das nächste in einer langen Reihe von GEW-Rohrkrepierer-Themen wie “Streikrecht für Beamte” u.ä.

  5. Wann wohl der Equal-Pay-Day für Grundschullehrerinnen wäre, …
    … wenn ihre unbezahlten Überstunden,
    … wenn die unbezahlten Aufgaben, die an anderen Schulen besser bezahlte Kooptierte erledigen dürfen (Laufstall statt Laubahn – trifft es),
    … wenn die Aufgaben der sonst besser bezahlten FöS-Lehrkräfte, die sie nun zusätzlich übernehmen müssen…
    … auch noch eingerechnet würden?

    • Diese Fragen lassen den Schluss zu, dass sie die Statistik hinter den plakativen Zahlen nicht einmal im Ansatz verstanden haben.

      • Ja ja, so ist das mit Statistiken: Wenn du einen Fuß in heißes Wasser hältst und den anderen in eiskaltes, dann hast du statistisch gesehen warme Füße – in der Realität jedoch einen verbrannten und einen gefrorenen.

        • Wann endlich kapiert die Menschheit, dass Statistiken Dinge künstlich mitteln, die man in der Realität nicht mitteln kann?
          Zwei Beispiele:

          1. Welche Frau hat jemals die (statistisch in Deutschland) durchschnittlichen anderthalb Kinder geboren?
          2. Alle Welt wundert sich immer wieder, wenn die Dinge im berühmten “statistischen Einkaufskorb” angeblich kaum teurer geworden sind, man selbst jedoch beim Einkauf etwas ganz anderes erlebt. Wie geht das? Ganz einfach: Wenn in den “statistischen Einkaufskorb” neben den Dingen des alltäglichen Bedarfs, die man dauernd braucht (z.B. Butter, die sehr viel teurer geworden ist) von den sog. “Experten” immer auch Sachen zwanghaft eingerechnet werden, die man so gut wie nie kauft, die jedoch vielleicht sogar etwas günstiger geworden sind.

  6. Der Dauerbrenner “benachteiligt” steht mir bis zum Hals. Ständig werden “Benachteiligte” ausgegraben und Neidgedanken in Szene gesetzt. Und das seit Jahrzehnten!
    Dieses Lamentieren mit seiner zwanghaften Suche nach angeblichen Opfern und “ungerechtem” Besser- oder Schlechtergestellten scheint zum alles überragenden Thema geworden zu sein, so als gäbe es daneben nichts Wichtigeres.

    • Ja, und von was sollen Gleichstellungsbeauftragte dann leben, wenn der Staat ihren Argumenten folgte?? Dann gäbe es noch mehr Arbeitslose.

      • …und die wären dann wieder Benachteiligte, um die sich alles voller Empörung drehen und kümmern muss. Nur die sog. Helferindustrie, zu denen auch die Gleichstellungsbeauftragten gehören, würde weiter wachsen und immer neue Arbeitsplätze schaffen.
        Unter dem Stichwort “Helferindustrie” ist nachzulesen:
        “Um die Helferindustrie am Laufen zu halten, bedarf es natürlich ständig neuer Opfer. Es gibt also handfeste ökonomische Gründe, überall Opfer zu sehen und deshalb sorgen “Opfermacher” ständig für Nachschub. Im Zuge der Frauenbewegung hat sich eine gut ausgebaute Infrastruktur entwickelt (Frauenhäuser, Beratungsstellen, Frauen­beauftragte). Kinder- und Tierschutz­vereine haben weitere “Geschäftsfelder” erschlossen. Auch Migranten wurden von der Helferindustrie als Opfergruppe “entdeckt”. Diese Entwicklung wurde maßgeblich vorangetrieben durch die feministische Dichotomie[wp] von der guten Frau (= Opfer) und dem bösen Mann (= Täter). Überall wird mit dichotomischen Zuweisungen gearbeitet: Das gute Kind – der schlechte Erwachsene, die gepeinigte Kreatur – der quälende Mensch, der kultur­bereichernde Ausländer – der rassistische Deutsche, der benachteiligte Migrant – der bevorzugte Einheimische. Die Liste ließe sich fortsetzen.”

    • … und vor allem “benachteiligt auf hohem Niveau” (rund 4000,- Euro brutto und mehr).

      Man befrage mal Lehrer an Privatschulen und Dozenten aller möglichen Sparten, was die so kriegen.

      • Das Bruttoeinkommen pro Unterrichtsstunde von VHS-Dozenten ist niedriger als das Bruttoeinkommen von Lehrern (egal, ob A oder E) und sie sind nur frei, d.h. sie müssen von dem geringeren Bruttoeinkommen alle Steuern und Versicherungen selbst abführen _und_ sie werden im Krankheitsfall und während der Ferien nicht durchbezahlt. Auf diese Art und Weise bezogen auf das Kalenderjahr auf den Mindestlohn zu kommen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

        • Ja, das sind die sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnisse. Ich habe einige Freunde in diesem Bereich.

          Auch deshalb finde ich, dass hier manche auf hohem Niveau jammern und wehklagen über A 12 oder A 13.

  7. Jetzt sehe ich es gerade in den ZDF-Nachrichten. 21% weniger Lohn/Gehalt für Frauen, weil Frauen oft in Teilzeit arbeiten.

    Das ist für mich eine Täuschung der Öffentlichkeit, denn das ist nicht weniger Lohn für Frauen, weil sie Frauen sind, als für Männer, weil sie Männer sind. Klar hat man grundsätzlich weniger, wenn man weniger arbeitet.

    • “Jetzt sehe ich es gerade in den ZDF-Nachrichten. 21% weniger Lohn/Gehalt für Frauen, weil Frauen oft in Teilzeit arbeiten.”
      Nein, die Lücke entsteht nicht WEIL Frauen in Teilzeit arbeiten und WEIL sie weniger Stunden arbeiten gehen. Das ist zwar EIN Grund, aber nicht der einzige!

