Tullner: Bund soll Quereinsteiger und Schulsozialarbeit mitfinanzieren

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MAGDEBURG. Die Suche nach guten und vor allem genügend Lehrern ist bundesweit eine Mammutaufgabe. Sachsen-Anhalts Bildungsminister ist für die Idee, auch den Bund an den Personalkosten in den Klassenzimmern zu beteiligen. Er hat aber noch mehr Ideen.

Sachen Anhalts Bildungsminister Marco Tullner ist überzeugt, dass manche Schüler an Förderschulen besser aufgehoben sind als an allgemeinbildenden. Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband / flickr (CC BY 2.0)
Marco Tullner hat einige bildungspolitische Ideen auf Lager. Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband / flickr (CC BY 2.0)

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner wirbt dafür, dass sich der Bund an der Ausbildung von Quereinsteigern in den Lehrerberuf finanziell beteiligt. Mit dem Bund könnten die Kosten gemeinsam geschultert werden, sagte der CDU-Politiker. Alle Länder ständen bei der Lehrergewinnung vor den gleichen Herausforderungen. Weil vielerorts regulär ausgebildete Lehrer fehlen, greifen sie verstärkt auf Seiteneinsteiger zurück, die oft in Schnellverfahren pädagogisch qualifiziert werden.

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Als weiteres Beispiel für eine mögliche Kooperation nannte Tullner die Schulsozialarbeit. Hier seien die Stellen oft befristet mit EU-Geldern finanziert; in Sachsen-Anhalt gehe es in der laufenden Förderperiode um fast 120 Millionen Euro. Eine Unterstützung durch den Bund wäre hilfreich, um die Angebote zu sichern.

Zuvor hatte der KMK-Präsident Helmut Holter (Linke), gefordert, dass sich der Bund auch beim Personal an Schulen beteiligt. Als weitere Arbeitsfelder nannte er Inklusion, Integration und Digitalisierung. Die Herausforderungen für die Länder seien so groß, dass sie ein Engagement des Bundes erzwängen. Auch brauche es mehr Abstimmung und gemeinsamen Kampf gegen Unterrichtsausfall. Es könne nicht sein, dass sich die Länder gegenseitig Lehrer abwerben, sagte Holter der Tageszeitung «Die Welt».

Union und SPD wollen bei der Neuauflage der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das sogenannte Kooperationsverbot deutlich lockern. Bisher ist Bildung ausschließlich Ländersache und dem Bund eine Mitfinanzierung bis auf wenige Ausnahmen untersagt.

Tullner hatte sich bereits früher für ein Ende des Kooperationsverbots ausgesprochen. «In einem ersten Schritt wäre es notwendig, dass der Bund seine Zusagen zur Förderung der digitalen Infrastruktur endlich mit Leben erfüllt», wiederholte er jetzt eine Hauptforderung an die Adresse Berlins. «Die Länder stehen seit Monaten parat.»

Damit spielte der Minister auf den Digitalpakt an, den die bisherige Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) eigentlich noch vor der Bundestagswahl vergangenen September schnüren wollte. Er soll milliardenschwere Investitionen in die digitale Bildung an Deutschlands Schulen ermöglichen. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. ZITAT: “Bund soll Quereinsteiger und Schulsozialarbeit mitfinanzieren”

    Ja, das fände ich gut und sinnvoll.

    Und die Steuereinnahmen sprudeln ja, wie man hier immer liest, wenn es um mehr Gehalt geht. Hoffentlich bleibt auch noch was für andere sinnvolle Dinge übrig.

    (Und was verdienen eigentlich die Schulsozialarbeiter? Fragt sie mal, wenn es bei euch welche gibt. War das nicht A 9 ?)

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