      Frauen, die Teilzeit-Jobs annehmen, verdienen vermutlich weniger, weil gerade hier viele geringfügig Beschäftigte zu finden sind.
      Weitere Gründe sind auch, dass Frauen in gleichen Berufen oder Firmen weniger verdienen, seltener in Führungsetagen sitzen, in “Frauenberufen” geringer entlohnt werden uvm. DAS kann man nicht damit vom Tisch wischen, dass man meint, Frauen hätten weniger Geld, weil sie weniger arbeiten würden.

      Weitere Ausführungen: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/ImFokus/VerdiensteArbeitskosten/Verdienstunterschiede.html

      • Bitte unterstellen Sie mir auch nicht ansatzweise (ich sage das vorsichtshalber, denn ich kenne ja Ihre Art zu interpretieren), dass ich dafür sei, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

        Nein, ich bin nicht dafür.
        Ja, ich bin dafür, dass sih Lohn und Gehalt nicht nach dem Geschlecht unterscheiden.

        Ich habe nur nach dem Hintergrund dieser Darstellungen gefragt, weil Frauen nicht weniger verdienen, weil sie Frauen sind, wenn es daran läge, dass sie öfter in Teilzeit sind – oder, wie Sie jetzt hinzufügen, weil sie seltener in Spitzenpositionen anzutreffen sind. Das sind dann ANDERE Probleme, aber keine Bezahlung in Abhängigkeit vom Geschlecht! Ichc möchte da einfach seriöse Fakten und keine alternativen Fakten.

    • Frauen arbeiten bestimmt nicht auf Teilzeit, weil sie gerne mehr Freizeit haben wollen!!! Wer kümmert sich bitte um die Kinder zu Hause. Bestimmt selten die Männer, die in Vollzeit arbeiten. Und ist Kindererziehung keine Arbeit?
      Ich selbst bin Lehrerin (noch ohne Kinder) und ich arbeite auf Vollzeit. Mein Tag beginnt um 8 Uhr und endet offiziell um 16 Uhr. Von meinen Pausen bleibt mir wenig übrig, da irgendjemand immer was von mir will, ob Kollegen, Schüler oder Eltern. Wenn ich nach Hause komme gönne ich mir eine Stunde Zeit etwas zu essen oder zu entspannen. Anschließend bereite ich den Unterricht für die nächsten Tage vor oder kontrolliere Klausuren oder schreibe Gewaltmeldeberichte, weil wieder mal ein Schüler ausgerastet ist. Meistens bin ich dann so zwischen 21 und 22 Uhr mit allem fertig. Was habe ich bitte vom Tag.
      Außerdem um es mal klar zu stellen, Lehrer haben nicht mehr Urlaubstage als andere Berufsgruppen. Die Differenz zwischen den gesamten Ferien und den gesetzlichen Urlaubstagen sind nicht bezahlte Überstunden. Wenn man sich mal meinen Arbeitsaufwand an den Wochentagen anschaut, weiß man auch woher sie kommen.
      Wie schon erwähnt arbeite ich auf Vollzeit und habe noch keine Kinder. Wie sollte ich auch ein Kind den den Alltag zeitlich einbauen, wenn man nicht auf Teilzeitarbeit wechseln würde, sobald man ein Kind hat. Vollzeit zu arbeiten als Frau und auch noch als Lehrerin mit Kindern geht garnicht.

      • Es ist für diese Debatte allerdings völlig unerheblich, warum Frauen in Teilzeit arbeiten. Es geht nur um die Behauptung, dass Frauen weniger verdienen, weil sie Frauen sind.

      • “Frauen arbeiten bestimmt nicht auf Teilzeit, weil sie gerne mehr Freizeit haben wollen!!!”

        Ja, genau aus diesem Grund werden bestimmt einige Frauen nur in Teilzeit arbeiten.

        “Wer kümmert sich bitte um die Kinder zu Hause. Bestimmt selten die Männer, die in Vollzeit arbeiten.”

        Viele Männer dürfen gar nicht in Teilzeit arbeiten, weil sie gerichtlich verdonnert wurden Madame die Teilzeit zu finanzieren.

        Übrigens fallen Unterhaltskosten unter Konsumausgaben und werden bei solchen Statistiken nie berücksichtigt (ein Schelm, wer böses dabei denkt).
        Da kann es dann schon passieren, dass der statistisch gut verdienende pöhse Mann in Wahrheit am Existensminimum rumkrakseln muss, während Madame nachmittags schön die Füsse hochlegt und gar keine Motivation hat Vollzeit arbeiten zu gehen.

        Ja ja, #notall.

    • Inzwischen habe ich mir den Bericht noch einmal angeschaut. Da war auch davon die Rede, dass Frauen im gleichen Beruf wie ein Mann arbeiten (im Schnitt) 6 % weniger verdienen.

      Das möchte ich auch genauer wissen. Im ÖD kann das doch nicht sein, da geht doch alles nach Tarif, oder? Also eher in der Privatwirtschaft, aber auch nur dort, wo es nicht nach Tarif geht, oder? Da sind Löhne mitunter Verhandlungssache, ja, das kennt man ja, die berühmte Frage im Vorstellungsgespräch, was man denn verdienen solle (und wie man am besten darauf antwortet).

      Nun frage ich mich aber doch, wie hat man denn herausgefunden, dass Frauen dort, wo sie im gleichen Beruf weniger verdienen als ein Mann, deshalb weniger verdienen, weil sie Frauen sind? NUR DAS wäre meiner Meinung nach eine unzulässige Diskriminierung. Dass man hingegen je nach Abschluss, je nach Erfahrung, später dann auch je nach Leistung und Wertschätzung mehr verdient, ist doch üblich.

      Woher weiß man also, dass es wegen des Geschlechts ist? Welcher Arbeitgeber hat denn das zugegeben?

      • Babypausen könnten den Gehaltsstufenaufstieg evtl. verzögern, d.h. Frauen kommen daher im Schnitt später in A13 Stufe 7 als Männer.

      • In alten Ausgaben vom statistischen Bundesamt wird das erklärt. Da stand dann sowas wie “die verbleibende Lücke würde vermutlich noch geringer ausfallen, wenn mehr Vergleichsfaktoren berücksichtigt worden wären”.

    • Eben. Die ganze “Gleicher-Lohn-für-gleiche-Arbeit-Argumentation” ist eine Schimäre.

      Es gibt etliche Gründe der ungleichen Bezahlung. Die einen akzeptieren wir (Erfahrungsstufen); die anderen nicht (DDR-Lehrerausbildung usw.).

    • Man muss aber trotz Gleichstellungsbeauftragte und 2/3 Frauen im Medizinstudium beachten, dass die Oberarztkarriere nur vergleichsweise wenige Frauen anstreben.

      • XXX
        Die Oberarztpositionen sin mit deutlich mehr Arbeitsaufwand, Verantwortung für andere Kollegen und einer relativ schlechten Bezahlung durch Rufdienste verbunden.
        Ungerecht ist es , dass 70 % der Medizinstudenten Frauen sind.
        Offensichtlich werden Jungen in unserem Schulsystem benachteiligt, denn sonst es gibt keinen rationalen Grund, warum Jungen im Durchschnitt schlechtere Abiturergebnisse erreichen.
        Andererseits ist es für mich unverständlich, warum man meint mit einem guten Abitur Medizin studieren zu müssen, denn schließlich handelt es sich um einen sehr handwerklichen Beruf. Uns geht langsam der operative Nachwuchs aus, weil diese Generation von Ärzten vermehrt Teilzeitbeschäftigungen im weniger arbeitsintensiven Teilgebieten aufsucht. Und so holt man sich den Nachwuchs aus dem Ausland.

        • Nach dem Oberarzt kommt der Chefarzt. Der dürfte entspannter sein und sehr viel besser vergütet. Der Frauenanteil nimmt zugleich noch weiter ab.

          Tendenziell zieht der größer werdende Anteil Ärztinnen die Teilzeitbeschäftigung in Großstädten vor, der Hausarzt auf dem Land ist mit langen Arbeits- und Fahrtzeiten verbunden bei gleichzeitig vergleichsweise weniger Einkommen als der Spezialist. Für etliche Frauen unattraktiv.

          Sobald die Politik mal auf die Idee kommt, eine tatsächliche Quotengleichheit auch an den Hochschulen zu fordern, dann Prost Mahlzeit für die Frauen. In MINT ist das trotz dem derzeit sehr hohen Männeranteil wegen der geringen Studentenzahl insgesamt egal (Plätze gibt es genug), in so ziemlich allen anderen Studienrichtungen erleben die Frauen ihr blaues Wunder.

  8. Fangen wir doch mal an, die Zahlen auch so, dass es sogar GEW-Funktionäre verstehen, zu sortieren:
    Es gibt den bereinigten und den nicht bereinigten Verdienstunterschied. Beim bereinigten Verdienstunterschied stellt sich die Frage, ob eine Frau für exakt die gleiche Arbeit bei exakt gleichen Bedingungen (hier Erfahrungsstufe) auch das gleiche Gehalt bekommt.

    Auf Lehrer bezogen dürfte der bereinigte Verdienstunterschied also nicht existent sein.

    Kommen wir zum unbereinigten Verdienstunterschied. Für Beamte in Vollzeit liegt er bei 11% (da wäre dann der equal-pay-day der 9.2.). Dies wird im Wesentlichen daran liegen, dass Männer häufiger Führungspositionen besetzen als Frauen und dass Frauen durch Babypausen etc. Erfahrungsstufen später erreichen. Im Schulbereich bedeutet das sicher, dass bei den Frauen der Anteil an Grundschulkolleginnen größer ist als bei Männern.

    Ist dies aber eine strukturelle Benachteiligung der Frauen? Völlig ausgeklammert wird allerdings hier die Frage der Ausbildung bzw. die Länge der Ausbildung. Heute sind die Studiengänge für Grundschule und weiterführende Schule gleich. Daraus ergibt sich die (völlig berechtigte) Forderung nach gleicher Bezahlung, die aber so gar nichts mit der Gender-Frage zu tun hat.

    Hat man z.B. im Jahr 1990 mit dem Studium angefangen, dann war das Grundschulstudium kürzer und es war klar, dass die Bezahlung schlechter war. Dieses Prinzip erscheint grundsätzlich richtig, gilt in den meisten Berufen und ist auch hier zunächst geschlechterunabhängig. Auch heute bekommt z.B. ein Bachelorabsolvent in der Wirtschaft weniger Geld als ein Masterabsolvent im gleichen Beruf. Die Frage der Gleichbezahlung der Geschlechter eignet sich schlicht nicht für eine “A13 für alle”-Forderung. Auch die Forderung nach Aufstiegsmöglichkeiten hat wenig damit zu tun. Man kann ein Gymnasium mit 1000 Schülern nicht mit einer Grundschule mit 80 Schülern vergleichen. Wer aufsteigen will, der muss das auch bei der Berufswahl berücksichtigen, auch das gilt überall.

    GEW und VBE sollten lieber auf dümmliche Argumente verzichten! Wie soll man sie sonst ernst nehmen?

  9. Küstenfuchs schrieb: “Die Frage der Gleichbezahlung der Geschlechter eignet sich schlicht nicht für eine ‘A13 für alle’-Forderung. Auch die Forderung nach Aufstiegsmöglichkeiten hat wenig damit zu tun. Man kann ein Gymnasium mit 1000 Schülern nicht mit einer Grundschule mit 80 Schülern vergleichen. Wer aufsteigen will, der muss das auch bei der Berufswahl berücksichtigen, auch das gilt überall.”

    So ist es.

    Küstenfuchs schrieb: “Hat man z.B. im Jahr 1990 mit dem Studium angefangen, dann war das Grundschulstudium kürzer und es war klar, dass die Bezahlung schlechter war. Dieses Prinzip erscheint grundsätzlich richtig, gilt in den meisten Berufen und ist auch hier zunächst geschlechterunabhängig.”

    Als ich die Aufnahmeprüfung für mein Musikstudium absolvierte, wurde diese mit 0 bis 20 Punkten bewertet. Ab 10 Punkten hatte man bestanden. Aber erst ab 17 Punkten durfte man ein Musikstudium für das Lehramt an Gymnasien beginnen. Alle, die zwischen 10 und 17 Punkten hatten, durften “nur” Grund-, Haupt- und Realschullehramt studieren – oder im nächsten Jahr die Aufnahmeprüfung nochmals angehen.

    Wohlgemerkt: Damit will ich nichts über die Fähigkeiten der damaligen Prüflinge aussagen. Ich beschreibe ein schlichtes, vom Land bzw. der Uni gesetztes Faktum.

    • Musik ist da aber sehr speziell, zudem wäre das dann eine Bezahlung gemäß Fähigkeit, was nun auch als Prinzip in Ordnung wäre.

      • Die Zugangsprüfungen dienen eher der Studentenzahlkontrolle, ähnlich wie in Sport. Im Sinne des Gleichbehandlungsgebots sollte man dann auch die Fähigkeiten der Englisch-, Geschichts-, Mathematik- und andere Lehrer nach Sek I und Sek II berücksichtigen. Bei diesen Fächern gibt es abgesehen von ggf. dem NC keine Eignungsprüfung. Allerdings unterscheiden sich die fachlichen Fähigkeiten der Absolventen für Sek I und Sek II zumindest im MINT-Bereich erheblich voneinander.

      • Beim Schulfach Mathematik gibt’s zwar keine Aufnahmeprüfungen, aber schon die Lehrveranstaltungen für Erstsemester unterscheiden sich erheblich im Grundschul-, dem reinen Sek-I- und dem gymnasialen Lehramt. Der Effekt ist dann ähnlich wie oben für das Fach Musik geschildert: die Anforderungen sind einfach andere.
        Neuerdings allerdings gibt es Bestrebungen, einen einheitlichen Sek-I-II-Lehrer einzuführen (was auch eine einheitliche Besoldung rechtfertigt). Ob dem allerdings irgendwelche Erfolge beschieden sein werden, ist noch nicht ausgemacht. Denn für die bisherigen Realschullehrer wird das Studium deutlich schwieriger. Da wird man dann womöglich das fachliche Niveau insgesamt senken müssen, entgegen allen treuherzigen Ankündigungen über die “exzellente Lehrerausbildung”. Ich fürchte: das Lehramtsstudium wird durch diese Reformen nur verschlimmbessert.

        • Ich befürchte sogar, dass das Studium auf das derzeitige Niveau der Sek I abgesenkt wird, weil das inhaltlich vollkommen auch für die gymnasiale Oberstufe ausreicht. Mit Mathematik im Sinne von “richtiger” Mathematik hat das dann leider nicht mehr so viel gemeinsam. Für die Physik hätte eine ähnliche Umstellung auch große Nachteile, weil der gesamte Komplex der theoretischen Physik — sogar die auf zwei Semester eingedampfte Version — wegfiele. Dazu kämen sicherlich mehr didaktische Veranstaltungen, von denen man aber hoffen muss, dass sie nicht zu sehr vom zum Studienzeitpunkt aktuellen politisch-ideologisch Standpunkt geprägt sind.

  10. Herr Beckmann sagt: “„Frauen verdienen im Bildungsbereich auch deshalb weniger, weil sie deutlich seltener aufsteigen.”
    Für mich ist die Frage, ob sie denn am Aufstieg behindert werden? Vielleicht wollen sie ja lieber den Umgang mit Kindern statt Karriere mit mehr Praxxisferne und Bürokratie. Männer und Frauen unterscheiden sich hier meiner Meinung nach.
    Es hört sich aber immer so an, als würde Frauen der Aufstieg verwehrt. Das glaube ich nicht, im Gegenteil. In der heutigen Zeit wird vieles getan, um Frauen für gut bezahlte “Männerberufe” wie z.B. Ingenieure zu interessieren, um sie über Quoten in höhere Sättel zu heben oder Behörden, Firmen und poltische Institutionen zu loben, wenn sie in höheren Positionen einen möglischst großen Frauenanteil vorzeigen können.
    Um es mal umgekehrt und ketzerisch zu sagen: Ich finde, Frauen werden sehr unterstützt, was mir bisweilen schon wie Männerbenachteiligung vorkommt. Aber es scheint in Mode und verlockend anerkennungspflichtig, die Benachteiligung von Frauen zu beklagen und und immer wieder Änderungen einzufordern. Zur eigenen Profilierung scheint sich der “Kampf für Frauen” jedenfalls zu lohnen.

  11. Im Fernsehen kam die Öffentlichkeitstäuschung (!) heute wieder.

    Es wurde gesagt, dass heute der Tag der ungleichen Bezahlung von Mann und Frau (wegen des Geschlechts) ist. Präsentiert wurden wieder die 21% Verdienstunterschied.

    Die 21% Verdienstunterschied resultieren aber nicht aus einer ungleichen Bezahlung von Mann und Frau (wegen des Geschlechts), sondern aufgrund unterschiedlicher “Berufskarrieren” infolge immer noch vorhandener unterschiedlicher Rollenbilder (sie erzieht Kinder, er macht Karriere). Das ist schon WAS ANDERES !!! Ich fühle mich veräppelt!

    Lehrerinnen mit 4000-5000 Euro brutto müssen sich nun aber wirklich nicht “strukturell benachteiligt” fühlen, da gibt es ganz andere in unserer Gesellschaft.

  12. Ganz ehrlich, Sie verstehen das Problem einfach nicht. U.a. sind genau die nach wie vor unterschiedlichen Rollenbilder das Problem.
    Aber es ist durchaus recht amüsant zu verfolgen, wie Sie sich unentwegt über ein Problem aufregen, das Sie nicht verstehen und um dieses Verständnisproblem zu lösen ganz einfach die komplette Gesellschaft für dumm erklären.

    • Ich glaube, Sie, emil, verstehen das Problem selbst nicht. Es wurde schon mehrfach korrekt dargelegt, dass es gerade im Lehrerberuf keine Gehaltsunterschiede für die gleiche Arbeit und derselben Erfahrungsstufe gibt. Wenn ein höherer Anteil Frauen als Männer warum auch immer auf Schritte auf der Karriereleiter verzichtet, tun sie das von sich aus und nicht, weil sie von männlichen Kollegen diskriminiert werden. Das ist heute so und war im Endeffekt schon seit Jahrtausenden so im Sinne von die Männer beschützen die Frauen und schaffen die Nahrung heran, die Frauen kümmern sich um die Kinder und körperlich weniger gefährliche Arbeiten am und im Haus.

      • Ob das “korrekt dargelegt” wurde, stelle ich in Frage.
        In Grundschulen gibt es schlichtweg keine zusätzlichen Stellen für Vertretungen, Stufenleitungen o.a. Dennoch müssen auch an jeder Grundschule Konzepte und Lehrpläne erstellt werden, von den wenigen KollegInnen, die dort arbeiten. Da ist es ganz egal, wie viele SuS diese Schule besuchen, die Konzepte sind gleich viele, die Fächer auch … nur die Kollegien, die die Arbeit schultern, sind kleiner und deshalb stärker belastet OHNE Entlastungsstunden dafür zu erhalten.
        Warum ist das so und warum an SekI und SekII-Schulen anders? Warum gibt es an SekII-Schulen sowohl mehrere Aufstiegsämter sowie Stellen dafür als auch Entlastungsstunden für besondere Aufgaben?
        Warum darf man es nicht als ungleich bezeichnen, wenn Lehrkräfte mit besonders heterogener Schülerschaft und geringen Vorkenntnissen mehr Stunden UND weniger Gehalt erwartet?

        Das alles sind “nur” sturkturelle Probleme? Dann ändern wir doch diese und die Lohnlücke wäre eine andere.
        Gleiches gilt auch für andere Berufe.
        Vielleicht ergreifen dann auch mehr Männer den Beruf des Grundschullehrers? Warum wird bei 70% Medizinstudentinnen von Ungleichgewicht gesprochen und eine Männer-Quote angedacht, bei 90% Grundschullehrerinnen aber keine?

        Vieles, was nach wie vor unsere Gesellschaft bestimmt, wird immer noch durch Tradition bestimmt. Das ist aber nicht das Kriterium dafür, ob es gerecht ist.

        • @Palim
          Wer definiert, was “gerecht” ist? Der an sich gute, aber so langsam völlig ausgelutschte Begriff, der für alles und jedes herhalten muss, sagt mir inzwischen gar nichts mehr. Mit ein bisschen Finesse und Zurechtbiegen lässt sich über ihn alles begründen und einreden.
          Männer und Frauen sind nun mal verschieden und haben meist unterschiedliche private und berufliche Interessen. Soll man ihnen aus seltsamen Gerechtigkeitsvorstellungen etwas anderes schmackhaft machen oder Frauen- und Männerquoten von 50:50 einführen, die sowieso kaum zu realisieren wären?
          Außerdem ist für mich Tradition nicht per se schlecht und ungerecht und Moderne nicht per se gut und gerecht. Sowohl hier wie da finde ich Gutes und Schlechtes.
          Die moderne Fixierung auf “Konsum, Geld und Karriere” mit ihren Neidvergleichen finde ich z.B. schlecht.

          • Die “moderne” Forderung, auch Berufe mit sozialem Hintergrund angemessen zu bezahlen und diese nicht weiterhin mit der traditionellen Rolle der Frau klein zu reden, halte ich für ausgesprochen wichtig, denn entweder, sie diskutieren Frauen zurück in ihre “traditionelle Rolle” oder sie werden über kurz oder lang niemanden mehr finden, der solche Berufe ergreift und ausfüllt.

          • @Palim
            Ich möchte Ihnen mal ein Kompliment ausstellen, dafür dass Sie so unerschütterlich den ewig Meckerndern, den ewig Gestrigen und den ewigen Ignoranten hier immer wieder sachlich widersprechen. Die Geduld muss man erstmal aufbringen. Und Ihre Argumente sind in hohem Maße korrekt, realistisch und praxisorientiert. Danke!

          • @Palim
            “…oder sie werden über kurz oder lang niemanden mehr finden, der solche Berufe ergreift und ausfüllt.”
            Das Lebensmodell der Frauen hat sich also nach Berufserfordernissen zu richten. Wo bleibt da die fromme Lehre von der Selbstverwirklichung der Frauen, von ihrer Befreiung von männlicher Macht und Dominanz?
            Wo bleibt das Interesse vieler Frauen, die gern eine Familie gründen, Kinder haben und sie zumindest in den ersten Lebensjahren selbst betreuen möchten?
            Sollen ihnen diese natürlichen Wünsche weiterhin ausgeredet bzw. ausgetrieben werden durch Diffamierung oder Unmöglichmachung dieser Rolle? Sieht so eine glaubwürdige Hilfe zur Selbstverwirklichung aus?
            Mit Frauen wird viel Schindluder getrieben, nicht zuletzt von ihren angeblichen Rollenbefreiern. Diese drängen sie nur von einer Rolle in die andere durch Werbung und Zwang zur Berufstätigkeit und zum Doppelverdienst.

          • Damals dürfte es die Argumentation in dieser Form noch gar nicht gegeben haben, werter Emil.
            Traurig ist vielmehr die dümmliche Diffamierung anderer Meinung durch eine leere Behauptung.

          • Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!
            Ihre Gegenbehauptung ist noch viel leerer, entbehrt sie nämlich jeder sachlichen GrundLage. Lesen Sie doch mal die Argumente gegen die Aufnahme der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in das Grundgesetz. Dann treffen wir uns hier wieder.

          • @emil
            Sollen das die Argumente der “Männer vor 70 Jahren” sein?
            Zu jener Zeit gab es bekanntlich noch kaum Frauen im Parlament. Also müssen es die (ach so frauenunterdrückenden) Männer gewesen sein, die mehrheitlich für eine Gleichberechtigung sorgten.

          • Es gab genau 4 Frauen im Parlament, ausschlaggebend War allerdings der überaus massive öffentliche Druck.

            Was aber ist nun Ihre Aussage oder Ihr Problem. Ich habe gesagt, dass gelingt ähnlich argumentiert wie die Männer vor 70 Jahren. Das haben Sie zwar oberflächlich (sollte ich Sie zitieren und sagen “dümmlich”) bestritten, widerlegen konnten und wollten Sie es bisher nicht.
            Traurig, traurig 😉

          • @emil
            Hoffentlich müssen Sie nicht weinen bei so viel Traurigkeit über geli und bolle.
            Vielleicht ist es Ihnen ein Trost, dass ich die Argumentation der beiden gar nicht so schlecht und deswegen betrüblich fand wie Sie.

          • Freut mich für Sie!
            Und keine Sorge, ich nehme diese Kommentare in keiner Weise so wichtig, dass sie mir die Laune verderben. Dafür ist mein Leben viel zu bunt 😉

  13. Ich beziehe mich darauf, dass sofawolf die öffentlich rechtlichen Nachrichten als Öffentlichkeitstäuschung bezeichnet. Vom Lehrerberuf habe ich nichts gesagt.

      • Bei dem umgestellten Kommentarsystem ist es nicht immer einfach zu erkennen, auf welchen ursprünglichen Kommentar sich eine aus Versehen falsch platzierte Antwort bezieht.

        Zur Sache: Ob die öffentlich-rechtlichen Nachrichten als Öffentlichkeitstäuschung bewertet werden können, weiß ich nicht so genau. Dass sie jedoch in eine gewisse Richtung gehen, ist unbestreitbar. Dabei sollten sie eigentlich objektiv-neutral informieren und die Einordnung dem Zuschauer überlassen. Beim Thema Pay-Gap und diversen politischen Themen berichten Sie regelmäßig ziemlich einseitigen Unsinn, beim Thema GEZ und Quotenabhängigkeit sowieso. Ob die dort arbeitenden Journalisten das nicht anders dürfen, wollen oder können, kann ich mangels Insiderinformationen nicht beurteilen. Der journalistische Nachwuchs an den Hochschulen lässt sehr schlimmes befürchten. Das ist allerdings politisch genau so und nicht anders gewollt.

        • Na, sind wir jetzt wieder bei der “Lügenpresse” angekommen?

          Woher wissen Sie als Mathelehrer denn, wie es um den journalistischen Nachwuchs bestellt ist? Und welche Verschwörung sorgt dafür, dass das “Schlimme”, das politisch angeblich “genau so” gewollt ist, auch tatsächlich passiert?

          • Studentenmagazin lesen (echt gruselig), Seminare besuchen, Zeitungen (oder online) lesen – wo der Schreiberlingnachwuchs sich schon mal ausprobieren darf (ZEIT, Bento, Vice usw.) (ultra gruselig)…

            Da gibt es schon so einige Möglichkeiten…

          • @Maulheld
            Was ist bitte an der Wochenzeitung die Zeit gruselig ?
            Gruselig sind Ihre Positionen zu Waffengesetzen und der unkritische Umgang mit Waffen !

  14. @palim: Liebe palim, auch von mir hier ein Kompliment und ein Dankeschön. Du bist wirklich unerschütterlich, sachlich und kannst dabei auch noch ruhig bleiben.

    • Nehmen Sie sich mal ein Beispiel daran!

      Allerdings nerven mich an Palim diese wiederholten Fehlinterpretationen, wo Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und völlig verdreht wiedergegeben werden, dass es schon einer Falschmeldung gleichkommt.

      • Ich freue mich über das Lob, danke emil und mississippi 🙂

        Zu den Fehlinterpretationen hinsichtlich der aus dem Zusammenhang gerissenen Aussagen habe ich an der Stelle etwas geschrieben, wo sofawolf selbst (zum wiederholten Mal) schreibt, dass er/sie die Beiträge nicht ganz liest.

        • Ja, stimmt, ich habe Ihnen dort auch geantwortet, dass es zwei verschiedene Paar Schuh’ sind, ob man Beiträge nicht ganz liest und sich vielleicht zu einzelnen Passagen äußert (ich), als wenn man Beiträge (ganz?) liest, aber beim Interpretieren die Teile weglässt, die eigentlich gegen diese Interpretation sprechen.

          Das ist ein absichtliches Verfälschen – oder “im besten Falle” Unvermögen.

  15. @ ZITAT (Palim): “Vieles, was nach wie vor unsere Gesellschaft bestimmt, wird immer noch durch Tradition bestimmt. Das ist aber nicht das Kriterium dafür, ob es gerecht ist.”

    Darin stimme ich Ihnen zu.

    Nur mag ich nicht belogen werden. (Wer mag das schon?!) Es wird von ungleicher Bezahlung gesprochen und (fast) jeder glaubt, damit sei gemeint, Frauen und Männer bekämen für die gleiche Arbeit (bei gleicher Qualifikation u.a., also alles gleich, nur das Geschlecht nicht) unterschiedlichen Lohn. Dazu werden 21% Unterschied genannt. Bei genauem Betrachten liegen diese 21% aber eben nicht an unterschiedlichem Lohn aufgrund unterschiedlichen Geschlechts, sondern haben ganz andere Gründe (die Sie z.B. in dem Zitat nannten).

    Bei gleichem Job betrugen die Lohnunterschiede sogar nur 6 %. Aber selbst bei dieser Zahl ist nicht klar, ob womöglich andere Faktoren Grund waren (Abschluss, Dienstalter, Erfahrung, Verhandlungsgeschick …). Der Unterschied wurde festgestellt und es wurde gesagt, es läge am unterschiedlichen Geschlecht. Wie hat man denn herausgefunden, dass jemand mehr oder weniger Lohn bekam, WEIL er oder sie eine Frau oder ein Mann ist?

    • Natürlich gibt es geschlechterbezogene strukturelle Einkommensunterschiede – und der Gehaltsunterschied zwischen (früher männlich dominierter) weiterführender Schule und (immer schon vorwiegend weiblicher) Grundschule ist doch nur ein Beispiel dafür.

      Wer hat denn entschieden, dass im Bildungssystem umso mehr verdient wird, je höher der Wissensanteil ist bzw. umgekehrt umso weniger, je höher der Erziehungsanteil? Das waren natürlich Männer. Erziehung ist halt Frauensache – billig, einfach, kann ja jede(r). Fürs heilige Professorenamt kommen natürlich fast nur Männer infrage, das ist bis heute so. Und für die Kita reicht ja die Schmalspurausbildung und ein Niedriggehalt.

      Dabei ist die Verantwortung in der Kita um ein Vielfaches höher als in der Universität – ein Professor kann schlimmstenfalls Klausurunterlagen verlieren, einer Erzieherin sind Kinderleben anvertraut. Welcher Job ist denn hier mehr “wert”?

      “In Frauenberufen wird weiterhin viel weniger bezahlt als in typischen Männerberufen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichte eine Untersuchung, wonach das Einkommen in Frauenberufen 40 Prozent geringer ist.” Und das sind die strukturellen geschlechtsbezogene Einkommensunterschiede, die der VBE und die GEW kritisieren. Und nicht die Tatsache, dass ein Mann genauso wenig verdient, wenn er so doof ist, sich in einen Frauenberuf zu verlaufen. (Das war ironisch gemeint.)

      Aber dann kann er sich ja immer noch mit einer Führungsposition trösten – die gehen dann ja immer noch weit überproportional an Männer.

      Quelle: https://www.nwzonline.de/politik/frauenberufe-sind-immer-noch-billiglohn-berufe_a_6,1,995659941.html

      • ZITAT (Anna): “Wer hat denn entschieden, dass im Bildungssystem umso mehr verdient wird, je höher der Wissensanteil ist bzw. umgekehrt umso weniger, je höher der Erziehungsanteil? Das waren natürlich Männer. Erziehung ist halt Frauensache – billig, einfach, kann ja jede(r). Fürs heilige Professorenamt kommen natürlich fast nur Männer infrage, das ist bis heute so. Und für die Kita reicht ja die Schmalspurausbildung und ein Niedriggehalt.”

        Das ist eine Auslegung von “hinten nach vorne”. In den Zeiten, in denen das festgelegt wurde, waren auch Grundschullehrer (überwiegend Männer). Das hat sich erst im Laufe vieler Jahrzehnte schrittweise gewandelt.

        • @Sofawolf
          Das stimmt, denn ursprünglich waren Grundschullehrer überwiegend Männer und die Zusammensetzung der Lehrerschaft in den Grundschulen änderte sich erst ab den sechziger Jahren. Die Entlohnung war schon immer bei den Grundschullehrern geringer als bei den Gymnasiallehrern und dieser Zustand hatte auch keinen geschlechtsspezifischen Hintergrund.

          • Als noch mehr Männer in der Grundschulen unterrichteten, gab es den spezifischen Grundschullehrer überhaupt nicht. Das waren alles Volksschullehrer, weil damals alles Volksschule hieß und das ging von Klasse 1-8. Dennoch meine ich aus der Erinnerung zu wissen, dass etwas mehr Frauen in Klasse 1-4 die Klassenleitung hatten und in den höheren Klassen eher Männer.

        • Das ist auch falsch, Sofawolf. Lehrerin war lange Zeit überhaupt die einzige Möglichkeit für eine (bürgerliche) Frau, berufstätig zu sein – dafür gab es dann das Lehrerinnenzölibat, um Frauen zu gängeln. Erst nach dem Krieg kamen dann mehr Männer in die (Grund-)Schulen, weil durch die Entnazifizierung ein akuter Lehrermangel herrschte – und andernorts die Arbeitsplätze knapp waren.

          Und wie viele Männer waren (und sind!) in den Kitas?
          Und wie viele Frauen waren (und sind!) als Professorinnen an den Hochschulen? Hier die Antwort:

          https://www.news4teachers.de/2017/12/bei-den-studierenden-sind-frauen-in-der-mehrzahl-bei-den-professuren-immer-noch-drastisch-unterrepraesentiert/

          • @Anna
            Die Statistik sagt mir nicht das, was Sie an Ungerechtigkeit und Benachteiligung herauslesen wollen.
            Und bevor Sie das argwöhnen und zum Vorwurf machen: Sie sagt mir auch nicht, dass Frauen dümmer sind als Männer.

          • @ Anna, das ist auch falsch. Es hängt ja davon ab, wie weit Sie historisch zurückgehen. Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Ignaz.

            Letztlich ist das aber nicht meine Diskussion. Das waren Sie, die meinten, Grundschullehrer verdienen deshalb weniger, weil das meistens Frauen sind und Männer darüber bestimm(t)en, was Frauen verdienen sollen.

            Mir ging es hier um etwas anderes und das sehe ich nicht widerlegt. Auch im Grundschulbereich bekommen Frauen nicht weniger als Männer. Es ging doch hier sehr oft um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Männer verdienen genauso viel wie Frauen als Grundschullehrer.

          • @Anna
            Nach dem Krieg und vor dem Krieg gab es im Westen keine KITAS im heutigen Sinne, mit einer gezielten Sprachförderung und einer Ganztagsbetreuung, sondern reine Kindergärten im ursprünglichen Sinne mit der Strategie des Sattseins, der Sauberkeit und der Ordnung. Und diese wurden ursprünglich auch nur gegründet, damit die werktätigen Mütter ihre Kinder versorgt hatten. Schließlich wurde der Begriff Kindergarten ins Englisch übernommen.
            Als erstes haben Frauen aus dem Arbeitermilieu gearbeitet, und der Beruf des Lehrers war höher gestellten Kreisen zugeordnet.
            Anna, Sie betreiben Geschichtsklitterung.
            Erst gab es die Arbeiterinnen, danach die Sekretärinnen und die Lehrerinnen kamen erst in den sechziger Jahren.

          • So, so – Lehrerinnen gab es erst in den 1960-er Jahren?

            “1880 wurde der Lehrerinnenzölibat im Deutschen Reich per Ministererlass eingeführt. Er untersagte Lehrerinnen, zu heiraten; auf eine Missachtung folgte die Kündigung. (…) Der Lehrerinnenzölibat war ein Instrument, mit dem durch Diskriminierung flexibel auf die jeweilige Arbeitsmarktsituation reagiert werden konnte – bestand Lehrermangel, so wurde er gelockert, bestand dagegen ein Überangebot, konnten damit Lehrerinnen vom Arbeitsmarkt verdrängt werden.”

            Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrerinnenz%C3%B6libat

            Aber Frauen konnten natürlich nur Volksschullehrerinnen werden. Wie auch anders? Die Hochschulen waren ja weitgehend den Männern vorbehalten. Wenn Sie wissen wollen, wie’s deshalb am Gymnasium aussah, können Sie sich ja mal die Kollegiumsfotos aus verschiedenen Jahrzehnten eines beliebigen Gymnasiums angucken – etwa hier sehr schön dokumentiert vom Clemens-Bretano-Gymnasium Dülmen.

            Dort heißt es: “1919 beteht das Kollegium aus 14 Peronen – ausschließlich Männer. 1928 besteht das Kollegium aus 13 Peronen – ausschließlich Männer. 1948 besteht das Kollegium aus 10 Personen, eine Lehrerin und neun Lehrer. 1962 besteht das Kollegium aus 21 Personen – davon sind 1/7 weiblich. 1987 bilden das Kollegium 85 Lehrerinnen und Lehrer- fast ein Drittel (27) sind weiblich.” Mittlerweile, das lässt sich an einem aktuellen Kollegiumsfoto erkennen, ist die Mehrzahl der Mitglieder weiblich.

            Quelle: http://cbg.duelmen.org/wir-stellen-uns-vor/wir-am-cbg/wir-am-cbg-detail/geschichte-und-name/mehr-als-100-jahre-cbg.html

            Die strukturelle Benachteiligung – dass Erziehungsarbeit vor allem von Frauen geleistet wird und deshalb weniger wert ist – besteht allerdings nach wie vor.

          • Sie beziehen sich auf die Zeit weit vor dem ersten Weltkrieg!
            Ich beziehe mich auf die Zeit nach dem erste Weltkrieg.
            Meine eigene Perspektive reicht auch nur bis in die 60er Jahre als ein Teil einer eigenen Lebenserfahrung zurück.
            Ihre Perspektive ist eine Fiktion und einseitig von Verallgemeinerungen geprägt.

      • Der Artikel gliedert pauschalisierend in Frauen- und Männerberufe, wobei Unternehmer, Softwarentwickler und Ingeneurberufe als akademische Männerberufe eingestuft werden.
        Welcher handwerkliche Beruf erfordert denn ein Studium ? Seit wann ist Frauen der Zugang zu den anderen Berufen verwehrt ?
        Welche dünne Argumentation verschafft sich hiermal wieder Luft vom Korsett der Rationalität und einem vernunftorientierten Denken. Man hat es mit Clowns zu tun, die konfabulierend ihre verdrehten Denkweisen unter das Volk bringen und die es geschafft haben, sich neugeschaffene, berufliche Nischen in der Gesellschafft zu suchen, welche ein einträgliches Einkommen bei praxisferner Lebens- und Denkweise ermöglichen.
        Allein durch eine Akademisierung von praktischen Berufen, gelingt keine höhere finanzielle Aufwertung, da diese an einen wirtschaftlichen Erfolg gebunden ist.Schließlich leben wir nicht im Kommunismus, wo Löhneund Gehälter willkürlich festgesetzt werden.
        Einfacher wäre es, wenn diese Gendereiferer sich andere Berufe suchen würden, was denen nie gelingen wird.

        • Mein Kommentar bezieht sich auf den von dem oder der Anna ins Netz gestellten Artikel der Gender-Beauftragten des DIW. Was sich an den Interpretationen als wissenschaftlich fundiert herausstellen soll entzieht sich meiner Kenntnis. Derartig pauschalisierende Denkweisen gehören zu dieser verdrehten Wahrnehmung unserer Umwelt und sind Ausdruck einer weiteren Absenkung des wissenschaftlichen Niveaus in der Soziologie.

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